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Unsere Aktionsgemeinschaft verliert Ibrahim Olgun (ATIB)

Am 31.5. 2016 fand in der „Evangeliumsgemeinde“ ein lange angestrebtes Planungsgespräch statt. Eingeladen hatte die Aktionsgemeinschaft „Von der Nachbarschaft zur Gemeinschaft“, bestehend aus drei Partnern: Der „Evangeliumsgemeinde“, dem Grätzlverein „triesterviertel.at“ und dem türkischen Kulturvereins ATIB.  Die elf teilnehmenden Personen beschlossen,  im Herbst mit Kindern einen Versuch im Sinne von „Jeux dramatiques“ zu machen. Dabei „schlüpfen“ Kinder mittels vorbereiteter Kostüme in selbstgewählte Rollen und kommunizieren dabei möglichst ohne Worte.  Ich war von der Idee begeistert und freute mich schon auf die Zusammenarbeit mit dieser mich sehr beeindruckenden Gruppe

………..Nachbar2-31.5.16.JPG

…………………………….Ibrahim Olgun rechts mit Krawatte

Leider kam uns in der Zwischenzeit der wichtige Vertreter von ATIB abhanden. Ibrahim Olgun wurde am 19.6. (zumindest für mich) überraschend zum Präsidenten der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) gewählt. Seither ist sein Büro nicht mehr beim Triesterviertel (Matzleinsdorferplatz) und die neue Funktion lässt Ibrahim Olgun kaum mehr Zeit für dieses Projekt zum Kinderlachen. Ob er bei ATIB einen ebenso engagierten „Nachfolger“ wird finden können, bezweifle ich.

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..und erinnert mich an die „Schwarze Pädagogik“  des 19.Jahrhunderts

Im „Falter“ vom 2.3.2016 wurde der Politologe Thomas Schmidinger von Nina Brnada in derTelefonkolumne“ zur Vorstudie des Wiener Religionspädagogen Ednan Aslan über islamische Kindergärten befragt

Unterwandern Salafisten Wiens Kindergärten, Herr Schmidinger?

Werden Kinder auf Kosten der Steuerzahler von Islamisten indoktriniert? Die Vorstudie hat dies jedenfalls in den Raum gestellt. Das war im Dezember vergangenen Jahres. Nachlängerem Zögern hat das  Integrationsministerium, als oder Auftraggeber der Studie, nun auch Aslans Endergebnisse veröffentlicht. Politologe Thomas Schmidinger hat sie sich genauer angesehen.

Gibt es unter den Betreibern der islamischen Kindergärten nun wirklich so viele Salafisten?

Das ist Aslans Studie nicht zu entnehmen, und das liegt vor allem an der Definition von Salafismus, die er heranzieht. Diese ist zu breit gefasst und bezieht auch Menschen ein, die gemeinhin als islamische Konservative bezeichnen würde.

Welche Folgen hat das für viele Ergebnisse?

Aslan kategorisiert recht viele Kindergartenbetreiber als salafistisch, doch wie sehr das der Realität entspricht, sei dahingestellt. Das ist auch mein größter Kritikpunkt an der Studie, die ja sonst qualitativ im Vergleich zur Vorstudie viel besser ist. Im Übrigen ist aber auch dieser Bericht laut Aslan nur eine Vorstudie, denn die große Evaluierung der Kindergärten, an der neben Aslan fünf weitere Autoren mitwirken werden, soll erst im Mai 2017 veröffentlicht werden.

Gab es für Sie Überraschungen bei den Ergebnissen der aktuellen Studie?

Wirkliche Überraschungen gab es nicht. Dass es in Wien islamistisch-konservative Kindergartenbetreiber gibt, war ja eigentlich bekannt. Für mich bleiben auch nach Aslans Studie zwei grundlegende Fragen offen: Welche Auswirkungen haben die politischen Einstellungen der Betreiber auf die praktizierte Pädagogik in den Kindergärten Und ist es überhaupt möglich, Kinder im Kindergarten ideologisch zu indoktrinieren? Ich habe da so meine Zweifel. (Hervorh: FE) Die Schule und etwas das Alter zwischen zehn und 13 Jahre halte ich in diesem Zusammenhang für viel problematischer.

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Ich war überrascht, dass Herr Schmidinger eine so grundlegende Tatsache anzweifelt und war beruhigt, dass am 16.3. diese „Post an den Falter“ folgte:

Gabriele Kofler Wien 8 Psychotherapeutin, Supervisorin und Coach.

