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Archive for the ‘Allgemeines’ Category

„Nicht unserer Vorväter und – mütter (FE) wollen wir trachten, uns würdig zu zeigen – nein, unserer Enkel.“ (Bertha von Suttner)

Es wird keine Fortsetzung geben:

Mit diesen 150. “Gedanken eines besorgten Großvaters“ wollte ich beginnen, mir auch über die Geschichte unserer Familie Gedanken zu machen und möglichst viele „Spuren“ zu sammeln.

Leider verstärkte sich durch einige Bücher, die ich zuletzt speziell über die Jahre rund um 1938 gelesen habe, die Gewissheit, dass die auf diesem Foto glücklich versammelte Endl-Familie von den beginnenden Judenverfolgungen zumindest gewusst haben musste.

Ganz besonders traurig stimmt mich mein Vater, der noch bis 1945 überzeugter Hitleranhänger gewesen ist, wie aus seinen Briefen zu entnehmen ist. Daher werde ich mich mit dieser beschämenden Geschichte meiner Familie vor 1945 nicht mehr befassen, sondern umso mehr mit der Stärkung des friedlichen Miteinanders in unserer Nachbarschaft.

Die Eltern meines Vaters (Heinrich 1865-1945 und Anna 1872-1945) haben in Nachbarhäusern auf der Triesterstraße gewohnt (Nr.42 und 44) und 1896 knapp vor dessen Geburt geheiratet. Mein Vater war also ein geborener „Triesterviertler“. Ich bin erst 1968 nach unserer Heirat vom 15. Bezirk in eine „Zimmer-Küche-Kabinett“ Wohnung) nach Favoriten gezogen und wohne seit 1980 im „Triesterviertel“.

Am Foto die Famlie Endl aus dem Jahr 1938: Dritter von rechts mit Brille mein Vater, rechts daneben Schwester Anna, links stehend Bruder Leopold, dessen Frau Sissy, meine Mutter Mitzi, Großvater Heinrich, Bruder Pepi, ganz links Schwester Mitzi.

Ebenfalls vom Jahr 1938 berichtet Manfred Flügge im Buch „Stadt ohne Seele – WIEN 1938“: Für den „Aufbau“-Verlag „Ein Zeitroman und Schicksalspanorama: Der „Anschluss“ Österreichs durch die Nazis im März 1938 und ihr Einmarsch in Wien waren ein traumatischer Wendepunkt in der europäischen Geschichte“

Für die fünf Geschwister unserer Familie war aber das Jahr 1938 kein „Wendepunkt“ in ihrer guten Familiengemeinschaft und den unterschiedlichen gesellschaftspolitischen Positionen der drei Brüder: Deutschnational (mein Vater), (vermutlich) sozialdemokratisch (Onkel Pepi) und (vermutlich) katholisch&monarchistisch (Onkel Poldi). Gemeinsam war aber offenbar den drei Brüdern der zunehmende Antisemitismus in den 30-er und 40-er Jahren. Ich möchte mich jedenfalls in meinem Engagement künftig lieber unseren beiden Enkerlmädchen Miriam und Livia als „würdig“ erweisen als diesen „Endl-Vorfahren“.

Die Überschrift „Mein Papa, zwei Kriege und ich“ bezieht sich auf den Titel eines Buches, das ich schon gelesen habe: „Mein Opa, sein Widerstand gegen die Nazis und ich“ Die Autorin Nora Hespers (Jg 1978), eine deutsche Journalistin, beschreibt darin das Leben ihres Großvaters Theo Hespers, der 1943 wegen „Hochverrats“ hingerichtet worden war. In ihrem Blog „Die Anachronistin“ informiert Nora Hespers  seit 2014 über die Geschichte ihres Großvaters.

Im Unterschied zu Theo Hespers war mein Vater leider kein Widerstandskämpfer gegen das Hitler-Regime, sondern bis 1945 dessen überzeugter Anhänger.

Ich kann daher nicht stolz sein auf meinen bis 1945 „deutschnational“ gesinnten Vater und dessen Geschwister (Siehe oben) und setze „Mein Papa, zwei Kriege und ich“ nicht fort.

Dazu auch: „Ich über mich„, „Andere über mich und www.triesterviertel.at

Meine Frau Helga und ich hoffen natürlich, dass auch unsere beiden Enkerln einmal stolz auf uns sein werden, auch wenn wir das Glück haben, seit mehr als sieben Jahrzehnten in einer Demokratie zu leben und keine „Widerstandskämpfer“ sein müssen.

Dazu passende „Gedanken“:

DorfWiki: Triesterviertel/GedankenInhaltsVerzeichnis beim Thema „KInder-Eltern-Großeltern“

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Sie war schon in den 80-er und 90-er Jahren im Einsatz gegen den drohenden Verfall „unserer Hütt’n“ (Zitat einer Mieterin) entscheidend. Getragen von Männern, Frauen und den Kindern.

Ihre „Wiederbelebung“ ist nötig und möglich. Es liegt vor allem an uns Mietern und Mieterinnen, trotz oder gerade wegen Corona.

(Näheres zur „Rettung“ unseres Hauses.

Anschließend folgen einige Bilder zur Erinnerung an den Aufbau unserer Hausgemeinschaft:

                      „Unsere Hütt’n“ bis 1995…..

Letzte Erneuerungsarbeiten an der Fassade und im Hausflur:

                ……vom „Schandfleck“ zum „Schmuckkästchen: Nach Abschluss der Sockelsanierung am 1.12.1996

Nun können wir Mieter und Mieterinnen die sanierten Wohnungen wieder beziehen: 2.4.1998

Letzte Hausversammlung vor der Hausübergabe mit dem verantwortlichen Verwalter und Techniker des ÖSW am 23.4.1998

Am 19.5.1998:

Übergabefeier durch den Vorstand des Österr. Siedlungswerks Architekt DI Michael Pech und ÖVP-Gemeinderat Georg Fuchs.

………………….Unsere Hausgemeinschaft bei einem Hoffest am 23.5.2003

Unser Haus wird – abhängig von der Coronaentwicklung – eine „Orte erzählen“- Infotafel bekommen.

Dazu Näheres

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Orte respektvoller Begegnung

„Gedanken“-Vorbemerkungen:
Woran erkennen wir einen glücklichen Menschen? z.B. an seinen/ihren „leuchtenden Augen“. Kann das gemessen oder in der Schule benotet werden? Nein. Und dennoch gibt es in der Steiermark seit 2009 an einigen öffentlichen Schulen das „Lebensfach“- Glück macht Schule und in Wien einen Verein mit dem gleichen Namen. (Glück macht Schule) Das Ziel ist nicht neu: Kinder sollen gerne in die Schule gehen.

„Die Glücksforschung liefert Hinweise darauf, dass die Lebenszufriedenheit der Menschen unmittelbar mit ihren Möglichkeiten zur demokratischen Mitsprache und politischen Teilnahme zusammenhängen.“ (aus Hartmut Rosa: „Resonanz – Eine Soziologie der Weltbeziehung“, S.369) und weiters heißt es: „Wer in Ländern mit umfassenden demokratischen Institutionen lebt, ist …mit seinem Leben wesentlich zufriedener. Der „Glückseffekt“ der Demokratie ist somit erheblich“

Rosa-Titel-
Letztlich entscheidend für das Gefühl des Glücks oder (weniger pathetisch) das Wohlfühlen ist jedoch gemeinsames Handeln, das auf wechselseitigem Respekt beruht.

