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Posts Tagged ‘Nachbarschaft’

Nachbarschafts („Grätzl“-) Volksschulen mit mehrsprachigen Mehrstufenklassen statt einsprachigen Jahrgangsklassen sind „Investitionen mit Gewinngarantie“ in die Zukunft unserer Gesellschaft.

Als Lehrer in den 70-er und 80-er Jahre an einer Hauptschule in Wien Favoriten (heute eine typische „Soziale Brennpunktschule“) engagierte ich mich zunehmend für eine Öffnung aller Schulen für die sie umgebende Nachbarschaft („Grätzlschule“,  „Stadtteilschule“, Community School usw.)

Dadurch könnten Eltern und Großeltern das Schulgebäude auch als „ORT DER BEGEGNUNG“  erleben, die Schule als örtliches Kulturzentrum!

Seit sechs Jahren dürfen meine Frau (sie war Volksschullehrerin in Favoriten) und ich als Großeltern zweier Mädchen die Mehrstufenklasse (MSK) einer öffentlichen Volksschule in der Haebergasse in Wien Meidling bei verschiedenen Gelegenheiten begleiten. Die Ältere ist schon in der 6.Schulstufe und die Jüngere wird diese Schule demnächst ebenfalls verlassen.

msk600

In diesen sechs Jahren als MSK- „Begleit-Großeltern“ wurden wir nun auch zu Befürwortern von Mehrstufenklassen an allen Volksschulen.

Uns ist natürlich bewusst, wie subjektiv unsere Erfahrungen und Eindrücke aus diesen sechs MSK-Jahren mit unseren Enkerln sind/sein müssen.

Wir begleiten unsere beiden Enkerln seit dem ersten Schultag aus Großelterndistanz auf  deren – für uns alle neuen – „Schulweg“.

Neu an der MSK und sofort sichtbar für uns war vor allem: Es gibt Kinder von vier Jahrgangsstufen und es unterrichten ZWEI Lehrerinnen. Dass diese beiden Lehrerinnen gut zusammenarbeiten und sie mit großem Einsatz bereit und auch fähig sind, aus dieser unterschiedlichen Kindergruppe eine Gemeinschaft zu formen, die einander hilft, beeindruckte uns immer mehr.

Es zeigt sich auch hier: In erster Linie kommt es auf entsprechend ausgebildete und kinderliebende LehrerInnen an. Und: Sie brauchen Rahmenbedingungen, die sie bei ihrer Arbeit möglichst gut unterstützen. (Dazu mehr im Anschluss)

Unsere Enkerln wussten z.B. bald, welche älteren MitschülerInnen sie ebenfalls um Hilfe bitten konnten und später konnten sie den Jüngeren helfen. Und da diese MSK Teil einer öffentlichen Volksschule ist mit Kindern mit nichtdeutscher Erstsprache, können sie einander z.B. auch bei Sprachproblemen rasch helfen und somit die LehrerInnen entlasten.

Wir sind dem glücklichen Zufall sehr dankbar, dass unsere beiden Enkerln „gleich ums Eck“ in diese MSK gehen konnten und sie zudem solche Lehrerinnen hatten. Auch aus dieser Dankbarkeit heraus möchten wir uns künftig für den Ausbau von MSK einsetzen, damit möglichst viele andere Großeltern ihre Enkerln ebenfalls in solchen Klassen begleiten können.


Einige Fragen von Eva Pankratz

(Mutter eines MSK-Kindes in der Volksschule Ortnergasse 4 im 15.Bezirk):

* Was wird mit den bestehenden Mehrstufenklassen ab 1.9.2017 passieren?

* Gibt es eine Finanzierungszusage ?

* Was soll mit den Kindern dieser Klasse passieren, falls eine TeamlehrerInnenfinanzierung nicht geklärt ist oder die DirektorInnen gegen Mehrstufenklassen sind?

* Gibt es eine Fixzusage für bestehende Mehrstufenklassen?

* Gibt es ein mögliches Ausstiegsszenario, wenn die Finanzierung nicht geklärt ist usw.


