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„Nicht unserer Vorväter und – mütter (FE) wollen wir trachten, uns würdig zu zeigen – nein, unserer Enkel.“ (Bertha von Suttner)

Mit diesen 150. “Gedanken eines besorgten Großvaters“ beginne ich, mir auch über die Geschichte unserer Familie Gedanken zu machen und möglichst viele „Spuren“ zu sammeln.

Als netten Zufall empfinde ich, dass die Eltern meines Vaters (Heinrich 1865-1945 und Anna 1872-1945) in Nachbarhäusern auf der Triesterstraße gewohnt (Nr.42 und 44) und 1896 knapp vor dessen Geburt geheiratet haben. Mein Vater war also ein geborener „Triesterviertler“. Ich bin erst 1968 nach unserer Heirat vom 15. Bezirk in eine „Zimmer-Küche-Kabinett“ Wohnung) nach Favoriten gezogen und wohne seit 1980 im „Triesterviertel“.

Am Foto die Famlie Endl aus dem Jahr 1938: Dritter von rechts mit Brille mein Vater, rechts daneben Schwester Anna, links stehend Bruder Leopold, dessen Frau Sissy, meine Mutter Mitzi, Großvater Heinrich, Bruder Pepi, ganz links Schwester Mitzi.

Ebenfalls vom Jahr 1938 berichtet Manfred Flügge im Buch „Stadt ohne Seele – WIEN 1938“:

Für den „Aufbau“-Verlag „Ein Zeitroman und Schicksalspanorama: Der „Anschluss“ Österreichs durch die Nazis im März 1938 und ihr Einmarsch in Wien waren ein traumatischer Wendepunkt in der europäischen Geschichte“

Für die fünf Geschwister unserer Familie war das Jahr 1938 kein „Wendepunkt“ in ihrer guten Familiengemeinschaft, trotz unterschiedlicher gesellschaftspolitischen Positionen der drei Brüder: Deutschnational, (vermutlich)sozialdemokratisch und (vermutlich) katholisch&monarchistisch.

Die Überschrift „Mein Papa, zwei Kriege und ich“ bezieht sich auf den Titel eines Buches, das ich schon gelesen habe: „Mein Opa, sein Widerstand gegen die Nazis und ich“ Die Autorin Nora Hespers (Jg 1978), eine deutsche Journalistin, beschreibt darin das Leben ihres Großvaters Theo Hespers, der 1943 wegen „Hochverrats“ hingerichtet worden war. In ihrem Blog „Die Anachronistin“ informiert Nora Hespers  seit 2014 über die Geschichte ihres Großvaters.

Im Unterschied zu Theo Hespers war mein Vater leider kein Widerstandskämpfer gegen das Hitler-Regime, sondern bis 1945 dessen überzeugter Anhänger.

Ich kann daher nicht stolz sein auf meinen „deutschnational“ gesinnten Vater.  Aber ich versuche, dessen damaligen Zukunftshoffnungen auf Basis meines heutigen Wissens so gut es geht zu verstehen und…

…bemühe mich im Rahmen meiner demokratischen Möglichkeiten gemeinsam mit meiner Frau Helga auch als „ehrenamtlicher Grätzlaktivist“ im Rahmen unseres Vereins „triesterviertel.at“ einen Beitrag zum friedlichen Miteinander in unserem Umfeld zu leisten.

Dazu auch: „Ich über mich„, „Andere über mich und www.triesterviertel.at

Wir hoffen natürlich, dass auch unsere beiden Enkerln einmal stolz auf uns sein werden, auch wenn wir das Glück haben, seit mehr als sieben Jahrzehnten in einer Demokratie zu leben und keine „Widerstandskämpfer“ sein müssen.

Dazu passende „Gedanken“:

DorfWiki: Triesterviertel/GedankenInhaltsVerzeichnis beim Thema „KInder-Eltern-Großeltern“

Zum Inhaltsverzeichnis aller bisher veröffentlichten Beiträge

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