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Beeindruckende Erinnerungen an drei Generationen der Favoritner Arbeiterfamilie Sokopp

…………………………Bucheng.100-Buch

„Buchengasse 100“ ist sicher keine „leichte Sommerlektüre“, aber die „lebendigste Schilderung“ vom Kampf einer Favoritner Arbeiterfamilie gegen soziale Ungerechtigkeiten, die ich je gelesen habe. Zu verdanken ist das der „Chronistin“ Oswalda Tonka (1923-1999), ältere Tochter von Jakob und Steffi Sokopp und Enkerl von Jakob und Marianne Sokopp. Und schließlich auch der älteren Tochter von „Ossi“ Tonka, Gitta, die deren Aufzeichnungen kürzlich als Buch herausbrachte.

………………………………………Bucheng.100

Das Haus Buchengasse 100 heute in Richtung Triesterstraße. Im Hintergrund das Gebäude der „Gebietsbetreuung Stadterneuerung 10“, Eingang Quellenstr.149.

Sowohl die genaue Beschreibung des oft mühevollen Alltags der Menschen am Rande Wiens (und der „Gesellschaft“) als auch des jeweiligen historischen Rahmens aus der Sicht einer klugen, neugierigen und selbstbewussten Favoritnerin sind – auch im Sommer – lesenswert.  Aber besonders beeindruckte mich das persönliche und konsequente Engagement von drei Sokopp-Generationen im Kampf um mehr soziale Gerechtigkeit, trotz schwerster politischer Repressionen und Schicksalsschläge.

Als Ossi  1944 vor die Wahl gestellt wurde, entweder als Deserteurin hingerichtet zu werden oder die Widerstandskämpfer in Slowenien zu unterstützen, entschied sie sich in konsequenter „Sokopp-Tradition“  für den ebenfalls lebensgefährlichen Einsatz für eine gerechtere Gesellschaftsordnun.

Dieses Buch ist ein würdiges literarisches „Denkmal“, sowohl für die beschriebenen drei Generationen  „Sokopp“ und deren Umfeld, aber ganz besonders für Ossy Sokopp, der mutigen Kämpferin für eine gerechtere Gesellschaft.

………………………………………….Oswalda

………….Foto vom Personalausweis bei den Partisanen am 15.3.1945

Oder mit den Worten des Promedia Verlags auf der Buchrückseite: „Buchengasse 100 ist ein Meisterwerk zur österreichischen Arbeitergeschichte, literarisch anspruchsvoll, packend erzählt und historisch detailgetreu. Die Sokopp-Tonkas waren über 100 Jahre lang an zeitgeschichtlichen Brennpunkten zugegen.“

Einerseits vermittelte mir das Buch am Beispiel der Familien Sokopp einen gut lesbaren und nachvollziehbaren Eindruck vom Alltag der Favortiner Arbeiter/Arbeiterinnen bzw. der Arbeiterbewegung insgesamt und deren in relativ kurzer Zeit realisierten Errungenschaften besonders im „Roten Wien“. Und auch von deren politischen Bekämpfung und Auslöschung durch den klerikalen Austrofaschismus unter Dollfuß und dem darauf aufbauenden Terror des Nationalsozialismus.

Aber andererseits erfüllt es mich auch mit Wut, wenn die maßgeblichen Funktionäre/Funktionärinnen auch der Favoritner SPÖ nach wie vor keine glaubwürdige und vorbildliche Orientierung (siehe Sokopp) vermitteln können und damit der nötige Zusammenhalt wie z.B. am Anfang des vorigen Jahrhunderts verloren gegangen ist. Die FPÖ u.a. freut´s.

Frühere „Gedanken“-Beiträge seit 2009 vor allem zum Thema „Favoritner Bezirkspolitik“:

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Wir hoffen auch dabei auf die Unterstützung durch die „Gebietsbetreuung Stadterneuerung

Geplanter U2-Ausbau

und im Detail:

U2-Ausbau
(Quelle: Österreichisches Institut für Raumplanung)

Aus der Präsentation am 27.6.2014: „Im Rahmen der 5. Ausbaustufe soll die U2-Verlängerung über den Matzleinsdorfer Platz hinaus, die Gußriegelstraße und den Wienerberg erschließend, umgesetzt werden. Dann soll die neue Straßenbahnlinie Wienerbergtangente anschließen, die vorerst als beschleunigte Buslinie geführt werden soll.“

Es wird bis zur Realisierung noch einige Jahre dauern, aber vorbereitende Überlegungen und entsprechende Fragen an die StadtplanerInnen gibt es ab sofort.
Falls die Trassenführung wie vorgesehen über die Gußriegelstraße mit einer Zwischenstation in Höhe Inzersdorferstraße durchgeführt werden sollte, werden während einiger Jahre auch große Teile des „Triesterviertels“ zur U-Bahn-Baustelle. Im Grätzl wird es vielfältige Auswirkungen auf uns BewohnerInnen geben.