„Ich finde es erstaunlich, wenn ein Politologe die Kindergartenzeit nicht als wesentlich prägend für die politische Entwicklung von Kindern sieht. In dieser Zeit lernen die Kinder vor allem von dem, was sie bemerken, was sie sprechen und tun und denken dürfen und nicht dürfen, von wiederholten Handlungen/Ritualen mit all ihren indirekten Wertebotschaften.

Die Haltung zu den beiden Geschlechtern muss nicht einmal benannt werden, die Kinder erfahren es aus der gelebten Verkörperung der sie umgebenden Erwachsenen. Mitbestimmung zwischen Kindern und Erwachsenen wird erfahren oder eben nicht erfahren, Sexualität wird im Kindergarten spielerisch erkundet oder eben nicht, je nachdem, was die jeweiligen Pädagogen darüber denken; auf all diesen Erfahrungen aufbauend entwickelt sich später dann das politische Denken.

Das heißt, wenn wir wollen, dass es mehr Integration gibt, dann ist es wichtig, wenn die Kinder in Multikulti-Kindergärten mit unterschiedlichsten Erfahrungen aufwachsen können.“

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Zum letzten WordPress-Beitrag: Kindergärten: „Wir haben nichts zu verbergen“:

Die angekündigte Informationsveranstaltung wird vorerst nicht stattfinden. Ich bemühe mich zuerst um nähere Informationen über die privaten Kindergärten und-gruppen des „Triesterviertels“ und werde sie auf der Webseite www.triesterviertel.at. veröffentlichen.

Zum Thema „Wir haben nichts zu verbergen“ passt auch  ein Beitrag im letzten „Profil“ Nr.13/25.3.2016

Aus „10 Dinge, die wir gern wissen würden (aber nicht erfahren)“

Wir wissen nicht, wie viele Kindergartenplätze in Wien gerade frei sind.

Laut der Wiener Magistratsabteilung 10 für Kindergärten gibt es in der Stadt insgesamt 83.500 Kindergartenplätze. 27.700 davon sind städtisch, 55.800 Plätze – also die Mehrheit – privat. So weit, so klar. Doch wie viele von diesen Plätzen sind im Moment frei? Und wo?

Hier wird es kompliziert. Die Gemeinde Wien erhebt nur die Zahl der freien städtischen Kindergartenplätze, nicht der vielen privaten. Diese sind nur jenen Organisationen bekannt, welche die Privatkindergärten betreiben.

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Robert Misik´s Buch „Gott behüte!“ aus dem Jahr 2008 ist leider aktueller denn je.

Bei meinen Bemühungen, mich auch bei nachbarschaftlichen Aktivitäten an globalen Zusammenhängen zu orientieren, stieß ich unlängst auf dieses Taschenbuch. (1.Auflage 2010 im Aufbau Verlag)

…………………………….Misik-Gott

Robert Misik (Jg.1966) ist Journalist & Sachbuchautor und betreibt u.a. den Blog http://misik.at/. Er lebt und arbeitet in Wien. „2009 erhielt Misik den Österreichischen Staatspreis für Kulturpublizistik und 2010 wurde er von der Zeitschrift „Der Österreichische Journalist“ als „Journalist des Jahres“ in der Kategorie Online ausgezeichnet….Robert Misik plädiert entschieden dafür, religiöse Identitäten aus den politischen Kontroversen herauszuhalten. Ein Schwerpunkt seines Interesses in diesem Zusammenhang stellt der Islam dar.“ (aus Wikipedia)

Wieviele Muslime/Musliminnen leben im „Triesterviertel“? Von den ca 187 000 Menschen im 10.Bezirk haben ca 30 % keine österreichische Staatsbürgerschaft. („Statistisches Jahrbuch der Stadt Wien -2014“) Genauere Zahlen zur Religion und speziell zum „Triesterviertel“ sind mir derzeit nicht bekannt. Es ist aber davon auszugehen, dass die Gruppe der hier lebenden Menschen mit muslimischem Glaubensbekenntnis mindestens 30 % beträgt, das wären 3-5 000 (von 10-15 000) Personen.

