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 Oder auch: „Geschichten von den verlorenen Herzen“

FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus erkannte offenbar, dass sich aus diesem kleinen Funken des Widerstands auch ein Flächenbrand weit über Favoriten hinaus entwickeln könnte und eilte aus der Steiermark sofort nach Wien. Und er machte seinen „Parteifreunden“ offenbar rasch klar, dass „die freiheitliche Familie stärker als jeder Einzelne“ ist und sie wieder in die Familie zurückkehren mögen. (Weihnachten ist nahe und wer wollte da schon aus der „Familie“ ausgeschlossen werden?) Als Motive soll es sich außerdem um keine grundsätzliche Kritik an der Bundesregierung, sondern um „rein menschliche Gründe“ gehandelt haben. (Und „rein menschliche Gründe“ sind in dieser Regierung zunehmend ungern gesehen.)

„Rein menschliche Gründe“ beschäftigen mich schon lange, privat als Rot-Grüner und „öffentlich“ als „Grätzaktivist“ im „Triesterviertel“.
Seit ich mich ab den 80-er Jahren im „Triesterviertel“ als „Grätzlaktivist“ engagiere, erlebe ich – als deklarierter „Linker“ und trotz der zunehmenden „Hass-Politik“ der Wiener- und Bundes-FPÖ – auch immer wieder gute, vertrauensvolle Beziehungen zu Bezirksfunktionären/-funktionärinnen der FPÖ auf Bezirksebene. Mein „Kopf“ (und viele gutmeinende Menschen) warnt mich zwar manchmal davor, parteipolitisch „benützt“ werden zu können, aber auf mein „Bauchgefühl“ konnte ich mich meist verlassen.
Welche „menschlichen Gründe“ könnten jene mir sympathischen Menschen haben, die sich wie ich sozial engagieren möchten, sich aber als Mandatare in den Dienst einer zutiefst menschenverachtenden Partei wie der FPÖ zu stellen?

Jene fünf FPÖ-Mandatare habe mir zu einer möglichen Erklärung für diese Entscheidung verholfen:

Es könnte ja sein, dass sie früher versucht haben, sich in ihrer SPÖ-Sektion, in einer SPÖ-nahen Gewerkschaft oder Personalvertretung zu engagieren. Sie wollten aber nicht den oft mühsamen und jahrelangen Weg der damals üblichen „Ochsentour“ gehen (Mitgliedsbeiträge kassieren usw.) Sie suchten nach „offeneren Türen“. Und von FPÖ-nahen Einrichtungen wurden sie „mit offenen Armen“ aufgenommen und konnten als Opposition zur SPÖ deren enttäuschte WählerInnen relativ rasch für die „Sündenbock-Politik“ der FPÖ gewinnen.

Solidaritaet-Standard 17.11.18-

„Der Standard“ 17.11.2018

Von FPÖ-Spitzenfunktionären wie Klubobmann Johann Gudenus wurden sie bisher als „Stimmenfänger“ immer wieder für ihre Arbeit im Bezirk gelobt. Da die Favoritner FPÖ bei der letzten GR-Wahl beinahe zur stärksten Partei geworden wäre, erhoffen sie sich bei der kommenden Wahl 2020 endlich die Position des Bezirksvorstehers zu gewinnen. Und für die nötige „Basisarbeit“ werden sie wieder viele engagierte Bezirksräte/-rätinnen motivieren müssen.

Vielleicht haben diese fünf FPÖ-Mandatare durch diese Aktion vor allem versucht, ihren Stolz auf diese erfolgreichen Jahre ihres Engagements zu bewahren. Sie realisieren oder ahnen zumindest vielleicht schon, dass sie von Strache/Gudenus/Kickl u.Co. für deren immer deutlicher erkennbaren asoziale Ziele als „Stimmenfänger“ missbraucht wurden/werden. Vielleicht werden solche FPÖ-Mandatare künftig schon hellhöriger sein können und besser erkennen, welche Partei sich glaubwürdiger für die Interessen der „kleinen Leute“ einsetzt, wo die „Herzen“ nicht aus Stein sind.

Und was macht die ehemals stolze und für ihre Ideale „brennende“ Favoritner SPÖ, die Wiener SPÖ, um in dieser entscheidenden Phase die vielen „verlorene Herzen“ wieder zurück zu gewinnen?

SPOE-Funktionaere 19.10.18

„Und jetzt Ruhe da unten“            („Der Standard“ 19.10.2018)
Der sympathische, aber nach einem Jahr noch sehr unerfahrene Bezirksvorsteher Marcus Franz (und sein ebenfalls unerfahrenes „Büro“) bräuchte dringend ein besseres Beratungsteam unabhängig von den aktuellen „Parteifreunden“. 

Letztes Beispiel: Die peinliche „What else“- Kaffeehaus-Werbe-Aktion für ihn und den Nestle-Konzern, als er sich bei der letzten Bezirksvertretungssitzung am 14.11. im „Schlusswort“ mühsam zu rechtfertigen versuchte, weil er vorher von keinem seiner „Parteifreunde“ gegen die „Lüge-Vorwürfe“ („heute“ am 20.11.) zweier FPÖ-Bezirksräte verteidigt worden ist.

…………………………………………..What else

Und den SPÖ-Strategen im Wiener Rathaus wird mehr einfallen müssen, als das medial inszenierte Aufhängen von „verlorenen Herzen“ am Christkindlmarkt davor.

