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Archive for the ‘Allgemeines’ Category

Über 40 Jahre „Kritische Auseinandersetzungen mit bildungs- und gesellschaftspolitischen Themenstellungen“

Schulheft1+166

…………………Die erste (1976) und die aktuelle Ausgabe (2017) des „SCHULHEFT“

Vergangene Woche habe ich nach vielen Jahren wieder einmal an einem Treffen der „SCHULHEFT“-HerausgeberInnen teilgenommen. Unter den damaligen SH-Gründern war ich 1976 der einzige Lehrer.

Schulheft 1-1976.JPG

Weil ich bei den letzten SH-Ausgaben eine zunehmende Theorielastigkeit festgestellt und mich dazu gemeldet hatte, wurde ich zum diesem Gespräch eingeladen.  Mein Eindruck wurde bestätigt. Der Mangel an Praxisbeiträgen wurde damit begründet, dass es schwierig und auch mühsam ist, anspruchsvolle Beiträge von LehrerInnen aus der Schulrealität zu bekommen und zu redigieren. „WissenschaftlerInnen liefern problemloser Texte, denn das ist ihr Job.“

Es wurde mir jedenfalls versprochen, eine der nächsten SH-Ausgaben der „Grätzlschule“ zu widmen. Diese Schulform wird aus meiner Sicht für die Zukunft besonders im städtischen Bereich (hoffentlich)  zunehmend an Bedeutung gewinnen. (Zur „Grätzlschule“ folgt hier demnächst ein eigener Beitrag.)

Merkmale Grätzlschule.JPG

Beeindruckt hat mich bei diesem Wiedersehen vor allem, dass auch nach so vielen Jahren trotz schwieriger gewordenen Rahmenbedingungen das Bemühen um die ursprünglichen SH-Ziele aus den Gründerjahren spürbar ist. Und sie sind aktueller denn je, angesichts der rückwärtsgewandten Änderungsvorhaben, die von der künftigen ÖVP-FPÖ-Regierung auch im Bildungsbereich bekannt werden.

Dazu aus dem Vorwort zur ersten Ausgabe:

Müssen Schulhefte immer grau sein?

„Die SCHULHEFTE haben daher vor,  über die Probleme der Erziehung ohne parteipolitische Rücksichtnahme von beiden Seiten – der theoretischen wie der praktischen – zu berichten. Ihre Herausgeber sind fest entschlossen, für die am Erziehungsprozess Beteiligten, für Erzieher wie Zögling, für Lehrer, Eltern und Schüler, zu schreiben. Das allein genügt aber nicht. Um über die Probleme der Praxis zu berichten, sollten die Praktiker möglichst selber zu Wort kommen.

Je besser es uns daher gelänge, unsere Leser zur Mitarbeit an der Gestaltung dieser neuen vierteljährlich erscheinenden Taschenbuchreihe zu gewinnen, desto eher wäre das Ziel der SCHULHEFTE erreicht, das sich die sieben Gründungsmitglieder gesteckt haben: nämlich Hilfe und Service für die mit Erziehung  Befassten zu sein.

Die SCHULHEFTE möchten also jedem an der Reform des österreichischen Bildungswesens Interessierten die Möglichkeit bieten, seine Meinung mit jener der anderen zu konfrontieren. Wobei er dabei weltanschaulich präzise steht, ob er rechts, liberal oder links oder sonst irgendwo zwischen diesen Grobmarkierungen denkt, soll  so lange außer Betracht bleiben, als er seinen guten Willen zur Reform der österreichischen Schule bekundet.

Die Diskussionen der letzten Jahre über die Reform unseres Bildungswesens haben überall Hoffnungen geweckt. Eltern erwarten sich bessere Bildungschancen für ihre Kinder; Lehrer ein interessantes Berufsfeld, neue Aufgaben, und damit gleichzeitig eine Verbesserung ihrer Position in der Gesellschaft; und auch die Schüler sind angesprochen worden, in der Schule eine aktivere Rolle zu spielen und Mitsprache zu üben…..“

Schulheft 166-2017.JPG

Ich wünsche den aktuellen „SCHULHEFT“- HerausgeberInnen besonders in den kommenden Jahren das nötige Durchhaltevermögen, um diese noch immer aktuellen Ziele aus den 70-er und 80-er Jahren nicht aus den Augen zu verlieren. Die Gesellschaft stand damals solchen Ideen noch wesentlich offener gegenüber als derzeit.

Dazu passen auch frühere WordPress-Themen:

 

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wurden vorwiegend durch Geld finanziert, „wo es sich wirklich befindet“ (Finanzstadtrat Hugo Breitner, 1920-1932)

Durch Zufall ist mir vor einiger Zeit das Buch des Wiener Architekturhistorikers Helmut Weihsmann  „DAS ROTE WIEN Sozialdemokratische Architektur und Kommunalpolitik 1919 -1934“  (2002, Promedia) in der Städtischen Bücherei „in die Hände gefallen“. Schon nach kurzem Hineinlesen und den durchwegs positiven Rezensionen war klar: Das muss ich mir kaufen!

Im Sommer konnte ich einen Großteil des umfangreichen Werks (500 klein bedruckte Seiten mit vielen Illustrationen) des 1950 in Wien geborenen Wissenschaftspublizisten lesen.

………..Rotwien 600

Aus dem Klappentext: „Helmut Weihsmann beschäftigt sich seit über 20 Jahren mit der Architekturgeschichte des „Roten Wien“. 1985 ist von ihm im Promedia Verlag ein längst vergriffener Band zum Thema herausgekommen, der die Grundlage für das vorliegende Werk bildet….Weihsmann gliedert die Bautätigkeit nach ihrer historischen Entstehungsform von den Bretteldörfern und Gartenstädten bis zu den festungsähnlichen Wohnanlagen und erklärt die damit jeweils verbundenen politischen Absichten.

Der ausführlichste Teil des Buches ist den nach Bezirken gegliederten Rundgängen gewidmet. Darin werden an die 500 Bauten beschrieben und mit Fotos, Karten und oft auch Grundrissen versehen.“

Für unser „Orte erzählen“-Tafelprojekt sind natürlich besonders jene Bauten des „Roten Wiens“ von Interesse, die sich im Triesterviertel befinden.

Leider konnte noch keine Informationstafel auf einer Wohnhausanlage der Gemeinde Wien angebracht werden.  (Eine entsprechende Anfrage wurde abgelehnt.)