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Robert Misik richtet seine Kritik vor allem an die drei monotheistischen Religionen, die jüdische, die christliche und die muslimische. Er fasst sie am Schluss des Buches folgendermaßen zusammen:

„Es soll nicht bestritten werden, dass Religiosität auch positive Auswirkungen haben kann, weil sie zum Zusammengehörigkeitsgefühl zwischen Menschen beitragen und Solidarität stiften kann und weil sich bisweilen ein Gläubiger für seine Mitbürger in einem Ausmaß engagiert, das er vielleicht nicht an den Tag legen würde, meinte er nicht, dass ein Gott dies von ihm verlangte.
Diesem Nutzen stehen aber doch viel größere Nachteile gegenüber:
Religion neurotisiert. Sie hetzt die Menschen gegeneinander auf. Sie pflanzt gesunden Kindern die Idee der Sünde in den Kopf. Sie verleitet dazu, im Nachbarn den verderbten Ungläubigen zu sehen. Sie bringt Männerdazu, Frauen als sexualisierte Hexen wahrzunehmen. Sie verleitet dazu, Unrecht zu respektieren, das nie toleriert würde, wenn es nicht den Adel des Spirituellen hätte. Sie macht aus gefährlichen Konflikten brandgefährliche Konflikte, bei denen sich dann schnell „Wir“ und „Sie“ unversöhnlich gegenüberstehen. Im Namen der Religion dürfen die obskursten Dinge verbreitet werden, und wer diese Narreteien Narreteien nennt, der hat das Stigma des Intoleranten.
Die Religion – eine Sinnressource? Eher eine Unsinnressource. Gott schütze uns vor der Renaissance der Religionen.“ (Hervorhebungen FE)

Für mich sind diese Informationen aus dem Jahr 2008 aufklärend im besten Sinn. Angesichts der Medienberichte über Menschen, die sich wieder einmal auf eine große Religion berufen, um ihre Verbrechen zu rechtfertigen, sind sie von trauriger Aktualität.

Im aktuellen Projekt „Von der Nachbarschaft zur Gemeinschaft“ bemüht sich unser kleiner Verein „triesterviertel.at“ seit Dezember 2014 um einen Dialog mit ATIB („Türkisch-islamische Union für kulturelle und soziale Zusammenarbeit in Österreich“, 1100, Gudrunstr.189) und der christlichen „Evangeliumsgemeinschaft“ (1100, Quellenstr.156).

Das Buch „Gott behüte!“ bestärkt mich darin, diese guten Kontakte fortzusetzen und möglichst auszubauen. Denn wir sind Nachbarn/Nachbarinnen im „Triesterviertel“ und wollen hier weiterhin gemeinsam im Frieden leben.

Dazu auch frühere WordPress-Beiträge:

* Die Osmanen sind jetzt unsere Nachbarn
* Die ATIB-Zentrale, ein guter Nachbar vom Triesterviertel?
* Phönix Realgymnasium Spacelab und Interface

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Diese Erzählung von den drei mächtigen Königen, die ganz demütig zu einem Baby gekommen sind, um es als Gotteskind anzubeten, würde mir VIEL besser gefallen, wenn das Baby ein Mädchen gewesen wäre, eine Gottestochter!

Für mich stellen solche „Geschichten“ eine grobe Benachteiligung aller Frauen dar und empören meinen Sinn für Gerechtigkeit. Obwohl oder gerade WEIL ich ein Mann bin, der sich eine partnerschaftliche Gesellschaft wünscht.

Ich hoffe daher, dass durch ein Wiederentdecken der weiblichen Kräfte die viele Jahrhunderte alten zerstörerischen Männerstrukturen möglichst rasch zurückgedrängt werden können. Frauen sind meine größte und einzige Hoffnung, eine globale Selbstzerstörung doch noch zu verhindern.

Zu Beginn des neuen Jahres „entdeckte“ ich zu meiner Freude eine Frauenforscherin, der ich zutraue, gemeinsam mit anderen Frauen manche „Männernetzwerke“ gründlich durchzuschütteln:

Claudia von Werlhof war von 1988 bis 2009 ordentliche Universitätsprofessorin am Institut für Politikwissenschaft der Fakultät für Politikwissenschaft und Soziologie der Universität Innsbruck und leitete dort den ersten „Frauenforschungslehrstuhl“ in Österreich.

Sie beschreibt ihre Bestrebungen im Beitrag „Einige Worte zu meiner Arbeit“ Und ihre Schlussbemerkung: „Vorhang auf!“ lässt mich noch auf manche Aktivitäten hoffen.

Mein Beitrag im „Triesterviertel“ dazu kann nur ein lokaler sein, aber selbst das klügste „globale Denken“ benötigt schließlich auch „lokales Handeln“!
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