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Über 40 Jahre „Kritische Auseinandersetzungen mit bildungs- und gesellschaftspolitischen Themenstellungen“

Schulheft1+166

…………………Die erste (1976) und die aktuelle Ausgabe (2017) des „SCHULHEFT“

Vergangene Woche habe ich nach vielen Jahren wieder einmal an einem Treffen der „SCHULHEFT“-HerausgeberInnen teilgenommen. Unter den damaligen SH-Gründern war ich 1976 der einzige Lehrer.

Schulheft 1-1976.JPG

Weil ich bei den letzten SH-Ausgaben eine zunehmende Theorielastigkeit festgestellt und mich dazu gemeldet hatte, wurde ich zum diesem Gespräch eingeladen.  Mein Eindruck wurde bestätigt. Der Mangel an Praxisbeiträgen wurde damit begründet, dass es schwierig und auch mühsam ist, anspruchsvolle Beiträge von LehrerInnen aus der Schulrealität zu bekommen und zu redigieren. „WissenschaftlerInnen liefern problemloser Texte, denn das ist ihr Job.“

Es wurde mir jedenfalls versprochen, eine der nächsten SH-Ausgaben der „Grätzlschule“ zu widmen. Diese Schulform wird aus meiner Sicht für die Zukunft besonders im städtischen Bereich (hoffentlich)  zunehmend an Bedeutung gewinnen. (Zur „Grätzlschule“ folgt hier demnächst ein eigener Beitrag.)

Merkmale Grätzlschule.JPG

Beeindruckt hat mich bei diesem Wiedersehen vor allem, dass auch nach so vielen Jahren trotz schwieriger gewordenen Rahmenbedingungen das Bemühen um die ursprünglichen SH-Ziele aus den Gründerjahren spürbar ist. Und sie sind aktueller denn je, angesichts der rückwärtsgewandten Änderungsvorhaben, die von der künftigen ÖVP-FPÖ-Regierung auch im Bildungsbereich bekannt werden.

Dazu aus dem Vorwort zur ersten Ausgabe:

Müssen Schulhefte immer grau sein?

„Die SCHULHEFTE haben daher vor,  über die Probleme der Erziehung ohne parteipolitische Rücksichtnahme von beiden Seiten – der theoretischen wie der praktischen – zu berichten. Ihre Herausgeber sind fest entschlossen, für die am Erziehungsprozess Beteiligten, für Erzieher wie Zögling, für Lehrer, Eltern und Schüler, zu schreiben. Das allein genügt aber nicht. Um über die Probleme der Praxis zu berichten, sollten die Praktiker möglichst selber zu Wort kommen.

Je besser es uns daher gelänge, unsere Leser zur Mitarbeit an der Gestaltung dieser neuen vierteljährlich erscheinenden Taschenbuchreihe zu gewinnen, desto eher wäre das Ziel der SCHULHEFTE erreicht, das sich die sieben Gründungsmitglieder gesteckt haben: nämlich Hilfe und Service für die mit Erziehung  Befassten zu sein.

Die SCHULHEFTE möchten also jedem an der Reform des österreichischen Bildungswesens Interessierten die Möglichkeit bieten, seine Meinung mit jener der anderen zu konfrontieren. Wobei er dabei weltanschaulich präzise steht, ob er rechts, liberal oder links oder sonst irgendwo zwischen diesen Grobmarkierungen denkt, soll  so lange außer Betracht bleiben, als er seinen guten Willen zur Reform der österreichischen Schule bekundet.

Die Diskussionen der letzten Jahre über die Reform unseres Bildungswesens haben überall Hoffnungen geweckt. Eltern erwarten sich bessere Bildungschancen für ihre Kinder; Lehrer ein interessantes Berufsfeld, neue Aufgaben, und damit gleichzeitig eine Verbesserung ihrer Position in der Gesellschaft; und auch die Schüler sind angesprochen worden, in der Schule eine aktivere Rolle zu spielen und Mitsprache zu üben…..“

Schulheft 166-2017.JPG

Ich wünsche den aktuellen „SCHULHEFT“- HerausgeberInnen besonders in den kommenden Jahren das nötige Durchhaltevermögen, um diese noch immer aktuellen Ziele aus den 70-er und 80-er Jahren nicht aus den Augen zu verlieren. Die Gesellschaft stand damals solchen Ideen noch wesentlich offener gegenüber als derzeit.