Werner Mayer:

Ehemaliger Schulleiter der VS 15, Ortnergasse 4, deren Mehrstufenklasse zu den ersten in Wien zählt, und derzeit Mitglied der Forschungsgruppe Literalität und Mehrsprachigkeit am Institut für Sprachwissenschaft der Universität Wien

Zur Zukunft der Wiener Mehrstufenklassen

Zwei grundlegende Aspekte:

1 – Die Wiener Mehrstufenklassen haben die Vorgaben der aktuellen Bildungsreform im Bereich der Grundschule in vollem Umfang erfüllt und das seit gut zwanzig Jahren.

Die bisher veröffentlichten Texte zur Bildungsreform stellen Individualisierung und Kompetenzorientierung in den Mittelpunkt, räumen autonomer Organisation der Stufengliederung Raum ein und gewähren Freiheit der Leistungsbeurteilung. Gut. Aber wirklich nicht neu.

2 – Die Wiener Mehrstufenklassen können nach zwei Dezennien im Stadium des Schulversuchs in das Regelschulwesen übergehen. Können. Müssen nicht. Wenn, dann unter den Bedingungen der Regelschule. Es kann jedenfalls bedeuten, dass künftig Mehrstufenklassen in der Zuteilung von LehrerInnenstunden allen Jahrgangsklassen gleichgestellt sein werden.

Die Wiener Mehrstufenklassen entstanden aus dem Wunsch heraus, den zentralen Forderungen des Grundschullehrplans (aus dem Jahr 1985!) nach Individualisierung des Unterrichts und der Förderung aller einzelnen Kinder in einer Weise nachzukommen, die durch das Kalenderdiktat der Jahrgangsklasse bzw. einen weitest gehend gleichgeschalteten Unterricht für die Gesamtklasse erschwert wird.

Jahrgangsklassen – und hier nehme ich alle jene aus, die sich durch Individualisierung und persönliche Förderung auszeichnen – erwecken die Illusion einer homogenen, gleich bildbaren Alterskohorte, bzw. dass Gleichaltrige durch jeweils ein altersgemäßes Unterrichtsprogramm zu laufen haben. Nicht bedacht wird, dass die Altersspanne einer Jahrgangsklasse eineinhalb Lebensjahre oder mehr beträgt und dass einzelne Kinder in verschiedenen Lernbereichen der angenommenen Altersnorm verschieden weit voraus oder hintendrein sein können.

Mehrstufenklassen können/konnten diesen Aspekt problemlos abfedern, weil hier immer alle Stufenprogramme gleichzeitig angeboten werden. Ein Kind, das bei Schuleintritt lesen kann, muss sich nicht durch ein monatelanges Erstleseprogramm mit Buchstaben und Silben quälen. Ein Kind, dem sich Lesen nicht in der vorgesehen Zeit erschließt, findet immer Unterrichtsangebote, die seinem Niveau entsprechen.

Jahrgangsklassen – auch hier nehme ich alle jene aus, die sich durch Individualisierung und persönliche Förderung auszeichnen – arbeiten ihre Inhalte ab, im Takt von einführender Erklärung, Übung und Überprüfung des Unterrichtsertrags. Kinder, die aus diesem Takt fallen, haben in der Regel Pech, denn nach der Überprüfung kommt einen neuer Zyklus mit einführender Erklärung, Übung und Überprüfung des Unterrichtsertrags mit neuem Inhalt.

Mehrstufenklassen wollen/wollten den Kindern durch in Jahreszyklen wiederkehrenden Inhalten jene Redundanz bieten, die Lernen erleichtert und vertieft. Was in einem Zyklus fremd und unzugänglich ist, kann im nächsten einleuchtend werden und im nächsten geläufig.

Jahrgangsklassen – auch hier meine ich nur die mit solitärem, synchronem Programm für alle – sind bald einmal durch Anwesenheit von mehrsprachigen Kindern in der Klasse überfordert, deren Deutsch noch nicht auf der Höhe der einsprachigen Alterskohorte ist. Einführende Erklärungen der Lehrerin/des Lehrers zu wichtigen Inhalten können nur schwer auf einem rudimentär einfachen Sprachniveau – das von allen verstanden wird – erfolgen.

Mehrstufenklassen wollen/wollten auch diese schwierigen Situationen entschärfen, indem sie den LehrerInnen-Vortrag aus dem Zentrum nehmen und durch kommunikative Auseinandersetzung mit – und in – der Kindergruppe ersetzen. Denn Kinder finden in der Regel mit Leichtigkeit eine zugängliche Sprache. Dasselbe gilt hier für die Rezeption der Lehrbücher. Wenn die Rolle von Lehrbüchern aus dem Rang von Anweisungen hin zu Informationsquellen verschoben wird, läuft die Bearbeitung neuer Inhalte grundsätzlich in kommunikativer, verständlicher Auseinandersetzung individuell und kompetenzorientiert.