Solche Tafeln, die dazu gehörende Webseite und die daraus (hoffentlich)  entstehenden Gespräche wären doch eine gute Chance, dass sich wieder mehr BewohnerInnen des „Triesterviertels“ mit den relativ wenigen Jahren des „Roten Wien“  befassen. Damals wurde nämlich die Basis für jene Wohn(preis)situation gelegt, um die uns viele vergleichbare Großstädte bis heute beneiden.

Dazu H.Weihsmann: „Abgesehen von formalen Schwächen bei der Übernahme bzw. Fortsetzung fragwürdiger Typologien und Analogien aus dem Fundus der Architekturgeschichte gehörten gerade die radikale Wohnpolitik und das großartige Wohnbauprogramm jedoch zum Kernpunkt der Austromarxisten und ihrer Gesellschaftsutopie. Für den Politologen Anton Pelinka etwa war das vorbildliche Wohnungsprogramm „von allen Bereichen jenes, das am stärksten den Ruf des „roten Wien“ begründete.“ (S.96)

Vor allem BewohnerInnen z.B. des „George-Washington-Hofs“, des „Viktor-Adler-Hofs“ oder des „Quarinhofs“ könnten deshalb vielleicht wieder stolz werden auf „ihren Bau“ und es entwickeln sich neue gemeinschaftsbildende Aktivitäten.

Drei „Kostproben“ aus „Das Rote Wien“: (Hervorhebungen FE)

„Der Leitsatz von Finanzstadtrat Hugo Breitner lautete: „Unbeirrt von all dem Geschrei der steuerscheuen besitzenden Klasse holen wir uns das zur Erfüllung der vielfältigen Gemeindeaufgaben nötige Geld dort, wo es sich wirklich befindet! (Das kommt uns doch bekannt vor. Ch.Kern: „Holt euch, was euch zusteht!“ ) „Diese neue Klassen- und Quellensteuerstrategie Breitners wurde von den Arbeitern bejubelt und von den Reichen heftigst diffamiert; aber diese unübertroffene Art der Geldbeschaffung schuf die Grundlagen für das (anfangs noch utopisch anmutende) Sozialprogramm im Roten Wien.“ (S.28)

(Aus Wikipedia: „Mit der im November 1920 begonnenen Trennung Wiens von Niederösterreich bekam die Gemeinde Wien, wie sich die Stadt bis 1934 stets nannte, die Finanzhoheit.“)

„Rundgang Favoriten:“

„….Im rasch wachsenden, infrastrukturell jedoch stark vernachlässigten Bezirk lebten in den reihenweise aus dem Boden gestampften, überbelegten Mietskasernen meist junge, kinderreiche Arbeiterfamilien, die noch dazu „Bettgeher“ aufnahmen. Damit stieg das soziale Elend sehr schnell an….Nichtsdestotrotz hat das Rote Wien gerade in diesem traditionellen Arbeiterbezirk bauliche Spuren hinterlassen. Nicht zufällig wurde bereits 1902 das erste Arbeiterheim von Hubert Geßner in der Laxenburger Straße 8-10 erbaut.  Auf dem Reumannplatz errichtete die Gemeinde das Amalienbad (1926), damals das modernste Hallenbad der Welt…Von den großen Höfen wie dem „Viktor-Adler-Hof“, „Zürcher-Hof“, „Quarin-Hof“  oder „Jean-Jaures-Hof“  bis zu den Lückenverbauungen im Rasterblock von der Quellenstraße zur Triester Straße am Wienerberg sind hier die verschiedensten Typen anzutreffen. Neben dem dicht besiedelten Zentrum an der Favoritnerstraße hatte der Bezirk große Reserven an brachliegenden Baugründen, die zunächst von der Gemeinde Wien angekauft bzw. enteignet und neu verbaut wurden. So entstand die größte und zugleich städtebaulich anspruchsvollste Anlage im Bezirk bei der „Spinnerin am Kreuz“: der heutige „George-Washington_Hof “ als ausgedehnter, gartenstadtmäßig bebauter Komplex mit 1.085 Wohnungen und diversen Sozialeinrichtungen.“ (S.245)

„Am Wienerberg“

Auf dem Höhenrücken des Wienerberges, zwischen der Triester Straße und der Laxenburger Straße, entstand in Fortsetzung der gründerzeitlichen Rasterblocks des alten Arbeiterviertels eine Reihe von Wohnhausanlagen der ersten Phase des „roten“ Gemeindewohnbauprogramm. Begrenzt wird dieses neue Wohnviertel von der Neilreichgasse, der Laxenburger Straße, der Raxstraße und der Troststraße. ……Das kasernenartige, aber „lieblich-romantische“ Äußere der Bauwerke ist durch die starke Überbetonung der abgewalmten Steildächer und ihre pittoreske Baumassengliederung im Duktus der konservativen Heimatschutzbewegung ihrer Vorbilder gekennzeichnet (vgl. die um 1913/14 erbauten Personalhäuser X., Zur Spinnerin 23-31; Braunspergengasse 8-10; Inzersdorfer Straße 115-117). Durch ihre sehr reiche architektonische Fassadengestaltung unterscheidet sie sich oft kaum von den Zinskasernen aus der Zeit der Jahrhundertwende. Sie wirken aber generell selbstbewusster und monumentaler und sind bezüglich der sanitären Einrichtungen bzw. des hygienischen Wohnstandards wesentlich fortschrittlicher als die alten „Bassenawohnungen“. Allein die konsequente Vermeidung von langen Flurgängen entspricht nicht mehr der Konzeption eines traditionellen Mietshauses. Das Formenvokabular setzt diese Tradition des Kommunalhauses aber unkritisch fort.“ (S.252)

………………Inzersdorferstr.115-117.JPG

……Links ist das Haus Inzersdorferstr.113 (erbaut von Harry Glück) zu sehen

Für das oben genannte und hier abgebildtete Haus Inzersdorferstr.115-117/Braunspergeng.8-10 wird derzeit die 11. „Orte erzählen“-Tafel geplant.


