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Beeindruckende Erinnerungen an drei Generationen der Favoritner Arbeiterfamilie Sokopp

…………………………Bucheng.100-Buch

„Buchengasse 100“ ist sicher keine „leichte Sommerlektüre“, aber die „lebendigste Schilderung“ vom Kampf einer Favoritner Arbeiterfamilie gegen soziale Ungerechtigkeiten, die ich je gelesen habe. Zu verdanken ist das der „Chronistin“ Oswalda Tonka (1923-1999), ältere Tochter von Jakob und Steffi Sokopp und Enkerl von Jakob und Marianne Sokopp. Und schließlich auch der älteren Tochter von „Ossi“ Tonka, Gitta, die deren Aufzeichnungen kürzlich als Buch herausbrachte.

………………………………………Bucheng.100

Das Haus Buchengasse 100 heute in Richtung Triesterstraße. Im Hintergrund das Gebäude der „Gebietsbetreuung Stadterneuerung 10“, Eingang Quellenstr.149.

Sowohl die genaue Beschreibung des oft mühevollen Alltags der Menschen am Rande Wiens (und der „Gesellschaft“) als auch des jeweiligen historischen Rahmens aus der Sicht einer klugen, neugierigen und selbstbewussten Favoritnerin sind – auch im Sommer – lesenswert.  Aber besonders beeindruckte mich das persönliche und konsequente Engagement von drei Sokopp-Generationen im Kampf um mehr soziale Gerechtigkeit, trotz schwerster politischer Repressionen und Schicksalsschläge.

Als Ossi  1944 vor die Wahl gestellt wurde, entweder als Deserteurin hingerichtet zu werden oder die Widerstandskämpfer in Slowenien zu unterstützen, entschied sie sich in konsequenter „Sokopp-Tradition“  für den ebenfalls lebensgefährlichen Einsatz für eine gerechtere Gesellschaftsordnun.

Dieses Buch ist ein würdiges literarisches „Denkmal“, sowohl für die beschriebenen drei Generationen  „Sokopp“ und deren Umfeld, aber ganz besonders für Ossy Sokopp, der mutigen Kämpferin für eine gerechtere Gesellschaft.

………………………………………….Oswalda

………….Foto vom Personalausweis bei den Partisanen am 15.3.1945

Oder mit den Worten des Promedia Verlags auf der Buchrückseite: „Buchengasse 100 ist ein Meisterwerk zur österreichischen Arbeitergeschichte, literarisch anspruchsvoll, packend erzählt und historisch detailgetreu. Die Sokopp-Tonkas waren über 100 Jahre lang an zeitgeschichtlichen Brennpunkten zugegen.“

Einerseits vermittelte mir das Buch am Beispiel der Familien Sokopp einen gut lesbaren und nachvollziehbaren Eindruck vom Alltag der Favortiner Arbeiter/Arbeiterinnen bzw. der Arbeiterbewegung insgesamt und deren in relativ kurzer Zeit realisierten Errungenschaften besonders im „Roten Wien“. Und auch von deren politischen Bekämpfung und Auslöschung durch den klerikalen Austrofaschismus unter Dollfuß und dem darauf aufbauenden Terror des Nationalsozialismus.

Aber andererseits erfüllt es mich auch mit Wut, wenn die maßgeblichen Funktionäre/Funktionärinnen auch der Favoritner SPÖ nach wie vor keine glaubwürdige und vorbildliche Orientierung (siehe Sokopp) vermitteln können und damit der nötige Zusammenhalt wie z.B. am Anfang des vorigen Jahrhunderts verloren gegangen ist. Die FPÖ u.a. freut´s.

Frühere „Gedanken“-Beiträge seit 2009 vor allem zum Thema „Favoritner Bezirkspolitik“:

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Robert Misik´s Buch „Gott behüte!“ aus dem Jahr 2008 ist leider aktueller denn je.