In diesem Sinn verstehen/verstanden sich Wiener Mehrstufenklassen nicht als Gegenentwurf zu traditionellen Jahrgangsklassen sondern als organisatorischer Rahmen, der genau das zum Ziel hat, was die aktuelle Bildungsreform proklamiert.

Die Wiener Mehrstufenklassen haben sich von Beginn an nicht als Klassen mit Abteilungsunterricht verstanden, in dem je Kind ein Teil LehrerInnen-Zuwendung von drei Teilen Stillarbeit abgelöst wird. Unterricht bedeutet je Kind ein auf seine Eigenart abgestimmtes, begleitetes Arbeitsprogramm eingebettet in – kommunikativ gestaltete – Gruppenprozesse.

Wiener Mehrstufenklassen waren von Beginn an als Teamteaching konzipiert, als Gegenentwurf zum Abteilungsunterricht und als einzige Möglichkeit, eine überschaubare und in ihrer Diversität sichtbare Gruppengröße begleiten zu können. Sicherlich: die Teamteaching-Zeiten für Mehrstufenklassen wurden in den letzten Jahren sukzessive auf elf Wochenstunden reduziert, immer mit der Erklärung der unleistbaren Kosten. Von über 300.000 GrundschülerInnen in Österreich machen 3.000 in Wiener Mehrstufenklassen etwas unter einem Prozent aus. Nach bestehendem Berechnungsschlüssel für den LehrerInnen-Personalplan macht das ein Verhältnis von 12.000 zu 120 Vollbeschäftigungsequivalenten aus. Also leistbar.

Nun stehen aber die Wiener Mehrstufenklassen nicht nur vor dem Aus der Ära des Schulversuchs. Wenn das in der Schulversuchsbeschreibung festgelegte Teamteaching nicht ins Regelschulwesen übernommen wird – und nichts deutet darauf hin, dass es beibehalten werden soll – wenn also eine Lehrerin/ein Lehrer die vier – im Fall von Kindern auf der Vorschulstufe fünf – Schulstufen allein bestreiten soll, fällt alles, was an Innovation und pädagogischer Optimierung zustande gekommen ist, in den Abteilungsunterricht zurück.

In allen veröffentlichten Ausführungen zur Bildungsreform werden Maßnahmen als – erstmals – möglich beschrieben, die in den Wiener Mehrstufenklassen verwirklicht sind. Der Haken findet sich aber in kaum sichtbaren Details: für organisatorische Entscheidungen zu stufenübergreifendem Unterricht an den Standorten sollen pädagogische Argumente Vorrang haben, aber nur, wenn die Regeln des Finanzlandesausgleichs nicht verletzt werden. Vorsorglich wird darauf hingewiesen, dass sich diese Regeln nicht ändern. Der Schulleitung und dem Schulforum wird eine Entscheidungsfunktion zugestanden aber im selben Absatz von der Entscheidung der Schulbehörde eingeschränkt, die natürlich vom Finanzlandesausgleich abhängig ist.

Mehrstufenklassen werden von Eltern sehr bewusst für ihre Kinder gewählt und sie nehmen auch längere Schulwege in Kauf. 3000 Kinder in Mehrstufenklassen haben gegen 6000 Erziehungsberechtigte. Es wird aber sehr schwer sein, ihnen zu erklären, dass aufgrund geänderter Rahmenbedingungen bestehende Mehrstufenklassen aufgelöst werden müssen.

Die Folgen-Abschätzung eines Ausstiegs ist alarmierend. Eine Auflösung ist wahrscheinlich das Komplizierteste an dieser Organisationsform. Eine sofortige Aufteilung der Kinder – also alle ohne die AbgängerInnen der vierten Schulstufe – auf bestehende Jahrgangsklassen verkraftet sicherlich keine Schule. Das bedeutet für etliche Kinder auch Schulwechsel. Ein Ausschleichen – indem in den Folgejahren keine Kinder mehr in die Klasse aufgenommen werden – ist genau ein Schuljahr möglich. Im zweiten Jahr sinkt die SchülerInnen-Zahl unter die Klassen-Mindestgröße und ein Aufteilen innerhalb der Schule oder auch auf andere Schulen lässt sich wohl nicht mehr vermeiden.