Erste Erfahrungen mit Gemeinschaften außerhalb der Familie machen Heranwachsende bekanntlich in den Kindergärten. Dann folgen Bildungswege, bei denen die Phasen des Glücksgefühls meist weit unterhalb der Möglichkeiten liegen. Geschuldet einem öffentlichen Schulsystem, das zunehmend die anfängliche Freude am Lernen hemmt statt fördert. (Das begründet Hartmut Rosa beeindruckend im Abschnitt „Schule als Resonanzraum“, S.402-420)

Für unseren Bezirk mit einer relativ großen Zahl von sogenannten „bildungsfernen Schichten“ ist die Feststellung bedeutsam, dass sich Schule „vorwiegend als Entfremdungszonen präsentiert, in der sich die Kinder nichts sagen lassen, in der sie aber auch nichts anspricht.“ „Das gegenwärtige Bildungs- und Schulsystem führt zu einer massiv ungleichen Ressourcenverteilung, weil es Kindern aus benachteiligten Schichten systematisch wesentliche Resonanzachsen versperrt“
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Infos zum Begriff „Resonanzachsen“:
Als „horizontale Resonanzachsen“ beschreibt Hartmut Rosa die „Familie als Resonanzhafen in stürmischen Zeiten“, die Freundschaft und die Politik.
„Diagonale Resonanzachsen“ sind Objekte, Arbeit, Schule und Sport&Konsum.
„Vertikale Resonanzachsen“ sind Religion, Natur, Kunst und Geschichte.
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„Gedanken-Kern“:

Wie viele Menschen im „Triesterviertel“ sind (manchmal mehr, manchmal weniger) glücklich? Sind sie selber (oder ihre Kinder) mit leuchtenden Augen in der Schule gesessen, leben im „Resonanzhafen Familie“, haben verlässliche Freundschaften und engagieren sich vielleicht sogar für den Erhalt unserer Demokratie?

Leider muss ich davon ausgehen, dass es nicht allzu viele BewohnerInnen im „Triesterviertel“ gibt, die hier im beschriebenen Sinn leben. Und dass die meisten bei Wahlen abgegebene „Stimmen“ im buchstäblichen Sinn nicht mehr erklingen, sie zu „stummen Stimmen“ geworden sind. Wie könnte sich aber auch in unserem Grätzl bzw. in Favoriten „der Glückseffekt“ und damit auch die Bereitschaft zur Mitwirkung am öffentlichen Dialog verbessern?

Dazu wieder ein Vergleich aus „Resonanz“: „Begreift man den demokratischen Prozess…als Musik, bedeutet er die fortgesetzte Modulation und Moderation der kollektiven Weltbeziehung sowie der eigenen Rolle darin. Demokratie wird dann zu einer lebendigen Resonanzsphäre, in der die Menschen sich hörbar machen, aber durch den „Gesang“ der anderen auch erreicht und transformiert werden. „Die Musik sozialer Bewegungen setzt neue Energien einer resonanten Zivilgesellschaft frei und macht sie hörbar… In ihrem Modus von Frage und Antwort verbinden sich Individualität und Gemeinschaft… sodass sie zum Spiegel demokratischer Prozesse wird.“ (S.367)

Diese beeindruckenden Texte aus dem Buch des Soziologen Hartmut Rosa über die große gesellschaftliche Bedeutung von „Resonanz“ führen bei mir zu einer Hoffnung:
Könnten nicht auch an unserer Volkshochschule vermehrt Referate und Diskussionen zu gesellschaftlich bedeutsamen Themen stattfinden z.B. zu Themen wie Bildung, BürgerInnenbeteiligung oder Gesundheit? 

VHS-Glück
In Folge wäre es sinnvoll, wenn sich auch in anderen Teilen Favoritens interessierte BewohnerInnen zu manchen Themen austauschen könnten. Abgesehen von verschiedenen geeigneten Räumen (ohne Konsumzwang) würde sich dafür im östlichen Favoriten auch die bestehende VHS-Außenstelle im Olof-Palme-Hof gut eignen.

Denkbar wären bei der Triesterstraße Ecke Quellenstraße/Knöllgasse auch jene Räumlichkeiten, wo sich derzeit noch die Jugendeinrichtung „SpaceLab“ befindet. Dort könnte mit genügend politischem Wollen (und Budget) von Seiten der neuen Stadtregierung nach der absehbaren Übersiedlung von SpaceLab z.B. eine weitere kleinere Außenstelle der VHS-Favoriten eingerichtet werden. Es würde dann die Chance bestehen, dass unser „Triesterviertel“ neben „Ankerbrotgründen“ Hauptbahnhof, „Monte Laa“,„Sonnwendviertel“ und „Therme Oberlaa“ ebenfalls öffentlich zur Kenntnis genommen wird und sich hier sogar ein „Resonanzhafen Triesterviertel“ entwickeln könnte.

„Gedanken“-Beiträge zu ähnlichen Themen:

https://fritzendl.wordpress.com/2014/07/26/heinz-berger-wien-braucht-mehr-demokratie/

https://fritzendl.wordpress.com/2013/05/31/marktplatzgesprach-als-alternative-zum-biertischgeraunze/

https://fritzendl.wordpress.com/2017/12/17/graetzlschulen-und-bildungsgraetzl-sind-moeglich-ab-sofort/

https://fritzendl.wordpress.com/2017/03/31/das-wiener-bildungsgraetzl/

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Zum Inhaltsverzeichnis aller bisher veröffentlichten Beiträge: http://www.dorfwiki.org/wiki.cgi?Triesterviertel/GedankenInhaltsVerzeichnis

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…… braucht aber auch Visionen. Meine Vision ist eine   

                 W E R K S T A T T

                                        F A V O R I T E N

„Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen“, diese Aufforderung des deutschen Altbundeskanzlers Helmut Schmidt interpretiere ich auch im Sinne „gesellschaftlicher Gesundheitsvorsorge“.

Ausgewiesene Fachleute würden bei dieser „Vorsorgeuntersuchung“ Vorschläge machen, wie wir uns als zivilgesellschaftlich engagierte Menschen beteiligen können, um unsere Demokratie möglichst lange „gesund“ zu erhalten. Die darauf folgenden Entscheidungen der gewählten Gremien liegen letztlich in unserer gemeinsamen Verantwortung.

Als Angehöriger der altersbedingt immer weniger werdenden „Kriegsgeneration“ (Jg 1942) und Großvater zweier pubertierenden Mädchen möchte ich deren (kommenden) Fragen möglichst gut beantworten und mein Handeln transparent machen können. Anders als mein Vater (1896-1976), der mit mir leider nie über sein Engagement „für Führer und Vaterland“ gesprochen hat.

Worauf stützt sich nun meine Hoffnung, dass eine „WERKSTATT FAVORITEN“ auch in die Praxis umgesetzt werden könnte?