Dazu passen auch frühere WordPress-Themen:

 

Zum Inhaltsverzeichnis aller bisher veröffentlichten Beiträge

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www.orteerzaehlen.at: WER HILFT MIT? Bitte melden.

Am 30.8. ist er 57-jährig völlig unerwartet gestorben.

Dr. Wolfgang Slapansky war ausgebildeter Volkskundewissenschaftler.  Seit 25 Jahren war er als Ö1-Redakteur vor allem in den Abteilungen Religion und Wissenschaft tätig.  (Der ORF brachte in „Religion aktuell“ am 31.8. einen Nachruf.)

Ebenfalls seit 25 Jahren kannten und schätzten wir einander. Gemeinsam gestalteten wir 1993 im Stiegenhaus der damals noch produzierenden Kuvertfabrik RojaMill zum 100.“Geburtstag“ die Ausstellung „Leben und Arbeiten im Triesterviertel“. Dazu verfasste er auch eine Ausgabe der „Favoritner Museumsblätter“.

Slapansky Mai 93

Trotz seines dichten Terminkalenders als Ö1-Redakteur unterstützte er uns immer wieder bei Initiativen im „Triesterviertel“. Er informierte Ö1-Kollegen wie z.B. den Historiker Dr.Martin Haidinger über unsere Arbeit.  (Martin Haidinger war 1996/97 als Grissemanns „Rasender Reporter“ und als Moderator einer Straßendiskussion +Vorstellen des „Grätzltelefons“  in unserem Grätzl tätig.) Seit einigen Jahren unterstützte uns Wolfgang beim Projekt „Unser Triesterviertel – Orte erzählen“.

Zuletzt verfasste und besprach er den umfangreichen Text für den „Audioguide“ der Gebietsbetreuung: „Das Triesterviertel „gehört“ begangen“.

Slapansky+Schuller 12.5.16

Am 12.5.2016 bei der Präsentation der 10.“Orte erzählen“-Tafel und des „Audioguides“ in der Gebietsbetreuung. Rechts Siegfried Schuller von der GB10.

Sein Interview mit Siegfried Schuller und mir für die Ö1-„Memo“- Sendung „Osterfeuer, Zuckerl und Ziegelböhm“ am 17.4. war unsere letzte Zusammenarbeit. (Ist ein Jahr lang nachzuhören)

Zum Entwurf unserer neuen Webseite www.orteerzaehlen.at gratulierte er im Sommer spontan: „Das ist aus meiner Sicht ein absoluter Meilenstein. Eine übersichtliche und aufs Wesentliche reduzierte Seite. Ganz toll! Ganz große Gratulation. Liebe Grüße Wolfgang“

Unser „Orte erzählen“- Team wird nun ohne Unterstützung von Wolfgang weiterarbeiten müssen, aber wir werden es dennoch „mit ihm“ machen.

 

wurden vorwiegend durch Geld finanziert, „wo es sich wirklich befindet“ (Finanzstadtrat Hugo Breitner, 1920-1932)

Durch Zufall ist mir vor einiger Zeit das Buch des Wiener Architekturhistorikers Helmut Weihsmann  „DAS ROTE WIEN Sozialdemokratische Architektur und Kommunalpolitik 1919 -1934“  (2002, Promedia) in der Städtischen Bücherei „in die Hände gefallen“. Schon nach kurzem Hineinlesen und den durchwegs positiven Rezensionen war klar: Das muss ich mir kaufen!

Im Sommer konnte ich einen Großteil des umfangreichen Werks (500 klein bedruckte Seiten mit vielen Illustrationen) des 1950 in Wien geborenen Wissenschaftspublizisten lesen.

………..Rotwien 600

Aus dem Klappentext: „Helmut Weihsmann beschäftigt sich seit über 20 Jahren mit der Architekturgeschichte des „Roten Wien“. 1985 ist von ihm im Promedia Verlag ein längst vergriffener Band zum Thema herausgekommen, der die Grundlage für das vorliegende Werk bildet….Weihsmann gliedert die Bautätigkeit nach ihrer historischen Entstehungsform von den Bretteldörfern und Gartenstädten bis zu den festungsähnlichen Wohnanlagen und erklärt die damit jeweils verbundenen politischen Absichten.