Zum Thema passende WordPress-Beiträge:

https://fritzendl.wordpress.com/2016/12/31/bezirksvorstehung-finanziert-2-500-orte-erzaehlen-broschueren/

https://fritzendl.wordpress.com/2015/06/30/unser-triesterviertel-im-internationalen-vergleich/

https://fritzendl.wordpress.com/2013/09/29/die-entwicklung-des-triesterviertels/

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Die Favoritner Bezirkszeitung „bz“ berichtet Erfreuliches.

Im März 2017 hat SPÖ Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky vor einem Wiener  SPÖ-Parteigremium eine bemerkenswerte Rede über seine Vorstellungen in Richtung „Wiener Bildungsgrätzl“ gehalten. (Näheres dazu)

Im 20.Bezirk gibt es dazu schon ein  Pilotprojekt.

Die NEOS Bezirksräte Christine Hahn und Roman Sonderer stellten deshalb zur Sitzung der Bezirksvertretung am 14.6.2017 folgende Anfrage an Frau Bezirksvorsteherin Mospointner

  1. Gibt es auch schon Überlegungen, solche Bildungsgrätzel in Favoriten einzurichten? Wenn ja, wo und wann? Wenn nein, warum nicht?
  2. Wer ist in die Entscheidungsfindung für die Einrichtung eines Bildungsgrätzels eingebunden?
  3. Wer ist in die Entscheidungsfindung für die Schwerpunktsetzung eines Bildungsgrätzels eingebunden?
  4. Welche Schulen (VS, NMS, AHS, private, öffentliche, freie) können an einem Bildungsgrätzel teilnehmen?

(Diese Anfragen werden in der nächsten Sitzung beantwortet werden.)

Und in der  Favoritner Bezirkszeitung „bz“ vom  12.7. gab es dazu sogar eine für das „Triesterviertel“ sehr erfreuliche Titelgeschichte zum Thema „Bildungsgrätzl“: „Gemeinsam  lernen im Triesterviertel“

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Die NEOS-Bezirksrätin Christine Hahn stellte darin in Hinblick auf den Neubau einer „Neuen Mittelschule“ Quellenstr.144 neben der bestehenden Volksschule  Quellenstr.142 fest „Hier wäre es optimal für ein Bildungsgrätzl“. (Gesamter Text)

Dieser Meinung schließe ich mich an. Denn im Umfeld der beiden Schulen befinden sich folgende Einrichtungen. Sie betreuen Kinder und  Jugendliche auf unterschiedliche Weise. Ihre Vernetzung würde dem Konzept des „Wiener Bildungsgrätzels“ optimal nachkommen.

Dazu kommen viele Initiativen im „Triesterviertel“ wie z.B. das Tafelprojekt  „Orte erzählen“ gemeinsam mit der Gebietsbetreuung und dem Bezirksmuseum, die durch eine bessere Vernetzung mit den vielen vorhandenen Einrichtungen – gemeinsam mit ALLEN politischen Fraktionen des Bezirks – die Verbundenheit mit dem Wohngrätzl nachhaltig verbessern könnten. (Dazu ein Überblick im vorigen WordPress-Beitrag)

Einrichtungen mit öffentlichem Hintergrund:

* Berufsförderungsinstitut (BFI)- Davidg.92

* Interface-Wien-Jugend-College (Fördert die gesamtgesellschaftliche Integration von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Migrationshintergrund), Knöllg.15

* Kindergarten der Gemeinde Wien, Quaring.13

* Kindergarten+Hort der Gemeinde Wien, Quaring.16

* Neue Mittelschule Quellenstr.144

* SpaceLab, Arbeitsmarkt-Projekt für Jugendliche, Knöllg.2

* Öffentl.Volksschule, Quellenstr.142

Sie wurde am 20.3. als sogenannte „Brennpunktschule“ von SR Jürgen Czernohorszky und Stadtschulratspräsidenten Heinrich Himmer besucht:

Krone 20.3.2017

* Öffentl.Volksschule, Knöllg.59

* Wiener Mittelschule, Knöllg.61

Einrichtungen mit privatem Hintergrund:

* ATIB-Kindergarten, Gudrunstr.189

*Caritas – „Haus Daria“, Braunspergeng.20-22

* Kindergarten und Hort der Wr.Kinderfreunde, Bucheng.155

* Kindergarten und Hort der Wr.Kinderfreunde, Inzersdorferstr.113

* Kindergarten und Hort der Wr.Kinderfreunde, Knöllg.56-60

* Kindergarten „Ganna“, Hardtmuthg.139, Derzeit keine Homepage

* Kindergarten „Marianne“, Malborghetg.4, Derzeit keine Homepage

* Kindergarten „TechnoKids“, Kundratstr.6

* Kindergruppe „Sowiedu“, Knöllg.32

* Lernwerkstatt „Sowiedu“, Knöllg.5

* NUR-Kindergarten, Rotenhofg.108

* Pfarrgemeinde „Königin des Friedens“, Quellenstr.197

*Phönix-Kinderbetreuungsverein „Märchengarten“, Knöllg.20-24

* Phönix Realgymnasium, Knöllg.20-24

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NEOS-Klub als „Eisbrecher“ bei den Favoritner PolitikerInnen?

Die ersten „Gedanken eines besorgten Großvaters“ veröffentlichte ich hier vor acht Jahren.  Gerade noch rechtzeitig zu diesem inzwischen 100. Beitrag berichte ich über zwei endlich sichtbar gewordene Ergebnisse meines „Bohrens dicker Bretter“ und kann ein drittes ankündigen. 

Anschließend einige Gedanken über „öffentliche“ und „private“ Tätigkeiten sowie Erinnerungen an einige „Bohrversuche“.

  • Am 21.6. fand erstmals eine Führung zu den „Orte erzählen“-Tafeln statt, zu der eine politische Bezirksfraktion, die NEOS, eingeladen hatte. (Dazu Näheres)

NEOS-21.6.17

Am 28.6. konnte der Großteil der neu gestalteten und privat finanzierten  Webseite www.orteerzaehlen.at veröffentlicht werden.

