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Am 12.Oktober 2010 gab es im Kinderspielraum des „Terrassenhauses“ das erste Treffen von einigen Müttern mit ihren Kleinkindern und mir. Schon einige Zeit zuvor hatte ich in den fünf Stiegen und im Kindergarten entsprechende Einladungen ausgehängt:

Nachbarn schaffen Nachbarschaften schaffen NachbarnEinladung zum ersten Treffen:
Worum geht es? Die Kinder des Kinderfreunde-Kindergartens wohnen hier oder in der Nähe und kennen einander mehr oder weniger gut. Mit Unterstützung der Kindergarten-Leitung möchten wir erreichen, dass auch Eltern die Gelegenheit zu besseren Kontakten geboten wird. Über mögliche Inhalte, Ziele und Termine soll an diesem Tag gesprochen werden. Der „Kinderspielraum“ auf Stiege 3 steht für weitere Treffen oder Veranstaltungen zur Verfügung. Auf Ihr Kommen freuen sich Katja Lederer und Fritz Endl“

Seither treffen einander an den Dienstag-Nachmittagen ab 15 Uhr eine unterschiedlich große Anzahl von Müttern (drei bis acht, selten auch Väter) und ihre Kinder. In der Zwischenzeit kamen auch Geschwister zur Welt, sodass es derzeit eine Altersspanne von ein bis zwei Jahren gibt. Je nach Wetter finden die Treffen im Kinderspielraum oder auf den beiden kleinen Spielplätzen der Wohnanlage, im Fortunapark oder Belgradpark (nun: Barankapark-Hellerwiese) statt. An heißen Tagen im Sommer wurde auch der Wasserspielplatz beim Wasserturm oder das Laaerbergbad besucht. (Näheres unter)

Einige Mütter der Wohnanlage haben einander durch unsere Treffen erst kennen gelernt und pflegen diese Kontakte auch unabhängig von der „Dienstag-Gruppe“. Der Kinderfreunde-Kindergarten wird in nächster Zeit wichtig, weil er auch zunehmend von Kindern dieser Gruppe besucht werden wird.

Meinen Beitrag für unsere „Kindergruppe Terrassenhaus“ sehe ich – abgesehen davon, dass ich Einladender gewesen bin – vor allem darin, dass ich jedes Mal mit großer Hingabe und Freude die Rolle des „Spiel-Opa“ übernehme. Währenddessen können sich die Mütter dabei etwas entlastet fühlen, jede Minute „am Sprung“ sein zu müssen.

Nach einem Jahr gibt es für mich – abgesehen von der Zeit mit unseren beiden Enkerl-Mädchen Miriam und Livia – kaum etwas Schöneres als die Freude dieser Kinder zu erleben, wenn sie mich am Dienstag um 15 Uhr sehen.

Längerfristig habe ich die Hoffnung, dass meine „Begleitung“ dieser „Kindergruppe Terrassenhaus“ auch einmal zu gemeinsamen Initiativen in Richtung „Triesterviertel“ und „öffentlicher Raum“ führen wird. Ein Informationsgespräch zum Thema „Verkehrssicherheit rund um das Terrassenhaus“ hat es im Kinderspielraum zwar schon gegeben, aber es blieb ohne Teilnahme von anderen Bewohner_innen. In der Wohnanlage gibt es immerhin 250 Haushalte. Es könnten aber von der „Kindergruppe“ und dem „Terrassenhaus“ auch Impulse ins „Triesterviertel“ ausgehen mit dem Ziel, dass sich die Kinder wohl fühlen und gerne hier in unserem “Triesterviertel” aufwachsen.

In Wien-Favoriten scheint das der Fall zu sein.