Für eine kleine Initiative wie der Plattform „Unser Triesterviertel“ bestehen nur wenige Möglichkeiten einer sinnvollen Einflußnahme auf dieses städteplanerisch bedeutsame Vorhaben.
Unsere Hoffnungen beruhen fast ausschließlich auf der schon bestehenden guten Zusammenarbeit mit Ing.Siegfried Schuller von der Gebietsbetreuung Stadterneuerung. Er unterstützt uns auch schon seit einigen Jahren beim Projekt „Orte erzählen“ glaubwürdig dabei, den Ziele der Gebietsbetreungen im „Triesterviertel“ näher zu kommen:

Aus der Webseite der „Gebietsbetreuung Stadterneuerung“:

„Fokus Partizipation:“

„……Veränderungen im Stadtteil können Unsicherheit, Widerstand oder sogar Konflikte auslösen. Um komplexe städtische Planungs- und Entscheidungshintergründe transparent zu machen, bieten die GB* frühzeitige Information an, vermitteln und moderieren bei Bedarf und tragen damit zu einer gemeinsamen Lösungsfindung bei.

Das Bedürfnis nach Mitbestimmung und Partizipation im Stadtteil steigt. Daher setzen die GB* in großen Stadtteilentwicklungsgebieten auf Stadtteilmanagements.

Den GB* kommen als etablierte Plattform für BürgerInnen, Politik und Verwaltung zunehmend mehr Bedeutung zu. Integrale Stadtteilentwicklung bedarf einer interdisziplinären, prozessorientierten Herangehensweise, die die GB* seit 40 Jahren stetig weiterentwickelt. Zukünftig wird sich in diesem Zusammenhang die Frage stellen, mit welchem Beitrag die GB* angesichts der stetig neuen Herausforderungen und gesellschaftspolitischen Veränderungen aber auch des demographischen Wandels positiven Einfluss nehmen können, um Stadtteile für die wachsende Bevölkerung qualitätsvoll zu entwickeln……“
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Drei zukunftsweisende Jugend-Bildungseinrichtungen sind in unserem „Triesterviertel“ zuhause.

In unserer „Grätzl-Hauptstraße“, der Knöllgasse, haben seit 2007 drei Bildungseinrichtungen für junge Menschen ihre Standorte gefunden, deren positiven Beitrag sowohl für uns BewohnerInnen des „Triesterviertels“ als auch – weil beispielgebend – für ein friedliches Zusammenleben insgesamt nicht genug gewürdigt werden kann.
Seit September 2007 gibt es im ehemaligen „Lucina“-Gebäude in der Knöllg.20-24 das „Phönix-Realgymnasium“, im September 2010 wurde auf Nummer 2 „Spacelab“, ein Bildungs- und Beschäftigungsprojekt für Jugendliche eröffnet und seit wenigen Monaten gibt es auf Nummer 15 das Projekt „Jugend College“ von „Interface“ für zugewanderte Jugendliche.

Im Folgenden werden diese drei Einrichtungen vorgestellt.

Das Phönix-Realgymnasium
Knöllg.20-24 (Ecke Davidgasse)

2008_04_25
…………………………………………25.4.2008

Aus der Webseite:

„Das Phönix-Realgymnasium wurde im September 2007 als nicht-konfessionelle Privatschule in der Form AHS mit Öffentlichkeitsrecht und gesetzlich geregelter Schulartbezeichnung eröffnet. Wir folgen dem österreichischen Lehrplan, haben das Öffentlichkeitsrecht beantragt und bekommen es seit Schulgründung auch jährlich zuerkannt.
In unserem privaten Realgymnasium ermöglichen wir Schülern und Schülerinnen, über leistungsbezogenen Unterricht, gemeinsam etwas zu erreichen, Gemeinsamkeiten zu entdecken und Vorurteile hinter sich zu lassen. Dies spiegelt sich auch in einer intensiven Elternarbeit wieder. Unsere Klassenobergrenze beträgt 20 SchülerInnen, also individuell unterrichtbare Klassen. Unsere Klassen sind sehr modern mit Active-Boards statt normalen Tafeln ausgestattet, um alle modernen Medien im Unterricht einsetzen zu können.“
Phoenix-10.11.07
…………………………………………..10.11.2007