  • Sie wird neben der weiter bestehenden Dorfwiki-Seite www.triesterviertel.at vor allem über das Tafelprojekt „Unser Triesterviertel – Orte erzählen“ berichten und hoffentlich zu mehr Bekanntheit im „Triesterviertel“ führen. (Dazu Näheres)

  • An einem weiteren „dicken Brett“ wird seit einigen Monaten im privaten „Phönix Realgymnasium“ (mit Öffentlichkeitsrecht) anlässlich dessen 10-jährigen Bestehens hartnäckig „gebohrt“. Wir werden am Samstag, 21.10. das Ergebnis präsentieren. (Dazu Näheres)

Über  „öffentliche“ und „private“ Tätigkeiten:

  • „Öffentlich bedienstet“ ist nicht „öffentlich tätig“:

Auch ehemalige Hauptschullehrer wie ich bleiben in der Pension Beamte d.h. „öffentlich Bedienstete“, werden aus Steuergeldern bezahlt und unterliegen z.B. sowohl  privatrechtlich als auch dienstrechtlich den jeweiligen gesetzlichen Bestimmungen. „Öffentlich tätig“ bin ich jedoch nur als aktiver Lehrer gewesen, obwohl das fast ausschließlich innerhalb eines (Schul)-Gebäudes der Fall war.

  • „Graswurzel-Initiativen“ sind nicht kontrollierbar:

In meinem Wohnviertel sammelte ich als Bewohner erste Erfahrungen mit BürgerInneninitiativen, gründete einen Grätzlverein („Grätzl-Punkt Rosa Jochmann“, später „triesterviertel.at“), beteiligte mich meist als einziger privater Verein innerhalb von Vertretern professionell organisierter Einrichtungen an Vernetzungsinitiativen in Favoriten („Regionalteam Favoriten“) und wienweit („Wiener Vernetzungsfrühstück“)

In diesen Vernetzungsinitiativen erlebte ich nach anfänglicher Zusammenarbeit „auf gleicher Augenhöhe“ zunehmend den Einfluss der vorgesetzten Stellen auf die jeweiligen Delegierten. Die „Graswurzelbewegung“ wurde immer mehr „von oben“ kontrolliert bzw. bürokratisiert  und ich zog die Konsequenzen und mich zurück in „mein“ „Triesterviertel“. Hier „mische ich mich“ als „Grätzlaktivist“ im Rahmen eines Vereins mit öffentlich einsehbaren Statuten gleichsam „öffentlich“ in „meine eigenen Angelegenheiten ein“ (frei nach Max Frisch). Als privater Bewohner engagiere ich mich wie (hoffentlich) viele Menschen mehr oder weniger, je nach Möglichkeiten.

  • „Ort der Begegnung“ im „Triesterviertel“ gesucht:

Hier bin ich ein von Organisationen aller Art unabhängiger Bewohner, der sich im Rahmen eines privaten Vereins (Die „Frau – seit 50 Jahren – an meiner Seite“ und ich sind „der Vorstand“) bemüht, mit Politikern/Politikerinnen aller Parteien eine möglichst gute, das heißt respektvolle und sachorientierte Gesprächsbasis „auf gleicher Augenhöhe“ zu finden.  Unser Grätzlverein „triesterviertel.at“ bemüht sich vor allem um die Mitarbeit anderer Bewohner/Bewohnerinnen, um gemeinsame Grätzlthemen  an die Stadtverwaltung und  Bezirks- und Gemeindepolitikern/-politikerinnen heranzutragen. Deshalb wäre ein neutraler „Ort der Begegnung“ ohne Konsumationsdruck sehr hilfreich.

Über Bemühungen im „Triesterviertel“

  • Suche nach einer Kontaktstelle:

Auf der Suche nach einem geeigneten Lokal gab mir schon in den 90-Jahren ein für das „Triesterviertel“ noch immer zuständiger SPÖ-Funktionär den „guten Rat“, sein damals noch bestehendes Sektionslokal zu benützen: „Das ist ja auch ein Grätzl-Punkt“, meinte er und „vergaß“, dass es das „Rote Wien“ der 1920-er-Jahre nicht mehr gibt. (Leider sind er und viele seiner Favoritner Parteifreunde noch immer nicht „aufgewacht“.)

Die damalige SPÖ-Stadträtin Grete Laska unterstützte uns jedoch finanziell, sodass 1996 ein kleines Lokal in der Knöll.29 eröffnet werden konnte. („Grätzl Punkt Rosa Jochmann – Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen, Nachbarschaftshilfe und BürgerInneninitiativen“) Zusätzlich wurden wir ab und zu durch private Spenden unterstützt, wodurch es drei Jahre lang betrieben werden konnte.

  • Die Ausstellung „Leben und Arbeiten im Triesterviertel“:

1993 lud uns die Gechäftsführung der ehemaligen Kuvertfabrik Roja Mill ein (Sie feierte damals ihr 100-jähriges Bestehen),  gemeinsam mit dem Bezirksmuseum und dem Volkskundewissenschaftler Dr.Wolfgang Slapanskydie Ausstellung „Leben und Arbeiten im Triesterviertel“ durchzuführen. Mit einer gleichnamigen Broschüre des Bezirksmuseums wurde diese Ausstellung auch Grundlage für das spätere „Orte erzählen“- Tafelprojekt.

RojaMill-Juni93

Juni 1993: Transparent in der Davidgasse

  • Erfolgreiche Veranstaltungsreihe im „Wasserturm“

    Von 30.4.-15.5.1997 konnte der Verein mit einem kleinen Team und  mit Unterstützung des damaligen „Wiener Volksbildungswerks“ (heute „Baisis.Kultur.Wien“), der MA7 (Kulturamt), der Wiener Wirtschaftskammer und des Wiener Integrationsfonds (heute MA17) ein umfangreiches Programm im Wasserturm am Wienerberg organisieren. Den Ehrenschutz übernahmen die damaligen Stadträte Marboe (Kultur) und Svihalek (Verkehr, Umwelt)

  • Die „Dorfwiki“-Webseite http://www.triesterviertel.at

2007 wurde der Verein eingeladen, unsere Bemühungen auf einer „Dorfwiki“-Webseite im Internet zu präsentieren. Auf www.triesterviertel.at werden seither die meisten Aktivitäten mit relativ geringen Beitragskosten dokumentiert.

  • Unser „Orte erzählen“-Projekt:

Seit 2008 plant der Verein „triesterviertel.at“ gemeinsam mit dem Bezirksmuseum und der Gebietsbetreuung als professionelle Beratung inzwischen zehn Infotafeln. Sie wurden an bemerkenswerten Orten im Triesterviertel montiert und von den jeweiligen Hauseigentümern bezahlt. Aber auch der Bezirk (=die Bezirksvorstehung) unterstützte uns, indem er 2016 aus dem Bezirksbudget den Druck von 2500 „Orte erzählen“-Broschüren finanzierte. Dazu kann man auf der Webseite der „Gebietsbetreuung Stadterneuerung“ den Audioguide Das Triesterviertel „gehört“ erkundet“ hören. Und zuletzt gibt es nun auch eine eigene „Orte erzählen“-Webseite, die von einem privaten Sponsor finanziert wird.

