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Wer hilft beim Planen und/oder Durchführen?

Es mangelt ja nicht an Themen, über die wir Bewohner/Bewohnerinnen des Triesterviertels miteinander reden könnten/sollten/müssten.  (Siehe den letzten WordPress-Beitrag über Projektideen)

Das sollte/müsste NUR geplant und durchgeführt werden.

Solche Gespräche sind ohne größeren Aufwand möglich, wie die vier bereits stattgefundenen  Bespiele aus den Jahren 2007 und 2013 zeigen:

11.5.2007 Bodenschwellen? PRO und KONTRA

13.6.2007 Was geschieht mit dem Eisring-Süd?

22.3.2013  Infos zur geplanten Umwidmung bei den Knöllgasse-Schulen

27.6.2013 Was tun gegen aggressive Hunde-HalterInnen?

Die nächsten Grätzlgespräche hoffe ich wieder gemeinsam mit anderen BewohnerInnen des Triesterviertels planen zu können.

Wer? Was? Wie? Wann? und Wo?


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…..bei denen uns niemand dreinredet.

Nach der – zumindest was Grätzlaktivitäten betrifft – üblich ruhigen Sommerpause unternehme ich wieder einen Versuch, auch über das Internet Unterstützung für Grätzlprojekte zu finden. Deshalb registrierte ich mich nach einer längeren Pause erneut bei Facebook, wo auch diese WordPress-Texte von FB-Freunden gelesen werden können.

Außerdem plane ich eine weitere Ausgabe des Infoblattes „Unser Triesterviertel“, diesmal in schwarzweiß, da Digidruck vor zwei Jahren den Farbdruck nicht mehr gesponsert hat.

Als wichtigstes Ziel sehe ich nach wie vor den Aufbau einer Gruppe von Menschen, die Themen des Triesterviertels in wechselseitigem Respekt besprechen möchten.

Daraus könnten sich entweder eigene Initiativen entwickeln oder auch Vorschläge an die Bezirkspolitik.

Projektideen, die unterschiedlich „erfolgreich“ sind bzw. waren:

Aktive Projekte

Noch nicht aktive Projekte

Wer sich für das ein oder andere Projekt interessiert, bitte an mich wenden:

Fritz Endl, 0650/4814860 oder mail@triesterviertel.at


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Beeindruckende Erinnerungen an drei Generationen der Favoritner Arbeiterfamilie Sokopp

…………………………Bucheng.100-Buch

„Buchengasse 100“ ist sicher keine „leichte Sommerlektüre“, aber die „lebendigste Schilderung“ vom Kampf einer Favoritner Arbeiterfamilie gegen soziale Ungerechtigkeiten, die ich je gelesen habe. Zu verdanken ist das der „Chronistin“ Oswalda Tonka (1923-1999), ältere Tochter von Jakob und Steffi Sokopp und Enkerl von Jakob und Marianne Sokopp. Und schließlich auch der älteren Tochter von „Ossi“ Tonka, Gitta, die deren Aufzeichnungen kürzlich als Buch herausbrachte.

………………………………………Bucheng.100

Das Haus Buchengasse 100 heute in Richtung Triesterstraße. Im Hintergrund das Gebäude der „Gebietsbetreuung Stadterneuerung 10“, Eingang Quellenstr.149.

Sowohl die genaue Beschreibung des oft mühevollen Alltags der Menschen am Rande Wiens (und der „Gesellschaft“) als auch des jeweiligen historischen Rahmens aus der Sicht einer klugen, neugierigen und selbstbewussten Favoritnerin sind – auch im Sommer – lesenswert.  Aber besonders beeindruckte mich das persönliche und konsequente Engagement von drei Sokopp-Generationen im Kampf um mehr soziale Gerechtigkeit, trotz schwerster politischer Repressionen und Schicksalsschläge.

Als Ossi  1944 vor die Wahl gestellt wurde, entweder als Deserteurin hingerichtet zu werden oder die Widerstandskämpfer in Slowenien zu unterstützen, entschied sie sich in konsequenter „Sokopp-Tradition“  für den ebenfalls lebensgefährlichen Einsatz für eine gerechtere Gesellschaftsordnun.