Der ausführlichste Teil des Buches ist den nach Bezirken gegliederten Rundgängen gewidmet. Darin werden an die 500 Bauten beschrieben und mit Fotos, Karten und oft auch Grundrissen versehen.“

Für unser „Orte erzählen“-Tafelprojekt sind natürlich besonders jene Bauten des „Roten Wiens“ von Interesse, die sich im Triesterviertel befinden.

Leider konnte noch keine Informationstafel auf einer Wohnhausanlage der Gemeinde Wien angebracht werden.  (Eine entsprechende Anfrage wurde abgelehnt.)

Solche Tafeln, die dazu gehörende Webseite und die daraus (hoffentlich)  entstehenden Gespräche wären doch eine gute Chance, dass sich wieder mehr BewohnerInnen des „Triesterviertels“ mit den relativ wenigen Jahren des „Roten Wien“  befassen. Damals wurde nämlich die Basis für jene Wohn(preis)situation gelegt, um die uns viele vergleichbare Großstädte bis heute beneiden.

Dazu H.Weihsmann: „Abgesehen von formalen Schwächen bei der Übernahme bzw. Fortsetzung fragwürdiger Typologien und Analogien aus dem Fundus der Architekturgeschichte gehörten gerade die radikale Wohnpolitik und das großartige Wohnbauprogramm jedoch zum Kernpunkt der Austromarxisten und ihrer Gesellschaftsutopie. Für den Politologen Anton Pelinka etwa war das vorbildliche Wohnungsprogramm „von allen Bereichen jenes, das am stärksten den Ruf des „roten Wien“ begründete.“ (S.96)

Vor allem BewohnerInnen z.B. des „George-Washington-Hofs“, des „Viktor-Adler-Hofs“ oder des „Quarinhofs“ könnten deshalb vielleicht wieder stolz werden auf „ihren Bau“ und es entwickeln sich neue gemeinschaftsbildende Aktivitäten.

Drei „Kostproben“ aus „Das Rote Wien“: (Hervorhebungen FE)

„Der Leitsatz von Finanzstadtrat Hugo Breitner lautete: „Unbeirrt von all dem Geschrei der steuerscheuen besitzenden Klasse holen wir uns das zur Erfüllung der vielfältigen Gemeindeaufgaben nötige Geld dort, wo es sich wirklich befindet! (Das kommt uns doch bekannt vor. Ch.Kern: „Holt euch, was euch zusteht!“ ) „Diese neue Klassen- und Quellensteuerstrategie Breitners wurde von den Arbeitern bejubelt und von den Reichen heftigst diffamiert; aber diese unübertroffene Art der Geldbeschaffung schuf die Grundlagen für das (anfangs noch utopisch anmutende) Sozialprogramm im Roten Wien.“ (S.28)

(Aus Wikipedia: „Mit der im November 1920 begonnenen Trennung Wiens von Niederösterreich bekam die Gemeinde Wien, wie sich die Stadt bis 1934 stets nannte, die Finanzhoheit.“)

„Rundgang Favoriten:“

„….Im rasch wachsenden, infrastrukturell jedoch stark vernachlässigten Bezirk lebten in den reihenweise aus dem Boden gestampften, überbelegten Mietskasernen meist junge, kinderreiche Arbeiterfamilien, die noch dazu „Bettgeher“ aufnahmen. Damit stieg das soziale Elend sehr schnell an….Nichtsdestotrotz hat das Rote Wien gerade in diesem traditionellen Arbeiterbezirk bauliche Spuren hinterlassen. Nicht zufällig wurde bereits 1902 das erste Arbeiterheim von Hubert Geßner in der Laxenburger Straße 8-10 erbaut.  Auf dem Reumannplatz errichtete die Gemeinde das Amalienbad (1926), damals das modernste Hallenbad der Welt…Von den großen Höfen wie dem „Viktor-Adler-Hof“, „Zürcher-Hof“, „Quarin-Hof“  oder „Jean-Jaures-Hof“  bis zu den Lückenverbauungen im Rasterblock von der Quellenstraße zur Triester Straße am Wienerberg sind hier die verschiedensten Typen anzutreffen. Neben dem dicht besiedelten Zentrum an der Favoritnerstraße hatte der Bezirk große Reserven an brachliegenden Baugründen, die zunächst von der Gemeinde Wien angekauft bzw. enteignet und neu verbaut wurden. So entstand die größte und zugleich städtebaulich anspruchsvollste Anlage im Bezirk bei der „Spinnerin am Kreuz“: der heutige „George-Washington_Hof “ als ausgedehnter, gartenstadtmäßig bebauter Komplex mit 1.085 Wohnungen und diversen Sozialeinrichtungen.“ (S.245)

