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….zur Plattform „Unser Triesterviertel“ für Selbsthilfegruppen, Nachbarschaftshilfe und BürgerInneninitiativen.

 

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…..und die Unterstützung der Wiener StadtplanerInnen!

Bezirksvorsteher Marcus Franz teilte mir vor einiger zeit seine hoffnung mit, dass vielleicht das lokal ecke Quellenstraße/Knöllgasse (ehemalige „SpaceLab“) zu einem „Ort der Begegnung“ werden könnte. So etwas braucht unser Grätzl ganz dringend!

Dieses projekt würde auch gut zur neugestaltung des endstücks der Quellenstraße passen (ehemaliger „Fischplatz“), die voraussichtlich im zuge der neuen U2-station Matzleinsdorferplatz stattfinden wird. Leider fehlt die nötige Finanzierung.

Fischplatz

Zwischen Triesterstraße, Quellenstraße und Knöllgasse gab es noch in den 30-er-Jahren einen kleinen Markplatz.

Für das „Triesterviertel“ besteht die einmalige chance, dadurch endlich einen geeigneten ort zu bekommen, wo die verschiedensten veranstaltungen (bildung, kultur, gesundheit, verkehr, wohnen usw) für uns bewohnerInnen angeboten werden könnten. Es wäre auch für eine verbesserung der kontakte in unserem „bunten Triesterviertel“ so wichtig.

 

Es drängt die zeit, weil diese räume schon seit einigen monaten zum verkauf angeboten werden.

Und es wäre schon aus gründen ausgleichender gerechtigkeit erforderlich, wenn von seiten der Stadt Wien auch das „vergessene Grätzl“ an der Triesterstraße die höchst notwendige aufwertung verwirklicht wird. Im vergleich z.B. zum medienwirksamen „Sonnwendviertel“ bietet es – noch dazu für wahlwerbende Politikerinnen – wenig „schöne bilder“. Aber „die schlechtere öffentliche Infrastruktur“ *) spüren wir Bewohnerinnen sowohl vor als auch nach wahlen!

Radwege TV

Diese Radwege -„Wüste“ zwischen Triesterstraße und Ettenreichgasse ist einmalig in Wien („Radkarte Wien“ 2019)

Leider fehlt uns seit dem unverständlichen entfernen unseres früheren Gebietsbetreuungsteams 2018 auch zum thema „Ort der Begegnung“ dessen unterstützung. Zuletzt endete mein ersuchen um ein diesbezügliches gespräch mit der MA 18 (Stadtentwicklung und Stadtplanung) leider mit einem wenig hilfreichen eMail. (siehe 23.5.2019)

*) Aus dem sehr empfehlenswerten buch: Max Haller (Hg,) Mitarbeit Katharine Apostle)2019: „Migration und Integration – Fakten oder Mythen?“ (Seite 26) und besonders der gesamte beitrag von Christina Schwarzl am Beispiel des 15. Bezirks (S.189-200): Mythos: „In manchen Bezirken sind ÖsterreicherInnen bereits in der Minderheit“ mit dem letzten „Resume-Satz: „In diesem Sinn sollte man in das Stammtischgespräch einsteigen und versuchen, dem im Titel dieses Beitrags formulierten Mythos entgegenzutreten.“

Fritz Endl: Für solche „Stammtischgespräche“ brauchen wir aber einen entsprechenden Ort!  Weshalb im „Triesterviertel“ so dringend dieser Ort benötigt wird, belegen auch viele meiner bisherigen 124 „Gedanken eines besorgten Großvaters“:

Alle Themen zur „Bürgerbeteiligung“:

http://www.dorfwiki.org/wiki.cgi?Triesterviertel/GedankenInhaltsVerzeichnis#BürgerInnenBeteiligung

Alle Themen zur „Bezirkpolitik“:

http://www.dorfwiki.org/wiki.cgi?Triesterviertel/GedankenInhaltsVerzeichnis#Bezirkspolitik

Außerdem:

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Zum inhaltsverzeichnis aller bisher veröffentlichten beiträge:
http://www.dorfwiki.org/wiki.cgi?Triesterviertel/GedankenInhaltsVerzeichnis

 

 

 

 Greta Thunberg bei „FridaysforFuture“ in Wien. Die 16-jährige Klimaschutz-Ikone forderte die ältere Generation zur Mithilfe auf.