1.“Gedanken“-Text am 10.6.2009: Großeltern aller Länder vereinigt euch!

2. „Gedanken“-Text am 16.7.2009: „Hier bin ich daheim“: https://fritzendl.wordpress.com/2009/07/16/16-7-2009/

Beiträge mit ähnlichem Inhalt:

https://fritzendl.wordpress.com/2013/10/31/unser-triesterviertel-orte-erzahlen/

https://fritzendl.wordpress.com/2016/12/31/bezirksvorstehung-finanziert-2-500-orte-erzaehlen-broschueren/

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Eine Zusammenarbeit ALLER demokratischen Kräfte

ist mehr denn je gefragt: GLOBAL UND LOKAL

Als Sohn eines deutschnationalen Vaters (Jg.1896) hätte ich mir nie gedacht, dass wir wieder so nahe an Entwicklungen wie in den 30-er Jahren kommen würden.

……………………………….trump-falter300 Aus „Falter“ Nr.51052a/16 „Die Zukunft der Kommunikation-Ein Reader“

Hitler wurde „demokratisch gewählt“ und setzte nur Wahlversprechen um…….inklusive Vernichtung der jüdischen Bevölkerung.

Zum beunruhigenden Vergleich der Text von Volker Ullrich

in der „Zeit-Online“ von heute: (Hervorhebungen: FE)

Über Adolf Hitler: „Ruhig abwarten!“

Das Amt wird ihn vernünftig machen, sein Kabinett ihn zähmen. Eine Diktatur? Undenkbar. Wie Journalisten, Politiker, Schriftsteller und Diplomaten Hitlers Ernennung zum Reichskanzler kommentierten.

Gibt es Anlass zur Sorge? Nein, fand der Hamburger Nikolaus Sieveking, ein Angestellter im Weltwirtschafts-Archiv: „Aus der Tatsache der Hitlerschen Kanzlerschaft irgendwelche Sensation zu machen, halte ich für kindisch genug, um es seinen getreuen Anhängern zu überlassen“, notierte er am 30. Januar 1933 in sein Tagebuch.

Wie Sieveking nahmen viele Deutsche dieses Datum zunächst nicht als einen dramatischen Wendepunkt wahr. Kaum jemand ahnte, was die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler tatsächlich bedeutete. Viele Zeitgenossen reagierten erstaunlich gleichgültig auf das Ereignis.

Zweimal hatten die Kanzler der Präsidialkabinette im Lauf des Jahres 1932 gewechselt – auf Heinrich Brüning war Anfang Juni Franz von Papen gefolgt und auf diesen Anfang Dezember Kurt von Schleicher. Man hatte sich an das Tempo schon fast gewöhnt. Warum sollte die Regierung Hitler mehr als eine Episode sein? In der Wochenschau der Kinoprogramme wurde die Vereidigung des neuen Kabinetts als letzter Beitrag gebracht, nach den sportlichen Großereignissen.

Dabei hatte Hitler in „Mein Kampf“ und in seinen zahlreichen Reden vor 1933 nie verheimlicht, was er, einmal an der Macht, zu tun gedachte: das demokratische „System“ von Weimar abzuschaffen, den „Marxismus“ (womit Sozialdemokratie und Kommunismus gleichermaßen gemeint waren) „auszurotten“ und die Juden aus Deutschland zu „entfernen“. Was die Außenpolitik betraf, hatte er keinen Hehl daraus gemacht, dass es ihm zunächst um die Revision des Versailler Vertrages ging, das langfristige Ziel aber auf die Eroberung von „Lebensraum im Osten“ gerichtet war.

Die Kamarilla um Reichspräsident Paul von Hindenburg, die ihn durch ein Intrigenspiel an die Macht gehievt hatte, war mit ihm einig in dem Ziel, eine Rückkehr zur parlamentarischen Demokratie zu verhindern, die Fesseln von Versailles zu sprengen, die Streitkräfte massiv aufzurüsten und Deutschland wieder zur ersten Großmacht in Europa zu machen. Was die weiteren Absichtsbekundungen Hitlers betraf, waren seine konservativen Bündnispartner geneigt, sie als bloße Rhetorik abzutun. Erst einmal im Amt, werde er schon vernünftig werden. Außerdem glaubte man, Hitler so „eingerahmt“ zu haben, dass man ihn in seinen Machtambitionen zügeln und die Dynamik seiner Bewegung kontrollieren konnte. „Was wollen Sie denn?“, hielt Vizekanzler Papen, der eigentliche Architekt des Bündnisses vom 30. Januar, Kritikern entgegen. „Ich habe das Vertrauen Hindenburgs. In zwei Monaten haben wir

Fahrlässiger konnte Hitlers Machtwille nicht unterschätzt werden. Zwar besaßen die neun konservativen Minister im „Kabinett der nationalen Konzentration“ ein deutliches Übergewicht über die drei Nationalsozialisten. Doch Hitler hatte dafür gesorgt, dass zwei Schlüsselressorts mit seinen Männern besetzt wurden: Das Reichsinnenministerium übernahm Wilhelm Frick. Hermann Göring, Minister ohne Geschäftsbereich, bekam das preußische Innenministerium und erhielt damit Zugriff auf die Polizei im größten deutschen Staat – eine wichtige Voraussetzung für die Errichtung der NS-Diktatur.

Als der starke Mann im Kabinett galt der Medienmogul und Vorsitzende der Deutschnationalen Volkspartei Alfred Hugenberg. Er erhielt das Wirtschafts- und Landwirtschaftsressort, sowohl im Reich als auch in Preußen. Dass der neue Superminister bereits am 31. Januar gegenüber dem Leipziger Bürgermeister Carl Goerdeler bekannt haben soll, er habe die „größte Dummheit“ seines Lebens gemacht, indem er sich mit dem „größten Demagogen der Weltgeschichte“ verbündete, ist wenig glaubhaft. Denn Hugenberg war wie Papen und die übrigen konservativen Minister davon überzeugt, Hitler nach den eigenen Vorstellungen lenken zu können.