Dieses Buch ist ein würdiges literarisches „Denkmal“, sowohl für die beschriebenen drei Generationen  „Sokopp“ und deren Umfeld, aber ganz besonders für Ossy Sokopp, der mutigen Kämpferin für eine gerechtere Gesellschaft.

………………………………………….Oswalda

………….Foto vom Personalausweis bei den Partisanen am 15.3.1945

Oder mit den Worten des Promedia Verlags auf der Buchrückseite: „Buchengasse 100 ist ein Meisterwerk zur österreichischen Arbeitergeschichte, literarisch anspruchsvoll, packend erzählt und historisch detailgetreu. Die Sokopp-Tonkas waren über 100 Jahre lang an zeitgeschichtlichen Brennpunkten zugegen.“

Einerseits vermittelte mir das Buch am Beispiel der Familien Sokopp einen gut lesbaren und nachvollziehbaren Eindruck vom Alltag der Favortiner Arbeiter/Arbeiterinnen bzw. der Arbeiterbewegung insgesamt und deren in relativ kurzer Zeit realisierten Errungenschaften besonders im „Roten Wien“. Und auch von deren politischen Bekämpfung und Auslöschung durch den klerikalen Austrofaschismus unter Dollfuß und dem darauf aufbauenden Terror des Nationalsozialismus.

Aber andererseits erfüllt es mich auch mit Wut, wenn die maßgeblichen Funktionäre/Funktionärinnen auch der Favoritner SPÖ nach wie vor keine glaubwürdige und vorbildliche Orientierung (siehe Sokopp) vermitteln können und damit der nötige Zusammenhalt wie z.B. am Anfang des vorigen Jahrhunderts verloren gegangen ist. Die FPÖ u.a. freut´s.

Frühere „Gedanken“-Beiträge seit 2009 vor allem zum Thema „Favoritner Bezirkspolitik“:

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Unsere Aktionsgemeinschaft verliert Ibrahim Olgun (ATIB)

Am 31.5. 2016 fand in der „Evangeliumsgemeinde“ ein lange angestrebtes Planungsgespräch statt. Eingeladen hatte die Aktionsgemeinschaft „Von der Nachbarschaft zur Gemeinschaft“, bestehend aus drei Partnern: Der „Evangeliumsgemeinde“, dem Grätzlverein „triesterviertel.at“ und dem türkischen Kulturvereins ATIB.  Die elf teilnehmenden Personen beschlossen,  im Herbst mit Kindern einen Versuch im Sinne von „Jeux dramatiques“ zu machen. Dabei „schlüpfen“ Kinder mittels vorbereiteter Kostüme in selbstgewählte Rollen und kommunizieren dabei möglichst ohne Worte.  Ich war von der Idee begeistert und freute mich schon auf die Zusammenarbeit mit dieser mich sehr beeindruckenden Gruppe

………..Nachbar2-31.5.16.JPG

…………………………….Ibrahim Olgun rechts mit Krawatte

Leider kam uns in der Zwischenzeit der wichtige Vertreter von ATIB abhanden. Ibrahim Olgun wurde am 19.6. (zumindest für mich) überraschend zum Präsidenten der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) gewählt. Seither ist sein Büro nicht mehr beim Triesterviertel (Matzleinsdorferplatz) und die neue Funktion lässt Ibrahim Olgun kaum mehr Zeit für dieses Projekt zum Kinderlachen. Ob er bei ATIB einen ebenso engagierten „Nachfolger“ wird finden können, bezweifle ich.

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 Genau 5 Jahre nach der 1.Tafel wurde die 10.Tafel montiert.

Am 24.5.2016 wurde die 10. Infotafel „Unser Triesterviertel-Orte erzählen“ montiert: „Weberhaus“ Quellenstraße 156

……………Tafelmontage-24.5.16

.Das „Orte erzählen“-Team *) mit Irene und Salka Weber (Mitte)

…………..Praes.12.5.16

Gemeinsam mit dem „Orte erzählen“-Team freuten sich am 12.5. auch die BesucherInnen der Tafel-Präsentation.