Weiter aus dem „Kurier“ vom 31.5.2019:

„Es ist kein gewöhnlicher Tag für die „FridaysforFuture“-Bewegung in Österreich. Weniger, weil gestern Donnerstag ein Feiertag war, vielmehr weil Greta Thunberg, die schwedische Ikone der weltweiten Bewegung von Schulstreiks für die Rettung des Klimas, in Wien ist.

In der Mittagshitze haben sich zunächst Zigtausende auf dem Heldenplatz versammelt, der Großteil davon Schüler, aber auch Studierende, Lehrer und vereinzelt Menschen, die sich freigenommen haben. Alle warteten gespannt auf Greta Thunberg. Für viele ist die 16-Jährige der Hauptgrund, heute da zu sein.

Bei der Schlusskundgebung sprach auch Thunberg selbst.

thunberg-

Aus „FALTER“ 23/19

„Die meisten Erwachsenen hören nicht auf uns. Sie sagen: ‚Mach doch später etwas, wenn du mit der Schule fertig bist.‘ Aber dass es schon zu spät ist, wenn wir fertig mit der Schule sind, das lassen sie unerwähnt“, sagte die junge Aktivistin beim Demo-Finale auf dem Schwarzenbergplatz.

Thunberg weiter: „Sie machen sich über uns lustig, sie erzählen Lügen und verbreiten Gerüchte über uns. Aber stellt euch vor, wie diese Erwachsenen in der Zukunft gesehen werden. An jene, die sagen ‚Streikt doch lieber, wenn ihr keine Schule habt‘, richte ich: Warum streikt ihr dann nicht? 

Eure Generation ist es doch, die die Klimakatastrophe verursacht hat.“

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Soweit über die beeindruckende Greta Thunberg im „Kurier“

Sie spricht damit auch mich als großvater und „Grätzlaktivist“ an:

Meine „Gedanken eines besorgten Großvaters“ münden im vorsatz, die weltweiten bemühungen von Greta Thunberg möglichst rasch auch durch entsprechende initiativen im „Triesterviertel“ zu unterstützen.

Kinder-Druckstock

Druck mit einem Druckstock vom ehemaligen „Vorwärts-Verlag“ 5, Rechte Wienzeile  97

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Zum Inhaltsverzeichnis aller bisher veröffentlichten Beiträge:
http://www.dorfwiki.org/wiki.cgi?Triesterviertel/GedankenInhaltsVerzeichnis

 

DRAUSSEN, NOCH WEITER DRAUSSEN…UND DAZWISCHEN?

Von Thomas Meindl, Dipl.Ing. und  Siegfried Schuller, Ing.,

(Ein – leider- sehr aktueller Beitrag aus „Perspektiven 1/2001“ der MA 18- Stadtentwicklung und Stadtplanung, Hervorhebungen FE)

Sie waren Mitarbeiter der Gebietsbetreuung Innerfavoriten. 2018 wurde dieses Team „von oben“ durch ein neues ersetzt. Ing.Siegfried Schuller war während der letzten zehn Jahre der wichtigste Berater des GB10-Teams für unseren kleinen Grätzlverein „triesterviertel.at“ und dem Infotafelprojekt „Orte erzählen“

…………………..……………Siegfried+Thomas 10.9.99

Links Schuller, rechts Meindl am 10.9.1999 bei der 125-Jahre-Favoriten-Feier auf der Fußgängerzone Favoritenstraße

„Gegenwärtig sind wir im Zuge unserer Stadterneuerungstätigkeiten im zehnten Bezirk mit einer konzentrierten „Stadtteilinitiative Triesterviertel“ befasst. Dabei steht der Versuch im Mittelpunkt, konkrete Erneuerungsimpulse für einen städtischen Kleinraum durch aktive Herangehensweise zu initiieren.