„Am Wienerberg“

Auf dem Höhenrücken des Wienerberges, zwischen der Triester Straße und der Laxenburger Straße, entstand in Fortsetzung der gründerzeitlichen Rasterblocks des alten Arbeiterviertels eine Reihe von Wohnhausanlagen der ersten Phase des „roten“ Gemeindewohnbauprogramm. Begrenzt wird dieses neue Wohnviertel von der Neilreichgasse, der Laxenburger Straße, der Raxstraße und der Troststraße. ……Das kasernenartige, aber „lieblich-romantische“ Äußere der Bauwerke ist durch die starke Überbetonung der abgewalmten Steildächer und ihre pittoreske Baumassengliederung im Duktus der konservativen Heimatschutzbewegung ihrer Vorbilder gekennzeichnet (vgl. die um 1913/14 erbauten Personalhäuser X., Zur Spinnerin 23-31; Braunspergengasse 8-10; Inzersdorfer Straße 115-117). Durch ihre sehr reiche architektonische Fassadengestaltung unterscheidet sie sich oft kaum von den Zinskasernen aus der Zeit der Jahrhundertwende. Sie wirken aber generell selbstbewusster und monumentaler und sind bezüglich der sanitären Einrichtungen bzw. des hygienischen Wohnstandards wesentlich fortschrittlicher als die alten „Bassenawohnungen“. Allein die konsequente Vermeidung von langen Flurgängen entspricht nicht mehr der Konzeption eines traditionellen Mietshauses. Das Formenvokabular setzt diese Tradition des Kommunalhauses aber unkritisch fort.“ (S.252)

………………Inzersdorferstr.115-117.JPG

……Links ist das Haus Inzersdorferstr.113 (erbaut von Harry Glück) zu sehen

Für das oben genannte und hier abgebildtete Haus Inzersdorferstr.115-117/Braunspergeng.8-10 wird derzeit die 11. „Orte erzählen“-Tafel geplant.


Zum Thema passende WordPress-Beiträge:

https://fritzendl.wordpress.com/2016/12/31/bezirksvorstehung-finanziert-2-500-orte-erzaehlen-broschueren/

https://fritzendl.wordpress.com/2015/06/30/unser-triesterviertel-im-internationalen-vergleich/

https://fritzendl.wordpress.com/2013/09/29/die-entwicklung-des-triesterviertels/

Zum Inhaltsverzeichnis aller bisher veröffentlichten Beiträge

Die Favoritner Bezirkszeitung „bz“ berichtet Erfreuliches.

Im März 2017 hat SPÖ Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky vor einem Wiener  SPÖ-Parteigremium eine bemerkenswerte Rede über seine Vorstellungen in Richtung „Wiener Bildungsgrätzl“ gehalten. (Näheres dazu)

Im 20.Bezirk gibt es dazu schon ein  Pilotprojekt.

Die NEOS Bezirksräte Christine Hahn und Roman Sonderer stellten deshalb zur Sitzung der Bezirksvertretung am 14.6.2017 folgende Anfrage an Frau Bezirksvorsteherin Mospointner

  1. Gibt es auch schon Überlegungen, solche Bildungsgrätzel in Favoriten einzurichten? Wenn ja, wo und wann? Wenn nein, warum nicht?
  2. Wer ist in die Entscheidungsfindung für die Einrichtung eines Bildungsgrätzels eingebunden?
  3. Wer ist in die Entscheidungsfindung für die Schwerpunktsetzung eines Bildungsgrätzels eingebunden?
  4. Welche Schulen (VS, NMS, AHS, private, öffentliche, freie) können an einem Bildungsgrätzel teilnehmen?

(Diese Anfragen werden in der nächsten Sitzung beantwortet werden.)