Das Projekt „Unser Triesterviertel – Orte erzählen“

Zur Entstehungsgeschichte:

1993 feierte die damalige Kuvertfabrik Roja Mill (Davidgasse/Gußriegelstraße) ihr 100-jähriges Gründungsjubiläum. Der Geschäftsführer Johann Takacs beauftragte Fritz Endl (Bewohner des Triesterviertels), Sanna Harringer (Museumspädagogin), Werner Schubert (Bezirksmuseum Favoriten) und Dr.Wolfgang Slapansky (Favoritner und Kulturwissenschaftler) mit der Planung und Durchführung der Ausstellung „Zur Geschichte eines Bezirksteils: Leben und Arbeiten im Triesterviertel“: Sie fand von 13.-19.6.1993 im Stiegenhaus des Fabrikgebäudes statt und wurde vom damaligen BV Leopold Prucha eröffnet.

Mit demselben Thema befasste sich auch das „Museumsblatt Nr.18“. Es wurde Grundlage für das „Orte erzählen“- Tafelprojekt, in dem sich seit 2008 eine kleine Arbeitsgemeinschaft engagiert, dem „Bezirksmuseum Favoriten“ bzw. der „Gebietsbetreuung Stadterneuerung 10“ (GB*10) als Beratung  und dem privaten Grätzlverein „triesterviertel.at“, der auch Rechtsträger des Projektes ist. Die damalige „Kultur-Gemeinderätin“ Marianne Klicka befürwortete das Projekt. Seit einiger Zeit wird es auch von „Basis.Kultur.Wien“ finanziell unterstützt (Audioguide) und vom Bezirk Favoriten. (Broschüre über das Projekt.)

Zum Konzept: (Aus der Webseite der GB*)

„Stadtentwicklung wird spürbar“

Das Projekt „Orte erzählen“ des Vereins „triesterviertel.at“ in Kooperation mit der GB*10 und dem Bezirksmuseum Favoriten vermittelt anhand von Tafeln an Gebäuden Informationen über die Entwicklung besonderer Orte bzw. Stadtteile in Favoriten. Die Tafeln geben in Wort und Bild Auskunft über den Ort und werden im Einvernehmen beziehungsweise in Kooperation mit den EigentümerInnen angebracht.

Die gezielte Information zur Entwicklung eines bestimmten Ortes soll zur Auseinandersetzung mit diesem einladen. Diese Einladung richtet sich grundsätzlich an alle, besonders aber an jene, die dem Ort in irgendeiner Weise verbunden sind. Durch diese in das Stadtbild gesetzte Information wird die Identität eines Ortes herausgearbeitet, die immer mit seiner Geschichte zu tun hat – mit dem was vorher war.

Den interessierten, neugierig gewordenen BetrachterInnen erschließt sich durch die Häufung der beschriebenen Orte die Prägung des Viertels. Das, was war, wird sichtbar gemacht und beinhaltet für die BetrachterInnen möglicherweise besondere und persönliche Aspekte.

Der Ort wird so über seine augenblickliche, formale Erscheinung hinaus wahrgenommen und das Werden und Wachsen eines Stadtraumes wird den BetrachterInnen dadurch bewusst. Es entwickelt sich Verständnis für die Veränderungsprozesse, die manchmal nur langsam, manchmal aber auch sehr rasch vor sich gehen.

Die Tafeln verweisen zudem auf die Homepage des Vereins „triesterviertel.at“, wo weitere vertiefende Informationen über den jeweiligen Ort nachlesbar sind und die Möglichkeit zur Beteiligung besteht.

Das Projekt ist im so genannten Triesterviertel, dem westlichen, an der Triester Straße gelegenen Teil Favoritens, lokalisiert.


*) Das „Orte erzählen“- Team: Fritz Endl (Verein „triesterviertel.at“) – Helga Endl ((Verein „triesterviertel.at“) – Eva Fischer (Bezirksmuseum10) – DI Jürgen Greiner (Bewohner) – Johanna Schamburek (Bewohnerin) – Ing.Siegfried Schuller (Gebietsbetreuung Stadterneuerung10) – Dr.Wolfgang Slapansky (Kulturwissenschaftler, ORF-Redakteur) – Walter Sturm (Bezirksmuseum10).