Abgesehen von den organisatorischen Schwierigkeiten stehen die Akteure von Mehrstufenklassen – das LehrerInnen-Team, die Kinder und ihre Eltern – im Regen, weil die Verlässlichkeit der Schule ausfällt, weil soziale Bindungen vor der Zeit beendet werden, weil pädagogisches Kalkül von angeblicher Unfinanzierbarkeit konterkariert wird. Und sie bleiben solang im Regen stehen, solang die Rahmenbedingungen des Teamteaching ungeklärt ist.

Dazu passen die beiden Beiträge:

Mehrstufenklassen und Superar an Volksschulen

Wo ist der Zentralverein der Wiener Lehrerschaft?

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Wer hilft beim Planen und/oder Durchführen?

Es mangelt ja nicht an Themen, über die wir Bewohner/Bewohnerinnen des Triesterviertels miteinander reden könnten/sollten/müssten.  (Siehe den letzten WordPress-Beitrag über Projektideen)

Das sollte/müsste NUR geplant und durchgeführt werden.

Solche Gespräche sind ohne größeren Aufwand möglich, wie die vier bereits stattgefundenen  Bespiele aus den Jahren 2007 und 2013 zeigen:

11.5.2007 Bodenschwellen? PRO und KONTRA

13.6.2007 Was geschieht mit dem Eisring-Süd?

22.3.2013  Infos zur geplanten Umwidmung bei den Knöllgasse-Schulen

27.6.2013 Was tun gegen aggressive Hunde-HalterInnen?

Die nächsten Grätzlgespräche hoffe ich wieder gemeinsam mit anderen BewohnerInnen des Triesterviertels planen zu können.

Wer? Was? Wie? Wann? und Wo?


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Unsere Aktionsgemeinschaft verliert Ibrahim Olgun (ATIB)

Am 31.5. 2016 fand in der „Evangeliumsgemeinde“ ein lange angestrebtes Planungsgespräch statt. Eingeladen hatte die Aktionsgemeinschaft „Von der Nachbarschaft zur Gemeinschaft“, bestehend aus drei Partnern: Der „Evangeliumsgemeinde“, dem Grätzlverein „triesterviertel.at“ und dem türkischen Kulturvereins ATIB.  Die elf teilnehmenden Personen beschlossen,  im Herbst mit Kindern einen Versuch im Sinne von „Jeux dramatiques“ zu machen. Dabei „schlüpfen“ Kinder mittels vorbereiteter Kostüme in selbstgewählte Rollen und kommunizieren dabei möglichst ohne Worte.  Ich war von der Idee begeistert und freute mich schon auf die Zusammenarbeit mit dieser mich sehr beeindruckenden Gruppe

………..Nachbar2-31.5.16.JPG

…………………………….Ibrahim Olgun rechts mit Krawatte

Leider kam uns in der Zwischenzeit der wichtige Vertreter von ATIB abhanden. Ibrahim Olgun wurde am 19.6. (zumindest für mich) überraschend zum Präsidenten der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) gewählt. Seither ist sein Büro nicht mehr beim Triesterviertel (Matzleinsdorferplatz) und die neue Funktion lässt Ibrahim Olgun kaum mehr Zeit für dieses Projekt zum Kinderlachen. Ob er bei ATIB einen ebenso engagierten „Nachfolger“ wird finden können, bezweifle ich.

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Wo ist in Favoriten das „Rote Wien“ geblieben?

Im „Kurier“ vom 20.4. erschien ein Bericht zum Thema „Die SPÖ entdeckt das Grätzl neu“.

……………………………….Graetzl neu-20.4.16

Dieser Beitrag motivierte mich auf Grund meiner langjährigen Erfahrungen mit PolitikerInnen des 10.Bezirk zu drei eMails.