„Wir fördern unsere SchülerInnen individuell und bereiten sie auch für Wettbewerbe vor.
Wir bieten einen verschränkten Unterricht, in dem sich Unterricht, fachspezifische und individuelle Lernzeiten und Freizeiten sinnvoll über den Tag verteilt abwechseln…..
Wir folgen dem österreichischen AHS-Lehrplan und haben im Moment ein nicht-permanentes Öffentlichkeitsrecht, welches jährlich vergeben wird und welches wir seit dem ersten Schuljahr auch verliehen bekommen haben. Mit dem Schuljahr 2015/16 ist die staatliche Frist für den Nachweis der Kontinuität der Schule abgelaufen und wir rechnen dann fix mit dem permanenten Öffentlichkeitsrecht.
Das Schulgeld beträgt derzeit € 330,- pro Monat (12x im Jahr, ohne Essen).“

27.12.2013 Zum aktuellen Machtkampf in der Türkei:

Das Phönix-Institut und das Phönix-Realgymnasium in der Knöllgasse haben ein Naheverhältnis zu Fethulla Gülen, einem türkischen Prediger, der in den USA lebt. Derzeit wird er in vielen Kommentaren zum aktuellen Machtkampf in der Türkei als „Mann im Hintergrund“ betrachtet. Ein Beispiel aus der deutschen „Zeit-Online“ unter der Schlagzeile „Gehirnwäsche im Auftrag des Imam: In der Türkei tobt der Machtkampf zwischen AKP-Chef Erdoğan und Anhängern des Imam Gülen. Die sektenartige Bewegung rekrutiert ihren Nachwuchs auch in Deutschland.“ von Volker Siefert

Von einigen Leserbriefen (Postings) wird dieser Kommentar als politisch links und zu einseitig gegen die Gülen-Bewegung kritisiert. Sie meinen z.B., dass dann auch andere religiöse Gruppierungen als Sekten diffamiert werden könnten.

Jedenfalls werden diese Ereignisse in der Türkei auch Auswirkungen auf die „Phönix“-Bildungseinrichtung bei uns haben. In welche Art, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Ich werde mich jedenfalls weiterhin um den Dialog bemühen.

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Zur Geschichte des Gebäudes:

Das Wöchnerinnenheim „Lucina“ wurde im Jahr 1901 von Kaiser Franz Josef eröffnet. Finanziert durch private Spenden war es eine modellhafte Gesundheitseinrichtung für bedürftige Frauen. Ihnen wurde dadurch ermöglicht, in einer menschenwürdigen Umgebung und unter ärztlicher Aufsicht entbinden zu können. Es war auch Ausbildungsstätte für Wochenbettpflegerinnen und später eine Schule für KrankenpflegerInnen, bevor es 2006 vom „Phönix-Institut“ erworben wurde. Eine „Orte erzählen“-Tafel neben dem Eingang die Triesterviertel-Webseite informieren über die Geschichte dieses Gebäudes. Weitere Bilder vom „Lucina“-Gebäude im Online-Archiv des Triesterviertels
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Spacelab
Knöllg.2 (Ecke Quellenstraße)

Aus der Webseite:
Aktivierung, Berufsorientierung, Zukunftsplanung –

spacelab ist ein niederschwelliges arbeitsmarktpolitisches Angebot für Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 15 und 25 Jahren, die einen erhöhten Bedarf an begleitender Unterstützung bei der Bildungs- und Berufsplanung haben.

Spacelab gibt es an zwei Standorten in Wien: In Strebersdorf im 21. Bezirk und in der Knöllgasse in Wien-Favoriten.

……..6.9.2010

Träger des Projekts sind Volkshilfe Beschäftigung (VHB), der Verein Wiener Jugendzentren (VJZ) und der Verein zur Schaffung offener Kultur- und Werkstättenhäuser (WUK).