  • Unser Bezirksvorsteher Marcus Franz vermittelt einen glaubhaften „Willen zur Öffnung“, zur Begegnung „, mit Respekt und auf gleicher Augenhöhe“.
  • Geeignete Räumlichkeiten für die erhoffte „Werkstatt Favoriten“ befinden sich Ecke Quellenstraße 217/Knöllgasse 2.  (Hier ist voraussichtlich noch für zwei Jahre die Bildungseinrichtung „Spacelab-Kreativ“ untergebracht.) Früher war davor noch ein kleiner Marktplatz.
Spacelab-Ecke 500
  • Diese Adresse hat Bezirksvorsteher Franz schon bei einem Gespräch zum Thema „Bildungsgrätzl“ in dessen Büro im Jänner als einen wünschenswerten „Ort der Begegnung“ für den 10.Bezirk bezeichnet.
  • Die Chance, dass dieses Projekt von ALLEN politischen Gruppierung des Bezirks unterstützt werden kann, schätze ich als relativ groß ein. (Das zeigt sich ja auch bei der gemeinsamen Ablehnung eines Bus-Zentrums am Verteilerkreis)  Wer im 10.Bezirk sollte  dagegen sein, wenn es ein Projekt des GANZEN Bezirks ist? (Favoriten ist ein großer Bezirk und die Frage der Finanzierung ist bekanntlich AUCH von dessen politischem Willen abhängig.)
  • Konkreter Anlass für meine „Vision“ ist die Einladung der Bevölkerung zur Mitsprache durch die MA21 (Stadtteilplanung) bei der U2-Station am Matzleinsdorfer-Platz. (Dazu Näheres) Sie erfolgte NACH dem Fertigstellen der U-Bahn-Pläne  durch die „Wiener Linien“ in das Hotel eines Investors  und zeigt das Ungleichgewicht bei sogenannten „Kooperativen Planungsverfahren“ .  Wer kooperiert wann mit wem? Auch eine rechtzeitige Beteiligung der Bevölkerung  könnte in der „WERKSTATT FAVORITEN“ künftig besser vorbereitet werden.

Zuletzt noch eine gute Nachricht zum Thema „Gesundheit“:

Es wird bald wieder eine Ärztin im „Triesterviertel“ geben! (Das passt auch gut zum „Frauentag“ am Do, 8.3.!)

In Nachfolge von Herrn Dr.Grohs, der voriges Jahr in Pension gegangen ist, wird höchstwahrscheinlich die praktische Ärztin Dr.Christine Albrecher im Viktor-Adler-Hof eine neue Ordination einrichten können. (Dazu Näheres) BV Marcus Franz wird sie daher am 11.4. um 16 Uhr in der „Quarinpassage“ begrüßen können. (Einladungen werden noch folgen).


Viele frühere dazu passende „Gedanken“-Texte:

16.7.2009 Hier bin ich daheim

26.12.2009 Großeltern aller Länder vereinigt euch!

29.5.2011 Ein „Runder Tisch“ zum Thema Bürgerbeteiligung in Favoriten!

27.11.11  Großeltern, wir haben eine Verpflichtung!

31.05.13  „Marktplatzgespräche“ statt „Biertischgeraunze“!

28.02.14  Gute BezirkspolitikerInnen sollten zuerst für uns BewohnerInnen da sein!

30.06.14 Gegen die Einsamkeit in der Großstadt!

26.7.14 Wien braucht mehr Demokratie!

29.3.15 Doris Knecht: Was tun gegen Hilflosigkeit?

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Private Investoren oder die Wiener Stadtplanung und die Bezirke?

Nach meinen Informationen wird es beim Evangelischen Friedhof nun doch keinen Zugang  zur geplanten U2 geben, sondern nur auf der gegenüberliegenden Seite der Triesterstraße!  Aus Kostengründen, heißt es angeblich von Seiten der Wiener Linien.

Aktuelles: Heute am 12.2. erhielten wir wie vermutlich viele Haushalte in der Umgebung des Matzleinsdorfer-Platzes eine Einladung der MA21  (Stadtteilplanung und Flächennutzung) mit dem Plan der vorgesehenen Baubereichs (rot umrandet).

Matz-Einladung MA21- 16.2.18

Termin: Mi, 28.2. und Do, 1.3. 15-19 Uhr Gudrunstr.184 (Rainers Hotel)

Dazu auch ein Eintrag in www.triesterviertel.at

Weiter im Beitrag vom 31.1.:

Dazu fallen mir einige Fragen ein, deren Beantwortung von Seiten der Bezirksvorstehung des 10.Bezirkes vermutlich auch für andere BewohnerInnen des „Triesterviertels“ von großem Interesse ist:

  1. Muss nun die Stadtverwaltung auch bei diesem zentralen Wiener Bauprojekt zum Nachteil der BewohnerInnen sparen, weil sich Investoren rund um einen historisch und gegenwärtig bedeutenden Wiener Platz noch mehr Profit erhoffen? Der Text auf der offiziellen Webseite der Wiener Stadtplanung lässt nichts Gutes erwarten.
  2. Warum wurden mit Jahresbeginn MitarbeiterInnen jenes Teams der „Gebietsbetreuung Stadterneuerung Favoriten“, das sich seit über zwei Jahrzehnten viel Vertrauen in der Bevölkerung erarbeitet hat,  zum Arbeitsamt geschickt, wurde es durch ein völlig neues Team ersetzt und noch dazu – vermutlich – aus Ersparnisgründen mit weiteren Bezirken zusammengelegt?
  3. Warum hat der Bezirk und keine einzige politische Fraktion merkbaren Widerstand gegen diesen Wissensverlust geleistet? (z.B. unterstützten noch am 9.11.2012 Bezirksfunktionäre von SPÖ, FPÖ und ÖVP GEMEINSAM die Bedeutung DIESER Gebietsbetreuung für unser „Orte erzählen“- Projekt durch ihre Teilnahme an der Präsentation neuer Infotafeln: Siehe)
  4. Was kann unser neuer Bezirksvorsteher Marcus Franz unternehmen, damit bürgernahe Vorschläge zur Platzgestaltung in die öffentliche „Diskussion mit offenem Ausgang“ eingebracht werden? Wir werden ihn jedenfalls dabei nach besten Kräften unterstützen.

Grundsätzlicher gefragt:

  1. Wie ohnmächtig sind die Mitglieder der Wiener Stadtplanung (MA21) in ihren Bemühungen, die Interessen der Bevölkerung zu berücksichtigen?
  2. Was hat die Wiener Stadtverwaltung gelernt aus den „Heumarktgründen“?

……………………..JA ZUM MatzleinsDORFerPLATZ!

……………………………………NEIN zu einem Mazda-Platz!

Frühere Beiträge, die zum Thema passen:

https://fritzendl.wordpress.com/2014/08/30/die-u2-kommt-auch-ins-triesterviertel/

https://fritzendl.wordpress.com/2016/05/31/das-unser-triesterviertel-orte-erzaehlen-team-feiert/

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Über 40 Jahre „Kritische Auseinandersetzungen mit bildungs- und gesellschaftspolitischen Themenstellungen“

Schulheft1+166

…………………Die erste (1976) und die aktuelle Ausgabe (2017) des „SCHULHEFT“

Vergangene Woche habe ich nach vielen Jahren wieder einmal an einem Treffen der „SCHULHEFT“-HerausgeberInnen teilgenommen. Unter den damaligen SH-Gründern war ich 1976 der einzige Lehrer.

Schulheft 1-1976.JPG

Weil ich bei den letzten SH-Ausgaben eine zunehmende Theorielastigkeit festgestellt und mich dazu gemeldet hatte, wurde ich zum diesem Gespräch eingeladen.  Mein Eindruck wurde bestätigt. Der Mangel an Praxisbeiträgen wurde damit begründet, dass es schwierig und auch mühsam ist, anspruchsvolle Beiträge von LehrerInnen aus der Schulrealität zu bekommen und zu redigieren. „WissenschaftlerInnen liefern problemloser Texte, denn das ist ihr Job.“

Es wurde mir jedenfalls versprochen, eine der nächsten SH-Ausgaben der „Grätzlschule“ zu widmen. Diese Schulform wird aus meiner Sicht für die Zukunft besonders im städtischen Bereich (hoffentlich)  zunehmend an Bedeutung gewinnen. (Zur „Grätzlschule“ folgt hier demnächst ein eigener Beitrag.)