Eine am 20.4. an GR Niedermühlbichler (unter CC auch an den für unser “Triesterviertel” „zuständige“ SPÖ-Politiker GR Christian Hursky):

Sehr geehrter Herr Gemeinderat Niedermühlbichler,

in der Kurier-Ausgabe vom 20.4. werden Sie und Bgm.Häupl.unter dem Titel „Die SPÖ entdeckt das Grätzl neu“ immer wieder wörtlich oder sinngemäß zitiert. Unter anderem mit der Aussage: „Die Parteiarbeit muss auf neue Beine gestellt werden.“

Ich (Jg.1942, pensionierter Hauptschullehrer) engagiere mich schon viele Jahre in einem Favoritner Grätzl („Triesterviertel“) als „Grätzlaktivist“. (www.triesterviertel.at)
Wie bei den anderen Fraktionen bemühte ich mich immer wieder, auch den für uns zuständigen SPÖ-Politiker Christian Hursky für die Zusammenarbeit bei konkreten Grätzlprojekten zu gewinnen. (Wir kennen einander seit dem gemeinsamen Besuch der Wiener SPÖ-Parteischule 1985-86)

Ohne Erfolg. Im Gegenteil. Da er mich am besten von allen Favoritner SPÖ-Politikern/Politikerinnen kennt, ist er es vermutlich auch, der mir zwar persönlich freundlich auf die „Schulter klopft“, der aber auch seine Parteifreunde vor meiner „Unberechenbarkeit“ oder „Gefährlichkeit“ warnt, weil ich zum Beispiel auch mit FPÖ-Bezirks-Funktionären in gutem Kontakt bin.

Daher habe ich auf meiner Webseite den erwähnten Kurier-Text veröffentlicht und einen kurzen Kommentar dazu geschrieben. (Direkter Link)

Ich fürchte, dass es mit den meisten der derzeit aktiven SPÖ-Funktionäre/Funktionärinnen nicht gelingen kann, „den zunehmend verloren gegangenen Kontakt zwischen seiner Partei und den Wienern wieder herzustellen“. Da gibt es aus meiner Sicht kaum „neue Beine“, aber „ergraute Köpfe“ wie Christian Hursky.“

Mit besorgten Grüßen

Fritz Endl

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Die zweite eMail ging am 20.4. an Mag.Elias Natmessnig, einen der beiden „Kurier“-Autoren:

Sehr geehrter Herr Mag.Natmessnig,

den angeblichen Bemühungen der Wiener SPÖ, „den zunehmend verloren gegangenen Kontakt zwischen seine Partei und den Wienern wieder herzustellen“ stehe ich SEHR SKEPTISCH bis ungläubig gegenüber. Mit DIESEM Kaderpersonal (zumindest im 10.Bezirk, wo ich mich halbwegs auskennen) kann ich mir das derzeit überhaupt nicht vorstellen.

Ich bin pensionierter Hauptschullehrer (Jg.1942) und besuchte 1985 mit dem nunmehrigen Favoritner SPÖ-Gemeinderat (Seit einiger Zeit Sicherheitssprecher (!) der SPÖ Wien) Christian Hursky  die zweijährige Wiener SPÖ-Parteischule.

Wir kennen einander also recht gut. Er baute an seiner SPÖ-Karriere und ich wurde (nach 20 Jahren SPÖ-Mitgliedschaft) „Grätzlaktivist“ im „Triesterviertel“ (www.triesterviertel.at)

Anlässlich Ihres Berichtes sandte ich am 21.4. eine  eMail an GR Niedermühlbichler (+Hursky. Er ist politisch „zuständig“ für unser Grätzl). Am selben Tag antwortete Christian Hursky in seiner leider für ihn typischen Art. Beides veröffentlichte ich auf meiner Webseite.

Schon im vorigen Jahr am 20.8.2015 sandte ich eine eMail an GR Niedermühlbichlerund:  Darin fragte ich, ob ich auch als Nicht (mehr)parteimitglied an „Offenen Arbeitsgruppen“ mitarbeiten könnte. Antwort: Haben wir nicht. Geht nicht.

Mit freundlichen Grüßen

Fritz Endl 🙂

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An den „Kurier“ sandte ich am Wahlsonntag eine zweite eMail:

Sehr geehrter Herr Mag.Natmessnig,

das heutige Wahlfiasko der SPÖ passt leider zur Antwort von SPÖ-GR Hursky auf meine eMail an GR Niedermühlbichler.