Anfang Juli dieses Jahres machte mich FPÖ-Bezirksvorsteher-Stellvertreter Michael Mrkvicka darauf aufmerksam, dass unser „Grätzlpostamt“ in der Hardtmuthgasse 139 möglicherweise geschlossen werden könnte. Ich bekam von Seiten der Post eine Bestätigung, dass für 2012 eine Schließung geplant ist. Ein Postpartner und BAWG-Filialen sollen unser Postamt in größerer Entfernung als bisher ersetzen. Seither engagiere ich mich gemeinsam mit anderen Bewohner_innen, um diese Maßnahmen zu verhindern. (Näheres dazu auf der Webseite der Plattform „Unser Triesterviertel“: )

Mehrmals ersuchte ich in eMail-Aussendungen auch Vertreter_innen von SPÖ, FPÖ, ÖVP und Grüne, uns zu unterstützen, Außer der FPÖ reagierte bisher jedoch niemand, hat uns kein_e Bezirkspolitiker_in geholfen. (Einzig GR Hursky (SPÖ) hat sich für ein Planungstreffen per eMail wegen Urlaubs entschuldigt.) BVStv. Mrkvicka organisierte den Kontakt zur Bezirkszeitung „bz“ und einen Fototermin. Diesem Beitrag folgte inzwischen ein weiterer. Ich konnte mit der „Krone“ einen Fototermin (+Bericht) vereinbaren.

Für mich ergeben sich nun einige Fragen:

Warum tun sich außer der FPÖ die anderen Parteien so schwer, uns zu unterstützen?

Liegt es am Thema „Postamt“? Warum nicht die SPÖ? Die Leidtragenden sind doch vor allem Menschen mit eingeschränkter Mobilität, ältere Personen, jene ohne Internetanschluss zum online-banking, also eher eine SPÖ-Klientel. Warum nicht die ÖVP? Vermutlich, weil sie sowieso für mehr Privatisierungen eintreten und für die „Postpartner“ mehr Kunden/Kundinnen erhoffen. Warum nicht die „Grünen“? Vermutlich, weil sie die Leidtragenden nicht zu ihren potentiellen Wähler_innen zählen.

Liegt es daran, weil uns die FPÖ so rasch mit der Bezirkszeitung unterstützt hat und sie daher keine Zusammenarbeit mehr mit einer- aus ihrer Sicht – „FPÖ-Initiative“ möchten?

Können diese Erfahrungen auch auf andere Initiativen übertragen werden, denen die FPÖ sehr rasch Hilfe anbietet und diese dann zumindest als „FPÖ-nahe“ gelten?

Als Problem sehe ich darin, dass bei solchen parteitaktischen Überlegungen die Gefahr besteht, dass das ursprüngliche Anliegen von engagierten Menschen in den Hintergrund tritt. Und diese Menschen fühlen sich von jenen Bezirkspolitiker_innen im Stich gelassen, die sie deshalb gewählt haben, damit sie sich für ihre Anliegen einsetzen, z.B. das Schließen von Postämtern zu verhindern.

Eine grundsätzliche Bemerkung zum Thema „Kontakt mit Parteien“ im Rahmen der Plattform „Unser Triesterviertel“:

Ich betrachte alle Bezirkspolitiker_innen (egal von welcher politischen Fraktion!) als potentielle Verbündete, wenn eine Zusammenarbeit auf sachlich-konkreter Basis d.h. in erster Linie im öffentlichen Interesse und “auf gleicher Augenhöhe” d.h. im gegenseitigen Respekt möglich ist.
Wenn uns wie im Fall unseres Postamtes nur eine einzige Fraktion (FPÖ) in dieser Form unterstützt, dann ist das nicht UNSER Problem als Initiative, sondern sollte jene Fraktionen nachdenklich stimmen, die uns NICHT unterstützen.

PS: Ich bin neugierig, wer uns beim Problem “2.Zugang zur Davinci-Apotheke” unterstützt.

sie werden als anerkannte Autoritäten in ihrem Umfeld eingebunden und öffentlich unterstützt.