Hintergrund dabei ist einerseits die Erfahrung aus der bisherigen Tätigkeit, dass sich im Rahmen „passiver Teilnehme“ (Betreuung) keine wirksame Lösung von in langen Jahren misslicher Entwicklungen entstandener Probleme bewirken lässt. Andererseits ist aufgrund eminent beschleunigter Entwicklungsprozesse im Bereich Liegenschaftsentwicklungsprozesse mit einhergehendem Wandel städtischer Strukturen ein umfassender wie dringender Beitrag in Hinblick einer positiven Orientierung dieser Prozesse aus Sicht der städtischen Gesamtzusammenhänge erforderlich.
Es handelt sich also um die Frage der Herstellung bzw. Sicherung von Wohnumfeldqualitäten, deren Lösung eine über den Augenblick hinausreichende Befassung mit gesamtstädtischen Zusammenhängen und Vorgängen erforderlicht. Mittels kleinteiliger, eingeschränkter Betrachtungsweisen, etwa auf einzelne Liegenschaftseinheiten beschränkt, sind diese Problemstellungen, abgesehen vom ineffizienten, die eigenen Arbeitsressourcen erschöpfenden Charakter derselben, nicht ausreichend handhabbar. Allgemeine Stadtentwicklungskonzepte hinken jeweils den angeführten Entwicklungen hinterher bzw. weisen sie für diese Fragestellungen keinen brauchbaren Detaillierungsgrad auf, noch weniger enthalten sie naturgemäße Handlungsansätze zur Umsetzung ihrer Aussagen.
Ebensolche strukturierte, umsetzungsorientierte Methoden und Herangehensweisen an die beschriebenen Fragestellungen sind aufgabenspezifisch der konkreten Situation angepasst von Fall zu Fall zu entwickeln, was bisher wesentlicher Teil der Tätigkeit im Rahmen dieser Initiative war.

Das Triesterviertel

Für das am nördlichen Abhang des Wienerberges gelegene Stadtviertel an der Triesterstraße, das sich in Nord-Süd-Richtung zwischen Raxstraße und Matzleinsdorfer Platz erstreckt und im Osten durch die Gußriegelstraße begrenzt ist, hat sich mittlerweile vor allem in der Einwohnerschaft der Begriff „Triesterviertel“ etabliert. In dem knapp 40 ha großen Gebiet wohnen ca 8.500 Einwohner, Tendenz abnehmend. Mit seinen gründerzeitlichen Strukturen, die gegen Südosten hin in eine aufgelockerte Nachkriegsbebauung übergehen, stellt es nicht zuletzt aufgrund der Innenstadtnähe und der Lage am Wienerberg ein durchaus attraktives Gebiet dar, das allerdings seit den 1960er-Jahren keine Erneuerungsimpulse mehr erfahren hat. Der Wasserturm und „die Spinnerin“ als stadtwirksame Merkmale und Bezirkswahrzeichen finden sich neben baugeschichtlich bedeutenden Bauten wie den George Washington Hof oder der Kirche am Matzleinsdorfer Friedhof im Viertel. Geprägt wird das Gebiet auch von einer Durchmischung mit zahlreichen Betriebs- und Gewerbeflächen mit alle ihrer diesbezüglichen Problematik, aber letztlich auch den damit verbundenen Entwicklungsmöglichkeiten.
Bestimmend für das Viertel ist seine Lage an der verkehrsreichen Triesterstraße. Als Durchzugsstraße mit hoher Verkehrsbelastung bewirkte diese eine „Devitalisierung“ der angrenzenden Baublöcke sowie eine Verödung der Straßenfront und trennt das Viertel von der in engem Kontext mit diesem gewachsenen benachbarten Bebauung im Westen (Kaiser-Franz-Josef-Spital, George Washington Hof).
Damit verschärft sich auch die Nahversorgungsproblematik im Viertel, eine Ausdünnung der Geschäftsstruktur zeichnet sich ab. Allerdings gibt es hier Ansätze und Initiativen aus der Bevölkerung sowie seitens der lokalen Geschäftsleute, diesen Entwicklungen entgegenzuwirken und eine Verbesserung der Versorgungsqualität im Viertel zu erreichen.
Das Triesterviertel ist aber auch von wichtigen externen Entwicklungen berührt, wie den Vorgängen im Stadtentwicklungsgebiet Wienerberg, wo mit der „Wienerberg City“ ein neuer Stadtteil mit einer Konzentration an Büro- und Geschäftsflächen, Unterhaltungseinrichtungen und nicht zuletzt einer großen Anzahl an Wohnungen entsteht. Eine weitere Entwicklung ist aktuell jenseits der Triesterstraße im Ausbau und der Modernisierung des Kaiser-Franz-Josef-Spitals zu sehen.