Hinschauen, mitarbeiten und weiterkommen heißt es für interessierte Jugendliche!

spacelab setzt sich aus verschiedenen Modulen zusammen:

Im Modul Offene und Aufsuchende Jugendarbeit werden Jugendliche von den JugendarbeiterInnen dort kontaktiert, wo sie sich aufhalten – an öffentlichen Plätzen, in Jugendeinrichtungen, Einkaufszentren oder in Parkanlagen. Durch kontinuierliche Kontakte mit der Zielgruppe werden Vertrauen und tragfähige Beziehungen aufgebaut.

Die Jugendlichen werden an beiden Standorten und im
öffentlichen Raum über spacelab und andere Angebote der Wiener Ausbildungsgarantie informiert und beraten, gemeinsam mit den jungen Menschen suchen die JugendarbeiterInnen nach passenden Möglichkeiten im Bereich Übergang Schule – Beruf und vermitteln an einschlägige Beratungsstellen weiter.
Angekommen bei spacelab, erhalten die TeilnehmerInnen im Modul Perspektivenentwicklung Unterstützung bei der aktiven Lebensgestaltung und der Entwicklung beruflicher Perspektiven. Das Motto lautet „überlegen, entscheiden und handeln“.

Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen werden während ihrer gesamten Zeit bei spacelab kontinuierlich von den Perspektivencoaches betreut.
In den Modulen Tagestraining und Training können 15- bis 25-Jährige bezahlte Arbeitserfahrung in den Bereichen Grünraumarbeit, Ökowerkstatt, Medienwerkstatt und Kreativwerkstatt sammeln. Während im Tagestraining bei entsprechender Voraussetzung ein Taschengeld ausbezahlt wird, erhalten die TeilnehmerInnen im Training eine Beihilfe zur Deckung des Lebensunterhalts (DLU).

Jeden Dienstag um 13.00 Uhr findet ein Infotag an den beiden Standorten statt, der ohne Anmeldung besucht werden kann.
Ein Einstieg in diese Module ist nach Maßgabe freier Plätze jederzeit möglich!“

……………………Spacelab-28.5.10…………………………………………..Nachbarschaftstag am 28.5.2010

Weitere Infos gibt es auch auf der Webseite des Triesterviertels

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Das Interface-Projekt „Jugend College“
Knöllg.15 (3.Stock)

Aus der Webseite:
„Das Projekt „Jugend College“ beinhaltet Sprachkurse für zugewanderte Jugendliche zwischen 15 und 20 Jahren mit A2 Sprachniveau und freiem Zugang zum Arbeitsmarkt.
Das Ziel des Projekts ist es, den teilnehmenden Jugendlichen eine fundierte Sprachausbildung mit integrierter Allgemeinbildung insbesondere in Geographie und Geschichte zu Wien, Österreich und Europa sowie Bildungs- und Berufscoaching zu vermitteln, um den Jugendlichen den erfolgreichen Einstieg in eine weiterführende Schulbildung bzw. Berufsausbildung zu ermöglichen.

Das Angebot:
• Deutschkurs (B1-Kurs)
• Kursdauer 400 UE plus intensive Einzelberatung
• Pflichtmodulsystem (Mathematik und Englisch als Vorbereitung auf den Hauptschulabschlusskurs, ÖSD Prüfungsvorbereitung B1/B2, Grammatik Intensivtraining)
• Landeskundeunterricht (Geographie, Geschichte, Österreich und Europa)
Anmeldung: jeden Montag von 14 bis 16 Uhr
Tel.: 0699 / 15 55 10 58″
Interface1-29.11.13
Interface2- 29.11.13
Das erste gemeinsame „Wandern mit andern“ zum Wasserturm und zum Wienerberg fand am 29.11.2013 statt. (Dazu Näheres)

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Zur Geschichte des Gebäudes:

Von 1907 bis in die siebziger Jahre wurden zwischen Davidgasse, Knöllgasse, Rotenhofgasse und Zur Spinnerin vor allem Zigarettenhülsen hergestellt. Am längsten und werbekräftigsten war die Firma „Abadie“ tätig. 1945 zerstörte ein Bombentreffer den Gebäudeteil Ecke Davidgasse/Knöllgasse. Auf der „Orte erzählen“-Tafel, der Triesterviertel-Webseite und dem Online-Archiv Topothek gibt es nähere Informationen.
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Auch die Zusammenarbeit mit der VHS bewährt sich

Seit 2008 wird der Verein „triesterviertel.at“ von der Gebietsbetreuung Stadterneuerung und dem Bezirksmuseum Favoriten beim Projekt „Unser Triesterviertel – Orte erzählen“ fachlich unterstützt.