Und in der  Favoritner Bezirkszeitung „bz“ vom  12.7. gab es dazu sogar eine für das „Triesterviertel“ sehr erfreuliche Titelgeschichte zum Thema „Bildungsgrätzl“: „Gemeinsam  lernen im Triesterviertel“

bz-12.7.17-1-500

bz-Gemeinsam1-12.7.17 - 600

Die NEOS-Bezirksrätin Christine Hahn stellte darin in Hinblick auf den Neubau einer „Neuen Mittelschule“ Quellenstr.144 neben der bestehenden Volksschule  Quellenstr.142 fest „Hier wäre es optimal für ein Bildungsgrätzl“. (Gesamter Text)

Dieser Meinung schließe ich mich an. Denn im Umfeld der beiden Schulen befinden sich folgende Einrichtungen. Sie betreuen Kinder und  Jugendliche auf unterschiedliche Weise. Ihre Vernetzung würde dem Konzept des „Wiener Bildungsgrätzels“ optimal nachkommen.

Dazu kommen viele Initiativen im „Triesterviertel“ wie z.B. das Tafelprojekt  „Orte erzählen“ gemeinsam mit der Gebietsbetreuung und dem Bezirksmuseum, die durch eine bessere Vernetzung mit den vielen vorhandenen Einrichtungen – gemeinsam mit ALLEN politischen Fraktionen des Bezirks – die Verbundenheit mit dem Wohngrätzl nachhaltig verbessern könnten. (Dazu ein Überblick im vorigen WordPress-Beitrag)

Einrichtungen mit öffentlichem Hintergrund:

* Berufsförderungsinstitut (BFI)- Davidg.92

* Interface-Wien-Jugend-College (Fördert die gesamtgesellschaftliche Integration von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Migrationshintergrund), Knöllg.15

* Kindergarten der Gemeinde Wien, Quaring.13

* Kindergarten+Hort der Gemeinde Wien, Quaring.16

* Neue Mittelschule Quellenstr.144

* SpaceLab, Arbeitsmarkt-Projekt für Jugendliche, Knöllg.2

* Öffentl.Volksschule, Quellenstr.142

Sie wurde am 20.3. als sogenannte „Brennpunktschule“ von SR Jürgen Czernohorszky und Stadtschulratspräsidenten Heinrich Himmer besucht:

Krone 20.3.2017

* Öffentl.Volksschule, Knöllg.59

* Wiener Mittelschule, Knöllg.61

Einrichtungen mit privatem Hintergrund:

* ATIB-Kindergarten, Gudrunstr.189

*Caritas – „Haus Daria“, Braunspergeng.20-22

* Kindergarten und Hort der Wr.Kinderfreunde, Bucheng.155

* Kindergarten und Hort der Wr.Kinderfreunde, Inzersdorferstr.113

* Kindergarten und Hort der Wr.Kinderfreunde, Knöllg.56-60

* Kindergarten „Ganna“, Hardtmuthg.139, Derzeit keine Homepage

* Kindergarten „Marianne“, Malborghetg.4, Derzeit keine Homepage

* Kindergarten „TechnoKids“, Kundratstr.6

* Kindergruppe „Sowiedu“, Knöllg.32

* Lernwerkstatt „Sowiedu“, Knöllg.5

* NUR-Kindergarten, Rotenhofg.108

* Pfarrgemeinde „Königin des Friedens“, Quellenstr.197

*Phönix-Kinderbetreuungsverein „Märchengarten“, Knöllg.20-24

* Phönix Realgymnasium, Knöllg.20-24

NEOS-Klub als „Eisbrecher“ bei den Favoritner PolitikerInnen?

Die ersten „Gedanken eines besorgten Großvaters“ veröffentlichte ich hier vor acht Jahren.  Gerade noch rechtzeitig zu diesem inzwischen 100. Beitrag berichte ich über zwei endlich sichtbar gewordene Ergebnisse meines „Bohrens dicker Bretter“ und kann ein drittes ankündigen. 

Anschließend einige Gedanken über „öffentliche“ und „private“ Tätigkeiten sowie Erinnerungen an einige „Bohrversuche“.

  • Am 21.6. fand erstmals eine Führung zu den „Orte erzählen“-Tafeln statt, zu der eine politische Bezirksfraktion, die NEOS, eingeladen hatte. (Dazu Näheres)

NEOS-21.6.17

Am 28.6. konnte der Großteil der neu gestalteten und privat finanzierten  Webseite www.orteerzaehlen.at veröffentlicht werden.