Als inzwischen parteiloser „Grätzlaktivist“ sende ich Ihnen im Anhang eine Einladung zu einer Präsentationsveranstaltung am 12.5. als Ergebnis von langjähriger konstruktiver ( „Grätzlarbeit“. Die klappt sehr gut mit zwei Facheinrichtungen des Bezirks (Bezirksmuseum und Gebietsbetreuung) und konnte auch von der SPÖ nicht verhindert werden, da unser kleiner privater Verein „triesterviertel.at“ Rechtsträger dieses Infotafel- Projektes ist und die Tafeln von den jeweiligen Hauseigentümern bezahlt werden.

Mit freundlichen Grüßen

Fritz Endl 🙂

PS: Direkter Link zur Infotafel „Unser Triesterviertel – Orte erzählen

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Sowohl von GR Niedermühlbichler als auch vom „Kurier“ kamen bisher leider keine Antworten.

Aber von GR Hursky erhielt ich noch am selben Tag eine ganz besondere „Antwort“: „Lieber Fritz, ich habe noch keine grauen Haar, auch noch genug davon und 200 Kniebeugen in einem Zug schaffe ich auch noch. Liebe Grüße Christian“

Für mich steht diese „Antwort“ stellvertretend dafür, weshalb sich immer mehr Menschen von der SPÖ ab und der FPÖ zuwenden:

Zu viele SPÖ-PolitikerInnen haben den respektvollen ernsthaften Dialog mit den Mitmenschen im Grätzl verlernt. Sie „träumen“ vielleicht noch vom „Roten Wien“ der 20-er und 30-er-Jahre, sind aber inzwischen viel zu unglaubwürdig geworden.

Mit solchen Politikern kann eine noch dazu „von oben“ verordnete „Nachbarschaftskampagne“ kaum erfolgreich sein.

Dazu passen auch viele meiner früheren „Gedanken“ im Abschnitt „Bezirkspolitik“

 

 

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Das hilft uns und den willkommenen Gekommenen!

Vor genau einem Jahr stellte ich hier die Frage „Wo können wir noch mit Nachbarn tratschen?“ und im April dieses Jahres schrieb ich zum Thema „Gute Nachbarschaft fängt im Wohnhaus an“.

NGO´s und Wirtschaft fordern angesichts der zunehmenden Flüchtlingsdramatik von unserer Regierung neben einer Asylstrategie auch eine „Strategie für Integration“.

Die Erfahrung zeigt ja, dass Menschen, die sich in ihrem nachbarschaftlichen Netzwerk geborgen und respektiert fühlen, „Fremden“ gegenüber offener sind als jene, die sich isoliert und benachteiligt fühlen. Sie sind auch weniger anfällig für Anwerbeversuche durch radikale religiöse Gruppierungen oder beim Wählen von Parteien mit „einfachen Lösungsangeboten“.

Beispiele vom Wohnhaus und dem Grätzl ?

In unserem Haus (Eigentümer und Verwaltung Österr.Siedlungswerk) Zur Spinnerin 2 im „Triesterviertel“ wohnen seit Dezember vorigen Jahres junge Eltern mit Oma und Baby aus Syrien. Sie waren der Anlass zum Projekt „Neue Hofgestaltung“, bei dem uns die MA17 (Integration und Diversität) und die Gebietsbetreuung Stadterneuerung sehr engagiert unterstützt. Es soll wieder eine neue Möglichkeit zum „Haustratsch“ für uns BewohnerInnen bieten. Denn seit der Sockelsanierung unseres Zinshauses (ca 1880 erbaut) in den Jahren 1996-98 leben wir – mit Wasser + WC in den Wohnungen und Aufzug – wieder mehr nebeneinander als miteinander.

Hofgest-Info 29.9.15-600

Zwei Mütter der „Kindergruppe“ im „Terrassenhaus Buchengasse“, die auch die wöchentlichen „Babytreffen“ in der nahegelegenen katholischen „Friedenskirche“ besuchen, habe ich von der syrischen Mutter erzählt. Auch als Muslimin ist sie dort herzlich willkommen.

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Im Buch „Mikrokosmos Stadtviertel“ wird „Unser Triesterviertel“ mit Stadtteilen in den USA und Afrika verglichen.