Am 3.10. fand im Phönix-Gymnasium der erste Teil der vierteiligen Veranstaltungsreihe über die Entwicklung des Triesterviertels in Kooperation mit der Volkshochschule Favoriten statt. Ing. Siegfried Schuller von der GB10 vermittelte eine „ Einführung in die bauliche Bezirksentstehung mit Blick auf den besonderen Bezirksteil des Triesterviertels“. (aus dem Jahresprogramm 2013/14 der VHS Favoriten).
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Heute am 31.10. informierte Herr Ing.Schuller im zweiten Teil über die „Wohnbauentwicklung im Triesterviertel. In diesem Bezirksteil findet sich das gesamte Szenario der Entwicklung des Wiener Wohnbaus.“ (VHS-Jahresprogramm). Bei herrlichem Herbstwetter konnten wir uns Wien und das Triesterviertel von ganz oben vom Wasserturm ansehen. Einige TeilnehmerInnen waren noch nie im Wasserturm und entsprechend beeindruckt. (Bezirksvorsteher-Stellvertreter Michael Mrkvicka konnte sich als – wieder einmal – einziger Vertreter aus der Bezirkspolitik ebenfalls einen guten Überblick verschaffen wie z.B. über das Eisring-Süd-Gelände )
(Vielen Dank an die MA31, da wir trotz unvorhersehbarer Probleme bei der Planung doch noch Zugang bekommen haben!)

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Der anschließende Spaziergang führte uns zu den beiden ersten „Orte erzählen“-Tafeln und zum 1.Wiener Terrassenhaus von Architekt Harry Glück in der Inzersdorferstr.113.

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Leider konnte der geplante Besuch des Schwimmbades und das Gespräch mit Herrn Architekt Harry Glück auf Grund der Intervention eines Bewohners beim Bauträger GESIBA nicht stattfinden. Das Gespräch wird aber (vielleicht in der VHS) nachgeholt werden. (Dazu auch)

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Die 8. „Orte erzählen“- Infotafel ist schon fertiggestellt (Siehe WordPress-Beitrag vom September) und wird (hoffentlich) demnächst über das 1.Wiener Terrassenhaus informieren.

Der dritte Termin dieser Veranstaltungsreihe über die Entwicklung des Triesterviertels wird am 15.5.2014 um 16 Uhr im Wasserturm stattfinden. Da wird das „Geburtstagskind“ im gebührenden Mittelpunkt des Interesses stehen. (Vor 115 Jahren – 1898/99 wurde er gebaut): „Ein Wahrzeichen in Bewegung: die Anlage ist nicht nur eines der größten Wasserreservoire Wiens, sondern auch ein wichtiger Freiraum inmitten eines wachsenden Stadtteils“. (VHS-Jahresprogramm)

Schließlich steht als vierter Teil am 19.6.2014 um 16 Uhr der Matzleinsdorferplatz im Zentrum unserer Veranstaltungsreihe: „bedeutende historische und aktuelle Entwicklungen des Platzes und der ehemaligen Vorstadtsiedlung Matzleinsdorf.“ (Treffpunkt ehem. „Feuerwerkhaus“, Gudrunstraße)

(Die Teilnahme ist kostenlos, Anmeldungen in der VHS Favoriten unter 89174-110 000)
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…..nicht nur Martin Luther King.

Heute vor genau 50 Jahren hielt Martin Luther King vor mehr als 250.000 Menschen seine berühmte Rede: „I have a dream“.

Rosa Jochmann (1901-1994) ist ein für mich mindestens so beeindruckender Mensch. Sie träumte auch von einer Welt, in der „niemand dem anderen ein Leid antut“. Sie wurde zwar im selben Jahr wie meine Mutter geboren, aber politisch orientiere ich mich an ihr.
jochmann200
Für die Historikerin Univ.Prof. Dr. Erika Weinzierl ist sie ihre „Frau des Jahrhunderts“ und schreibt über sie in „Welt der Frau“ 1/99:

Rosa Jochmann war bis ins hohe Alter bereit, als Zeitzeugin in Schulen über ihre Jahre im KZ zu reden. Ihre große Hoffnung war: Wenn Jugendliche erfahren, was Menschen einander antun können. Lernen sie dem vorzubeugen. Keiner konnte sich der Wirkung von Rosa Jochmanns Worten entziehen, die ganz ohne Anklage oder Rachegefühle waren.
Rosa ist zwar religiös erzogen worden, aber sie war keine praktizierende Katholikin. Ich glaube aber, dass sie von einer ungeheuren christlichen Nächstenliebe erfüllt war und diese auch gelebt hat. Die Arbeiterbewegung sagt Solidarität dazu.
Große Ideale können manche Menschen durch ihr Leben tragen. Rosa Jochmann konnte Unrecht nicht untätig ansehen oder gar erdulden. Solidarität, Loyalität und Nächstenliebe waren die tragenden Elemente ihres Lebens. Sie war erfüllt von der zutiefst humanen Hoffnung, dass letztlich das Inhumane nie siegen wird können
.“

Unter ärmlichen Verhältnissen in Wien-Simmering aufgewachsen, engagierte sich Rosa Jochmann von frühester Jugend an in der damals noch jungen ArbeiterInnen-Bewegung. Und sie blieb ihr auch unter schwierigsten Verhältnissen treu und engagierte sich bis zu ihrem Tod mit vollem Einsatz für eine gerechtere Welt.

Ich hatte das Glück, Rosa Jochmann 1982 in einer Gesprächsrunde zu erleben. Unser damals 12 jähriger Sohn saß ihr als einziges Kind gegenüber. Ihm schrieb sie bald darauf einen von Blumen geschmückten Brief, der bis heute einen Ehrenplatz unter unseren Erinnerungs-Schriftstücken einnimmt:

„Eigentlich, lieber Walter, habe ich die ganze Zeit, da ich dort bei den vielen Lehrern und Lehrerinnen gewesen bin, darüber nachgedacht, ob du tatsächlich aus freien Stücken zu dieser Veranstaltung gekommen bist oder aber ob dein Papa der Meinung war, daß Du anstatt daß Du Dich vielleicht spielst oder ein Buch liest, daß Du mitgehen sollst. Daß ich mich über Dich sehr gefreut habe und auch heute noch freue, das ist eine andere Sache. Das tat ich aber und zwar aus ganzem Herzen und da ich Dich manchesmal ansah, wünschte ich mir, daß Du, wenn das Jahr 2000 kommt, dann bist Du schon ein erwachsener Mann und sehr wahrscheinlich ein Herr Doktor, dann wünsche ich mir,

daß die Friedensglocken in der Silvesternacht läuten und daß alle Menschen zu essen haben, daß es keinen Krieg gibt, daß niemand dem anderen ein Leid antut, daß niemand vor Hunger stirbt, daß es also eine wunderbare, eine schöne Welt ist, das wünsche ich mir vom ganzen Herzen.

Und das, lieber Walter, wollte ich Dir sagen, aber die Bedingung ist, daß Du mir nicht zurückschreibst, sondern Du kannst versichert sein, Du stehst in meinem Büchl drin und Du wirst wieder einmal etwas von mir hören.

Bis dahin aber grüße Deine liebe Mama herzlich und auch deinen Papa und Dich drücke ich an mein Herz, ich weiß, daß ich das bei Jungen nicht tun darf, aber ich tue das im Geiste und danke Dir sehr herzlich dafür, daß Du so aufmerksam und so still zugehört hast. Es grüßt Dich innigst Deine Rosa Jochmann, genannt Rosa von allen Freunden. Du bist nun auch mein Freund!“

Ein Briefwechsel über zehn Jahre war aber dennoch die Folge dieses Schreibens. Rosa Jochmann war 1992 sogar damit einverstanden, meiner Stadtteilinitiative „Grätzl Punkt“ im Triesterviertel ihren Namen zu geben.
Jochmann-Bild150…………………………..Von Rosa Jochmann einem Brief beigelegt

Gerne hätte ich noch ihre Meinung über den Zustand der SPÖ in jenem Bezirk erfahren, wo vor 125 Jahren die Arbeiterbewegung voll Idealen ihren Anfang genommen hat. Und wo nun ein SPÖ-Vorsitzender seine Tochter als Nachfolgerin wählen ließ und sich in der Pension als Präsident der Trabrennbahn Krieau (+ Tochter im Direktorium) betätigt. Wo ein Gemeinderat und Kurzzeit-Nationalrat (nach eigener Aussage) daran glaubt, orientierungslose Jugendliche als Präsident des Wiener Schachverbandes vorwiegend durch Schachspiel von der Straße holen zu können. Aber davon hätte Rosa Jochmann vermutlich nicht träumen wollen.
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Ein erster Versuch im „Triesterviertel“ verlief erfolgreich
– weitere werden folgen.