Ludwig Herzerlbaum 9.11.18                                                                                        Kurier 9.11.2018

Am „Herzerlbaum“ vor dem Rathaus hängen auch die „verlorenen Herzen“ früherer SPÖ-Wähler/Wählerinnen!


Dazu passen auch viele meiner früheren „Gedanken“ im Abschnitt „Bezirkspolitik“ http://www.dorfwiki.org/wiki.cgi?Triesterviertel/GedankenInhaltsVerzeichnis

 

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……………………..vom Waldmüllerpark bis zum Wasserturm.

 

Eine erfreuliche „Initiative für politische Qualität“ am Nationalfeiertag macht – in Richtung „Kind“ – auch manche Unterschiede klar:

„Es zählt der Mensch, nicht die Fraktion“

Der „Kurier“ vom 27.10.2018 berichtete unter diesem „Aufhänger“ über eine bemerkenswerte Aktion am Nationalfeiertag.

kurier1-27.10.18
(Bild: Kurier/Franz Gruber)

Untertitel: „Friedensmarsch durch Weinberge: Politiker aller Couleur verbündeten sich bei Wanderung und fordern mehr „politische Qualität“.

Einige Ausschnitte daraus:

„Es ist so etwas wie eine überparteiliche „Friedensbewegung“, die da am Nationalfeiertag über die Stammersdorfer Kellergasse zum Buschenschank „Ausblick Wien“ marschierte. Organisiert wurde das von der „Initiative für politische Qualität“, http://politikqualitaet.at/ bei der sich Politiker aller Couleur verbünden…..
Um die „Art und Weise“, geht es bei der Initiative, die vor etwa zwei Jahren vom Grünen Wirtschaftskämmerer Hans Arsenovic und dem schwarzen EU-Abgeordneten Lukas Mandl ins Leben gerufen wurde…..

„Es stört uns, dass manche aus Prinzip dagegen sind, wenn die Idee von einer anderen Partei kommt. Es ist ja nichts dabei, wenn man klatscht, wenn die Rede gut war. Wurscht, bei welcher Partei der ist“, sagt Arsenovic……

ÖVP-Abgeordneter Nico Marchetti ist pragmatisch: „Demokratie ist Kompromiss, und Kompromiss tut manchmal weh.“ Nur so, betont der 28-jährige Wiener, bringe die Politik etwas weiter. (Näheres unter)

Diese Initiative ist sicher wertvoll und verdient möglichst viel Unterstützung. Aber gerade in Hinblick auf das gerade entstehende „Bildungsgrätzl Triesterviertel“ sollte vor allem der Satz gelten:

„Es zählt das Kind, nicht die Fraktion (und Religion)“.

In einem längeren Telefongespräch mit Mag.Margit Wolf, der Geschäftsführerin von „Interface„,  hat diese ein meiner Meinung nach passendes Motto speziell für das „Bildungsgrätzl Triesterviertel“ vorgeschlagen: „Buntes Dorf“ zur Begleitung unserer Kinder .

Stadtrat Jürgen Czernohorszky nennt nämlich als zentrales Ziel : “Die gesamte Grätzlgemeinschaft soll an der Entwicklung der Kinder teilnehmen“ und Bildungsdirektor Heinrich Himmer bekräftigt: „Es ist besonders wichtig, dass alle an einem Strang ziehen“

Was ist unter „gesamte Grätzlgemeinschaft“ oder „alle an einem Strang ziehen“ im Sinne des „Bildungsgrätzl-Konzeptes“ zu verstehen? (Siehe WordPress-Beitrag vom September)

Es sollten vor allem jene Einrichtungen eines Stadtteils (Grätzl) mit öffentlichen und privaten Trägern vernetzt sein, die mit „Volksbildung“ im engeren und weiteren Sinn befasst sind. (Kindergärten, Schulen, Freizeitbereich, Beratungsstellen, Kultureinrichtungen, Büchereien, Volkshochschulen, Bildungsinitiativen o.ä. )

Die kommenden Treffen von Mitarbeitern/Mitarbeiterinnen dieser Grätzleinrichtungen sollten daher im Sinne des BG-Konzeptes vor allem zum persönlichen Kennenlernen und zur Vernetzung im Grätzl dienen.

Auf Basis dieser auf wechselseitigem Vertrauen beruhenden Kontakte könnten in der Folge die vorhandenen Qualifikationen und räumlichen Möglichkeiten „auf kurzem Weg“, also möglichst unbürokratisch, rasch und flexibel und – in diesem Fall – kindgerecht umgesetzt werden.

Diese positiven Erfahrungen konnte ich bei der Entwicklung des sogenannten „Regionalteam Favoriten“ in den 80-er bis 00-er Jahren miterleben, „einer unabhängigen Vernetzungsplattform von Menschen in der Bildungs-, Gesundheits- und Sozialarbeit“.

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Bilder: Arbeitskreis „Kinder/Jugendliche“ am 3.4.2000 im Institut für Suchtprävention aus der Broschüre „20 Jahre Regionalteam Favoriten“ (April 2002) und  im „Back on Stage“- Lokal am 18.9.2006 (Fotos FE)

RT10-AK KJ 3.4.200018.9.2006 BoS


Den gewählten Vertretern/Vertreterinnen von politischen Fraktionen oder leitenden Angehörigen von Religionsgemeinschaften stehen genügend andere Formen von gesellschaftlicher Teilhabe zur Verfügung, wo sie sich auch für die Interessen von Kindern einsetzen könnten. (Siehe: „Initiative für politische Qualität“)

Daher sollten sie an „Bildungsgrätzl“- Besprechungen nur teilnehmen, wenn sie dazu eingeladen werden.