Bisherige Aktivitäten

Die eingangs beschriebene Herangehensweise an diese Initiative impliziert die gleichzeitige Bearbeitung laufender, konkreter Entwicklungen neben der Erstellung inhaltlicher Gesamtkonzeptionen.
So gibt es zu einer Liegenschaft Planungsvorbereitungen für einen Wohnungsneubau eines gemeinnützigen Bauträgers und einer Verwertung des Erdgeschoßes in Form einer Geschäftspassage.
Durch eine offensive, aktive Kommunikation in Richtung der Projektbetreiber konnte eine enge Kooperation erzielt werden, die den erläuterten Intentionen positiver Stadtentwicklung schon in der Planungsphase des Objekts breiten Raum geben. Die prinzipielle Aufgeschlossenheit des Betreibers bietet Gelegenheit, Maßnahmen für eine symbiotische Integration des in seinen Ausmaßen für diesen Kleinraum bedeutenden Projektes in die vorhandene Umgebungsstrutur, etwa im Bereich fehlender Nahversorgungseinrichtungen, zu setzen.
Ausgehend von dieser Liegenschaftsentwicklung mit ihren zeitlichen Vorgaben wurde zunächst eine Diskussion mit der Bevölkerung als zielführende, sonst im Zuge von Liegenschaftsverwertung nicht übliche Vorgangsweise, organisiert. Der Rahmen einer Veranstaltung im Zuge der Bezirksfestwochen im Wasserturm wurde dazu benutzt, die Bevölkerung über beabsichtigte Entwicklungen auf dieser Liegenschaft zu informieren und aus einer Diskussion über das Viertel und seine Probleme zugleich wesentliche Informationen für die weitere Ausarbeitung von Zielen und Konzepten zu erhalten.
Die dabei aufgebauten Kontakte wurden in der Folge in mehren offenen Gesprächsrunden mit jeweils wechselnder, den diskutierten Programmpunkten entsprechender Personenzusammensetzung fortgesetzt und intensiviert. Letztlich ging es neben der inhaltlichen Diskussion und die Motivation potenzieller Partner und Teilnehmer und ein entsprechendes „Lobbying“ für sich abzeichnende Lösungsansätze. Neben den Vorsitzenden der entsprechenden Bezirksfachgremien kommt hier einer Bewohnerinitiative tragende Rolle zu, die wiederum in die Bemühungen der lokalen Geschäftsleute und der Wirtschaftskammer involviert ist. Als erstes Ergebnis einer diesbezüglichen Zusammenarbeit liegt eine vom Geschäftsstraßenmanagement der Wirtschaftskammer eingebrachte Studie zur Geschäftsstruktur im Viertel vor.
Parallel dazu erfolgten erste Erhebungen und Grundlagenuntersuchungen mit dem Ziel, Entwicklungspotenziale im Viertel sowie in den angrenzenden Gebieten zu lokalisieren.

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GESPRÄCH IM TRIESTERVIERTEL

14.Juni 2000 um 18 Uhr im Wasserturm, Windtenstr.3.

Lagerplatz Quaringasse: Ende 2000 verläßt der bisherige Nutzer- Dorotheum – das Triesterviertel.

Der überwiegende Teil dieses Blockes, Quaring./Knöllg./Troststr./Zur Spinnerin, sieht einer neuen Entwicklung entgegen.

Ergeben sich daraus neue Chancen für eine Belebung des Viertels?

Kommen Sie zu einer Gesprächsrunde, bringen Sie Ihre Vorstellungen ein und informieren Sie sich über laufende Entwicklungen im Triesterviertel.