……………………….Mikrokosmos-600

Begonnen hat es am 14.4.2011, als ich diese eMail einer Dissertantin am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien erhielt:

„Sehr geehrter Herr Endl,
mein Name ist Manuela Wade, ich bin Dissertantin am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien. Im Moment bin ich dabei, für meine Dissertation mit dem Titel „Space matters – Handlungsräume in globalisierten Städten“ Recherchen durchzuführen.
Genauer gesagt interessiert mich die Frage, wie BewohnerInnen einzelner Stadtviertel in unterschiedlichen (institutionellen) Kontexten in Bezug auf Wohnen handeln.
Zu diesem Zwecke vergleiche ich drei Stadtviertel in unterschiedlichen Städten: eine Stadt in Westafrika, eine im Osten der USA sowie Wien.
Innerhalb Wiens habe ich mich – nach Diskussionen mit MitarbeiterInnen der Gebietsbetreuung in Favoriten – für das Triester Viertel entschieden.
In diesem Zusammenhang bin ich mehrmals – durch Internetrecherchen – auf Ihren Namen gestoßen. Da Sie mit dem Triester Viertel vertraut scheinen sowie in einzelnen Initiativen aktiv geworden sind, würde ich mich sehr freuen, wenn ich Sie als Experten zu diesem Viertel befragen dürfte. Die Fragenkomplexe würden sich um den Bereich Nachbarschaft (Stärken und Probleme, historische Entwicklungen, Bevölkerungszusammensetzung), Wohnen (Wohnbedingungen, Rolle des öffentlichen Wohnbaus), Organisierung bzw. Initiativen vor Ort sowie um die Bedeutung des Triester Viertels für die Gesamtregion Wien drehen.
Ich wäre Ihnen dankbar, sollten Sie die Zeit für ein persönliches Treffen finden. Sollten Sie noch Fragen haben, können Sie mich natürlich jederzeit kontaktieren.
Mit freundlichen Grüßen
Mag.a Manuela Wade
Universität Wien Institut für Politikwissenschaft“

In der Folge konnte ich ihr einige Kontakte für Gespräche mit BewohnerInnen des „Triesterviertels“ vermitteln.
Heute (3.6.2015) erhielt ich von Dr.n Manuela Wade die Nachricht, dass ihr Buch „Mikrokosmos Stadtviertel – Lokale Partizipation und Raumpolitik“ fertig ist.:

Lieber Fritz,
ich bin mir nicht sicher, ob du dich noch an mich erinnerst: 2011 waren wir im Zuge der Recherchen für meine Doktorarbeit in Kontakt bzgl. lokalen Initiativen der BewohnerInnen des Triester Viertels. Nun wird meine Dissertation als Buch veröffentlicht.
Außerdem soll es eine öffentliche Buchpräsentation geben.
Voraussichtlich findet diese in den Räumlichkeiten der GB*10 am 01.07.2015 um 18:00 statt.
Ich würde mich sehr freuen, wenn du kommst! Wenn du gerne möchtest, könntest du auch eine kurze Einleitung zum Thema „Bevölkerungsinitiativen im Triester Viertel“ machen.

Liebe Grüße,
Manuela (Wade)
Am 1.7. gab es die Buch-Präsentation.

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…. FragNebenan bietet dazu ein beeindruckendes „Instrument“ im Internet.
Ich empfinde es als die lang erhoffte professionelle Ergänzung meiner Bemühungen um Vernetzung in der Nachbarschaft.
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Aktualisierung am 2.6.:
Diese Hoffnungen haben sich letztlich als trügerisch erwiesen. Das – nach wie vor gute – nachbarschaftliche Vernetzungskonzept entwickelt sich zunehmend zu einem professionell vermarkteten Geschäftsmodell.
Dieses Start-up-Unternehmen braucht als Basis die Mitgliedschaft von möglichst vielen Menschen, um Hausverwaltungen für die spätere Finanzierung zu überzeugen und um Werbemöglichkeiten für Unternehmungen der Nachbarschaft zu verkaufen.
Die (mir viel wichtigere) nachbarschaftliche Vernetzung wird dabei (wieder einmal) nur als „Mittel zum Zweck“ (Möglichst viele Werbeeinschaltungen) benützt.
Außerdem gibt es im 10.Bezirk bzw. im „Triesterviertel“ kaum Personen, die am FN-Forum teilnehmen.
(Ich löschte daher mein Benutzerkonto.)
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Am 30.6.2014 schrieb ich hier „gegen die Einsamkeit in der Großstadt

Am 29.12.2014 erzählte ich davon, wie wichtig die Familie jenes türkischen „Gastarbeiters“ für unsere Hausgemeinschaft geworden ist, der seit Anfang der 70-er Jahre in unserem Haus gewohnt hatte.