Diese Illusion teilte er mit Vertretern der Großindustrie. In einem Leitartikel in der Deutschen Allgemeinen Zeitung, dem der Schwerindustrie nahestehenden Blatt, erklärte Chefredakteur Fritz Klein, die Zusammenarbeit mit den Nationalsozialisten werde sich vermutlich „schwierig und aufreibend gestalten“, doch einmal habe „der Sprung ins Dunkle“ ja gewagt werden müssen, weil die Hitler-Bewegung zum stärksten politischen Faktor in Deutschland geworden sei. Der Führer der NSDAP müsse nun beweisen, „ob er das Zeug zum Staatsmann besitzt“. An den Börsen zeigte sich keine Beunruhigung; man wartete zunächst einmal ab……….

„Die Zeichen stehen auf Sturm“

In seiner im englischen Exil geschriebenen Geschichte eines Deutschen erinnerte sich der Publizist Sebastian Haffner 1939 an den „eisigen Schreck“, der ihn sechs Jahre zuvor als Referendar am Berliner Kammergericht bei der Nachricht von Hitlers Ernennung befallen hatte. Einen Augenblick lang habe er „fast körperlich den Blut- und Schmutzgeruch um diesen Mann Hitler“ empfunden. Doch noch am Abend des 30. Januar habe er mit seinem Vater, einem liberalen Reformpädagogen, die Aussichten der neuen Regierung diskutiert, und man sei sich rasch einig gewesen, dass sie wohl einiges Unheil anrichten könne, aber nicht lange im Amt bleiben werde. ……..

Es wird schon nicht so schlimm kommen – das war auch der Tenor der großen liberalen Blätter. ……..Ein Verbot der Kommunistischen Partei stehe auf dem Programm, und mit einer Einschränkung der Pressefreiheit sei zu rechnen. Doch auch die Fantasie des sonst so hellsichtigen Journalisten reichte nicht aus, um sich einen nur halbwegs zutreffenden Begriff von den Möglichkeiten einer totalitären Diktatur zu machen. Es gebe „eine Grenze, über die hinweg die Gewalt nicht dringt“, schloss er. Im deutschen Volk, das immer stolz gewesen sei auf „die Freiheit des Denkens und des Wortes“, werde sich „seelischer und geistiger Widerstand“ regen und allen Diktaturgelüsten Schranken setzen.

In der Frankfurter Zeitung äußerte der für die Innenpolitik zuständige Redakteur Benno Reifenberg Zweifel an der „menschlichen Qualifikation“ Hitlers für das Amt des Reichskanzlers, schloss aber nicht aus, dass er sich mit der Verantwortung wandeln und Respekt verschaffen könne. Wie Theodor Wolff bezeichnete es Reifenberg als „eine hoffnungslose Verkennung unserer Nation, zu glauben, man könne ihr ein diktatorisches Regime aufzwingen“: „Die Vielfältigkeit des deutschen Volkes verlangt die Demokratie.“

Weniger zuversichtlich zeigte sich Chefredakteur Julius Elbau in der Vossischen Zeitung. „Die Zeichen stehen auf Sturm“, hieß es in einem ersten Kommentar. Zwar habe sich Hitler mit seinem Anspruch auf den ausschließlichen Besitz der Macht nicht durchsetzen können: „Es ist kein Kabinett Hitler, sondern eine Regierung Hitler/Papen/Hugenberg.“ Aber bei allen inneren Gegensätzen sei sich dieses Triumvirat einig darin, „den völligen Bruch mit dem Bisherigen zu vollziehen“. Angesichts dieser Aussicht warnte die Zeitung: „Ein gefährliches Experiment, das man nur mit tiefer Sorge und schärfstem Mißtrauen begleiten kann.“

Besorgt war auch die Linke. In ihrem Aufruf vom 30. Januar hielten Parteivorstand und Reichstagsfraktion der SPD ihre Anhänger dazu an, den „Kampf auf dem Boden der Verfassung“ zu führen. Jeder Versuch der neuen Rechtsregierung, die Verfassung zu verletzen, werde „auf den äußersten Widerstand der Arbeiterklasse und aller freiheitlich gesinnten Volkskreise stoßen“. In dem strikten Beharren auf ihrem Legalitätskurs übersah die SPD-Führung, dass die demokratische Verfassung von Weimar unter den vorangegangenen Präsidialregierungen schon ausgehöhlt worden war und Hitler nicht zögern würde, die letzten Reste zu zerstören.

Einer Fehleinschätzung unterlag auch die KPD, als sie zum „Generalstreik gegen die faschistische Diktatur der Hitler, Hugenberg, Papen“ aufrief. Angesichts von sechs Millionen Arbeitslosen gab es unter den Beschäftigten wenig Neigung, in den Ausstand zu treten. Der Appell, eine gemeinsame Abwehrfront zu bilden, stieß wiederum bei den Sozialdemokraten auf wenig Gegenliebe, konnten sie doch nicht so schnell vergessen, dass die Kommunisten sie noch kurz zuvor als „Sozialfaschisten“ diffamiert hatten……

Grotesker konnte man die von Hitler ausgehende Gefahr nicht verkennen. Die meisten führenden Sozialdemokraten und Gewerkschafter waren im Kaiserreich groß geworden. Sie konnten sich allenfalls eine Repression in Gestalt des Bismarckschen Sozialistengesetzes vorstellen, nicht aber, dass jemand mit der völligen Zerstörung der Arbeiterbewegung Ernst machen würde.

Nur fünf Monate brauchte Hitler

Dass mit Hitler ein fanatischer Antisemit an die Macht gekommen war, hätte die in Deutschland lebenden Juden am stärksten beunruhigen müssen. …… So sei man überzeugt, dass „niemand es wagen“ werde, „unsere verfassungsmäßigen Rechte anzutasten“. In einem Leitartikel in der Jüdischen Rundschau vom 31. Januar wurde überdies die Erwartung ausgesprochen, „daß auch im deutschen Volk die Kräfte noch wach sind, die sich gegen eine barbarische antijüdische Politik wenden würden“. Es sollte nur wenige Wochen dauern, bis sich all diese Annahmen als trügerisch erwiesen.