Merkmale Grätzlschule.JPG

Beeindruckt hat mich bei diesem Wiedersehen vor allem, dass auch nach so vielen Jahren trotz schwieriger gewordenen Rahmenbedingungen das Bemühen um die ursprünglichen SH-Ziele aus den Gründerjahren spürbar ist. Und sie sind aktueller denn je, angesichts der rückwärtsgewandten Änderungsvorhaben, die von der künftigen ÖVP-FPÖ-Regierung auch im Bildungsbereich bekannt werden.

Dazu aus dem Vorwort zur ersten Ausgabe:

Müssen Schulhefte immer grau sein?

„Die SCHULHEFTE haben daher vor,  über die Probleme der Erziehung ohne parteipolitische Rücksichtnahme von beiden Seiten – der theoretischen wie der praktischen – zu berichten. Ihre Herausgeber sind fest entschlossen, für die am Erziehungsprozess Beteiligten, für Erzieher wie Zögling, für Lehrer, Eltern und Schüler, zu schreiben. Das allein genügt aber nicht. Um über die Probleme der Praxis zu berichten, sollten die Praktiker möglichst selber zu Wort kommen.

Je besser es uns daher gelänge, unsere Leser zur Mitarbeit an der Gestaltung dieser neuen vierteljährlich erscheinenden Taschenbuchreihe zu gewinnen, desto eher wäre das Ziel der SCHULHEFTE erreicht, das sich die sieben Gründungsmitglieder gesteckt haben: nämlich Hilfe und Service für die mit Erziehung  Befassten zu sein.

Die SCHULHEFTE möchten also jedem an der Reform des österreichischen Bildungswesens Interessierten die Möglichkeit bieten, seine Meinung mit jener der anderen zu konfrontieren. Wobei er dabei weltanschaulich präzise steht, ob er rechts, liberal oder links oder sonst irgendwo zwischen diesen Grobmarkierungen denkt, soll  so lange außer Betracht bleiben, als er seinen guten Willen zur Reform der österreichischen Schule bekundet.

Die Diskussionen der letzten Jahre über die Reform unseres Bildungswesens haben überall Hoffnungen geweckt. Eltern erwarten sich bessere Bildungschancen für ihre Kinder; Lehrer ein interessantes Berufsfeld, neue Aufgaben, und damit gleichzeitig eine Verbesserung ihrer Position in der Gesellschaft; und auch die Schüler sind angesprochen worden, in der Schule eine aktivere Rolle zu spielen und Mitsprache zu üben…..“

Schulheft 166-2017.JPG

Ich wünsche den aktuellen „SCHULHEFT“- HerausgeberInnen besonders in den kommenden Jahren das nötige Durchhaltevermögen, um diese noch immer aktuellen Ziele aus den 70-er und 80-er Jahren nicht aus den Augen zu verlieren. Die Gesellschaft stand damals solchen Ideen noch wesentlich offener gegenüber als derzeit.

Dazu passen auch frühere WordPress-Themen:

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wurden vorwiegend durch Geld finanziert, „wo es sich wirklich befindet“ (Finanzstadtrat Hugo Breitner, 1920-1932)

Durch Zufall ist mir vor einiger Zeit das Buch des Wiener Architekturhistorikers Helmut Weihsmann  „DAS ROTE WIEN Sozialdemokratische Architektur und Kommunalpolitik 1919 -1934“  (2002, Promedia) in der Städtischen Bücherei „in die Hände gefallen“. Schon nach kurzem Hineinlesen und den durchwegs positiven Rezensionen war klar: Das muss ich mir kaufen!

Im Sommer konnte ich einen Großteil des umfangreichen Werks (500 klein bedruckte Seiten mit vielen Illustrationen) des 1950 in Wien geborenen Wissenschaftspublizisten lesen.

………..Rotwien 600

Aus dem Klappentext: „Helmut Weihsmann beschäftigt sich seit über 20 Jahren mit der Architekturgeschichte des „Roten Wien“. 1985 ist von ihm im Promedia Verlag ein längst vergriffener Band zum Thema herausgekommen, der die Grundlage für das vorliegende Werk bildet….Weihsmann gliedert die Bautätigkeit nach ihrer historischen Entstehungsform von den Bretteldörfern und Gartenstädten bis zu den festungsähnlichen Wohnanlagen und erklärt die damit jeweils verbundenen politischen Absichten.

Der ausführlichste Teil des Buches ist den nach Bezirken gegliederten Rundgängen gewidmet. Darin werden an die 500 Bauten beschrieben und mit Fotos, Karten und oft auch Grundrissen versehen.“

Für unser „Orte erzählen“-Tafelprojekt sind natürlich besonders jene Bauten des „Roten Wiens“ von Interesse, die sich im Triesterviertel befinden.

Leider konnte noch keine Informationstafel auf einer Wohnhausanlage der Gemeinde Wien angebracht werden.  (Eine entsprechende Anfrage wurde abgelehnt.)

Solche Tafeln, die dazu gehörende Webseite und die daraus (hoffentlich)  entstehenden Gespräche wären doch eine gute Chance, dass sich wieder mehr BewohnerInnen des „Triesterviertels“ mit den relativ wenigen Jahren des „Roten Wien“  befassen. Damals wurde nämlich die Basis für jene Wohn(preis)situation gelegt, um die uns viele vergleichbare Großstädte bis heute beneiden.

Dazu H.Weihsmann: „Abgesehen von formalen Schwächen bei der Übernahme bzw. Fortsetzung fragwürdiger Typologien und Analogien aus dem Fundus der Architekturgeschichte gehörten gerade die radikale Wohnpolitik und das großartige Wohnbauprogramm jedoch zum Kernpunkt der Austromarxisten und ihrer Gesellschaftsutopie. Für den Politologen Anton Pelinka etwa war das vorbildliche Wohnungsprogramm „von allen Bereichen jenes, das am stärksten den Ruf des „roten Wien“ begründete.“ (S.96)

Vor allem BewohnerInnen z.B. des „George-Washington-Hofs“, des „Viktor-Adler-Hofs“ oder des „Quarinhofs“ könnten deshalb vielleicht wieder stolz werden auf „ihren Bau“ und es entwickeln sich neue gemeinschaftsbildende Aktivitäten.

Drei „Kostproben“ aus „Das Rote Wien“: (Hervorhebungen FE)

„Der Leitsatz von Finanzstadtrat Hugo Breitner lautete: „Unbeirrt von all dem Geschrei der steuerscheuen besitzenden Klasse holen wir uns das zur Erfüllung der vielfältigen Gemeindeaufgaben nötige Geld dort, wo es sich wirklich befindet! (Das kommt uns doch bekannt vor. Ch.Kern: „Holt euch, was euch zusteht!“ ) „Diese neue Klassen- und Quellensteuerstrategie Breitners wurde von den Arbeitern bejubelt und von den Reichen heftigst diffamiert; aber diese unübertroffene Art der Geldbeschaffung schuf die Grundlagen für das (anfangs noch utopisch anmutende) Sozialprogramm im Roten Wien.“ (S.28)

(Aus Wikipedia: „Mit der im November 1920 begonnenen Trennung Wiens von Niederösterreich bekam die Gemeinde Wien, wie sich die Stadt bis 1934 stets nannte, die Finanzhoheit.“)