Es diskutieren:

Wolfgang Beer: Verkehrskommission Favoriten

Brigitte Mikulik: Bewohnerin aus dem Triesterviertel

Helmut Mondschein: Wirtschaftskammer Wien

Herbert Scheiner: Architekt

Siegfried Schuller: Gebietsbetreuung Innerfavoriten

Karl-Heinz Stadler: Wohnbaugenossenschaft Neues Leben

Moderation: Wolfgang Slapansky: Autor und Journalist aus Favoriten

scannen-

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Bisherige konzeptionelle Überlegungen

Aus den ersten Analysen und Erhebungen kristallisieren sich drei wesentlich erscheinende Ansatzpunkte heraus, die gewissenmaßen alle in den verschiedenen Bereichen infrastruktureller Erfordernisse angesiedelt sind:
• Der Schwerpunkt Verkehr mit dem Problem der Triesterstraße und den daraus resultierenden Belastungen sowie Verbesserungen im Binnenverkehr des Gebietes, hier im Besonderen der Stellplatzproblematik;
• Im Bereich der Geschäftsinfrastruktur gilt es, dem sich abzeichnenden Niedergang der Nahversorgung Einhalt zu gebieten und „Gegengewichte“ aufzubauen;
Schaffung von Prosperitätsgrundlagen für das Gebiet, indem Verbesserungen im Bereich der Vernetzung und Anbindung mit seinem Umfeld hergestellt werden; Förderung des Austauschs mit der unmittelbaren Umgebung, in der es durchaus interessante Angebote gibt. In diesen Bereich fällt auch ein verbessertes bzw. besser nutzbares Angebot an sozio-kulturellen Einrichtungen zur Förderung eines diesbezüglichen Austauschs im Gebiet.
Alle diese Bemühungen werden gegenwärtig von zwei die Stadtentwicklung prägenden und auf dieser Ebene günstig oder ungünstig wirkenden ausstrahlenden Tendenzen überlagert, deren Auswirkungen auf Altstadtgebiete wie das Triesterviertel hier nur kurz skizziert seien:
Die so genannte „innere Stadterweiterung“, hinter der sich praktisch gesehen mehrheitlich das Auffüllen ohnehin bereits dicht bebauter Stadtgebiete verbirgt, die schon bisher im Bereich jener Infrastrukturebenen, die Wohnungsumfeld- und damit Lebensqualität kennzeichnen, Mängel aufweisen. Im Zuge der unter genanntem Schlagwort sich vollziehenden Entwicklungen hält, unbeeinflusst von steuernden Gegenmaßnahmen, die qualitative Entwicklungsebene mit der rasant voranschreitenden qualitativen Dichteentwicklung nicht Schritt. Wer wahrt hier jene nicht-ökonomischen bzw. bestenfalls teil-ökonomischen Lebensinteressen bzw. wie lässt sich hier positiv in das Geschehen eingreifen?

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Zum Inhaltsverzeichnis aller bisher veröffentlichten Beiträge:
http://www.dorfwiki.org/wiki.cgi?Triesterviertel/GedankenInhaltsVerzeichnis

Weitere passende „Gedanken“-Beiträge:

Alle Beiträge zum Thema „BürgerInnen-Beteiligung“ sowie

https://fritzendl.wordpress.com/2018/05/31/bezirksvorsteherinnen-in-wien/

https://fritzendl.wordpress.com/2014/02/28/gute-bezirkspolitikerinnen-sollten-zuerst-fur-uns-bewohnerinnen-da-sein

In memoriam an den architekturkritiker und literaten Friedrich Achleitner (23.5.1930 – 27.3.2019)

Achleitner +Wolfgang Heidrich Archivleiter 22.3.10

Fritz Endl: Friedrich Achleitner (rechts) beim besuch im „Architekturzentrum“ am 22.3.2010 im gespräch mit dem leiter des archivs Wolfgang Heidrich (Foto privat)