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Zum Inhaltsverzeichnis aller bisher veröffentlichten Beiträge: http://www.dorfwiki.org/wiki.cgi?Triesterviertel/GedankenInhaltsVerzeichn

Am 26.9.2018 erhielt auch unser Verein „triesterviertel.at“ folgende Einladung von der Bildungsgrätzlbeauftragten der Stadt Wien:

Vorbemerkung von Helga und Fritz Endl: Wir freuen uns sehr, dass die Stadtverwaltung unser Grätzl in dieser Weise unterstützt.  Unsere Hoffnung besteht auch darin, dass jenes im „Bildungsgrätzl Triesterviertel“ zuletzt genannte „Kriterium“ an zentraler Stelle stehen möge, nämlich „gemeinsam(e) Kommunikationsformen und Kommunikationsstrukturen zu schaffen“. Dabei wäre es aus unserer Sicht wichtig, wenn ALLE gewählten politischen Fraktionen der Bezirksvertretung gleichermaßen einbezogen werden, um von Beginn an mitgestalten zu können.

Sehr geehrte Pädagoginnen und Pädagogen,
sehr geehrte Interessierte am Bildungsgrätzl!

Es ist wichtig und wertvoll, dass es im Bezirk Bildungseinrichtungen wie Ihre gibt. Kindergärten, Volksschulen, höher bildende Schulen sowie außerschulische Bildungsinstitutionen bieten den Menschen im Stadtteil die notwendige Palette an Bildungsangeboten.

Ein Bildungsgrätzl funktioniert ähnlich wie ein Schulcampus: Verschiedene Bildungsanbieter ergänzen und unterstützen sich, bereichern die jeweils anderen Angebote. Für SchülerInnen, LehrerInnen, Verwaltende und für den Stadtteil entsteht ein Mehrwert, eine Erleichterung oder auch neue Chancen. In vielen anderen Grätzln Wiens profitieren die Menschen von solchen neuen Kooperationen.

Wir, die Bezirksvorstehung Favoriten, die Bezirksinspektorin der Pflichtschulen und die Bildungsgrätzlbeauftragte der Stadt Wien laden Sie zum Kick-Off ein:

Überlegen Sie gemeinsam mit VertreterInnen anderer Bildungseinrichtungen und mit uns, wie ein Bildungsgrätzl im Triesterviertel aussehen könnte! Welche Chancen können sich durch neue und intensivere Kooperationen ergeben? Wie können Sie sich gegenseitig unterstützen?

Am 12.10.2018 von 10-12 Uhr In der Bezirksvorstehung Favoriten

Es ist uns ein großes Anliegen, dass Ihre Bildungseinrichtung vertreten ist. Um den Workshop gut planen zu können, bitten wir um eine kurze Teilnahmebestätigung unter dunja.gharwal@wien.gv.at.
Auf den nächsten Seiten finden Sie mehr Infos und Rahmenbedingungen zum Bildungsgrätzl-Angebot der Stadt Wien.

„Bildungsgrätzl“ beschreibt den Wiener Weg eines stadtteilbezogenen Bildungsmanagement.

Übergreifende Ziele und damit verbundene zentrale Handlungsfelder sind

• Erhöhung von Bildungsbeteiligung und Verbesserung der Zugänge zu Bildung
• Verbesserung der Übergänge zwischen einzelnen Bildungsphasen (Übergangsmanagement)
• Verbesserung der Transparenz von Bildungsangeboten (Bildungsberatung)
• Verbesserung der Angebotsstrukturen im Sinne einer stärkeren Bedarfsorientierung – Kohärenz des Bildungswesens (im Stadtteil) stärken
• Stärkung der Beschäftigungsfähigkeit
• Stärkung der demokratischen Kultur und Teilhabe

„Lernen vor Ort – Lernen am Ort“

Der Bildungserfolg wird auch durch die Voraussetzungen beeinflusst, den ein junger Mensch im Stadtteil vorfindet. Die lokale Bildungslandschaft bildet den Hintergrund für das Lernen vor Ort:

Ob informelles Lernen in der Familie, frühes Lernen in Nachbarschaft und im Kindergarten, non-formales Lernen in Kultur und Freizeit, formales Lernen in Schule und Ausbildung – der Stadtteil und seine Strukturen entscheiden wesentlich mit über Bildungschancen und Bildungsgerechtigkeit.

Der Stadtteil ist somit ein Handlungsfeld der Bildungspolitik. Bildung findet in sehr vielfältigen Zusammenhängen und an unterschiedlichsten Orten im Stadtteil statt. Bildung beschränkt sich keineswegs auf formale und non-formale Bildungseinrichtungen. Dementsprechend sind formale, non-formale und informelle Bildungs- und Entwicklungssettings gleichermaßen ins Blickfeld zu nehmen und Bildung stärker als Querschnittsthema zu berücksichtigen. Damit das Lernen im gesamten Lebenslauf erfolgreich sein kann, müssen die Bildungsangebote eines Stadtteils wie ein stimmiges, integriertes System aufeinander bezogen und abgestimmt sein.

Gleichzeitig haben Bildung und Bildungseinrichtungen auch eine Schlüsselrolle für die Entwicklung von Stadtteilen. Die Bedeutung von Bildung für den sozialen Zusammenhang und die Lebensqualität im Stadtteil ist hoch.