„Rundgang Favoriten:“

„….Im rasch wachsenden, infrastrukturell jedoch stark vernachlässigten Bezirk lebten in den reihenweise aus dem Boden gestampften, überbelegten Mietskasernen meist junge, kinderreiche Arbeiterfamilien, die noch dazu „Bettgeher“ aufnahmen. Damit stieg das soziale Elend sehr schnell an….Nichtsdestotrotz hat das Rote Wien gerade in diesem traditionellen Arbeiterbezirk bauliche Spuren hinterlassen. Nicht zufällig wurde bereits 1902 das erste Arbeiterheim von Hubert Geßner in der Laxenburger Straße 8-10 erbaut.  Auf dem Reumannplatz errichtete die Gemeinde das Amalienbad (1926), damals das modernste Hallenbad der Welt…Von den großen Höfen wie dem „Viktor-Adler-Hof“, „Zürcher-Hof“, „Quarin-Hof“  oder „Jean-Jaures-Hof“  bis zu den Lückenverbauungen im Rasterblock von der Quellenstraße zur Triester Straße am Wienerberg sind hier die verschiedensten Typen anzutreffen. Neben dem dicht besiedelten Zentrum an der Favoritnerstraße hatte der Bezirk große Reserven an brachliegenden Baugründen, die zunächst von der Gemeinde Wien angekauft bzw. enteignet und neu verbaut wurden. So entstand die größte und zugleich städtebaulich anspruchsvollste Anlage im Bezirk bei der „Spinnerin am Kreuz“: der heutige „George-Washington_Hof “ als ausgedehnter, gartenstadtmäßig bebauter Komplex mit 1.085 Wohnungen und diversen Sozialeinrichtungen.“ (S.245)

„Am Wienerberg“

Auf dem Höhenrücken des Wienerberges, zwischen der Triester Straße und der Laxenburger Straße, entstand in Fortsetzung der gründerzeitlichen Rasterblocks des alten Arbeiterviertels eine Reihe von Wohnhausanlagen der ersten Phase des „roten“ Gemeindewohnbauprogramm. Begrenzt wird dieses neue Wohnviertel von der Neilreichgasse, der Laxenburger Straße, der Raxstraße und der Troststraße. ……Das kasernenartige, aber „lieblich-romantische“ Äußere der Bauwerke ist durch die starke Überbetonung der abgewalmten Steildächer und ihre pittoreske Baumassengliederung im Duktus der konservativen Heimatschutzbewegung ihrer Vorbilder gekennzeichnet (vgl. die um 1913/14 erbauten Personalhäuser X., Zur Spinnerin 23-31; Braunspergengasse 8-10; Inzersdorfer Straße 115-117). Durch ihre sehr reiche architektonische Fassadengestaltung unterscheidet sie sich oft kaum von den Zinskasernen aus der Zeit der Jahrhundertwende. Sie wirken aber generell selbstbewusster und monumentaler und sind bezüglich der sanitären Einrichtungen bzw. des hygienischen Wohnstandards wesentlich fortschrittlicher als die alten „Bassenawohnungen“. Allein die konsequente Vermeidung von langen Flurgängen entspricht nicht mehr der Konzeption eines traditionellen Mietshauses. Das Formenvokabular setzt diese Tradition des Kommunalhauses aber unkritisch fort.“ (S.252)

………………Inzersdorferstr.115-117.JPG

……Links ist das Haus Inzersdorferstr.113 (erbaut von Harry Glück) zu sehen

Für das oben genannte und hier abgebildtete Haus Inzersdorferstr.115-117/Braunspergeng.8-10 wird derzeit die 11. „Orte erzählen“-Tafel geplant.


Zum Thema passende WordPress-Beiträge:

https://fritzendl.wordpress.com/2016/12/31/bezirksvorstehung-finanziert-2-500-orte-erzaehlen-broschueren/

https://fritzendl.wordpress.com/2015/06/30/unser-triesterviertel-im-internationalen-vergleich/

https://fritzendl.wordpress.com/2013/09/29/die-entwicklung-des-triesterviertels/

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Die Favoritner Bezirkszeitung „bz“ berichtet Erfreuliches.

Im März 2017 hat SPÖ Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky vor einem Wiener  SPÖ-Parteigremium eine bemerkenswerte Rede über seine Vorstellungen in Richtung „Wiener Bildungsgrätzl“ gehalten. (Näheres dazu)

Im 20.Bezirk gibt es dazu schon ein  Pilotprojekt.

Die NEOS Bezirksräte Christine Hahn und Roman Sonderer stellten deshalb zur Sitzung der Bezirksvertretung am 14.6.2017 folgende Anfrage an Frau Bezirksvorsteherin Mospointner

  1. Gibt es auch schon Überlegungen, solche Bildungsgrätzel in Favoriten einzurichten? Wenn ja, wo und wann? Wenn nein, warum nicht?
  2. Wer ist in die Entscheidungsfindung für die Einrichtung eines Bildungsgrätzels eingebunden?
  3. Wer ist in die Entscheidungsfindung für die Schwerpunktsetzung eines Bildungsgrätzels eingebunden?
  4. Welche Schulen (VS, NMS, AHS, private, öffentliche, freie) können an einem Bildungsgrätzel teilnehmen?

(Diese Anfragen werden in der nächsten Sitzung beantwortet werden.)

Und in der  Favoritner Bezirkszeitung „bz“ vom  12.7. gab es dazu sogar eine für das „Triesterviertel“ sehr erfreuliche Titelgeschichte zum Thema „Bildungsgrätzl“: „Gemeinsam  lernen im Triesterviertel“

bz-12.7.17-1-500
bz-Gemeinsam1-12.7.17 - 600

Die NEOS-Bezirksrätin Christine Hahn stellte darin in Hinblick auf den Neubau einer „Neuen Mittelschule“ Quellenstr.144 neben der bestehenden Volksschule  Quellenstr.142 fest „Hier wäre es optimal für ein Bildungsgrätzl“. (Gesamter Text)

Dieser Meinung schließe ich mich an. Denn im Umfeld der beiden Schulen befinden sich folgende Einrichtungen. Sie betreuen Kinder und  Jugendliche auf unterschiedliche Weise. Ihre Vernetzung würde dem Konzept des „Wiener Bildungsgrätzels“ optimal nachkommen.

Dazu kommen viele Initiativen im „Triesterviertel“ wie z.B. das Tafelprojekt  „Orte erzählen“ gemeinsam mit der Gebietsbetreuung und dem Bezirksmuseum, die durch eine bessere Vernetzung mit den vielen vorhandenen Einrichtungen – gemeinsam mit ALLEN politischen Fraktionen des Bezirks – die Verbundenheit mit dem Wohngrätzl nachhaltig verbessern könnten. (Dazu ein Überblick im vorigen WordPress-Beitrag)

Einrichtungen mit öffentlichem Hintergrund:

* Berufsförderungsinstitut (BFI)- Davidg.92

* Interface-Wien-Jugend-College (Fördert die gesamtgesellschaftliche Integration von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Migrationshintergrund), Knöllg.15

* Kindergarten der Gemeinde Wien, Quaring.13

* Kindergarten+Hort der Gemeinde Wien, Quaring.16

* Neue Mittelschule Quellenstr.144

* SpaceLab, Arbeitsmarkt-Projekt für Jugendliche, Knöllg.2

* Öffentl.Volksschule, Quellenstr.142

Sie wurde am 20.3. als sogenannte „Brennpunktschule“ von SR Jürgen Czernohorszky und Stadtschulratspräsidenten Heinrich Himmer besucht:

Krone 20.3.2017

* Öffentl.Volksschule, Knöllg.59

* Wiener Mittelschule, Knöllg.61

Einrichtungen mit privatem Hintergrund:

* ATIB-Kindergarten, Gudrunstr.189

*Caritas – „Haus Daria“, Braunspergeng.20-22

* Kindergarten und Hort der Wr.Kinderfreunde, Bucheng.155

* Kindergarten und Hort der Wr.Kinderfreunde, Inzersdorferstr.113

* Kindergarten und Hort der Wr.Kinderfreunde, Knöllg.56-60

* Kindergarten „Ganna“, Hardtmuthg.139, Derzeit keine Homepage

* Kindergarten „Marianne“, Malborghetg.4, Derzeit keine Homepage

* Kindergarten „TechnoKids“, Kundratstr.6

* Kindergruppe „Sowiedu“, Knöllg.32

* Lernwerkstatt „Sowiedu“, Knöllg.5

* NUR-Kindergarten, Rotenhofg.108

* Pfarrgemeinde „Königin des Friedens“, Quellenstr.197

*Phönix-Kinderbetreuungsverein „Märchengarten“, Knöllg.20-24

* Phönix Realgymnasium, Knöllg.20-24

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NEOS-Klub als „Eisbrecher“ bei den Favoritner PolitikerInnen?