Vorbemerkung:
Menschen sind auf Gemeinschaft angewiesen. Sowohl im ländlichen Raum als auch in der Stadt verlieren Bereiche, die früher gemeinschaftsbildend gewesen sind, zunehmend an Bedeutung: Familie, Beruf, Kirche, politische Parteien, Vereine usw.

Der Zusammenhang zwischen sozialem Wohlbefinden und Gesundheit ist mehrfach nachgewiesen worden.
Kurzum: Einsame Menschen sind krankheitsgefährdeter als jene, die gut in einer Gemeinschaft eingebunden sind.

Unser Gesundheitssystem braucht den internationalen Vergleich nicht zu scheuen, aber die Kosten sind enorm.

Im Folgenden daher ein Vorschlag, wie die Gesundheitsvorsorge verbessert und damit „Reparaturkosten“ gespart werden könnten:

„Am Land“ gab und gibt es immer schon den Wissens- und Erfahrungsaustausch zwischen den niedergelassenen praktischen Ärzten/Ärztinnen und den vorhandenen „sozialen Netzwerken“ in unmittelbarer Nachbarschaft.

„In der Stadt“ haben meinen Informationen und Erfahrungen nach auch die Allgemeinmediziner_innen kaum mehr Kontakte zu ihrem sozialen Umfeld. „Grätzl-Ärzte/ärztinnen“ könnten jene Menschen in gesundheitlichen Fragen beratend und vermittelnd unterstützen, die sich z.B. in Selbsthilfegruppen, Elterninitiativen, Pfarren und Vereinen organisiert haben.

Das aktuelle Projekt “Gesundes Favoriten” (2010-2013) bietet die Gelegenheit, auch diese Vernetzungsmöglichkeit mit der Nachbarschaft zu erproben.

Nach diesen drei Projektjahren sollte mehr bleiben als viel Papier, Fototermine mit Politikern/Politikerinnen (siehe „sALTo“-Projekt im „Triesterviertel“) und ein/e „Gesundheitsbeauftragte/r“. „Er/sie würde von den meisten Ärzten/Ärztinnen nur als weitere bürokratische Instanz wahrgenommen werden.“ (Aus dem Gespräch mit einem praktischen Arzt, der schon viele Jahre im 10.Bezirk tätig ist)

Mit dem selben Thema befasst sich auch mein Beitrag vom Jänner: “Gesunde Grätzln brauchen aktive Ärztinnen und Ärzte”.

….für Wien, für Favoriten und ganz besonders für “Unser Triesterviertel

Umwelt-Stadträtin Ulli Sima und die Wiener Stadtgärten (MA 42) dürfen zu Recht stolz sein auf die Oberflächengestaltung des erneuerten Wasserbehälters beim Wasserturm. Seit der Eröffnung des Wasserspielplatzes am 16.6. erfreuen sich Kinder und deren Eltern an den vielfältigen Angeboten.
Welche vergleichbare Großstadt kann denn sonst noch ihren BewohnerInnen Trinkwasser von solcher Qualität und nun auch in dieser spielerischen Form anbieten? Keine. Davon können uns wir WienerInnen beim Besuch dieses beeindruckenden Wasserspielplatzes überzeugen.

Nun gilt es, dieses wertvolle Freizeitangebot (es hat immerhin ca eine Million Euro an Steuergeldern gekostet) auch möglichst lange in gutem Zustand zu erhalten und es positiv im Bewusstsein der Menschen zu festigen.

Das ist erfahrungsgemäß besonders dann erfolgreich möglich, wenn es gelingt, die Mithilfe von engagierten AnrainerInnen und BesucherInnen ALLER Altersgruppen zu gewinnen. Sie hätten die wichtige Aufgabe, den Kontakt mit den professionellen SpielplatzbetreuerInnen und verantwortlichen Fachleuten bzw. BezirkspolitikerInnen zu suchen. Gemeinsam könnten sie schrittweise ein Regelwerk entwickeln und ständig verbessern, das von möglichst vielen engagierten Menschen unterstützt wird.