Experten/Expertinnen sind Personen, die von einer bestimmten Sache etwas besser verstehen als andere und ihr Wissen daher selbstbewusst vertreten können. Wenn nun solche Fachleute zu konkreten Themen ins Gespräch miteinander kommen, ihr Wissen und ihre Erfahrungen öffentlich mit anderen teilen, dann profitieren alle.

Auf dieser bekannten Tatsache beruht auch die Idee der „Marktplatzgespräche im Triesterviertel“:

Bewohner_innen („Lokalexperten/-expertinnen“) reden „auf gleicher Augenhöhe“ mit Fachleuten aus der Stadtverwaltung („Fachexperten/-expertinnen“) und Politik („Politikexperten/-expertinnen“) über konkrete Themen des Grätzlalltags, die von öffentlichem Interesse sind.

Umwidmung-Info 22.3.13

………………………….Erstes „Marktplatzgespräch“ am 22.3.2013

Nach einem ersten Gespräch am 22.3. über die geplante Umwidmung bei unseren beiden „Grätzlschulen“ in der Knöllgasse (Näheres dazu) wird am
Do, 27.6. um 18.30 Uhr in der „Quarinpassage“ (Quaring.20)
ein weiteres „Marktplatzgespräch“ folgen:

Thema: „Was tun gegen aggressive Hunde-Halter_innen?“

Dazu auch Näheres in der Einladung

Im vorhergegangenen WordPress-Beitrag vom April über die „Kindergruppe Terrassenhaus“ erwähne ich ein großes Problem der Mütter, die freilaufenden Hunde in Parks und vor allem am Wienerberg. Dieses Problem wurde zum Schwerpunkt unserer gemeinsamen Initiativen.
Daher war es naheliegend, es auch zum Thema des 2. „Marktplatzgespräches“ der Plattform „Unser Triesterviertel“ zu machen.

Meine Bemühungen, aus der Wiener Stadtverwaltung jemanden für dieses Gespräch zu gewinnen, waren erfolglos. Ich wurde nach einigen eMail-Versuchen telefonisch zur Polizei und zur Sozialarbeit verwiesen. Das Stadtgartenamt fühlt sich ebenfalls nicht zuständig und verwies mich auf die ausreichend vorhandenen gesetzlichen Regelungen. All das hilft aber beim konkreten Aufeinandertreffen von Kindern mit freilaufenden Hunden gar nichts. Noch dazu, wenn die zuständigen Halter_innen häufig völlig uneinsichtig sind und oft sehr aggressiv auf das Erwähnen von gesetzlichen Regelungen reagieren.

Von Seiten der Polizei sind voraussichtlich wegen deren „chronischem Personalmangel“ keine merkbaren Änderungen zu erwarten. Sozialarbeiter_innen gegen aggressive Hunde-Halter_innen einzusetzen scheint mir auf Dauer zu wenig wirkungsvoll zu sein.
Bei den Uneinsichtigen helfen meiner Ansicht in erster Linie häufigere Kontrollen und strengere Sanktionen.
Könnte man aber nicht z.B. die Aufgaben der Wiener „Waste-Watcher“ entsprechend erweitern?
Die bemühten Hundehalter_innen müssten strengere Maßnahmen gegen diese Minderheit ebenfalls unterstützen und außerdem würden dadurch die Wiener Erholungsgebiete aufgewertet werden.

Für den 27.6. hat Frau DI Petra Jens, seit Jänner 2013 „Beauftragte für FußgängerInnen der Stadt Wien„, ihre Teilnahme bereits zugesagt. Zugesagt haben auch Vertreter der Favoritner Polizei und eingeladen wurden noch Bezirkspolitiker_innen und Mitarbeiter_innen vom „Fair-Play“-Team.

Um die angestrebte „gleiche Augenhöhe“ zwischen den verschiedenen Experten/Expertinnen auch optisch deutlicher zu machen, finden diese Gespräche künftig nicht mehr frontal statt, sondern in einer kreisförmigen Sitzanordnung.
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Kürzlich im winterlich verschneiten „Fortunapark“ (Wien, 10.Bezirk): Kleinkinder rodeln auf dem kleinen Hang des Spielplatzes.