Die ersten „Gedanken eines besorgten Großvaters“ veröffentlichte ich hier vor acht Jahren.  Gerade noch rechtzeitig zu diesem inzwischen 100. Beitrag berichte ich über zwei endlich sichtbar gewordene Ergebnisse meines „Bohrens dicker Bretter“ und kann ein drittes ankündigen. 

Anschließend einige Gedanken über „öffentliche“ und „private“ Tätigkeiten sowie Erinnerungen an einige „Bohrversuche“.

  • Am 21.6. fand erstmals eine Führung zu den „Orte erzählen“-Tafeln statt, zu der eine politische Bezirksfraktion, die NEOS, eingeladen hatte. (Dazu Näheres)
NEOS-21.6.17

Am 28.6. konnte der Großteil der neu gestalteten und privat finanzierten  Webseite www.orteerzaehlen.at veröffentlicht werden.

  • Sie wird neben der weiter bestehenden Dorfwiki-Seite www.triesterviertel.at vor allem über das Tafelprojekt „Unser Triesterviertel – Orte erzählen“ berichten und hoffentlich zu mehr Bekanntheit im „Triesterviertel“ führen. (Dazu Näheres)

  • An einem weiteren „dicken Brett“ wird seit einigen Monaten im privaten „Phönix Realgymnasium“ (mit Öffentlichkeitsrecht) anlässlich dessen 10-jährigen Bestehens hartnäckig „gebohrt“. Wir werden am Samstag, 21.10. das Ergebnis präsentieren. (Dazu Näheres)

Über  „öffentliche“ und „private“ Tätigkeiten:

  • „Öffentlich bedienstet“ ist nicht „öffentlich tätig“:

Auch ehemalige Hauptschullehrer wie ich bleiben in der Pension Beamte d.h. „öffentlich Bedienstete“, werden aus Steuergeldern bezahlt und unterliegen z.B. sowohl  privatrechtlich als auch dienstrechtlich den jeweiligen gesetzlichen Bestimmungen. „Öffentlich tätig“ bin ich jedoch nur als aktiver Lehrer gewesen, obwohl das fast ausschließlich innerhalb eines (Schul)-Gebäudes der Fall war.

  • „Graswurzel-Initiativen“ sind nicht kontrollierbar:

In meinem Wohnviertel sammelte ich als Bewohner erste Erfahrungen mit BürgerInneninitiativen, gründete einen Grätzlverein („Grätzl-Punkt Rosa Jochmann“, später „triesterviertel.at“), beteiligte mich meist als einziger privater Verein innerhalb von Vertretern professionell organisierter Einrichtungen an Vernetzungsinitiativen in Favoriten („Regionalteam Favoriten“) und wienweit („Wiener Vernetzungsfrühstück“)

In diesen Vernetzungsinitiativen erlebte ich nach anfänglicher Zusammenarbeit „auf gleicher Augenhöhe“ zunehmend den Einfluss der vorgesetzten Stellen auf die jeweiligen Delegierten. Die „Graswurzelbewegung“ wurde immer mehr „von oben“ kontrolliert bzw. bürokratisiert  und ich zog die Konsequenzen und mich zurück in „mein“ „Triesterviertel“. Hier „mische ich mich“ als „Grätzlaktivist“ im Rahmen eines Vereins mit öffentlich einsehbaren Statuten gleichsam „öffentlich“ in „meine eigenen Angelegenheiten ein“ (frei nach Max Frisch). Als privater Bewohner engagiere ich mich wie (hoffentlich) viele Menschen mehr oder weniger, je nach Möglichkeiten.

  • „Ort der Begegnung“ im „Triesterviertel“ gesucht:

Hier bin ich ein von Organisationen aller Art unabhängiger Bewohner, der sich im Rahmen eines privaten Vereins (Die „Frau – seit 50 Jahren – an meiner Seite“ und ich sind „der Vorstand“) bemüht, mit Politikern/Politikerinnen aller Parteien eine möglichst gute, das heißt respektvolle und sachorientierte Gesprächsbasis „auf gleicher Augenhöhe“ zu finden.  Unser Grätzlverein „triesterviertel.at“ bemüht sich vor allem um die Mitarbeit anderer Bewohner/Bewohnerinnen, um gemeinsame Grätzlthemen  an die Stadtverwaltung und  Bezirks- und Gemeindepolitikern/-politikerinnen heranzutragen. Deshalb wäre ein neutraler „Ort der Begegnung“ ohne Konsumationsdruck sehr hilfreich.

Über Bemühungen im „Triesterviertel“

  • Suche nach einer Kontaktstelle:

Auf der Suche nach einem geeigneten Lokal gab mir schon in den 90-Jahren ein für das „Triesterviertel“ noch immer zuständiger SPÖ-Funktionär den „guten Rat“, sein damals noch bestehendes Sektionslokal zu benützen: „Das ist ja auch ein Grätzl-Punkt“, meinte er und „vergaß“, dass es das „Rote Wien“ der 1920-er-Jahre nicht mehr gibt. (Leider sind er und viele seiner Favoritner Parteifreunde noch immer nicht „aufgewacht“.)

Die damalige SPÖ-Stadträtin Grete Laska unterstützte uns jedoch finanziell, sodass 1996 ein kleines Lokal in der Knöll.29 eröffnet werden konnte. („Grätzl Punkt Rosa Jochmann – Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen, Nachbarschaftshilfe und BürgerInneninitiativen“) Zusätzlich wurden wir ab und zu durch private Spenden unterstützt, wodurch es drei Jahre lang betrieben werden konnte.

  • Die Ausstellung „Leben und Arbeiten im Triesterviertel“:

1993 lud uns die Gechäftsführung der ehemaligen Kuvertfabrik Roja Mill ein (Sie feierte damals ihr 100-jähriges Bestehen),  gemeinsam mit dem Bezirksmuseum und dem Volkskundewissenschaftler Dr.Wolfgang Slapanskydie Ausstellung „Leben und Arbeiten im Triesterviertel“ durchzuführen. Mit einer gleichnamigen Broschüre des Bezirksmuseums wurde diese Ausstellung auch Grundlage für das spätere „Orte erzählen“- Tafelprojekt.

RojaMill-Juni93

Juni 1993: Transparent in der Davidgasse

  • Erfolgreiche Veranstaltungsreihe im „Wasserturm“

    Von 30.4.-15.5.1997 konnte der Verein mit einem kleinen Team und  mit Unterstützung des damaligen „Wiener Volksbildungswerks“ (heute „Baisis.Kultur.Wien“), der MA7 (Kulturamt), der Wiener Wirtschaftskammer und des Wiener Integrationsfonds (heute MA17) ein umfangreiches Programm im Wasserturm am Wienerberg organisieren. Den Ehrenschutz übernahmen die damaligen Stadträte Marboe (Kultur) und Svihalek (Verkehr, Umwelt)

  • Die „Dorfwiki“-Webseite http://www.triesterviertel.at

2007 wurde der Verein eingeladen, unsere Bemühungen auf einer „Dorfwiki“-Webseite im Internet zu präsentieren. Auf www.triesterviertel.at werden seither die meisten Aktivitäten mit relativ geringen Beitragskosten dokumentiert.