Bereits seit 2009 geht die Stadt Wien mit dem Bildungscampusmodell den Weg des kooperativen, vernetzten und institutionenübergreifenden Lernens. Kinder verschiedenster Altersstufen können ganztägig und ganzjährig von einem umfassenden Bildungsangebot auf lokaler Ebene – im Grätzl – profitieren. Kindergarten, Schule, gemeinsame Bildung und Betreuung von Kindern mit Behinderungen, Zusatzangebote wie elementares Musizieren (ELEMU) werden bereits vielfach an Wiener Campusstandorten angeboten.
Der Erfolg dieses Bildungsmodells liegt in der Zusammenarbeit und Kooperation über Institutionengrenzen hinweg, zum Vorteil aller am Bildungsprozess beteiligten Menschen – ist jedoch nicht auf die speziellen Bildungscampusstandorte beschränkt.
Die grundlegende Idee des Campus kann auch auf den Stadtteil umgelegt werden.
Bildungsgrätzl sollen als stadtteilorientierte Bildungslandschaft die Wirkung von Bildungsarbeit erhöhen und zugleich positiv auf das Zusammenleben in Stadtteilen zurückwirken, in dem Lernen als Bestandteil des Lebens im Stadtteil sichtbar und insbesondere die Leistungen und das Engagement der AkteurInnen wertgeschätzt wird.
Das Bildungsgrätzl ist ein verlässliches, qualitätsvolles und kontinuierliches Bildungsangebot in der unmittelbaren Umgebung des Lebensmittelpunktes der Kinder und Jugendlichen.

Bildungsgrätzl sind auf Dauer angelegte, professionell gestaltete, auf gemeinsames planvolles Handeln abzielende lokale Netzwerke zum Thema Bildung, die ausgehend von der Perspektive des lernenden Kinds formale Bildungsorte und informelle Lebenswelten umfassen.
Bildungsgrätzl sind Orte organisierter elementarpädagogischer, schulischer und außerschulischer Bildung bieten aber auch Freiräume und Strukturen für Bildung und Lernen in anderer Form. In diesem Verständnis können alle Akteure auch außerhalb des engeren Bildungsbereichs zum Impulsgeber für die Entwicklung eines Bildungsgrätzls werden.
Bildungsgrätzl entstehen als Kooperation von Schulen und Elementarpädagogik sowie außerschulischen Bildungseinrichtungen und anderen PartnerInnen (z.B. Jugendarbeit, Büchereien, Vereine und Communities, Unternehmen und Betrieben).
In einem Bildungsgrätzl werden gemeinsame Ziele der Bildungspartner eines Stadtteils erarbeitet. In der Arbeit der Bildungspartner werden die „Grenzen der Organisationen“ überwunden.

Grundprinzipien von Bildungsgrätzln

Offenheit: Die Offenheit und Vernetzung aller Lernangebote ist das oberste Grundprinzip der Wiener Bildungsgrätzl. Ab sofort gilt: Schule ist dort, wo SchülerInnen etwas lernen – und das kann überall sein.
Grundkompetenzen: Die Wiener Bildungsgrätzl sind offene Strukturen mit großen Freiräumen. Diese Vielfalt braucht ein gemeinsames Fundament – die „Grundkompetenzen“. Das sind jene Lern- und Wissensinhalte, deren Vermittlung wir allen SchülerInnen in Wien garantieren.
Dreisprachigkeit: Die Sprachförderung ist eine zentrale Aufgabe der Wiener Bildungsgrätzl. Das Ziel dabei lautet: Dreisprachigkeit. Gutes Deutsch, gutes Englisch und die Kenntnis einer dritten Sprache sind Schlüsselqualifikationen – sowohl für das Miteinander in Wien als auch für unseren Wirtschaftsstandort.
Empowerment: Das wichtigste Lernziel der Bildungsgrätzl lautet: Selbstständigkeit. Darum setzen wir auf neue, autonome Strukturen. Denn nur in einem mündigen System kann die Fähigkeit gefördert werden, selbstbestimmt zu handeln.
Inklusion: Inklusion durch individuelle Förderung ist ein Prinzip der Wiener Bildungsgrätzl. Als vielfältige Netzwerke bieten sie neue Möglichkeiten, um besser auf die unterschiedlichen Bedürfnisse von Kindern eingehen zu können.
Geschlechterrollen: Wiener Kinder sollen gesunde, selbstbewusste und verantwortungsvolle Menschen werden. Ein Selbstwertgefühl zu entwickeln, das nicht auf der Abwertung von Anderen basiert, ist ein unverzichtbarer Teil davon. Deshalb ist das einer der Schwerpunkte in den Wiener Bildungsgrätzln.
Soziale Gerechtigkeit: Die Entfaltung von Fähigkeiten darf keine Frage der Herkunft sein. Darum durchbrechen die Wiener Bildungsgrätzl die bürokratischen Mauern unseres Bildungssystems – und die damit verbundene Vererbung von Bildung. Auch der Mitteleinsatz orientiert sich am sozialen Bedarf.

Kriterien eines Bildungsgrätzl

Ein Bildungsgrätzl besteht aus mindestens einer Schule und einem weiteren institutionellen Bildungspartner (z.B. Kindergarten, Bücherei, Jugendzentrum, …)

Die Bildungspartner eines Bildungsgrätzl verständigen sich über gemeinsame inhaltlich-pädagogische Ausrichtungen und Profile (z.B. pädagogische Leitlinien und Schwerpunkte) und setzen gemeinsame Projekte um.