ABER: Es müsste ohne parteipolitisch motivierter Bevormundung und ohne wechselseitigem Ausspielen “AnrainerInnen” gegen “BesucherInnen”, „Alte“ gegen „Junge“, „ÖsterreicherInnen“ gegen „AusländerInnen“ u.a. „Spaltkeilen“ unserer Gemeinschaft geschehen!

Den Versuch, eine solche Mitsprachemöglichkeit zu entwickeln, ist dieser Wasserspielplatz beim Wasserturm aus meiner Sicht ganz sicher wert. Er könnte dadurch zu „unserem Wasserspielplatz“ werden.

Neue Formen der Beteiligung sind auch in Wien-Favoriten möglich!

1.Beispiel: Beteiligung in mündlicher Form:

Das BürgerInnen-Beteiligungsmodell „Gablitz“

Über das Internet erfuhr ich 2010 von einem Beteiligungsmodell, das in Gablitz (NÖ) seit 2009 realisiert wird:

Aus dem Gemeindemagazin der „Grünen Liste Gablitz“ vom Nov.2010: „BürgerInnenbeteiligung – Speakerscorner im Gemeinderat. Durch die Initiative der GRÜNEN Liste Gablitz gibt es seit 2009 für die BewohnerInnen von Gablitz die Möglichkeit, Anliegen direkt vor den Gemeinderat zu bringen.Nutzen Sie diese Gelegenheit, wenn Sie etwas zur Sprache bringen wollen, das auf Gemeindeebene gelöst werden kann! Melden Sie sich bitte mindestens 5 Tage vor der Sitzung am Gemeindeamt an. Sie haben dann vor der Tagesordnung der Gemeinderatssitzung 5 Minuten Zeit, um Ihr Problem den versammelten gewählten politischen VertreterInnen direkt vorzutragen. Eventuell ergibt sich danach noch eine Diskussion darüber.“

Mit Sigrid Krakowitzer, der Initiatorin des Gablitzer Beteiligungsmodells, nahm ich Kontakt auf und sie informierte mich am 15.3.2010 über die bisher gemachten Erfahrungen

Damit dieses Modell in adaptierter Form auch in Wien erprobt werden kann, bemühe ich mich seither auf Gemeinde- und Bezirksebene um Unterstützung. Von allen Fraktionen kamen positive Rückmeldungen, auch wenn immer wieder darauf hingewiesen wurde, dass eine Umsetzung des Gablitz-Modells 1:1 in Wien nicht möglich sei. Da müsste zuvor die Wiener Stadtverfassung geändert werden.

Meine guten persönlichen Kontakte zum damaligen FPÖ-Klubobmann und nunmehrigen Bezirksvorsteherstellvertreter Michael Mrkvicka führten dazu, dass sich dieser besonders stark für eine Erprobung des „Gablitz-Modells“ in Favoriten einsetzte. Leider hatte er nicht so viel Geduld wie die damalige „Grüne“ Gemeinderätin Krakowitzer in Gablitz. Sie erreichte nach einem Jahr Überzeugungsarbeit, dass 2009 alle Fraktionen der Erprobung auf ein Jahr zustimmten. Der Antrag von BVStv.Mrkvicka wurde am 2.3. aus formalen Gründen gar nicht zugelassen, weil ein „Gablitz-Modell“ auf Grund der aktuellen Stadtverfassung in Wien gar nicht möglich ist.

Am 10.5. fand ein konstruktives Gespräch mit dem Referenten für Bürgerbeteiligung im Büro von VizeBgmin Maria Vassilakou statt. Frau Krakowitzer und ich bemühten uns sehr, die Unterstützung von DI Irsa zu gewinnen. Entscheidend sind zwei Faktoren: Eine Änderung der Wiener Stadtverfassung und die Zustimmung des Bezirks.
Frau Krakowitzer und ich schlagen daher als nächsten Schritt einen öffentlichen „Runden Tisch“ vor, bei dem über die Voraussetzungen für eine Umsetzung des Gablitz-Modells in Favoriten gesprochen werden kann.

