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Archive for Januar 2011

1993 habe ich versucht, mit Unterstützung des praktischen Arztes Dr.Helmuth Grohs und dessen Ordinationshilfe eine „Behinderten- und Seniorenbetreuung“ im „Triesterviertel“ aufzubauen. Im entscheidenden Gespräch mit einem leitenden Mitarbeiter des damaligen Gesundheitsstadtrates Dr.Rieder wurden wir fast hinausgeworfen, weil unser Anliegen durch die Unterstützung des niedergelassenen Allgemeinmediziners angeblich „hochpolitisch“ sei. Ich richtete daraufhin am 27.5. 1993 das folgende Schreiben an die Mitglieder von zwei Gemeinderatsausschüssen (Gesundheit und Soziales), das leider ohne Antwort blieb:

Sehr geehrte Damen und Herren!

Um Sie mit unserer Initiative „Soziale Altenbetreuung beim praktischen Arzt“ und dem damit verbundenen Ersuchen um Unterstützung vertraut zu machen, ersuche ich Sie, den beiliegenden Ausdruck des Briefes an Stadtrat Dr.Rieder zu lesen. Eine Kopie des Antwortschreibens lege ich ebenfalls bei.
Am etwa einstündigen Gespräch mit Dr.Leitner am 17.3. nahmen neben Frau Albine Sulyok und mir als Proponenten des Trägervereins „Grätzl-Punkt Rosa Jochmann“ (Konzept liegt bei) auch Dr.Helmuth Grohs teil. Er hatte sich bereit erklärt, dem Verein als „Starthilfe“ kostenlos für einige Wochenstunden einen Raum in seiner Ordination als Büro zur Verfügung zu stellen.

Ergebnis des durch Dr.Leitner abgebrochenen Gespräches war, dass unsere Initiative durch die MA47 n i c h t unterstützt wird. Warum? Dr.Leitner: „Weil sie durch die Teilnahme von Dr.Grohs hochpolitisch geworden ist. Weil dann ja allen anderen niedergelassenen Wiener Ärzten ebenfalls eine solche Unterstützung gewährt werden müsste. Und das würden wir sowohl finanziell als auch politisch nicht durchstehen.“

Wir vom „Grätzl-Punkt Rosa Jochmann“ können dieser Argumentation nicht folgen:

• Eine konstruktive, als Ergänzung zu den vorhandenen Einrichtungen auch von den zuständigen Magistratsstellen des 10.Bezirks („Regionalteam“) unbestrittene, sinnvolle und notwendige Initiative darf deshalb nicht einmal versucht werden, weil sie erfolgreich sein könnte!
• Das Konzept des „Grätzl-Punktes Rosa Jochmann“ allgemein und die Initiative „Senioren- und Behindertenbetreuung beim Arzt“ im Speziellen geht weitgehend konform mit den Intentionen der bundesweit geplanten „Integrierten Gesundheits- und Sozialsprengel“.
• Seitens der Ärztekammer für Wien bestehen keine Einwände gegenüber dieser Initiative.

Da nun laut Aussage von Dr.Leitner unsere „kleine Initiative hochpolitisch“ ist, ersuchen wir Sie als Mitglied eines zuständigen Gemeinderatausschusses um Ihre Meinung als politische/r Mandatar/in. Falls Sie unseren Beitrag so wie wir als einen sinnvollen und erprobenswerten Versuch in die richtige Richtung betrachten, so ersuchen wir Sie um Ihre Unterstützung innerhalb der zuständigen Gremien.“

1997 unterstützten Dr. Grohs und Dr.Stiedl, ein weiterer praktischer Arzt im „Triesterviertel“, (leider erfolglos) die Bewerbung des „Grätzl-Punkt Rosa Jochmann“ für einen „Gesundheitspreis der Stadt Wien

Es gibt seit 1999 kein „Grätzl-Punkt“- Büro mehr und unser Verein heißt nun „triesterviertel.at“, aber das Thema „Gesundheit“ und die Bedeutung der praktischen Ärztinnen und Ärzte für „Gesunde Grätzln“ sind wichtiger denn je.

Ärztinnen und Ärzte genießen zu Recht das nötige Vertrauen ihrer Patientinnen und Patienten und sie kennen diese wie kaum andere Personen oder Einrichtungen. Niemand anderer sonst kann unabhängig von Kirchenzugehörigkeit oder politischen Parteien „Türen öffnen“, wenn es z.B. um konkrete Nachbarschaftshilfe geht, wenn es um Projekte mit dem Ziel geht, mehr generationsübergreifendes Miteinander in der Wohnumgebung aufzubauen wie z.B. einen Oma-Dienst oder Telefonringe.

Sie sollten dabei unterstützt werden von den zuständigen Entscheidungsträgern in Politik, Kammern und Verwaltung.

PS: Anmerkung zu einer aktuellen Inititiative der „Wiener Gesundheitsförderung„:

Bis Oktober 2013 wird es im 10.Bezirk unter dem Titel „Gesundes Favoriten“ eine große Anzahl von Aktivitäten im Gesundheitsbereich geben. Das „Gesunde Grätzl“ ist ebenfalls ein Schwerpunkt. Die Zielvorstellungen klingen jedenfalls schön. Ob daraus mehr als mediengerechte „Bühnen“ für Politiker_innen werden bleibt abzuwarten. Die Erfahrungen mit dem „spurenlosen“ sALTo-Projekt im „Triesterviertel“ stimmen jedenfalls nicht allzu optimistisch.
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