Auszüge aus einer wiederholung von „Gedanken“ auf Ö1 am 31.3.2019

  • „Mei vater war a klaner landwirt und nie arbeitslos“

„Also mutig bin i sicher net und ehrgeiz hab i eigentlich a net. I hab ja davon gsprochen, dass mir immer irgendwie was zugfallen ist durch zufälle. Also i hab nie was angestrebt. Also ehrgeiz hat ja immer damit zu tun, dass man sagt, durthin muss i unbedingt irgendwie hinkommen. Und vielleicht ist es sogar die bessere methode, etwas nicht anzustreben als unbedingt was haben zu wollen. I weiß es net. Hat a bissl was fatalistisches, also dass ma so a gewisse sicherheit hat, dass eh alles irgendwie funktioniert. Des hat a vielleicht damit zu tun, wenn ma aus an bäuerlichen milieu stammt, wo alles so is wias hat so is und wo ma möchte i fast sagen, wo man an bescheidenen hintergrund hat. Also i komm von aner klan landwirtschaft, wir haben sechs küh ghabt oder was. Aber wir haben an besitzt ghabt. Mei vater war nie ausgeliefert, arbeitslos und diese ganzen gefahren und wir haben nie gsagt kriegt, du musst des und des machen, damit du sozusagen a sicherheit hast. Im gegenteil, mei vater hat immer gsagt, besitz ist immer nur lästig und die meinung hab i a bis jetzt. Es is wirklich so. Leute, die sehr viel haben, die denken nur in diesen kategorien von besitztum verteidigen, privilegien verteidigen. Alles is a last eigentlich.“

  • „In den gemeinden gibt es überall vernünftige leute“

„Man hat natürlich a gewisse naheverhältnisse, aber a net zu einer partei. Mir gelingt es afach net. I finds afoch katastrophal, was so quasi am rechten rand passiert. Es gibt sympathien einerseits für die Grünen, es gibt aber a sympathien für die Sozialdemokratie, aber dann is es schon ziemlich aus. I kann mit parteien eigentlich net umgehen, weil in dem augenblick, wann an irgendwas gfallt, passiert gleichzeit wieder irgenda blödsinn. Also i hätt mi nie binden können an a partei, des is klar, aber i hab die erfahrung gmacht, dass in gemeinden – also man kommt ja in meiner tätigkeit auch in jurys. Und da lernt man halt bürgermeister kennen. Da weiß ma oft lang net, is des a roter oder is des a schwarzer und da kummt ma drauf, dass es eigentlich überall sehr vernünftige leut gibt, grad in dem bereich der gemeinden und auch der städte. Auf der bundesebene hab i eigentlich keinerlei kontakte. Da kann i also auch wenig sagen. Und i hab schon das gefühl, dass sich die parteienlandschaft auf der bundesebene sich fast angleicht und dass die parteien eigentlich immer mehr – was sehr traurig ist –konzerncharakter kriegen, wo sie pfründe verteidigen, einflusssphären verteidigen, wo es eigentlich nimmer um inhalte, sondern um besitzstand geht und des is eigentlich sehr traurig.“

  • „Mir san leut sympathisch, die net scho mit vierzig mieselsüchtig werden und die mit sechzig no was wahrnehmen“

„Den begriff stolz kenn ich net, weil auf die meisten dinge, worauf die leute stolz san, gibt’s kan grund dafür. Als es gibt leute, die sind stolz, dass sie Wiener san und es gibt leute, die stolz san, dass wir die festspiele haben in Salzburg oder so oder es gibt leute, die stolz auf ihre enkel san, wos a nix dafür können. Im Mühlviertel sagt man: dummheit und stolz wachsen auf an holz. Na, i kann mit stolz wirklich nix anfangen.