Die Bildungseinrichtungen arbeiten an einer Verbesserung der Übergänge zwischen einzelnen Bildungsphasen (Übergangsmanagement zwischen KG, VS, NMS) und bieten auch Bildungsberatung an.

Die Bildungseinrichtungen arbeiten an einem gemeinsamen Raum- und Ressourcenmanagement und bieten flexible Mehrfachnutzungen an. Die vorhandenen Raumressourcen werden dadurch besser genutzt.
Partner eines Bildungsgrätzl sind offen gegenüber weiteren Bildungspartnern (z.B. private Vereine).

Im Bildungsgrätzl wird versucht die Sichtbarkeit von Bildung im Stadtteil zu erhöhen.

Im Bildungsgrätzl wird versucht, die Kooperationen zwischen Landes- und Bundesschulen zu verbessern.

Für das Bildungsgrätzl werden gemeinsame Kommunikationsformen und Kommunikationsstrukturen geschaffen.

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Zum Thema passende frühere Beiträge:

https://fritzendl.wordpress.com/2015/11/30/wo-ist-der-zentralverein-der-wiener-lehrerschaft/

https://fritzendl.wordpress.com/2017/03/31/das-wiener-bildungsgraetzl/

https://fritzendl.wordpress.com/2017/04/30/von-der-brennpunktschule-zum-brennpunktgraetzl-zum-bildungsgraetzl/

https://fritzendl.wordpress.com/2017/07/29/wiener-bildungsgraetzl-im-triesterviertel/

https://fritzendl.wordpress.com/2017/12/17/graetzlschulen-und-bildungsgraetzl-sind-moeglich-ab-sofort/

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Zum Inhaltsverzeichnis aller bisher veröffentlichten Beiträge

ist auch eine Chance für uns Bewohner/Bewohnerinnen

Mischen uns wir BewohnerInnen in die Planung der Oberflächengestaltung ein!
Die StadtplanerInnen sind offen für unsere Vorschläge!

Die Vorgeschichte:
Am 28.2. und 1.3. gab es in einem Hotel beim Matz-Platz Informationstage über die Neugestaltung des Matzleinsdorfer Platzes im Zuge der Verlängerung der U2 zum Wienerberg. Darüber gibt es auch einen Bericht auf der Webseite der Stadt Wien

Das Planungsgebiet zum „Matzleinsdorfer Platz Süd“Matz6-28.2.18

An einem dieser beiden Info-Tage wurde unsere kleine Aktivgruppe aus dem Triesterviertel vom Planungskoordinator der MA21 (Stadtplanung) Dipl.Ing.Christoph Hrncir zu einem weiteren Gespräch mit Bezirkspolitikern in der Bezirksvorstehung eingeladen. (Dazu Näheres) Dieser weitere Informationsaustausch hat am 20.4. 2018 in sehr angenehmer Atmosphäre stattgefunden

Als weitere Entwicklungsschritte sind von Seiten der Stadt geplant: 

Bis 2021 wird z.B. geprüft, ob und welche Hochhäuser im Bereich Matz-Platz errichtet werden. Und für das Jahr 2021 sind wieder “Informationen der Bevölkerung und Dialogangebote“ vorgesehen.

Bis dahin wäre es doch sinnvoll, wenn sich interessierte Menschen im Umfeld des Matz-Platzes Gedanken über dessen wünschenswerter Gestaltung machen und austauschen. Die Voraussetzungen sind günstig, weil die zuständigen StadtplanerInnen der MA21 großes Interesse an einem sachlichen Dialog mit uns BewohnerInnen gezeigt haben.
Dazu werden auf der offiziellen Webseite der Stadt Wien sehr konkrete Ziele genannt, die wir durch entsprechende Vorschläge unterstützen könnten.

„Ziele – Matzleinsdorfer Platz Süd“ (Auszüge)

  • „Die Schaffung eines belebten Stadtteils soll unterstützt werden.“
  • „Wesentlicher Faktor für ein attraktives Quartier sind belebte Erdgeschoßzonen“ 
  • „Derzeit besteht ein Mangel an sozialer Infrastruktur innerhalb des Planungsgebiets. Im Zuge einer Bebauung sollen neue Einrichtungen entstehen“

WIR SIND DIE GANZ DIREKT BETROFFENEN !

WIR SIND DIE „LOKALEXPERTEN/EXPERTINNEN“!

MACHEN WIR DER MA 21 KONKRETE VORSCHLÄGE!

HABEN SIE INTERESSE AN EINER „PLANUNGSGRUPPE MATZ-PLATZ“ ?
Kontakt: fritz.endl@gmx.at 0650/4814860 http://www.triesterviertel.at

Passende frühere Beiträge:

https://fritzendl.wordpress.com/2014/08/30/die-u2-kommt-auch-ins-triesterviertel/

https://fritzendl.wordpress.com/2018/01/31/wer-bestimmt-am-matzleinsdorferplatz/

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Zum Inhaltsverzeichnis aller bisher veröffentlichten Beiträge:
http://www.dorfwiki.org/wiki.cgi?Triesterviertel/GedankenInhaltsVerzeichnis

Zehn Jahre lang haben Mitarbeiter der Gebietsbetreuung gemeinsam mit dem Bezirksmuseum Favoriten unseren Verein „triesterviertel.at“ beraten. Über die Geschichte und Entwicklung des Wohngebiets an der Triesterstraße zwischen Matzleinsdorferplatz  und Spinnerin am Kreuz.  Seit 2018 sind sie durch ein anderes Team ersetzt worden.