Bei meinen Bemühungen, mich auch bei nachbarschaftlichen Aktivitäten an globalen Zusammenhängen zu orientieren, stieß ich unlängst auf dieses Taschenbuch. (1.Auflage 2010 im Aufbau Verlag)

…………………………….Misik-Gott

Robert Misik (Jg.1966) ist Journalist & Sachbuchautor und betreibt u.a. den Blog http://misik.at/. Er lebt und arbeitet in Wien. „2009 erhielt Misik den Österreichischen Staatspreis für Kulturpublizistik und 2010 wurde er von der Zeitschrift „Der Österreichische Journalist“ als „Journalist des Jahres“ in der Kategorie Online ausgezeichnet….Robert Misik plädiert entschieden dafür, religiöse Identitäten aus den politischen Kontroversen herauszuhalten. Ein Schwerpunkt seines Interesses in diesem Zusammenhang stellt der Islam dar.“ (aus Wikipedia)

Wieviele Muslime/Musliminnen leben im „Triesterviertel“? Von den ca 187 000 Menschen im 10.Bezirk haben ca 30 % keine österreichische Staatsbürgerschaft. („Statistisches Jahrbuch der Stadt Wien -2014“) Genauere Zahlen zur Religion und speziell zum „Triesterviertel“ sind mir derzeit nicht bekannt. Es ist aber davon auszugehen, dass die Gruppe der hier lebenden Menschen mit muslimischem Glaubensbekenntnis mindestens 30 % beträgt, das wären 3-5 000 (von 10-15 000) Personen.

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Robert Misik richtet seine Kritik vor allem an die drei monotheistischen Religionen, die jüdische, die christliche und die muslimische. Er fasst sie am Schluss des Buches folgendermaßen zusammen:

„Es soll nicht bestritten werden, dass Religiosität auch positive Auswirkungen haben kann, weil sie zum Zusammengehörigkeitsgefühl zwischen Menschen beitragen und Solidarität stiften kann und weil sich bisweilen ein Gläubiger für seine Mitbürger in einem Ausmaß engagiert, das er vielleicht nicht an den Tag legen würde, meinte er nicht, dass ein Gott dies von ihm verlangte.
Diesem Nutzen stehen aber doch viel größere Nachteile gegenüber:
Religion neurotisiert. Sie hetzt die Menschen gegeneinander auf. Sie pflanzt gesunden Kindern die Idee der Sünde in den Kopf. Sie verleitet dazu, im Nachbarn den verderbten Ungläubigen zu sehen. Sie bringt Männerdazu, Frauen als sexualisierte Hexen wahrzunehmen. Sie verleitet dazu, Unrecht zu respektieren, das nie toleriert würde, wenn es nicht den Adel des Spirituellen hätte. Sie macht aus gefährlichen Konflikten brandgefährliche Konflikte, bei denen sich dann schnell „Wir“ und „Sie“ unversöhnlich gegenüberstehen. Im Namen der Religion dürfen die obskursten Dinge verbreitet werden, und wer diese Narreteien Narreteien nennt, der hat das Stigma des Intoleranten.
Die Religion – eine Sinnressource? Eher eine Unsinnressource. Gott schütze uns vor der Renaissance der Religionen.“ (Hervorhebungen FE)

Für mich sind diese Informationen aus dem Jahr 2008 aufklärend im besten Sinn. Angesichts der Medienberichte über Menschen, die sich wieder einmal auf eine große Religion berufen, um ihre Verbrechen zu rechtfertigen, sind sie von trauriger Aktualität.

Im aktuellen Projekt „Von der Nachbarschaft zur Gemeinschaft“ bemüht sich unser kleiner Verein „triesterviertel.at“ seit Dezember 2014 um einen Dialog mit ATIB („Türkisch-islamische Union für kulturelle und soziale Zusammenarbeit in Österreich“, 1100, Gudrunstr.189) und der christlichen „Evangeliumsgemeinschaft“ (1100, Quellenstr.156).