Mir san leut sympathisch, die net scho mit vierzig mieselsüchtig werden, die mit sechzig no was wahrnehmen, was was neues is, die net sagen, sie brauchen kan computer oder was weiß ich, ja die afach neugierig san und die immer wieder fähig san, was neues aufzunehmen, durchzudenken, zu akzeptieren oder abzulehnen, des geht ja a, weil ma muas ja net alles akzeptieren. Weil des is dann die andere seite, also die alten kasperln, die alles gut finden, weils die jungen machen, die find i auch a bissl verdächtig. Aber so a gute mischung von qualitätsbezug und a bissl übern tellerrand hinausschaun is mir net unsympathisch.“


NachbemerkungFriedrich Achleitner war anhänger der kleinschreibung. In dieser „gedanken“- sendung begründete er das wie folgt:

„Es gibt eine große tradition der kleinschreibung. Angefangen von den brüder Grimm über Adolf Loos usw. bis herauf zu den modernisten im 20.jahrhundert. Mein argument ist das – das hat a wiederum mit distanz zu tun – die normale großschreibung kommt ja aus dem Barock und ist eigentlich eine hierarchisierung der wörter. Früher hat man ja wörter groß geschrieben, auch wanns keine hauptwörter waren, was halt wichtig war. Es war also ein mittel der betonung. Aber wenn man heute, wo alle diese hierarchie gewohnt san, zu lesen und zu schreiben, eine radikale kleinschreibung macht, dann ist das ein ästhetisches mittel zur distanzierung. Das heißt der leser wird schon in eine position gebracht, wo er nimmer unbewusst mit dem material umgeht, er kriegt einfach eine distanz. Und des halt ich für texte, die anspruchsvoll san oder wo es wirklich um sprache geht, ist das eigentlich ein normales mittel. Es ist eine grundvoraussetzung, eine andere art von konzentration. Ich nehm sozusagen das wortgebilde oder satzgebilde anders wahr. Und das haben offenbar so leute wie der Hans Abt sehr genau gewusst und sehr bewusst verwendet….Adolf Loos hat die englische art gehabt, dass er den satzanfang groß gschrieben hat und eigennamen. Das ist die anglozistische form.“

Ich werde künftig (auch) in Erinnerung an Friedrich Achleitner diese form der „gemäßigten kleinschreibung“ verwenden.

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Zum Inhaltsverzeichnis aller bisher veröffentlichten Beiträge:
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Wir brauchen wieder volksnahe Bezirksräte/Bezirksrätinnen!

Vor genau fünf Jahren habe ich mir hier zum Thema „Gute BezirkspolitikerInnen sollten zuerst für uns BewohnerInnen da sein“ „Gedanken eines besorgten Großvaters“ gemacht.
Und wieder werden in einem Jahr Wahlen (auch) für die Wiener Bezirksvertretungen stattfinden.
Zumindest im 10.Bezirk erlebe ich leider, dass sich verantwortliche BezirkspolitikerInnen (Gemeinderäte/-rätinnen und Bezirksräte/-rätinnen) noch weiter als bisher von den Alltagserfahrungen der hier lebenden Menschen entfernt haben.

Das zeigt sich beim aktuellen Beispiel rund um den „Eisring Süd“. Hier ist deren Unverständnis für unsere Bemühungen, das naturnahe Gelände  vor der Zerstörung zu bewahren, besonders zu spüren. Selber wohnen einige von ihnen in netten Häuschen mit Garten z.B. am Laaer- oder Wienerberg.

Es sei ihnen vergönnt, aber sie möchten den vielen anderen Menschen, von denen sie gewählt werden möchten, am Eisring-Gelände die letzten nahegelegenen Grünräume wegnehmen. Sie planen darauf seit über zehn Jahren weitere Wohnanlagen in ein jetzt schon dicht verbautes Wohngebiet.

Und immer kommt das „Totschlagargument“: „Wir brauchen Wohnungen, Wohnungen, Wohnungen!“ Ja, zuallererst für die Bauindustrie und die Bodenspekulanten! Eine gesunde WohnUMGEBUNG für uns Menschen, die hier wohnen, interessiert sie kaum!

Ganz nach dem Motto: „GRÜN RAUS – GRAU REIN !“

Daher der Vorschlag unserer Initiative „Eisring Süd neu denken“

(Gabi Sturm, Mario Asboth, Helga und Fritz Endl):

…………………..…………………Eisring neuer Planvorschlag.jpg

(Näheres dazu unter: http://www.dorfwiki.org/wiki.cgi?Triesterviertel/Projektideen/AktiveProjekte/EhemaligerEisringS%fcd)

Deshalb brauchen wir wieder mehr Bezirksräte/- rätinnen, die mit unserem Alltagsleben vertraut sind, weil sie diesen Alltag mit uns teilen. Wir brauchen Bezirksräte/Bezirksrätinnen, die mit uns als Nachbarn/Nachbarinnen immer wieder reden können, nicht nur kurz vor Wahlen.