2.Beispiel: Beteiligung mit Hilfe des Internets:*)

Projekt „Unser Triesterviertel – Orte erzählen“

Die BewohnerInnen eines Wohngebietes sind oft auch ExpertInnen, wenn es um die Geschichte ihres Grätzls geht. Das Internet bietet neue Möglichkeiten, dieses gemeinsame Wissen auch öffentlich zu machen. Das ist ein zentrales Ziel des Projektes „Unser Triesterviertel- Orte erzählen“.

Nach zweieinhalb Jahren Vorbereitungszeit konnten am 24.5. die beiden ersten Informationstafeln des Projektes endlich präsentiert werden. Diese Zeit war vermutlich auch deshalb nötig, weil die beteiligten Einrichtungen noch keine vergleichbaren Erfahrungen bezüglich Zusammenarbeit gemacht hatten. Als sehr erfreulich betrachte ich die Tatsache, dass auch führende BezirkspolitikerInnen von SPÖ, FPÖ und ÖVP unserer Einladung zur Teilnahme an der Präsentation gefolgt sind.

Rechtsträger des Projektes ist der private Verein „triesterviertel.at“, der nur aus einem „Vorstand“ von drei Personen (DI Jürgen Greiner, Helga und Fritz Endl) besteht und keine Mitglieder hat. Unterstützt wurden wir bei diesem Projekt von drei weiteren ehrenamtlich tätigen Personen.

Als Projekt-Fachberatung ehrenamtlich tätig sind zwar auch die Leiterin und ein Mitarbeiter des Bezirksmuseums Favoriten, aber eine so enge Zusammenarbeit mit einem privaten Verein fand im Rahmen ihrer bisherigen Tätigkeit vermutlich erstmals statt.

Noch ungewöhnlicher ist es wahrscheinlich, dass die „Gebietsbetreuung Stadterneuerung“ als zweite beratende Einrichtung für dieses Projekt gewonnen werden konnte. Denn sie ist noch stärker als das Bezirksmuseum einem öffentlichen und von Steuergeldern finanzierten Auftrag verpflichtet.

Umso mehr freut es uns alle, dass nun trotz mancher Schwierigkeiten die ersten Informationstafeln an zwei “grätzlhistorischen” Standorten präsentiert werden konnten und mit Sicherheit bald weitere folgen werden.

*) Die “Dorfwiki”-Internetseite “www.triesterviertel.at” gibt es seit 2007 auf Grund einer Einladung des Wiener Soziologen Franz Nahrada, Geschäftsführer von GIVE (“Forschungsgesellschaft Labor für Globale Dörfer”). Die gesamte Dorfwiki-Seite wird auch technisch ehrenamtlich betreut. GIVE sucht dringend Sponsoren!

….ohne sich besonders anstrengen zu müssen.

Seit Jänner dieses Jahres warte ich auf eine Antwort von Frau Vizebürgermeister Vassilakou auf meine Frage, ob nicht auch in Wien ein Beteiligungsmodell wie in der Gemeinde Gablitz (NÖ) erprobt werden könnte. (Näheres dazu)

Kürzlich bekam ich von deren Büroleiterin Claudia Smolik als Antwort auf ein weiteres Erinnerungsmail: „Ich muss Ihnen mitteilen, dass der für BürgerInnenbeteiligung zuständige Referent in unserem Büro seit Beginn Februar im Krankenstand ist und ihr Anliegen aus diesem Grund noch nicht beantwortet wurde. Ich bitte Sie um ihr Verständnis“

Mir fehlt das Verständnis und ich schrieb unter anderem zurück: „Da kann man nur froh sein, dass dieser Mensch nicht für das Nachdenken in Bereichen wie z.B. Katastrophenschutz zuständig ist.“ und stellte die eher rhetorisch gemeinte Frage: „Wer ist eigentlich bei den Wiener “Grünen” für das Thema “Katastrophenschutz bei den nächsten Wahlen” zuständig?“ (Näheres dazu)

Welchen Hintergrund könnte dieses Nichtreagieren der Grünen aber haben, wenn ich den „kranken Referenten“ nicht als wahren Grund akzeptieren kann?