Das Buch „Gott behüte!“ bestärkt mich darin, diese guten Kontakte fortzusetzen und möglichst auszubauen. Denn wir sind Nachbarn/Nachbarinnen im „Triesterviertel“ und wollen hier weiterhin gemeinsam im Frieden leben.

Dazu auch frühere WordPress-Beiträge:

* Die Osmanen sind jetzt unsere Nachbarn
* Die ATIB-Zentrale, ein guter Nachbar vom Triesterviertel?
* Phönix Realgymnasium Spacelab und Interface

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….und es gibt gute Gründe, dafür auch dankbar zu sein.

Am 27.12. wurde im „Kurier“ ein Gespräch mit dem ehemaligen ÖVP-Vizekanzler Erhard Busek zum Islamgesetz veröffentlicht.

Einverstanden bin ich mit seiner Antwort zum geplanten Finanzierungsverbot vom Ausland: „Ich halte das für einen blühenden Unsinn, weil dann müssten sie auch die protestantische Kirche in Österreich zusperren.“

Das ist jedoch überhaupt nicht der Fall mit seiner Antwort auf die letzte Frage, ob er „Einblick in die Islamische Glaubensgemeinschaft“ habe: „Bei der Islamischen Glaubensgemeinschaft handelt es sich um eine sehr heterogene Gruppe, deren Herkunft und politische Ansichten sehr unterschiedlich sind. Der türkische Bereich ist unter starkem Kommando der Regierung in Ankara. Das hat mit der Erdoğan-Vision vom großosmanischen Reich zu tun, der überall, wo Türken sind, bestimmen will.“ (Hervorhebungen FE)

Vor allem mit einer so schnoddrig-provozierenden Äußerung bedient der „bekennende Katholik“ meiner Ansicht nach auch in Österreich genau jene „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ ( PEGIDA) die derzeit in Deutschland zu Tausenden auf die Straßen gehen.

So kritisch und oft ablehnend ich in den Medien die Aktivitäten des türkischen Präsidenten verfolge, lehne ich auch solche unzulässig vereinfachenden Behauptungen aus diesem Grund vehement ab.

Sie „provozierten“ mich aber zumindest, hier über die seit 1980 gemachten Erfahrungen in unserem Wohnhaus Zur Spinnerin 2 im 10.Bezirk zu schreiben.

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Hier leben ebenfalls Familien, deren Eltern Anfang der 70-er-Jahre als „Gastarbeiter“ aus der Türkei gekommen sind und die Präsident Erdogan z.B. bei seiner Wahlreise durch Europa als Politiker vermutlich ansprechen wollte, um ihnen Respekt für ihre Leistungen zu zollen. Was sollte das mit einer „Vision vom großosmanischen Reich“ zu tun haben? Da müsste gerade ein christlicher Politiker im Wissen um Kreuzzüge und mörderischen Eroberungen mit Schwert und Kreuz etwas vorsichtiger sein. (PEGIDA lässt grüßen!)

Diese „Gastarbeiter“-Familien verdienten bekanntermaßen das Geld unter schwierigsten Bedingungen bei Arbeiten, die Österreicher oft nicht machen wollten. Sowohl die anwerbenden staatlichen Stellen als aus die Betroffenen selber nahmen ja damals noch an, dass sie wieder in ihre Heimat zurückkehren würden, aber: „Man hat Arbeitskräfte gerufen, und es kamen Menschen.“ (Max Frisch)

22.4.2004
Auch in unserem Haus wohnten/wohnen Familien auf relativ engen Verhältnissen, die wir uns nicht vorstellen konnten in unserer großen Wohnung.

Hoffest 23.5.03
Aber unsere „lebendige Hausgemeinschaft“ erinnerte mich an jene Jahre in der „Zimmer-Küche-Kabinett“-Wohnung im 15.Bezirk, in der ich ab 1945 die Kindheit verbracht hatte, mit Klo und Wasser am Gang. Das hat uns – freiwillig und unfreiwillig – verbunden.