Falsche Vorstellungen über die Natur des Machtwechsels machten sich nicht zuletzt die ausländischen Diplomaten. Der amerikanische Generalkonsul in Berlin, George S. Messersmith, meinte zwar, es sei schwierig, eine klare Vorhersage über die Zukunft der Hitler-Regierung zu machen, sprach aber die Vermutung aus, dass sie nur eine Übergangserscheinung hin zu stabileren politischen Verhältnissen darstelle. …….

Selten ist ein politisches Projekt so rasch als Chimäre enthüllt worden wie das Konzept der Konservativen zur „Zähmung“ der Nationalsozialisten. Was machttaktische Gerissenheit betraf, war Hitler seinen Mit- und Gegenspielern im Kabinett turmhoch überlegen. Binnen Kurzem hatte er sie an die Wand gespielt……

Nur fünf Monate brauchte Hitler, um seine Macht zu etablieren. Bis Sommer 1933 waren Grundrechte und Verfassung außer Kraft gesetzt, die Länder gleichgeschaltet, die Gewerkschaften zerschlagen, die Parteien verboten oder aufgelöst, Presse und Rundfunk auf Linie gebracht; die rechtliche Gleichstellung der Juden war beseitigt. „Alles, was in Deutschland außerhalb der nationalsozialistischen Partei existierte“, sei „zerstört, zerstreut, aufgelöst, angegliedert oder aufgesaugt“, zog François-Poncet Anfang Juli Bilanz. Hitler habe „die Partie mit geringem Aufwand gewonnen“: „Er musste nur pusten – das Gebäude der deutschen Politik stürzte zusammen wie ein Kartenhaus.“

FE: „DAS DARF NIE WIEDER GESCHEHEN!

NICHT IN DEN USA UND NICHT IN EUROPA!“

Siehe auch „Das leise Wimmern der Demokratie“

oder: Wer Trump verstehen will, muss Orwells „1984“ lesen

oder: Trump liebt nur sich selbst

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Wird es vielleicht sogar eine „Inklusionsschule“? Ich weiß leider gar nichts. Warum nur?

Seit März höre ich vom Gerücht, dass neben der  Volksschule Quellenstr.142  eine „Neue Mittelschule“ gebaut werden soll. Über den genauen Schulstandort und über weitere  Veränderungen  in Richtung des Evangelischen Friedhofs beim Matzleinsdorferplatz  im Zusammenhang mit der geplanten U-Bahn gibt es ebenfalls nur Gerüchte.

Mein besonderes Anliegen gilt aber  jenen Entwicklungen, die unsere Kinder ganz besonders betreffen und das sind jene im Kindergarten- und Schulbereich.

Aktuell erschreckt mich  z.B. der Anblick des Baggers vor der Volksschule Quellenstr.142, der den wichtigsten Spielbereich im Freien in eine Baugrube verwandelt.

………………schule-quellenstr-142

Aber vielleicht ist hier das Modell einer zeitgemäßen „Inklusionsschule“  geplant?  

Und das würde insofern sogar Sinn machen, weil  im zuletzt zur  Volksschule hinzugefügten Gebäudeteil in der Sonnleithnerg.32  viele Jahre ein entsprechend ausgebildetes Fachpersonal für Allgemeine Sonderschulen hervorragende Arbeit gemacht hat.

Leider wurde aber diese Hoffnung durch ein Antwortschreiben vom Büro des Amtsführenden Präsidenten des Stadtschulrates für Wien an eine besorgte Mutter nicht bekräftigt. Diese Mutter schrieb im März dieses Jahres:

„Ich bin Mutter von drei Kindern und in naher Zukunft sollen auch die zwei anderen Kinder in diese Schule gehen. Wir haben uns bewusst gegen eine Privatschule und für diese Schule entschieden.  

Wenn nun zu den bestehenden 23 Klassen (mit insgesamt knapp 500 Schülern) noch 8 Klassen (in etwa 200 Kinder) mit 10 bis 14 jährigen  Schülern hinzukommen sehen wir vor allem den Bewegungsraum unserer Kinder massiv eingeschränkt, gerade kleine Kinder brauchen viel Bewegung und Freiraum. …….

Ein Plus von 200 Schülern inkl. Verwaltung (sprich Lehrer und sonstiges Personal) bedeutet dass auf dem verbleibenden Freiraum 40% mehr Kinder ihre Freizeitphasen verbringen und der Verlust zusätzlicher Fläche, da man diesen neuen Lehrern doch wohl Parkplätze zur Verfügung stellen wird?! 

Ganz abgesehen von dem Verlust der Lebensqualität unserer Kinder, wie stellen Sie sich dieses Miteinander vor? 

Als Mitglied des Elternvereins und besorgte Mutter verbleibe ich mit freundlichen Grüßen und erhoffe mir eine Stellungnahme“

Die Antwort vom Büro des Wiener Stadtschulrates:

„Sehr geehrte ……………

Herzlichen Dank für Ihr Schreiben an Herrn Amtsführenden Präsidenten Mag. Jürgen Czernohorszky, der mich gebeten hat, Ihnen zu antworten.

Auf Grund der wachsenden Schülerzahlen im 10. Bezirk ist es dringend erforderlich, eine zusätzliche Neue Mittelschule zu errichten um in Zukunft allen SchülerInnen einen Schulplatz im Wohnbezirk anbieten zu können.

Nach Rücksprache mit den Planungsverantwortlichen darf ich Ihnen mitteilen, dass die Freiraumflächen für die Volksschule weitgehend erhalten bleiben. Eine Ausweitung der Parkplätze ist definitiv nicht geplant.

Was die gemeinsame Nutzung der Freiflächen betrifft, so kann ich Sie beruhigen, da alle SchülerInnen (Volksschule und Neue Mittelschule) während der gesamten Unterrichtszeit unter Aufsicht der Lehrer und Lehrerinnen stehen und alle Kollegen und Kolleginnen ein wertschätzendes, soziales Zusammenleben der Kinder am Standort gewährleisten. 