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Wo ist in Favoriten das „Rote Wien“ geblieben?

Im „Kurier“ vom 20.4. erschien ein Bericht zum Thema „Die SPÖ entdeckt das Grätzl neu“.

……………………………….Graetzl neu-20.4.16

Dieser Beitrag motivierte mich auf Grund meiner langjährigen Erfahrungen mit PolitikerInnen des 10.Bezirk zu drei eMails.

Eine am 20.4. an GR Niedermühlbichler (unter CC auch an den für unser “Triesterviertel” „zuständige“ SPÖ-Politiker GR Christian Hursky):

Sehr geehrter Herr Gemeinderat Niedermühlbichler,

in der Kurier-Ausgabe vom 20.4. werden Sie und Bgm.Häupl.unter dem Titel „Die SPÖ entdeckt das Grätzl neu“ immer wieder wörtlich oder sinngemäß zitiert. Unter anderem mit der Aussage: „Die Parteiarbeit muss auf neue Beine gestellt werden.“

Ich (Jg.1942, pensionierter Hauptschullehrer) engagiere mich schon viele Jahre in einem Favoritner Grätzl („Triesterviertel“) als „Grätzlaktivist“. (www.triesterviertel.at)
Wie bei den anderen Fraktionen bemühte ich mich immer wieder, auch den für uns zuständigen SPÖ-Politiker Christian Hursky für die Zusammenarbeit bei konkreten Grätzlprojekten zu gewinnen. (Wir kennen einander seit dem gemeinsamen Besuch der Wiener SPÖ-Parteischule 1985-86)

Ohne Erfolg. Im Gegenteil. Da er mich am besten von allen Favoritner SPÖ-Politikern/Politikerinnen kennt, ist er es vermutlich auch, der mir zwar persönlich freundlich auf die „Schulter klopft“, der aber auch seine Parteifreunde vor meiner „Unberechenbarkeit“ oder „Gefährlichkeit“ warnt, weil ich zum Beispiel auch mit FPÖ-Bezirks-Funktionären in gutem Kontakt bin.

Daher habe ich auf meiner Webseite den erwähnten Kurier-Text veröffentlicht und einen kurzen Kommentar dazu geschrieben. (Direkter Link)

Ich fürchte, dass es mit den meisten der derzeit aktiven SPÖ-Funktionäre/Funktionärinnen nicht gelingen kann, „den zunehmend verloren gegangenen Kontakt zwischen seiner Partei und den Wienern wieder herzustellen“. Da gibt es aus meiner Sicht kaum „neue Beine“, aber „ergraute Köpfe“ wie Christian Hursky.“

Mit besorgten Grüßen

Fritz Endl

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Die zweite eMail ging am 20.4. an Mag.Elias Natmessnig, einen der beiden „Kurier“-Autoren:

Sehr geehrter Herr Mag.Natmessnig,

den angeblichen Bemühungen der Wiener SPÖ, „den zunehmend verloren gegangenen Kontakt zwischen seine Partei und den Wienern wieder herzustellen“ stehe ich SEHR SKEPTISCH bis ungläubig gegenüber. Mit DIESEM Kaderpersonal (zumindest im 10.Bezirk, wo ich mich halbwegs auskennen) kann ich mir das derzeit überhaupt nicht vorstellen.

Ich bin pensionierter Hauptschullehrer (Jg.1942) und besuchte 1985 mit dem nunmehrigen Favoritner SPÖ-Gemeinderat (Seit einiger Zeit Sicherheitssprecher (!) der SPÖ Wien) Christian Hursky  die zweijährige Wiener SPÖ-Parteischule.

Wir kennen einander also recht gut. Er baute an seiner SPÖ-Karriere und ich wurde (nach 20 Jahren SPÖ-Mitgliedschaft) „Grätzlaktivist“ im „Triesterviertel“ (www.triesterviertel.at)

Anlässlich Ihres Berichtes sandte ich am 21.4. eine  eMail an GR Niedermühlbichler (+Hursky. Er ist politisch „zuständig“ für unser Grätzl). Am selben Tag antwortete Christian Hursky in seiner leider für ihn typischen Art. Beides veröffentlichte ich auf meiner Webseite.