Seit 2007 ist unser Haus vom Keller bis zum Dach „sockelsaniert“ und mit einem Aufzug ausgestattet. Unsere Hausgemeinschaft hatte erfolgreich „um unsere Hütt´n“ (eine Mieterin) gekämpft und das „Österreichische Siedlungswerk“ als neuen Eigentümer gewinnen können. (Übrigens durch Vermittlung von Büroleiter Josef Ostermayer des damaligen Wohnbaustadtrates Werner Faymann.)

13.1.2007
Wenn es um nachbarschaftliche Hilfsbereitschaft oder um Angelegenheiten der Hausgemeinschaft ging und geht (wie z.B. beim Anstreichen unseres Stiegenhauses), waren und sind es immer wieder und oft an erster Stelle jene BewohnerInnen unseres Hauses, deren Eltern bzw. Großeltern aus der Türkei zu uns gekommen sind.

Sie haben auch – oft unter gesundheitsschädigenden Bedingungen – wesentlich zum Wohlstand in Österreich beitragen und dafür bin ich ihnen sehr dankbar!
Die Eltern unseres Nachbarn sind etwa in unserem Alter. Sie erholen sich nun hauptsächlich in ihrer türkischen Heimat und können nur mehr ab und zu ihre geliebten Kinder und Enkerln besuchen. Diese sind inzwischen fest verwurzelt in Wien und fahren nur mehr „auf Urlaub“ in die Türkei.

Fazit:
Busek´s Behauptung einer „Erdoğan-Vision vom großosmanischen Reich, der überall, wo Türken sind, bestimmen will“ halte ich ebenfalls „für einen blühenden Unsinn“.
Präsident Erdogan ist Politiker, wie es Erhard Busek einmal gewesen ist. Er möchte vermutlich auch im Ausland seinen potentiellen Wählern/Wählerinnen das Gefühl vermitteln, dass er sie versteht, respektiert und schätzt…und sie ihn auch wählen mögen.

18.6.2004
Wünschenswert wäre es, wenn das auch Österreichs (Ex-)PolitikerInnen verstärkt schaffen würden, so wie wir Nachbarn/Nachbarinnen im Favoritner Wohnhaus Zur Spinnerin 2.
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1. Beitrag 22.11.2014

Die „Mustertheorie“ im „Triesterviertel“?

Plan TV-

1.2.2015:
Wurde von 251 eingereichten Ideen schließlich auf Platz 29 gereiht.

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2.Beitrag 28.11.2014

„Muslime sind unsere Nachbarn – reden wir respektvoll miteinander“

Einladung für den 19.12.2014

Atib Logo 100TV-Logo 100

1.2.2015:
Wurde von 251 eingereichten Ideen schließlich auf Platz 57 gereiht.

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Auch unser „Triesterviertel“ könnte zu einem „Ort der Lebendigkeit“ werden, wenn es mehr Kontaktmöglichkeiten zwischen uns Bewohnern/Bewohnerinnen geben würde.

Zum Thema „Einsam in der Großstadt“ war vor über dreißig Jahren (2.11.1983) im „Kurier“ zu lesen:

„In Österreich ist die Selbsthilfe bis jetzt selten. Sie hat kaum Tradition. Bei „Nachbarschaftshilfe“ denken wir eher an Schwarzarbeit. Weniger an praktischer Solidarität im Alltag. Lieber zahlen wir Steuern. Wir hoffen auf das Funktionieren des Sozialstaates. Wo diesem das Geld fehlt oder wo er versagt, neigen wir als Betroffene zu Selbstmitleid; als Nichtbetroffene zur Verdrängung. Bestenfalls wird geschimpft. Dabei könnten Eltern dort, wo es an Kindergärten mangelt, selber Kindergruppen und Tagesmütter organisieren. Dabei könnten wir alten Leuten, denen die Kraft zum Kohletragen fehlt, als Nachbarn einheizen. Statt sie ins Pflegeheim zu schicken. Wir könnten…..Aber wir betrachten es schon als Zumutung, wenn uns im Stiegenhaus oder auf der Straße jemand anspricht.“