  • Sie wird neben der weiter bestehenden Dorfwiki-Seite www.triesterviertel.at vor allem über das Tafelprojekt „Unser Triesterviertel – Orte erzählen“ berichten und hoffentlich zu mehr Bekanntheit im „Triesterviertel“ führen. (Dazu Näheres)

  • An einem weiteren „dicken Brett“ wird seit einigen Monaten im privaten „Phönix Realgymnasium“ (mit Öffentlichkeitsrecht) anlässlich dessen 10-jährigen Bestehens hartnäckig „gebohrt“. Wir werden am Samstag, 21.10. das Ergebnis präsentieren. (Dazu Näheres)

Über  „öffentliche“ und „private“ Tätigkeiten:

  • „Öffentlich bedienstet“ ist nicht „öffentlich tätig“:

Auch ehemalige Hauptschullehrer wie ich bleiben in der Pension Beamte d.h. „öffentlich Bedienstete“, werden aus Steuergeldern bezahlt und unterliegen z.B. sowohl  privatrechtlich als auch dienstrechtlich den jeweiligen gesetzlichen Bestimmungen. „Öffentlich tätig“ bin ich jedoch nur als aktiver Lehrer gewesen, obwohl das fast ausschließlich innerhalb eines (Schul)-Gebäudes der Fall war.

  • „Graswurzel-Initiativen“ sind nicht kontrollierbar:

In meinem Wohnviertel sammelte ich als Bewohner erste Erfahrungen mit BürgerInneninitiativen, gründete einen Grätzlverein („Grätzl-Punkt Rosa Jochmann“, später „triesterviertel.at“), beteiligte mich meist als einziger privater Verein innerhalb von Vertretern professionell organisierter Einrichtungen an Vernetzungsinitiativen in Favoriten („Regionalteam Favoriten“) und wienweit („Wiener Vernetzungsfrühstück“)

In diesen Vernetzungsinitiativen erlebte ich nach anfänglicher Zusammenarbeit „auf gleicher Augenhöhe“ zunehmend den Einfluss der vorgesetzten Stellen auf die jeweiligen Delegierten. Die „Graswurzelbewegung“ wurde immer mehr „von oben“ kontrolliert bzw. bürokratisiert  und ich zog die Konsequenzen und mich zurück in „mein“ „Triesterviertel“. Hier „mische ich mich“ als „Grätzlaktivist“ im Rahmen eines Vereins mit öffentlich einsehbaren Statuten gleichsam „öffentlich“ in „meine eigenen Angelegenheiten ein“ (frei nach Max Frisch). Als privater Bewohner engagiere ich mich wie (hoffentlich) viele Menschen mehr oder weniger, je nach Möglichkeiten.

  • „Ort der Begegnung“ im „Triesterviertel“ gesucht:

Hier bin ich ein von Organisationen aller Art unabhängiger Bewohner, der sich im Rahmen eines privaten Vereins (Die „Frau – seit 50 Jahren – an meiner Seite“ und ich sind „der Vorstand“) bemüht, mit Politikern/Politikerinnen aller Parteien eine möglichst gute, das heißt respektvolle und sachorientierte Gesprächsbasis „auf gleicher Augenhöhe“ zu finden.  Unser Grätzlverein „triesterviertel.at“ bemüht sich vor allem um die Mitarbeit anderer Bewohner/Bewohnerinnen, um gemeinsame Grätzlthemen  an die Stadtverwaltung und  Bezirks- und Gemeindepolitikern/-politikerinnen heranzutragen. Deshalb wäre ein neutraler „Ort der Begegnung“ ohne Konsumationsdruck sehr hilfreich.

Über Bemühungen im „Triesterviertel“

  • Suche nach einer Kontaktstelle:

Auf der Suche nach einem geeigneten Lokal gab mir schon in den 90-Jahren ein für das „Triesterviertel“ noch immer zuständiger SPÖ-Funktionär den „guten Rat“, sein damals noch bestehendes Sektionslokal zu benützen: „Das ist ja auch ein Grätzl-Punkt“, meinte er und „vergaß“, dass es das „Rote Wien“ der 1920-er-Jahre nicht mehr gibt. (Leider sind er und viele seiner Favoritner Parteifreunde noch immer nicht „aufgewacht“.)

Die damalige SPÖ-Stadträtin Grete Laska unterstützte uns jedoch finanziell, sodass 1996 ein kleines Lokal in der Knöll.29 eröffnet werden konnte. („Grätzl Punkt Rosa Jochmann – Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen, Nachbarschaftshilfe und BürgerInneninitiativen“) Zusätzlich wurden wir ab und zu durch private Spenden unterstützt, wodurch es drei Jahre lang betrieben werden konnte.