Schon im vorigen Jahr am 20.8.2015 sandte ich eine eMail an GR Niedermühlbichlerund:  Darin fragte ich, ob ich auch als Nicht (mehr)parteimitglied an „Offenen Arbeitsgruppen“ mitarbeiten könnte. Antwort: Haben wir nicht. Geht nicht.

Mit freundlichen Grüßen

Fritz Endl🙂

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An den „Kurier“ sandte ich am Wahlsonntag eine zweite eMail:

Sehr geehrter Herr Mag.Natmessnig,

das heutige Wahlfiasko der SPÖ passt leider zur Antwort von SPÖ-GR Hursky auf meine eMail an GR Niedermühlbichler.

Als inzwischen parteiloser „Grätzlaktivist“ sende ich Ihnen im Anhang eine Einladung zu einer Präsentationsveranstaltung am 12.5. als Ergebnis von langjähriger konstruktiver ( „Grätzlarbeit“. Die klappt sehr gut mit zwei Facheinrichtungen des Bezirks (Bezirksmuseum und Gebietsbetreuung) und konnte auch von der SPÖ nicht verhindert werden, da unser kleiner privater Verein „triesterviertel.at“ Rechtsträger dieses Infotafel- Projektes ist und die Tafeln von den jeweiligen Hauseigentümern bezahlt werden.

Mit freundlichen Grüßen

Fritz Endl🙂

PS: Direkter Link zur Infotafel „Unser Triesterviertel – Orte erzählen

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Sowohl von GR Niedermühlbichler als auch vom „Kurier“ kamen bisher leider keine Antworten.

Aber von GR Hursky erhielt ich noch am selben Tag eine ganz besondere „Antwort“: „Lieber Fritz, ich habe noch keine grauen Haar, auch noch genug davon und 200 Kniebeugen in einem Zug schaffe ich auch noch. Liebe Grüße Christian“

Für mich steht diese „Antwort“ stellvertretend dafür, weshalb sich immer mehr Menschen von der SPÖ ab und der FPÖ zuwenden:

Zu viele SPÖ-PolitikerInnen haben den respektvollen ernsthaften Dialog mit den Mitmenschen im Grätzl verlernt. Sie „träumen“ vielleicht noch vom „Roten Wien“ der 20-er und 30-er-Jahre, sind aber inzwischen viel zu unglaubwürdig geworden.

Mit solchen Politikern kann eine noch dazu „von oben“ verordnete „Nachbarschaftskampagne“ kaum erfolgreich sein.

Dazu passen auch viele meiner früheren „Gedanken“ im Abschnitt „Bezirkspolitik“

 

 

..und erinnert mich an die „Schwarze Pädagogik“  des 19.Jahrhunderts

Im „Falter“ vom 2.3.2016 wurde der Politologe Thomas Schmidinger von Nina Brnada in derTelefonkolumne“ zur Vorstudie des Wiener Religionspädagogen Ednan Aslan über islamische Kindergärten befragt

Unterwandern Salafisten Wiens Kindergärten, Herr Schmidinger?

Werden Kinder auf Kosten der Steuerzahler von Islamisten indoktriniert? Die Vorstudie hat dies jedenfalls in den Raum gestellt. Das war im Dezember vergangenen Jahres. Nachlängerem Zögern hat das  Integrationsministerium, als oder Auftraggeber der Studie, nun auch Aslans Endergebnisse veröffentlicht. Politologe Thomas Schmidinger hat sie sich genauer angesehen.

Gibt es unter den Betreibern der islamischen Kindergärten nun wirklich so viele Salafisten?

Das ist Aslans Studie nicht zu entnehmen, und das liegt vor allem an der Definition von Salafismus, die er heranzieht. Diese ist zu breit gefasst und bezieht auch Menschen ein, die gemeinhin als islamische Konservative bezeichnen würde.

Welche Folgen hat das für viele Ergebnisse?