Abgesehen vom „Kohletragen“ ist die Botschaft des Beitrages aktueller denn je: Wir Menschen in der Stadt werden zunehmend einsamer, werden immer mehr zu passiven Konsumenten (von Waren und Unterhaltung).

Wir verlieren immer mehr den Glauben daran, dass jeder Einzelne/jede Einzelne aktiv mitwirken kann und soll. Über mögliche Ursachen – weniger Sozialkontakte im Wohnhaus und in der Nachbarschaft, Fernsehen, Internet usw. – besteht weitgehend Einigkeit.

Schwieriger wird es aber, wenn es um Maßnahmen geht, die diesen Trend zur Isolierung wenigstens verlangsamen könnten. Massenereignisse wie Fußballweltmeisterschaften oder das Donauinselfest verstärken nur die folgende Einsamkeit in der eigenen Wohnung vor dem Fernseher.

Einsam in Großstadt 83

Als mich der oben zitierte „Kurier“-Text dazu veranlasste, um mittels kopierten Infoblättern MitbewohnerInnen aus der Nachbarschaft zu gemeinsamen Aktivitäten gegen die „Einsamkeit in der Großstadt“ einzuladen, war ich im 42. Lebensjahr. Inzwischen, nach über dreißig Jahren Bemühungen als „Grätzlaktivist“ im „Triesterviertel“, benütze ich auch das Internet, um MitbewohnerInnen an unsere Mitverantwortung an der Entwicklung unseres Grätzls zu erinnern.

Die besten Erfahrungen bezüglich Beteiligung an Grätzlanliegen konnten wir machen,

1. wenn sich BewohnerInnen direkt von einer Sache betroffen fühlen:

Almeta-Alteisen-Firma (Bucheng.163, 1982-84), Tarbuk-Altölverbrennungsanlage (Davidg.90, 1989), Drohender Abriss der Lucina (Knöllg.20-24, 2005), Postamtschließung (Hatdtmuthg.139, 2011), Ampelanlage Gußriegelstraße/Davidgasse (2011/12), Umwidmung bei den beiden Schulen (Knöllg.59 und 61, 2013) usw.

2. wenn die Bedürfnisse von Kindern im Mittelpunkt stehen:

Kinder sind „Soziale Brücken“ zwischen den Erwachsenen im Wohnumfeld. Sie und ihre Angehörigen können dadurch wesentlich zu dessen „Lebendigkeit“ beitragen. (Siehe auch) Dabei orientiere ich mich nach Christopher Alexander, dem Begründer der „Mustertheorie„. (Siehe auch)

Aktuell bemüht sich unser Verein „triesterviertel.at“ darum, Kontaktmöglichkeiten zwischen Kindern bis zum Volksschulalter und deren erwachsenen Angehörigen zu verbessern. Derzeit suchen wir Menschen (Väter, Mütter, Omas, Opas…), die uns beim Projekt „Sonntag-Kinderspiele am Hofer-Parkplatz“ unterstützen können.

Kontakt: Fritz Endl, 0650/4814860 mail@triesterviertel.at
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Zu verdanken habe ich den Kontakt einer Einladung in der Kronenzeitung, Lebenserinnerungen aus früheren Jahren einzusenden. Herr Loukotka (Jg 1922) machte das, erzählte von seiner Jugend im Triesterviertel (geboren im Wöchnerinnenheim „Lucina„, aufgewachsen in der Knöllgasse) erhielt aber keine Antwort. Deshalb ersuchte er seine Schwägerin, den Text zu einem Treffen unserer Initiative „Menschen erzählen“ zu bringen.