Mit freundlichen Grüßen

Mag.a Andrea Trattnig

Diese Antwort lässt keinen Schluss darüber zu, ob es an dieser geplanten Schule Ansätze eines inklusiven Konzeptes gibt, wie es z.B. im Beitrag von Karin Schwarz-Viechtbauer und Brigitte Rabl im „Schulheft 163: SchulRäume – Einblicke in die Wirkkraft neuer Lernwelten“ (Studienverlag 2016) beschrieben wird:

…………………………schulheft-163

„Zeitgemäße Anforderungen an Bildungseinrichtungen aus Sicht des Österreichischen Instituts für Schul- und Sportstättenbau“ (S.45) Vorbemerkung: „Schule und Schulbau stehen vor zahlreichen neuen Herausforderungen: Ganztägige Schulformen werden vermehrt nachgefragt und auch politisch vorangetrieben, reformpädagogische Konzepte und individualisiertes Lernen entwickelt sich von der Ausnahme zur Regel. Inklusion ist ein wichtiges Leitbild geworden. Aber auch der demografische Wandel stellt den Bildungsbau vor große Herausforderungen. In Ballungszentren sieht man sich kaum bewältigbaren Bauaufgaben konfrontiert…..

1 – Standortpolitik: Bildungseinrichtungen sind ein wichtiger Bestandteil der baulichen Infrastruktur und können neben ihrer Grundfunktion der Bildungsförderung verschiedenste NutzerInnengruppen ansprechen – beispielsweise das regionale Sportangebot erweitern, lebenslanges Lernen fördern, Treffpunkt der Generationen oder kulturelles Zentrum sein. In Fachkreisen werden Bildungseinrichtungen darüber hinaus mit der Gemeinde- und Regionalentwicklung in Zusammenhang gebracht. Man betrachtet sie nicht nur als Identität stiftendes Zentrum in Gemeinden, sondern schreibt ihnen auch Bedeutung zu als Kriterium für Betriebsansiedlungen, soziale Stabilität u.v.m.“ (Hervorhebungen: FE)

Ob solche „inklusiven“ Überlegungen in die Planung dieser „Neuen Mittelschule“ im „Triesterviertel“ eingeflossen sind?

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Wir müssen aber MEHR MITEINANDER REDEN, denn „durch´s Reden kommen d`Leut z´samm´“.

Hauptursache für die weltweit zunehmende Armut, für Hunger, Krankheiten, Krieg und Flucht ist, dass ein Prozent der Weltbevölkerung über mehr als ein Drittel des globalen Reichtums verfügt. Und nach Schätzungen entziehen sie davon etwa ein Drittel einer Besteuerung. (Ö1-Radiokolleg 30.6.2016)

Immer mehr seriöse Untersuchungen bestätigen die Tatsache, dass diese Entwicklung seit vielen Jahren vorbereitet worden ist! Es sollen  die Ursachen der Probleme möglichst gleich in der Nachbarschaft gesucht werden, nur nicht bei ihnen in ihren „goldenen Käfigen“! Dieses 1% und ihre Strategen sind bis jetzt „die lachenden Dritten“, wenn wir übrigen 99 % weiterhin so wenig miteinander reden oder sogar streiten!

Das betont auch Colin Crouch, Autor von „Postdemokratie“, in seinem neuen Buch „Die bezifferte Welt – Wie die Logik der Finanzmärkte das Wissen bedroht“ (Suhrkamp, 2015):

crouch-2015

„Wenn die Macht der Demokratie schwindet, verlieren die Wähler unter Umständen das Interesse an ihr. Zweifellos wird sie dadurch noch anfälliger für die Manipulation durch Mächtige, doch sind diese dann möglicherweise zugleich mit einem Mangel an Legitimation konfrontiert. Sie sind darauf angewiesen, daß die Bürger an den Wahlen teilnehmen – und können sie dazu motivieren versuchen, indem sie politische Debatten über eine Vielzahl an sich eher unbedeutenderer Probleme anzetteln. Diese Taktik hat überdies den Vorzug, die Bevölkerung regelmäßig von den wichtigeren Fragen abzulenken, wer die eigentlichen Profiteure eines solchen Systems sind.“ (S.219) (Hervorhebung FE)

Aber das darf von uns, der 99 %-Mehrheit, also auch von uns BewohnerInnen des „Triesterviertels“ insgesamt, nicht mehr länger als schicksalshaft hingenommen werden! Schon unseren Kindern und Enkerln zuliebe! Dazu passen mein erster WordPress-Text vom  10.6.2009: Großeltern aller Länder vereinigt euch! und jener vom 26.12.2009: Großeltern aller Parteien vereinigt euch!

Aus meiner Sicht ist ein sehr „bedeutendes Problem“ die geringe Teilhabe von BewohnerInnen am Geschehen im unmittelbaren Wohngebiet. Das hängt ziemlich sicher auch damit zusammen, dass es immer weniger Gelegenheiten zu mehr oder weniger „öffentlichen“ Gesprächen gibt. Beim Tratsch mit den Nachbarn im Haus, beim Greißler ums Eck, im Wirtshaus, im Park, beim gemeinsamen Besuch des Grätzl-Kinos oder des Fußballplatzes in der Nähe wurden viele Meinungen ausgetauscht und gebildet, wurde auch viel „politisiert“.

Es sollten daher zeitgemäße Gelegenheiten geschaffen werden, damit interessierte Menschen in der Nachbarschaft wieder über aktuelle Themen ins Gespräch kommen können. Viele möchten sich mit anderen über Grätzlangelegenheiten austauschen oder möchten sich informieren. Es fehlen aber zunehmend die Gelegenheiten dazu.

Solche „Grätzlgespräche“ möchte der Verein „triesterviertel.at“ wieder organisieren.

Wer unterstützt uns dabei?

quarinpassage-22-3-13

„Marktplatzgespräch“ am 22.3.2013 mit FPÖ -Klubobmann Stefan Berger und ÖVP -Klubobmann Thomas Kohl

Aus solchem „öffentlichen Tratsch“ kann dann auch wieder das Bedürfnis entstehen, sich an die gewählten BezirksvertreterInnen zu wenden. Es könnten sich dann auch Einzelpersonen darin bestärkt fühlen, sich mit einer Forderung oder einem Vorschlag an LokalpolitikerInnen zu wenden. Schön wäre es, wenn sich Personen auch an die gesamte Bezirksvertretung im Rahmen ihrer Vollversammlungen wenden könnten. Zum Erproben dieser Beteiligungsform würde sich – nach einer Anpassung der Wiener Stadtverfassung – die „Mündliche BürgerInnenbeteiligung“  anbieten, die in der Gemeinde Gablitz (NÖ) schon seit einigen Jahren erfolgreich praktiziert wird.

Am besten in Favoriten!

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