  • Die Ausstellung „Leben und Arbeiten im Triesterviertel“:

1993 lud uns die Gechäftsführung der ehemaligen Kuvertfabrik Roja Mill ein (Sie feierte damals ihr 100-jähriges Bestehen),  gemeinsam mit dem Bezirksmuseum und dem Volkskundewissenschaftler Dr.Wolfgang Slapanskydie Ausstellung „Leben und Arbeiten im Triesterviertel“ durchzuführen. Mit einer gleichnamigen Broschüre des Bezirksmuseums wurde diese Ausstellung auch Grundlage für das spätere „Orte erzählen“- Tafelprojekt.

RojaMill-Juni93

Juni 1993: Transparent in der Davidgasse

  • Erfolgreiche Veranstaltungsreihe im „Wasserturm“

    Von 30.4.-15.5.1997 konnte der Verein mit einem kleinen Team und  mit Unterstützung des damaligen „Wiener Volksbildungswerks“ (heute „Baisis.Kultur.Wien“), der MA7 (Kulturamt), der Wiener Wirtschaftskammer und des Wiener Integrationsfonds (heute MA17) ein umfangreiches Programm im Wasserturm am Wienerberg organisieren. Den Ehrenschutz übernahmen die damaligen Stadträte Marboe (Kultur) und Svihalek (Verkehr, Umwelt)

  • Die „Dorfwiki“-Webseite http://www.triesterviertel.at

2007 wurde der Verein eingeladen, unsere Bemühungen auf einer „Dorfwiki“-Webseite im Internet zu präsentieren. Auf www.triesterviertel.at werden seither die meisten Aktivitäten mit relativ geringen Beitragskosten dokumentiert.

  • Unser „Orte erzählen“-Projekt:

Seit 2008 plant der Verein „triesterviertel.at“ gemeinsam mit dem Bezirksmuseum und der Gebietsbetreuung als professionelle Beratung inzwischen zehn Infotafeln. Sie wurden an bemerkenswerten Orten im Triesterviertel montiert und von den jeweiligen Hauseigentümern bezahlt. Aber auch der Bezirk (=die Bezirksvorstehung) unterstützte uns, indem er 2016 aus dem Bezirksbudget den Druck von 2500 „Orte erzählen“-Broschüren finanzierte. Dazu kann man auf der Webseite der „Gebietsbetreuung Stadterneuerung“ den Audioguide Das Triesterviertel „gehört“ erkundet“ hören. Und zuletzt gibt es nun auch eine eigene „Orte erzählen“-Webseite, die von einem privaten Sponsor finanziert wird.

1.“Gedanken“-Text am 10.6.2009: Großeltern aller Länder vereinigt euch!

2. „Gedanken“-Text am 16.7.2009: „Hier bin ich daheim“: https://fritzendl.wordpress.com/2009/07/16/16-7-2009/

Beiträge mit ähnlichem Inhalt:

https://fritzendl.wordpress.com/2013/10/31/unser-triesterviertel-orte-erzahlen/

https://fritzendl.wordpress.com/2016/12/31/bezirksvorstehung-finanziert-2-500-orte-erzaehlen-broschueren/

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wenigstens in der Nachbarschaft ein Ausbau der BürgerInnen-Beteiligung im Vordergrund stehen.

Schon zweimal wurden die Bemühungen des Vereins „triesterviertel.at“ um eine Verbesserung der Grätzlgemeinschaft im „Triesterviertel“ von offizieller Seite unterstützt:

1996 durch die damalige Sozialstadträtin Grete Laska. Sie ermöglichte eine finanzielle Starthile  von 25 000 Schilling für die Anmietung eines kleinen Lokals in der Knöllg.29 mit dem damaligen Vereinsnamen „Grätzl-Punkt Rosa Jochmann“.

GPunktLok-1996

Nach drei Jahren musste diese Kontakt- und Informationsstelle wieder geschlossen werde mangels weiterer Unterstützung durch den Bezirk.