Warum zerstört die Stadt dieses erfolgreiche Modell einer langjährigen Zusammenarbeit zwischen zivilgesellschaftlich engagierten BewohnerInnen und den Facheinrichtungen des Bezirks?

Fünf Beispiele:

  1. Das gemeinsame Tafelprojekt „Orte erzählen“ Es. sollte ein Modell werden für ganz Wien. Mittels Info-Tafeln an bemerkenswerten Orten soll in Verbindung mit einer Webseite und (seit der 10.Tafel) einem Audioguide soll über deren Geschichte informiert werden.
  2. Der „Audioguide Triesterviertel“ wurde auf der Webseite der Gebietsbetreuung  ebenso wie das „gesamte „Orte erzählen“-Projekt präsentiert. Das gibt es auf der neuen GB-Webseite alles nicht mehr. Zum Glück wurde er auch auf der privat finanzierten neuen Webseite http://www.orteerzaehlen.at gerettet. Viele Jahre Arbeit des „alten“ Teams der Favoritner Gebietsbetreuung wurden mit dieser Umstrukturierung „entsorgt“. Angeblich aus Einsparungsgründen. Ich glaube das nicht.
  3. Folgende beiden Tafeln (140×70 cm) fertigen Ing.Siegfried Schuller und DI Hannes Gröblacher im Rahmen unserer Teilnahme am „Festival der Bezirke“ am 10.6.2014  Sie weisen auf die Entwicklung auf das Gebiet zwischen Matzleinsdorferplatz und dem sogenannten „Fischplatz“ bei der Quellenstraße hin. Hier, in der Quellenstr.156, befindet sich auch die 10. „Orte erzählen“-TafelIMG_0006….IMG_0004
  4. Über Vermittlung der Gebietsbetreuung wurde das „Triesterviertel“ 2015 Teil einer Vergleichsstudie mit ähnlich strukturierten Stadtteilen in den USA und Senegal. Sie wurde von Manuela Wade verfasst,  als Buch veröffentlicht und am 1.7.2015 in der Gebietsbetreuung präsentiert: „Mikrokosmos Stadtviertel – Lokale Partizipation und Raumpolitik“
  5. Gemeinsam mit der Gebietsbetreuung wurde Ende 1916 eine Broschüre über das „Orte erzählen“-Projekt erstellt. Der Bezirk finanzierte davon 2500 Stück.

Frühere Beiträge, die zum Thema passen:

https://fritzendl.wordpress.com/2012/06/25/wir-sind-auch-expertinnen-fur-die-geschichte-unseres-triesterviertels/

https://fritzendl.wordpress.com/2012/11/30/7-infotafeln-zur-gratzlgeschichte-sind-schon-zu-sehen/

https://fritzendl.wordpress.com/2013/09/29/die-entwicklung-des-triesterviertels/

https://fritzendl.wordpress.com/2013/10/31/unser-triesterviertel-orte-erzahlen/

https://fritzendl.wordpress.com/2016/05/31/das-unser-triesterviertel-orte-erzaehlen-team-feiert/

https://fritzendl.wordpress.com/2016/12/31/bezirksvorstehung-finanziert-2-500-orte-erzaehlen-broschueren/

https://fritzendl.wordpress.com/2018/02/28/matz-platz-u2-u5-wuensche-an-die-stadtplanung-ma21/

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Zum Inhaltsverzeichnis aller bisher veröffentlichten Beiträge:

http://www.dorfwiki.org/wiki.cgi?Triesterviertel/GedankenInhaltsVerzeichnis

 

 

Orte respektvoller Begegnung

„Gedanken“-Vorbemerkungen:
Woran erkennen wir einen glücklichen Menschen? z.B. an seinen/ihren „leuchtenden Augen“. Kann das gemessen oder in der Schule benotet werden? Nein. Und dennoch gibt es in der Steiermark seit 2009 an einigen öffentlichen Schulen das „Lebensfach“- Glück macht Schule und in Wien einen Verein mit dem gleichen Namen. (Glück macht Schule) Das Ziel ist nicht neu: Kinder sollen gerne in die Schule gehen.

„Die Glücksforschung liefert Hinweise darauf, dass die Lebenszufriedenheit der Menschen unmittelbar mit ihren Möglichkeiten zur demokratischen Mitsprache und politischen Teilnahme zusammenhängen.“ (aus Hartmut Rosa: „Resonanz – Eine Soziologie der Weltbeziehung“, S.369) und weiters heißt es: „Wer in Ländern mit umfassenden demokratischen Institutionen lebt, ist …mit seinem Leben wesentlich zufriedener. Der „Glückseffekt“ der Demokratie ist somit erheblich“

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Letztlich entscheidend für das Gefühl des Glücks oder (weniger pathetisch) das Wohlfühlen ist jedoch gemeinsames Handeln, das auf wechselseitigem Respekt beruht.