  • Unser „Orte erzählen“-Projekt:

Seit 2008 plant der Verein „triesterviertel.at“ gemeinsam mit dem Bezirksmuseum und der Gebietsbetreuung als professionelle Beratung inzwischen zehn Infotafeln. Sie wurden an bemerkenswerten Orten im Triesterviertel montiert und von den jeweiligen Hauseigentümern bezahlt. Aber auch der Bezirk (=die Bezirksvorstehung) unterstützte uns, indem er 2016 aus dem Bezirksbudget den Druck von 2500 „Orte erzählen“-Broschüren finanzierte. Dazu kann man auf der Webseite der „Gebietsbetreuung Stadterneuerung“ den Audioguide Das Triesterviertel „gehört“ erkundet“ hören. Und zuletzt gibt es nun auch eine eigene „Orte erzählen“-Webseite, die von einem privaten Sponsor finanziert wird.

1.“Gedanken“-Text am 10.6.2009: Großeltern aller Länder vereinigt euch!

2. „Gedanken“-Text am 16.7.2009: „Hier bin ich daheim“: https://fritzendl.wordpress.com/2009/07/16/16-7-2009/

Beiträge mit ähnlichem Inhalt:

https://fritzendl.wordpress.com/2013/10/31/unser-triesterviertel-orte-erzahlen/

https://fritzendl.wordpress.com/2016/12/31/bezirksvorstehung-finanziert-2-500-orte-erzaehlen-broschueren/

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Zum Inhaltsverzeichnis aller bisher veröffentlichten Beiträge

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Eine Zusammenarbeit ALLER demokratischen Kräfte

ist mehr denn je gefragt: GLOBAL UND LOKAL

Als Sohn eines deutschnationalen Vaters (Jg.1896) hätte ich mir nie gedacht, dass wir wieder so nahe an Entwicklungen wie in den 30-er Jahren kommen würden.

……………………………….trump-falter300 Aus „Falter“ Nr.51052a/16 „Die Zukunft der Kommunikation-Ein Reader“

Hitler wurde „demokratisch gewählt“ und setzte nur Wahlversprechen um…….inklusive Vernichtung der jüdischen Bevölkerung.

Zum beunruhigenden Vergleich der Text von Volker Ullrich

in der „Zeit-Online“ von heute: (Hervorhebungen: FE)

Über Adolf Hitler: „Ruhig abwarten!“

Das Amt wird ihn vernünftig machen, sein Kabinett ihn zähmen. Eine Diktatur? Undenkbar. Wie Journalisten, Politiker, Schriftsteller und Diplomaten Hitlers Ernennung zum Reichskanzler kommentierten.

Gibt es Anlass zur Sorge? Nein, fand der Hamburger Nikolaus Sieveking, ein Angestellter im Weltwirtschafts-Archiv: „Aus der Tatsache der Hitlerschen Kanzlerschaft irgendwelche Sensation zu machen, halte ich für kindisch genug, um es seinen getreuen Anhängern zu überlassen“, notierte er am 30. Januar 1933 in sein Tagebuch.

Wie Sieveking nahmen viele Deutsche dieses Datum zunächst nicht als einen dramatischen Wendepunkt wahr. Kaum jemand ahnte, was die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler tatsächlich bedeutete. Viele Zeitgenossen reagierten erstaunlich gleichgültig auf das Ereignis.

Zweimal hatten die Kanzler der Präsidialkabinette im Lauf des Jahres 1932 gewechselt – auf Heinrich Brüning war Anfang Juni Franz von Papen gefolgt und auf diesen Anfang Dezember Kurt von Schleicher. Man hatte sich an das Tempo schon fast gewöhnt. Warum sollte die Regierung Hitler mehr als eine Episode sein? In der Wochenschau der Kinoprogramme wurde die Vereidigung des neuen Kabinetts als letzter Beitrag gebracht, nach den sportlichen Großereignissen.

Dabei hatte Hitler in „Mein Kampf“ und in seinen zahlreichen Reden vor 1933 nie verheimlicht, was er, einmal an der Macht, zu tun gedachte: das demokratische „System“ von Weimar abzuschaffen, den „Marxismus“ (womit Sozialdemokratie und Kommunismus gleichermaßen gemeint waren) „auszurotten“ und die Juden aus Deutschland zu „entfernen“. Was die Außenpolitik betraf, hatte er keinen Hehl daraus gemacht, dass es ihm zunächst um die Revision des Versailler Vertrages ging, das langfristige Ziel aber auf die Eroberung von „Lebensraum im Osten“ gerichtet war.

Die Kamarilla um Reichspräsident Paul von Hindenburg, die ihn durch ein Intrigenspiel an die Macht gehievt hatte, war mit ihm einig in dem Ziel, eine Rückkehr zur parlamentarischen Demokratie zu verhindern, die Fesseln von Versailles zu sprengen, die Streitkräfte massiv aufzurüsten und Deutschland wieder zur ersten Großmacht in Europa zu machen. Was die weiteren Absichtsbekundungen Hitlers betraf, waren seine konservativen Bündnispartner geneigt, sie als bloße Rhetorik abzutun. Erst einmal im Amt, werde er schon vernünftig werden. Außerdem glaubte man, Hitler so „eingerahmt“ zu haben, dass man ihn in seinen Machtambitionen zügeln und die Dynamik seiner Bewegung kontrollieren konnte. „Was wollen Sie denn?“, hielt Vizekanzler Papen, der eigentliche Architekt des Bündnisses vom 30. Januar, Kritikern entgegen. „Ich habe das Vertrauen Hindenburgs. In zwei Monaten haben wir

Fahrlässiger konnte Hitlers Machtwille nicht unterschätzt werden. Zwar besaßen die neun konservativen Minister im „Kabinett der nationalen Konzentration“ ein deutliches Übergewicht über die drei Nationalsozialisten. Doch Hitler hatte dafür gesorgt, dass zwei Schlüsselressorts mit seinen Männern besetzt wurden: Das Reichsinnenministerium übernahm Wilhelm Frick. Hermann Göring, Minister ohne Geschäftsbereich, bekam das preußische Innenministerium und erhielt damit Zugriff auf die Polizei im größten deutschen Staat – eine wichtige Voraussetzung für die Errichtung der NS-Diktatur.

Als der starke Mann im Kabinett galt der Medienmogul und Vorsitzende der Deutschnationalen Volkspartei Alfred Hugenberg. Er erhielt das Wirtschafts- und Landwirtschaftsressort, sowohl im Reich als auch in Preußen. Dass der neue Superminister bereits am 31. Januar gegenüber dem Leipziger Bürgermeister Carl Goerdeler bekannt haben soll, er habe die „größte Dummheit“ seines Lebens gemacht, indem er sich mit dem „größten Demagogen der Weltgeschichte“ verbündete, ist wenig glaubhaft. Denn Hugenberg war wie Papen und die übrigen konservativen Minister davon überzeugt, Hitler nach den eigenen Vorstellungen lenken zu können.

Diese Illusion teilte er mit Vertretern der Großindustrie. In einem Leitartikel in der Deutschen Allgemeinen Zeitung, dem der Schwerindustrie nahestehenden Blatt, erklärte Chefredakteur Fritz Klein, die Zusammenarbeit mit den Nationalsozialisten werde sich vermutlich „schwierig und aufreibend gestalten“, doch einmal habe „der Sprung ins Dunkle“ ja gewagt werden müssen, weil die Hitler-Bewegung zum stärksten politischen Faktor in Deutschland geworden sei. Der Führer der NSDAP müsse nun beweisen, „ob er das Zeug zum Staatsmann besitzt“. An den Börsen zeigte sich keine Beunruhigung; man wartete zunächst einmal ab……….