Aslan kategorisiert recht viele Kindergartenbetreiber als salafistisch, doch wie sehr das der Realität entspricht, sei dahingestellt. Das ist auch mein größter Kritikpunkt an der Studie, die ja sonst qualitativ im Vergleich zur Vorstudie viel besser ist. Im Übrigen ist aber auch dieser Bericht laut Aslan nur eine Vorstudie, denn die große Evaluierung der Kindergärten, an der neben Aslan fünf weitere Autoren mitwirken werden, soll erst im Mai 2017 veröffentlicht werden.

Gab es für Sie Überraschungen bei den Ergebnissen der aktuellen Studie?

Wirkliche Überraschungen gab es nicht. Dass es in Wien islamistisch-konservative Kindergartenbetreiber gibt, war ja eigentlich bekannt. Für mich bleiben auch nach Aslans Studie zwei grundlegende Fragen offen: Welche Auswirkungen haben die politischen Einstellungen der Betreiber auf die praktizierte Pädagogik in den Kindergärten Und ist es überhaupt möglich, Kinder im Kindergarten ideologisch zu indoktrinieren? Ich habe da so meine Zweifel. (Hervorh: FE) Die Schule und etwas das Alter zwischen zehn und 13 Jahre halte ich in diesem Zusammenhang für viel problematischer.

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Ich war überrascht, dass Herr Schmidinger eine so grundlegende Tatsache anzweifelt und war beruhigt, dass am 16.3. diese „Post an den Falter“ folgte:

Gabriele Kofler Wien 8 Psychotherapeutin, Supervisorin und Coach.

„Ich finde es erstaunlich, wenn ein Politologe die Kindergartenzeit nicht als wesentlich prägend für die politische Entwicklung von Kindern sieht. In dieser Zeit lernen die Kinder vor allem von dem, was sie bemerken, was sie sprechen und tun und denken dürfen und nicht dürfen, von wiederholten Handlungen/Ritualen mit all ihren indirekten Wertebotschaften.

Die Haltung zu den beiden Geschlechtern muss nicht einmal benannt werden, die Kinder erfahren es aus der gelebten Verkörperung der sie umgebenden Erwachsenen. Mitbestimmung zwischen Kindern und Erwachsenen wird erfahren oder eben nicht erfahren, Sexualität wird im Kindergarten spielerisch erkundet oder eben nicht, je nachdem, was die jeweiligen Pädagogen darüber denken; auf all diesen Erfahrungen aufbauend entwickelt sich später dann das politische Denken.

Das heißt, wenn wir wollen, dass es mehr Integration gibt, dann ist es wichtig, wenn die Kinder in Multikulti-Kindergärten mit unterschiedlichsten Erfahrungen aufwachsen können.“

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Zum letzten WordPress-Beitrag: Kindergärten: „Wir haben nichts zu verbergen“:

Die angekündigte Informationsveranstaltung wird vorerst nicht stattfinden. Ich bemühe mich zuerst um nähere Informationen über die privaten Kindergärten und-gruppen des „Triesterviertels“ und werde sie auf der Webseite www.triesterviertel.at. veröffentlichen.

Zum Thema „Wir haben nichts zu verbergen“ passt auch  ein Beitrag im letzten „Profil“ Nr.13/25.3.2016

Aus „10 Dinge, die wir gern wissen würden (aber nicht erfahren)“

Wir wissen nicht, wie viele Kindergartenplätze in Wien gerade frei sind.

Laut der Wiener Magistratsabteilung 10 für Kindergärten gibt es in der Stadt insgesamt 83.500 Kindergartenplätze. 27.700 davon sind städtisch, 55.800 Plätze – also die Mehrheit – privat. So weit, so klar. Doch wie viele von diesen Plätzen sind im Moment frei? Und wo?

Hier wird es kompliziert. Die Gemeinde Wien erhebt nur die Zahl der freien städtischen Kindergartenplätze, nicht der vielen privaten. Diese sind nur jenen Organisationen bekannt, welche die Privatkindergärten betreiben.

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Zum Inhaltsverzeichnis aller bisher veröffentlichten Beiträge