Erste Erfahrungen mit Gemeinschaften außerhalb der Familie machen Heranwachsende bekanntlich in den Kindergärten. Dann folgen Bildungswege, bei denen die Phasen des Glücksgefühls meist weit unterhalb der Möglichkeiten liegen. Geschuldet einem öffentlichen Schulsystem, das zunehmend die anfängliche Freude am Lernen hemmt statt fördert. (Das begründet Hartmut Rosa beeindruckend im Abschnitt „Schule als Resonanzraum“, S.402-420)

Für unseren Bezirk mit einer relativ großen Zahl von sogenannten „bildungsfernen Schichten“ ist die Feststellung bedeutsam, dass sich Schule „vorwiegend als Entfremdungszonen präsentiert, in der sich die Kinder nichts sagen lassen, in der sie aber auch nichts anspricht.“ „Das gegenwärtige Bildungs- und Schulsystem führt zu einer massiv ungleichen Ressourcenverteilung, weil es Kindern aus benachteiligten Schichten systematisch wesentliche Resonanzachsen versperrt“
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Infos zum Begriff „Resonanzachsen“:
Als „horizontale Resonanzachsen“ beschreibt Hartmut Rosa die „Familie als Resonanzhafen in stürmischen Zeiten“, die Freundschaft und die Politik.
„Diagonale Resonanzachsen“ sind Objekte, Arbeit, Schule und Sport&Konsum.
„Vertikale Resonanzachsen“ sind Religion, Natur, Kunst und Geschichte.
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„Gedanken-Kern“:

Wie viele Menschen im „Triesterviertel“ sind (manchmal mehr, manchmal weniger) glücklich? Sind sie selber (oder ihre Kinder) mit leuchtenden Augen in der Schule gesessen, leben im „Resonanzhafen Familie“, haben verlässliche Freundschaften und engagieren sich vielleicht sogar für den Erhalt unserer Demokratie?

Leider muss ich davon ausgehen, dass es nicht allzu viele BewohnerInnen im „Triesterviertel“ gibt, die hier im beschriebenen Sinn leben. Und dass die meisten bei Wahlen abgegebene „Stimmen“ im buchstäblichen Sinn nicht mehr erklingen, sie zu „stummen Stimmen“ geworden sind. Wie könnte sich aber auch in unserem Grätzl bzw. in Favoriten „der Glückseffekt“ und damit auch die Bereitschaft zur Mitwirkung am öffentlichen Dialog verbessern?

Dazu wieder ein Vergleich aus „Resonanz“: „Begreift man den demokratischen Prozess…als Musik, bedeutet er die fortgesetzte Modulation und Moderation der kollektiven Weltbeziehung sowie der eigenen Rolle darin. Demokratie wird dann zu einer lebendigen Resonanzsphäre, in der die Menschen sich hörbar machen, aber durch den „Gesang“ der anderen auch erreicht und transformiert werden. „Die Musik sozialer Bewegungen setzt neue Energien einer resonanten Zivilgesellschaft frei und macht sie hörbar… In ihrem Modus von Frage und Antwort verbinden sich Individualität und Gemeinschaft… sodass sie zum Spiegel demokratischer Prozesse wird.“ (S.367)

Diese beeindruckenden Texte aus dem Buch des Soziologen Hartmut Rosa über die große gesellschaftliche Bedeutung von „Resonanz“ führen bei mir zu einer Hoffnung:
Könnten nicht auch an unserer Volkshochschule vermehrt Referate und Diskussionen zu gesellschaftlich bedeutsamen Themen stattfinden z.B. zu Themen wie Bildung, BürgerInnenbeteiligung oder Gesundheit? 

VHS-Glück
In Folge wäre es sinnvoll, wenn sich auch in anderen Teilen Favoritens interessierte BewohnerInnen zu manchen Themen austauschen könnten. Abgesehen von verschiedenen geeigneten Räumen (ohne Konsumzwang) würde sich dafür im östlichen Favoriten auch die bestehende VHS-Außenstelle im Olof-Palme-Hof gut eignen.

Denkbar wären bei der Triesterstraße Ecke Quellenstraße/Knöllgasse auch jene Räumlichkeiten, wo sich derzeit noch die Jugendeinrichtung „SpaceLab“ befindet. Dort könnte mit genügend politischem Wollen (und Budget) von Seiten der neuen Stadtregierung nach der absehbaren Übersiedlung von SpaceLab z.B. eine weitere kleinere Außenstelle der VHS-Favoriten eingerichtet werden. Es würde dann die Chance bestehen, dass unser „Triesterviertel“ neben „Ankerbrotgründen“ Hauptbahnhof, „Monte Laa“,„Sonnwendviertel“ und „Therme Oberlaa“ ebenfalls öffentlich zur Kenntnis genommen wird und sich hier sogar ein „Resonanzhafen Triesterviertel“ entwickeln könnte.

„Gedanken“-Beiträge zu ähnlichen Themen:

https://fritzendl.wordpress.com/2014/07/26/heinz-berger-wien-braucht-mehr-demokratie/

https://fritzendl.wordpress.com/2013/05/31/marktplatzgesprach-als-alternative-zum-biertischgeraunze/

https://fritzendl.wordpress.com/2017/12/17/graetzlschulen-und-bildungsgraetzl-sind-moeglich-ab-sofort/

https://fritzendl.wordpress.com/2017/03/31/das-wiener-bildungsgraetzl/

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Zum Inhaltsverzeichnis aller bisher veröffentlichten Beiträge: http://www.dorfwiki.org/wiki.cgi?Triesterviertel/GedankenInhaltsVerzeichnis

Zwischen „BezirkshausmeisterIn“ und „RegionalmanagerIn“

Seit 2018 hat Favoriten einen neuen Bezirksvorsteher. Markus Franz führt sein neues Amt mit großem zeitlichen Einsatz. Sicher auch deshalb, um die zur erfolgreichen Arbeit erforderliche Bekanntheit möglichst bald zu erreichen.