Eine Erklärung könnte sein, dass sowohl die FPÖ als auch die Grünen von der Angst der Wähler_innen profitieren, ohne entsprechende Anstrengungen und Erfolge aufweisen zu müssen.
Die FPÖ macht das in bekannter Weise, indem sie Ängste gegen „Fremde“ schürt und sich als „Heimatpartei“ präsentiert. Und als Folge der Atom-Katastrophe in Japan wenden sich nun viele Wähler_innen den Grünen aus Angst vor weiteren Atomkatastrophen zu.
(Siehe letzte Wahlen in Deutschland).

Die Frage nach dem „Katastrophenschutz der Grünen vor den nächsten Wahlen“ wird vermutlich von deren Strategen/Strateginnen mit Gelassenheit hingenommen werden können. Sie brauchen sich daher leider auch nicht im Bereich „Bürger_innen-Beteiligung“ sehr anstrengen, fürchte ich nach dem letzten „kranken Referenten“- eMail von Claudia Smolik. Die wichtigste Wähler_innen-Gruppe der „Grünen“ wohnt außerdem nicht im 10.Bezirk. „Bildungsbürger_innen“ brauchen die mündliche Mitbeteiligungsmöglichkeit, wie sie im Gablitz-Modell vorgesehen ist, weniger als Menschen, die im Schriftverkehr unsicher sind.

Und was haben denn SPÖ und Grüne in Favoriten gemeinsam?

Frau Smolik ist nicht nur Büroleiterin von Frau Vizebürgemeister Vassilakou, sondern auch Chefredakteurin von „wienDIREKT“ und schreibt im Editorial der März-Ausgabe unter anderem: „Auch auf der Bezirksebene gelangen derzeit die ersten gemeinsamen Projekte zur Umsetzung. Wir wollen jedoch nicht verheimlichen, dass in manchen Bezirken kein Umdenken im Verhalten der SPÖ gegenüber den Grünen festzustellen ist.“

Dass Favoriten einer dieser „manchen Bezirke“ ist, steht aus meiner Sicht als interessierter Bewohner so gut wie fest, aber ich stelle auch hier Fragen: 1.Kann diese neue Form der Kooperation nur so einseitig gesehen werden? 2. Gibt es denn ein Umdenken im Verhalten der Favoritner Grünen gegenüber der SPÖ?

Aus meiner Sicht (ich war früher häufig Besucher dieser Sitzungen) kam ich zur Erkenntnis: Seit es „Grüne“ Bezirksräte/rätinnen in der Favoritner Bezirksvertretung gibt, sind sie gegenüber den Sozialdemokraten viel zu oft als überhebliche „Besserwisser“ aufgetreten. Der derzeit tätige Grüne Klubvorsitzende Georg Prack hat sich auch auf seiner Webseite in dieser Weise profiliert, was ihm vermutlich zur jetzigen Funktion verholfen hat. Als ein kleines Beispiel dieser Grundhaltung gegenüber SPÖ-PolitikerInnen der Beginn seines Blog-Beitrages vom 11.5.2010: „Dummheit ist bekanntlich eine Bewegung, der sich Jede/r anschließen kann. Einige Wiener SozialdemokratInnen sind gerade dabei diese Bewegung mit geradezu herausragendem Elan zu verstärken.“ (Aus: Weblog Prack) Gibt es bei ihm ein glaubwürdiges Umdenken?