1999 gab es den einstimmig beschlossenen Antrag aller Bezirksfraktionen, in dem wieder um eine finanzielle Unterstützung des Vereins durch die Stadt Wien ersucht wurde, leider diesmal ohne Erfolg:

Antrag InitTrieViert 10.11.99

Zum dritten Mal werden wir nun durch die Finanzierung der Broschüre „Das Projekt Orte erzählen“ und einem wohlwollenden Einleitungstext durch Bezirksvorsteherin Hermine Mospointner unterstützt

„Ich lade alle Interessierten herzlich dazu ein, beim Verein „triesterviertel.at“ mitzumachen oder auch ihre eigene Grätzlinitiative zu starten. Diese Projekte fördern nicht nur die Verbundenheit mit dem Bezirk und dem Grätzel als persönlichen Wohn- und Lebensbereich, sondern sorgen auch für gute nachbarschaftliche Beziehungen. Ihre Bezirksvorsteherin Hermine Mospointner“

oe-brosch-titel

Diese Zeilen am Beginn der Broschüre „Das Projekt Orte erzählen“  haben bei uns als Planungsteam und als Verein wieder die Hoffnung auf breitere Unterstützung bestärkt. Dass sich 2017 endlich auch Schulen oder Kulturvereine der politischen Parteien für das „Triesterviertel“ interessieren könnten. Es gab bisher jedoch leider meist nur Absichtserklärungen.

Nun ist aber zu befürchten, dass bis zur Nationalratswahl am 15.10. von Seiten der politischen Parteien des Bezirks noch weniger Interesse als bisher an diesem „alten“ Favoritner Grätzl besteht.

Hauptbahnhof, Sonnwendviertel, Ankerbrotfabrik und Monte Laa bieten für Medien und daher auch für PolitikerInnen die brauchbaren Bilder. Die Besonderheiten dieses Stadtteils lassen sich leider nicht so gut „vermarkten“.

Auch im „Triesterviertel“ werden sich bis zur Wahl wieder einmal Bezirksfunktionäre/-funktionärinnen und ihre engsten MitarbeiterInnen kurz blicken lassen. Ihr Hauptanliegen wird es wie immer sein, ihre eigene Partei möglichst gut und die „Mitbewerber“ möglichst schlecht aussehen zu lassen. Sie begründen es damit, sich im Interesse der WählerInnen „von den anderen Fraktionen abzugrenzen“, sich zu „profilieren“, „unterscheidbar zu machen“.

Meine Erfahrungen als politisch interessierter Mensch und seit vielen Jahren als „Grätzlaktivist“ sind leider derart, dass sich die Parteien zusehr aus Interesse des Machterhalts bzw. Machtgewinns für Anliegen von BewohnerInnen interessieren.

Allgemeine demokratiepolitische Überlegungen werden daher im parteipolitischen „Alltagsgeschäft“ oft vernachlässigt. Eine Folge davon: Das Ohnmachtsgefühl, oft auch die Wut auf „die Politik“ steigt und die Hoffnung, als Einzelner/Einzelne „etwas bewirken zu können“, „gehört“ zu werden sinkt.

Daher mein Vorschlag:

Ergänzen der bisherigen Möglichkeiten von Sprechstunden und schriftlichen Eingaben bei der Favoritner Bezirksvorstehung (versuchsweise) durch das Angebot einer mündlichen Beteiligung.

Engagierte BewohnerInnen könnten dann Bezirksräten/-rätinnen aller Fraktionen ihre Ideen und Vorschläge mündlich vortragen.

(Siehe „Gablitzmodell“ in http://www.triesterviertel.at und Bericht aus Gablitz 2009)

Am 6.5.2017 ersuchte ich per eMail alle Fraktionen des 10.Bezirkes um finanzielle Unterstützung des Infoblattes „Unser Triesterviertel“, denn:

Demokratie heißt, sich in die eigenen Angelegenheiten einmischen“ (Max Frisch)

Beiträge mit ähnlichem Inhalt:

https://fritzendl.wordpress.com/2011/05/29/ein-%E2%80%9Erunder-tisch%E2%80%9C-zum-thema-%E2%80%9Eburgerbeteiligung%E2%80%9C-in-wien-favoriten/

https://fritzendl.wordpress.com/2012/05/31/stammtisch-triesterviertel-einmischen-in-unsere-eigenen-angelegenheiten/

https://fritzendl.wordpress.com/2014/02/28/gute-bezirkspolitikerinnen-sollten-zuerst-fur-uns-bewohnerinnen-da-sein/

https://fritzendl.wordpress.com/2014/07/26/heinz-berger-wien-braucht-mehr-demokratie/

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