Besonders diese Funktion erhält – in Zeiten zunehmender PolitikerInnenverdrossenheit – durch den direkten Kontakt mit der Bevölkerung immer größere Bedeutung.

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Bezirksvorsteher Markus Franz auf „Beisltour“ in Favoriten, leider nur mit „seinen“ SPÖ-Bezirksräten/-rätinnen.

Das lesenswerte Buch „Bezirkspolitik in Wien“ des Politikwissenschafters Hubert Sickinger (StudienVerlag, 2006) beruht zwar nicht auf dem aktuellen Stand der Wahlergebnisse. Es beschreibt aber neben vielen anderen Fakten über die Wiener Verwaltung auch sehr anschaulich die vorhandenen Gestaltungsmöglichkeiten der BezirksvorsteherInnen.

Bezirkspolitik-Sickinger

Er/sie muss NUR genügend viel Vertrauen von der Bezirksbevölkerung gewinnen, auch über die jeweiligen Parteigrenzen hinweg.

„Das BV-Amt ist ein Amt, das im Alltag von vielen „kleinen“ (manchmal auch „kleinlichen“) Problemen und Aufgaben – und nicht von der „großen Politik“ – geprägt ist. Es erfordert AmtsträgerInnen, die einen guten Überblick über den Wiener Stadtmagistrat und Wissen über dessen Funktionsweisen haben und über administrative Fähigkeiten verfügen. Erforderlich sind ferner Kommunikationsfähigkeiten gegenüber den BewohnerInnen wie auch Motivationsfähigkeiten gegenüber den Bezirksräten/-rätinnen. Gefragt sind PolitikerInnen mit gewissen Management-Fähigkeiten, die sich aber für den – permanenten – Kontakt mit den „kleinen Leuten“ im Bezirk nicht „zu gut sind“.

In den folgenden Auszügen kommen einige BezirksvorsteherInnen zu Wort. (Hervorhebungen FE)

„In wenigen Sätzen beschreibt eine BV das Aufgabenprofil und die typischen Charakteristika des Amtes:“ (Sickinger, S.52)

„Einerseits als einer, der Projekte im Bezirk initiieren muss und auf der anderen Seite ist er jener Politiker, der den engsten Kontakt zur Bezirksbevölkerung hat. Er ist von allem politischen Funktionen der mit dem höchsten Bekanntheitsgrad, und daher wird er auch am meisten angesprochen. Und ich verstehe mich auch als ein Vermittler in jenen Bereichen, wo Behördenkontakte schwierig erscheinen, wo Leute in einer Notsituation sind.“ (BV 15/SPÖ/2003) (S.52)

Ein Bezirksvorsteher des 3.Bezirks beschrieb 2003 seine Tätigkeit: „Man ist für alles verantwortlich und hat für kaum etwas Kompetenzen – vom Rechtlichen her – und ist sicherlich so etwas wie ein Bezirksbürgermeister…“ (BV 3/SPÖ/2003)

„Sozialdemokratische Bezirksvorsteher (BV) (von denen ein Teil zuvor Gemeinderäte (GR) gewesen waren) betonen als zentralen Kontrast zur Funktion als Landtagsabgeordnete – neben der weitaus stärkeren Nähe zur Bevölkerung- die mit ihrem aktuellen Amt verbundenen konkreten Gestaltungs- und Umsetzungsmöglichkeiten.“

Das, was mir wirklich sehr gut gefällt ist, dass man viel mehr ganz persönliche Entscheidungsmöglichkeiten hat….Als BV kann man die Ideen wirklich umsetzen. Da bin ich erst im Laufe meiner Einschulung draufgekommen, wie viele Möglichkeiten man eigentlich hat.“ (BV 9/SPÖ/2004) (S.59)

Es ist eine spannende Sache. Der bürokratische Ablauf und der auch klarerweise da ist, den versuche ich möglichst gut zu managen, aber darüber hinaus weiß ich auch, dass es doch Gestaltungsmöglichkeiten gibt für den BV, und das sind natürlich oft die spannenderen Dinge. Wenn es um Bezirksentwicklung geht, um Bausachen – Umbauten, Neubauten-, das sind meine ich möchte nicht sagen Hobbies, aber Schwerpunkte. Einerseits öffentliche Raumgestaltung, andererseits Bauprojekte. Dann merke ich auch, dass BV tatsächlich einen Einfluss haben können.“ (BV 7/GRÜNE/2003)

„SPÖ-BV sind voll in den Informationsfluss der die Gemeinde regierenden SPÖ eingebunden.“ (Sickinger. S.52)

Die SPÖ hat natürlich ein Informationsnetz in Wien, dem wir nichts gleichhalten können. Denn von allen Briefen, die ich bekomme von einem Stadtrat geht ein Durchschlag dort hinüber, das ist klar.“ (BV 18/ÖVP/2003, S.52)

„Was mich an dieser Position so besonders reizt und ich auch das Tolle finde, dass der BV schon sehr viele Entscheidungsmöglichkeiten hat, auch wenn er sie formell nach der Stadtverfassung nicht hat. Aber man kann sich’s nehmen, indem man halt Ideen selbst entwickelt oder aufnimmt und sie dann beginnt umzusetzen….“(BV 21/SPÖ/2003) (S.58)

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