Sosehr ich kritisch bis ablehnend gegenüber vielen Favoritner SPÖ-Funktionären/Funktionärinnen bin, könnte ich SPÖ-Bezirksräte/rätinnen sehr gut verstehen, wenn bei solch überheblich agierenden „Partnern“, die nun mit ihnen „von oben angeordnet“ kooperieren müssen, ein Umdenken schwer fallen sollte.

Diesen Ausspruch hörte ich vor einigen Tagen in einem Bericht von einer Demonstration in Deutschland gegen Atomkraftwerke. Das erinnert mich an meinen ersten Text in diesem „Gedankenbuch“ vom 10.6.2009 unter dem etwas pathetisch klingenden Titel „Großeltern aller Länder vereinigt euch!“ unter einem Foto mit unseren beiden Enkerln Miriam und Livia.

In dieser Zeit bin ich zu einer „Sommerakademie“ nach Magdeburg (Deutschland,Sachsen-Anhalt) eingeladen worden, um über meine Bemühungen im „Triesterviertel“ zu berichten. Als Motto dieser Tagung stand ein Text aus der Ottawa-Charta zur Gesundheitsförderung der WHO: „Gesundheit wird von Menschen in ihrer alltäglichen Umwelt geschaffen und gelebt: dort, wo sie spielen, lernen, arbeiten und lieben“.

Ich schrieb in der Vorstellung zu meiner Person und meiner Motivation unter anderem:

„Seit meiner Frühpensionierung als Hauptschullehrer 1990 bemühe ich darum, in meinem Wohngrätzl “Triesterviertel” im 10.Wiener Gemeindebezirk durch vertrauensbildende Vernetzungsarbeit das zivilgesellschaftliche Potenzial zu stärken. Besonders motiviert bin ich, seit ich als Großvater unsere beiden Enkerln Miriam (Jg.2005) und Livia (Jg.2007) „begleiten“ darf. Sie werden mich vielleicht einmal fragen: „Was hast du dazu beigetragen, dass wir gesund leben können?“

Nach dem Unfalltod unseres jüngeren Sohnes Gerhard im Jahr 1985 (Er wäre heute, am 29.3.2011, vierzig Jahre alt geworden) habe ich in der Selbsthilfegruppe „Trauernde Eltern“ erfahren, wie hilfreich es ist, mit Menschen zusammen zu kommen, die ein ähnliches Schicksal teilen. Ich bemühte ich mich aber vergeblich um wirksame Unterstützung der Stadtverwaltung beim Aufbau einer Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen in Wien-Favoriten. 2005 wurde die Plattform „MACH MIT! im Triesterviertel“ gegründet, um über „Selbsthilfegruppen“ hinaus auch die Entwicklung von Nachbarschaftshilfe und BürgerInnen-Initiativen zu fördern. Seit 2007 wird die Plattform durch das „Dorfwiki“-Webforum www.triesterviertel.at präsentiert. Trotz mancher Aktivitäten und der Unterstützung durch Medien fehlt noch immer eine breitere Unterstützung jener hier lebender Menschen, die nicht in politischen Parteien und Kirchen engagiert sind. Diese Einrichtungen neigen meiner Erfahrung nach leider zur Abschottung und „Freund-Feind“-Denken und sind zivilgesellschaftlich offenen und transparenten Initiativen gegenüber eher misstrauisch bis ablehnend.

Derzeit kehre ich zunehmend zu meinen positiven Erfahrungen in der Selbsthilfegruppe zurück: Denn Tatsache ist, dass ich mir zwar Sorgen mache um die Zukunft unserer beiden Enkerln! Aber zumindest bei uns Großeltern sollte doch den eigenen Enkerln zuliebe auch die Bereitschaft zum Engagement im Sinne einer zukunftsfähigen Entwicklung unseres Planeten vorhanden sein. Eine globale „Großeltern-Selbsthilfegruppe“ ist gefragt oder etwas „historischer“: „Großeltern aller Länder vereinigt euch”…..und dazu aus aktuellem Anlass….”besonders im Einsatz für erneuerbare Energiequellen”

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