Seit 1980 sind wir Nachbarn dieser Familie. Der älteste Sohn (im Alter unseres Sohnes) war viele Jahre als Automechaniker bei einer großen Autofirma tätig und erzählte immer wieder von seinem Traum, einmal eine eigene Werkstätte zu leiten. Am 18.4.2015 konnte er endlich (zu Recht) voll Stolz seine Autowerkstätte im ebenfalls neuerbauten Wohnhaus in der Breitenfurterstraße eröffnen.

Oezyer-mycar 18.4.15

…………………………………Oezyer 18.4.15

Die ca 100 geladenen Gäste lieferten uns eine beeindruckende Bestätigung dafür, wozu die Kinder und Enkerln von „Gastarbeitern“ und eine funktionierende „Nachbarschafthilfe“ fähig sind.

Jetzt zeigen sie uns offenbar, woran wir „Altwiener_innen“ uns nur noch wehmütig erinnern können: An die Zeit nach dem Krieg, als es im Wohnhaus und im Grätzl noch Hilfsbereitschaft und Gemeinschaft gegeben hat.
Als Jahrgang 1942 habe ich im 15.Bezirk die Jahre des gegenseitigen Helfens noch erleben dürfen/müssen, sowohl in unserem Wohnhaus und auf der Straße als auch im damaligen Familienverband.

Seit 1980 versuche ich, auch in unserem Wohnhaus und im Wohnumfeld ähnliche nachbarschaftliche Kontakte aufzubauen, wie ich es im 15.Bezirk erlebt hatte und die mich bei unseren Wohnnachbarn sosehr beeindruckt.

Unser Wohnhaus konnten wir gemeinsam vor dem drohenden Abriss retten und durch den neuen Besitzer (Österr.Siedlungswerk) eine Sockelsanierung erreichen.
Im „Triesterviertel“ blieb jedoch bisher eine nachhaltige Vernetzung von Bewohner_innen nur wenig erfolgreich. (Dazu einige Links zu früheren WordPress-Texten zum Thema „Nachbarschaft“ im Anschluss.)

Dieser Mangel an persönlicher Vernetzung und Solidarität im „Triesterviertel“ und in Favoriten könnte sich aber künftig verbessern, denn am 21.3. fanden wir im Briefkästchen diesen kleinen Zettel

…………………………….FragNebenan 18.3.15-1000

Text: Liebe Nachbarinnen und Nachbarn in der ZUR SPINNERIN,
zum Kennenlernen, Austauschen und Plaudern bauen wir hier im Grätzl ein Netzwerk für Nachbarn auf.
Wir würden uns sehr freuen, wenn du auch mitmachst!
Einfach hier anmelden: http://www.fragnebenan.at oder schreib uns: valentin23@gmx.at
Liebe Grüße- bis bald- Valentin u. Stefan

Schon bald gab es ein Treffen mit dem mir außerdem sehr sympathischen Valentin Schmiedleitner, einem der Initiatoren von „FragNebenan“ und am 14.4. gab es das erste Treffen von „FragNebenan im Triesterviertel“.

………………………….FragNebenan1-14.4.15

Am 12.5. wird es wie am 14.4. gewünscht ein Treffen der Gruppe „FragNebenan in Favoriten“ in der Nähe vom Reumannplatz geben.

Nun liegt es nämlich auch an uns Bewohner_innen, dieses professionell vorbereitete und zukunftsweisende Instrument „FragNebenan“ zum Klingen zu bringen.
Es besteht dann die Hoffnung, dass sich dieses Geschäftsmodell auch wirtschaftlich rechnet. Hausverwaltungen werden erkennen, dass gute Hausgemeinschaften, die „auf ihr Haus schauen“, auch die Instandhaltungskosten senken können.

Aber das Allerwichtigste ist Folgendes: „FragNebenan“ kann die Gefahr verringern, dass in Wien Menschen in der Wohnung liegen, ohne dass es jemand bemerkt. (Da würden auch „Telefonringe“ helfen können)

Frühere WordPress-Texte zum Thema „Nachbarschaft“:

„Hier bin ich daheim“
„Das mache ich für meine Enkelkinder“
Einmischen in unsere eigenen Angelegenheiten
Wo können wir noch mit Nachbarn tratschen?
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