Schon unser erstes Gespräch am 22.10.2012 habe ich mit einem digitalen Aufnahmegerät festgehalten und ich werde die Gespräche auch aufschreiben. (Als Beispiel das vierte Gespräch vom 18.3.2013) Die glaubwürdig positive Lebenseinstellung von Herrn Loukotka beeindruckt mich nämlich zunehmend.

Anton Loukotka[1] ……………………………………………….(Foto: Privat)

Am 25.7. habe ich Herrn Loukotka inzwischen zum zehnten Mal in dessen Wohnung beim Verteilerkreis am Laaerberg besucht. Die Antwort auf meine Frage „Wie geht es ihnen bei dieser Hitze?“ empfand ich als typisch: „Sehr gut. Im Sommer ist die Wohnung angenehm kühl und im Winter leicht zu wärmen.“

Dabei hätte Anton Loukotka in seinem Leben Anlässe genug gehabt, an der positiven Lebenseinstellung zu zweifeln. Nach einer Verwundung in Russland kam er 1944 beinamputiert nach Wien zurück. Sein geliebter Stiefsohn („Das war schlimmer für mich als der Verlust meines Beines!“) und später der jüngere Bruder sind tragisch und unerwartet verstorben.

Loukotka 2

Als gelernter Kupferschmied konnte Loukotka beinamputiert nicht arbeiten. Es folgte daher eine Umschulung zum Technischen Zeichner bei der Gemeinde Wien und 1947 kam er zur Baupolizei. Nach einer zweijährigen Abendschule wurde er dort 1950 Werkmeister. Anlässlich seiner Pensionierung gab es eine feierliche Verabschiedung mit gebührender Laudatio.

Loukotka 1

Inzwischen hat Anton Loukotka auf mein Ersuchen noch weitere Texte mit Erinnerungen aus seinem Leben verfasst: „Inspektor Zorro„, „Papa Watzinger und sein F.C.Wien„, „Mein Kistenwagerl!„, „Im Böhmischen Prater„, „Fritz, mein Freund!“ und „Schlittschuhlaufen am Ziegelteich„.

Ein Beitrag über ihn ist in der „Favoriten“- Beilage von „Kurier“ und „Krone“ erschienen.

Mir persönlich drängen sich Vergleiche mit dem Lebensweg meines Vaters (Jg.1896) auf. Der kam – 1914 mit Begeisterung nach Russland eingerückt – ebenfalls schwer verletzt zurück (Granatsplitter im Kopf). Nur war er leider einer der zu/vielen deutschnationalen Menschen, die in Adolf Hitler und seinen Geldgebern eine neue Hoffnung sehen und deren Greueltaten „übersehen“ wollten.

Für Anton Loukotka haben die Werbeversuche der Nazis auch deshalb keinen Erfolg gehabt, weil er damals nicht arbeitslos gewesen ist. Sein Arbeitgeber während der Kupferschmied-Lehre war der korrekte Jude Selka, den Toni sosehr geschätzt hatte, dass er spontan ein Hakenkreuz von dessen Geschäftstüre weggewaschen hat. Und was mit der Familie Selka weiter geschah, kann nur vermutet werden: „Der is in 2.Bezirk kommen, er, seine Frau und die Tochter und dann hab i nix mehr von ihnen g´hört. Wahrscheinlich sans ins KZ kommen.“

Mir drängen sich aber auch immer mehr Ähnlichkeiten mit der aktuellen Entwicklung in unserer Gesellschaft auf, national und global. Besonders bei jungen Menschen, die nichts zu verlieren und kaum Hoffnung auf ein „gutes Leben“ hat, haben es Ver-„Führer“ leichter.
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Am 12.10.2010 fand das erste Treffen im Kinderspielraum des „Terrassenhauses“ statt.
Terra-Haus-12.10.10