„Die Zeichen stehen auf Sturm“

In seiner im englischen Exil geschriebenen Geschichte eines Deutschen erinnerte sich der Publizist Sebastian Haffner 1939 an den „eisigen Schreck“, der ihn sechs Jahre zuvor als Referendar am Berliner Kammergericht bei der Nachricht von Hitlers Ernennung befallen hatte. Einen Augenblick lang habe er „fast körperlich den Blut- und Schmutzgeruch um diesen Mann Hitler“ empfunden. Doch noch am Abend des 30. Januar habe er mit seinem Vater, einem liberalen Reformpädagogen, die Aussichten der neuen Regierung diskutiert, und man sei sich rasch einig gewesen, dass sie wohl einiges Unheil anrichten könne, aber nicht lange im Amt bleiben werde. ……..

Es wird schon nicht so schlimm kommen – das war auch der Tenor der großen liberalen Blätter. ……..Ein Verbot der Kommunistischen Partei stehe auf dem Programm, und mit einer Einschränkung der Pressefreiheit sei zu rechnen. Doch auch die Fantasie des sonst so hellsichtigen Journalisten reichte nicht aus, um sich einen nur halbwegs zutreffenden Begriff von den Möglichkeiten einer totalitären Diktatur zu machen. Es gebe „eine Grenze, über die hinweg die Gewalt nicht dringt“, schloss er. Im deutschen Volk, das immer stolz gewesen sei auf „die Freiheit des Denkens und des Wortes“, werde sich „seelischer und geistiger Widerstand“ regen und allen Diktaturgelüsten Schranken setzen.

In der Frankfurter Zeitung äußerte der für die Innenpolitik zuständige Redakteur Benno Reifenberg Zweifel an der „menschlichen Qualifikation“ Hitlers für das Amt des Reichskanzlers, schloss aber nicht aus, dass er sich mit der Verantwortung wandeln und Respekt verschaffen könne. Wie Theodor Wolff bezeichnete es Reifenberg als „eine hoffnungslose Verkennung unserer Nation, zu glauben, man könne ihr ein diktatorisches Regime aufzwingen“: „Die Vielfältigkeit des deutschen Volkes verlangt die Demokratie.“

Weniger zuversichtlich zeigte sich Chefredakteur Julius Elbau in der Vossischen Zeitung. „Die Zeichen stehen auf Sturm“, hieß es in einem ersten Kommentar. Zwar habe sich Hitler mit seinem Anspruch auf den ausschließlichen Besitz der Macht nicht durchsetzen können: „Es ist kein Kabinett Hitler, sondern eine Regierung Hitler/Papen/Hugenberg.“ Aber bei allen inneren Gegensätzen sei sich dieses Triumvirat einig darin, „den völligen Bruch mit dem Bisherigen zu vollziehen“. Angesichts dieser Aussicht warnte die Zeitung: „Ein gefährliches Experiment, das man nur mit tiefer Sorge und schärfstem Mißtrauen begleiten kann.“

Besorgt war auch die Linke. In ihrem Aufruf vom 30. Januar hielten Parteivorstand und Reichstagsfraktion der SPD ihre Anhänger dazu an, den „Kampf auf dem Boden der Verfassung“ zu führen. Jeder Versuch der neuen Rechtsregierung, die Verfassung zu verletzen, werde „auf den äußersten Widerstand der Arbeiterklasse und aller freiheitlich gesinnten Volkskreise stoßen“. In dem strikten Beharren auf ihrem Legalitätskurs übersah die SPD-Führung, dass die demokratische Verfassung von Weimar unter den vorangegangenen Präsidialregierungen schon ausgehöhlt worden war und Hitler nicht zögern würde, die letzten Reste zu zerstören.

Einer Fehleinschätzung unterlag auch die KPD, als sie zum „Generalstreik gegen die faschistische Diktatur der Hitler, Hugenberg, Papen“ aufrief. Angesichts von sechs Millionen Arbeitslosen gab es unter den Beschäftigten wenig Neigung, in den Ausstand zu treten. Der Appell, eine gemeinsame Abwehrfront zu bilden, stieß wiederum bei den Sozialdemokraten auf wenig Gegenliebe, konnten sie doch nicht so schnell vergessen, dass die Kommunisten sie noch kurz zuvor als „Sozialfaschisten“ diffamiert hatten……

Grotesker konnte man die von Hitler ausgehende Gefahr nicht verkennen. Die meisten führenden Sozialdemokraten und Gewerkschafter waren im Kaiserreich groß geworden. Sie konnten sich allenfalls eine Repression in Gestalt des Bismarckschen Sozialistengesetzes vorstellen, nicht aber, dass jemand mit der völligen Zerstörung der Arbeiterbewegung Ernst machen würde.

Nur fünf Monate brauchte Hitler

Dass mit Hitler ein fanatischer Antisemit an die Macht gekommen war, hätte die in Deutschland lebenden Juden am stärksten beunruhigen müssen. …… So sei man überzeugt, dass „niemand es wagen“ werde, „unsere verfassungsmäßigen Rechte anzutasten“. In einem Leitartikel in der Jüdischen Rundschau vom 31. Januar wurde überdies die Erwartung ausgesprochen, „daß auch im deutschen Volk die Kräfte noch wach sind, die sich gegen eine barbarische antijüdische Politik wenden würden“. Es sollte nur wenige Wochen dauern, bis sich all diese Annahmen als trügerisch erwiesen.

Falsche Vorstellungen über die Natur des Machtwechsels machten sich nicht zuletzt die ausländischen Diplomaten. Der amerikanische Generalkonsul in Berlin, George S. Messersmith, meinte zwar, es sei schwierig, eine klare Vorhersage über die Zukunft der Hitler-Regierung zu machen, sprach aber die Vermutung aus, dass sie nur eine Übergangserscheinung hin zu stabileren politischen Verhältnissen darstelle. …….

Selten ist ein politisches Projekt so rasch als Chimäre enthüllt worden wie das Konzept der Konservativen zur „Zähmung“ der Nationalsozialisten. Was machttaktische Gerissenheit betraf, war Hitler seinen Mit- und Gegenspielern im Kabinett turmhoch überlegen. Binnen Kurzem hatte er sie an die Wand gespielt……

Nur fünf Monate brauchte Hitler, um seine Macht zu etablieren. Bis Sommer 1933 waren Grundrechte und Verfassung außer Kraft gesetzt, die Länder gleichgeschaltet, die Gewerkschaften zerschlagen, die Parteien verboten oder aufgelöst, Presse und Rundfunk auf Linie gebracht; die rechtliche Gleichstellung der Juden war beseitigt. „Alles, was in Deutschland außerhalb der nationalsozialistischen Partei existierte“, sei „zerstört, zerstreut, aufgelöst, angegliedert oder aufgesaugt“, zog François-Poncet Anfang Juli Bilanz. Hitler habe „die Partie mit geringem Aufwand gewonnen“: „Er musste nur pusten – das Gebäude der deutschen Politik stürzte zusammen wie ein Kartenhaus.“

FE: „DAS DARF NIE WIEDER GESCHEHEN!

NICHT IN DEN USA UND NICHT IN EUROPA!“

Siehe auch „Das leise Wimmern der Demokratie“

oder: Wer Trump verstehen will, muss Orwells „1984“ lesen

oder: Trump liebt nur sich selbst

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