2012-01-17 039

Es kommt eine Familie mit Kind und Hund hinzu, der Hund macht den Kindern Angst. Die Eltern weisen auf das Hundeverbot in Kinderspielplätzen hin. Die aggressive Antwort der „Kinder-Hunde-Familie“: „Rodeln ist hier auch verboten!“ Ohnmächtige Verärgerung bei den Kleinkinder-Eltern.

2013-01-19 030

Beide Verbote sind Tatsachen, aber die nachfolgende Erklärung durch das zuständige Stadtgartenamt (MA42, Gartenbezirksleitung) ist unbefriedigend: „Das Rodelverbot und das Hundeverbot auf Spielplätzen werden als gleichwertige, jedoch unterschiedlich geregelte Materien der Wiener Grünanlagenverordnung und dem Wiener Tierhaltegesetz angesehen.“ (Der vollständige eMail-Wechsel)

ABER: DAS RODELVERBOT FÜR KINDER UND DAS HUNDEVERBOT AUF SPIELPLÄTZEN MÖGEN VIELLEICHT FÜR JURISTEN/JURISTINNEN GLEICHWERTIG SEIN; ABER NICHT FÜR ELTERN/GROSSELTERN VON KLEINKINDERN! (dazu ein Text am Schluss)

Es muss doch eine juristisch klare Regelung möglich sein, die es in die ALLEINIGE Verantwortung der Erziehungsberechtigten legt, ob sie auf einem Hang rodeln oder nicht und sie nicht auch noch mit uneinsichtigen Hundehalter_innen streiten müssen.

Derzeit trägt die Letztverantwortung noch immer der/die Grundeigentümer_in, also in diesem Fall die Gemeinde Wien. Und die sichert sich in nachvollziehbarer Weise durch das Aufstellen von Verbotstafeln ab vor eventuellen Versicherungsansprüchen bei Verletzungen….und sieht ansonsten weg, auch wenn Hunde im Spielplatz mitrodeln möchten.

Es darf doch nicht sein, dass sich Eltern von Kleinkindern weiterhin ohnmächtig den oft aggressiven Hundebesitzern/- besitzerinnen ausgeliefert fühlen, so wie auch am Wienerberg, wo es leider zur Ausnahme wird, wenn Hunde an der Leine geführt werden, weil es kaum kontrolliert und schon gar nicht (empfindlich) bestraft wird. (Dazu auch)

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Einen zum Thema „Werte und Normen“ passenden Text gibt es von einem Experten:
(Hervorhebungen FE)

Philipp Ikrath
„Jungsein im 21.Jahrhundert – Jugend in Österreich 2012“
(Aus: „schulheft“ 147- „Jugendkultur in der Krise“, Studienverlag, Innsbruck 2012)

Was sind Werte?

….Zentral ist hier die Unterscheidung von Werten und Normen, wie sie von dem deutschen Soziologen und Wertetheoretiker Hans Joas gezeichnet wird. …Das bedeutet, dass Werte auf der Selbstverpflichtung der Menschen…beruhen. Innerhalb dieser Gemeinschaften haben sie eine Orientierungs- und Regulierungsfunktion. Sie sind nicht handlungsleitend, sondern definieren, was innerhalb eben dieser Gruppe als wünschenswert gilt. Normen hingegen sind klar definierte und verbindliche Regeln, deren Nichteinhaltung sanktioniert wird, etwa durch Gerichte…..Dabei konkretisieren Normen allgemeine Werthaltungen, indem sie sie in Gebote und Verbote, die jeweils in ganz bestimmten Situationen und Zusammenhängen gelten, übersetzen……“

Gesundheit und Freiheit als widerstreitende Werte

Ein gutes Beispiel für die Unterscheidung von Werten und Normen ist der verhältnismäßig neue Wert der Gesundheit. …Während etwa die Gegner von Rauchverboten dadurch ihre individuellen Freiheitsrechte eingeschränkt sehen, verweisen die Befürworter auf ihren Anspruch, ihre Gesundheit nicht von anderen bedroht zu lassen.
Im Kern geht es also darum, welcher dieser beiden Werte höher zu bewerten ist.

Fritz Endl:
Bei der Unterscheidung zwischen den Interessen von Hundehalter_innen und jenen von Erziehungsberechtigten von Kleinkindern sollte es klar sein, welche Werte höher zu bewerten sind. Und daher braucht es auch „klar definierte und verbindliche Regeln, deren Nichteinhaltung sanktioniert wird“!
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