Damals gab es eine sehr allgemeine „Modellbeschreibung“:

Ziele: Unterstützung vor allem von Familien mit Kleinkindern der Wohnanlage Buchengasse (Bauträger: Heimbau&Eisenhof) und des Kindergartens, aber auch deren Freund_innen und Nachbar_innen. – Fördern der nachbarschaftlichen Kontakte – Konkrete Aktivitäten/Initiativen setzen (z.B. „Wandern mit andern“) Informationen über die in der Nähe befindlichen Gesundheitseinrichtungen, Dienstleistungen, Spielplätze, Einkaufsmöglichkeiten u.a. weitergeben. – Das Projekt beruht auf der Hoffnung, dass besonders kleine Kinder noch keine Kontaktprobleme haben. Durch die Unterstützung des „Kindergartens Buchengasse“ werden auch Familien der angrenzenden Häuser in das Nachbarschaftsprojekt einbezogen, dessen Motto zugleich das Ziel ist: „Nachbarinnen schaffen Nachbarschaften schaffen Nachbarinnen“.

Dieser Text wurde aber erst durch jene Mütter „lebendig“, die nunmehr jeden Dienstagnachmittag zur „Kindergruppe im Terrassenhaus“ einladen.

Als „Spiele-Opa“ nehme ich seit einiger Zeit jeden zweiten Dienstag an den Treffen teil. Mir ist diese Familiengruppe inzwischen „ins Herz gewachsen“. (Seit August 2012 zeichne ich z.B. Fotos von den Geburtstagskindern, ebenso wie ich es bei unsere beiden Enkerln Miriam und Livia seit deren Geburt mache.)

Durch diese Gruppe im Terrassenhaus erlebe ich konkret die Möglichkeit, dass aus Liebe zu Kindern auch die Stadt ihre Anonymität verlieren kann.

Kinder+Fritz 6.12.11

…………………………….Mit Nora, Matteo und Moritz am 6.12.2011

Die Dienstagnachmittage sind für die Mütter der „Kerngruppe“ (derzeit ca sieben mit insgesamt zwölf Kindern) fest eingeplant. Sie finden je nach Witterung im Kinderspielraum oder auf einem der nahen Spielplätze statt und die regelmäßige Teilnahme wird nur selten unterbrochen.

Einstweiliger Höhepunkt dieser nachbarschaftlichen Vernetzung von jungen Familien mit Kleinkindern war das Treffen am 23.4.


Kindergruppe 23.4.13-1

Dabei wurde der zweite Geburtstag von Madeleine und Vinzent gemeinsam gefeiert. Moritz, der große Bruder von Vinzent, kam 2010 mit seiner Mutter als Einjähriger in die Gruppe und im Sommer wird sein vierter Geburtstag gefeiert werden. Kindergruppe 23.4.13-3

………………………………Doppelgeburtstags-Feier am 23.4.2013

Einige Texte, die bisher aus meinen Erfahrungen mit der „Kindergruppe“ entstanden sind:

* Am 29.10.2010: „Gute Sozialpolitik fangt bei Babys an“

* Am 29.1.2011: „Für Kinder wie Eva, Matteo, Moritz und Nora“

* Am 29.9.2011: „Die Kindergruppe Terrassenhaus feiert ihren ersten Geburtstag“

Wir wurden (und sind) besonders beim Thema „Kinder und Hunde“ aktiv:

* „Kinder und Hunde sind nicht gleichwertig“

* „Hunde ohne Leinen machen Kindern und deren Eltern Angst“

Wir bemühen uns um gemeinsame Aktivitäten im „Triesterviertel“:

* „Wandern mit andern“ an „Jedem Freitag um 9 Uhr zum Wienernberg“Wandern 15.6.12

* Wir setzten uns für eine Ampelanlage ein

24.1.12

………………………..Übergabe von 725 Unterschriften am 24.1.2012
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