Nur wenige aktuelle Favoritner BezirkspolitikerInnen erinnern mich an jene volksnahen Bezirksräte wie „Rudi“ Gneisser (Götz Kauffmann) oder Erwin Schoitl (Peter Fröhlich), wie sie im „Kaisermühlen-Blues“ dargestellt worden sind.

Aus „Wikipedia“:

„Kaisermühlen Blues ist eine im Auftrag des ORF von 1992 bis 1999 produzierte österreichische Fernsehserie. Schauplatz der Serie ist in erster Linie der Schüttauhof, eine Gemeindebausiedlung im Bezirksteil Kaisermühlen, welcher zum 22. Wiener Gemeindebezirk Donaustadt gehört. Die Handlung bildet das alltägliche Zusammenleben der Bewohner, vor allem aus dem Wiener Arbeitermilieu, und deren Interaktion mit anderen Gesellschaftsschichten ab. In den Folgen wurden häufig Themen und Probleme des aktuellen politischen und gesellschaftlichen Geschehens wie beispielsweise Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Toleranz aus humanistischer Sicht behandelt. Sprachlich bedient sich die Serie stark des Wiener Dialektes und dessen spezieller Ausdrücke mit oft rustikaler bis vulgärer Wortwahl.“ (Näheres)


Zum Inhaltsverzeichnis aller bisher veröffentlichten Beiträge:
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Zum Thema „Bezirkspolitik“ passende frühere Beiträge:

https://fritzendl.wordpress.com/2009/07/16/16-7-2009/ Hier bin ich daheim
https://fritzendl.wordpress.com/2010/07/25/lokale-agenda-21-parteipolitik-raus-–-zivilgesellschaft-rein/
https://fritzendl.wordpress.com/2010/11/30/„wien-wird-anders“-favoriten-auch/
https://fritzendl.wordpress.com/2012/05/31/stammtisch-triesterviertel-einmischen-in-unsere-eigenen-angelegenheiten/
https://fritzendl.wordpress.com/2014/04/04/was-hat-der-favoritner-spo-politiker-anton-gaal-mit-der-hypo-zu-tun/
https://fritzendl.wordpress.com/2014/07/26/heinz-berger-wien-braucht-mehr-demokratie/
https://fritzendl.wordpress.com/2014/09/30/wo-konnen-wir-noch-mit-nachbarn-tratschen/
https://fritzendl.wordpress.com/2015/11/28/an-den-wiedergewahlten-fpo-bvstv-favoritens/
https://fritzendl.wordpress.com/2016/04/30/1843/ SPÖ-Wien 10: Statt „neuer Beine“ „graue Köpfe“
https://fritzendl.wordpress.com/2017/05/31/auch-im-kommenden-wahlkampf-sollte/
https://fritzendl.wordpress.com/2018/05/31/bezirksvorsteherinnen-in-wien/
https://fritzendl.wordpress.com/2018/11/21/meine-heros-der-woche-fuenf-favoritner-fpoe-mandatare/
https://fritzendl.wordpress.com/2018/12/31/wichtiger-denn-je-voneinander-lernen/

Im Kampf um höhere Auflagenzahlen wird Eltern Angst gemacht!

Wenn die Tageszeitung „Kurier“ das Thema „Gewalt an Schulen“ sowohl in der Print- als auch in der Onlineausgabe dermaßen prominent und umfangreich präsentiert, soll wohl möglichst viel Aufmerksamkeit für die mitgelieferte „Botschaft“  erweckt werden.

kurier schule brutal 4.1.19

Wie lautet nun diese – noch dazu unseriös begründete – „Botschaft“?

Sie ist im „Kommentar“ von Christoph Schwarz zu lesen:

Keine Angst vor den Zahlen

Eltern haben ein Recht, zu erfahren, an welchen Schulen etwas im Argen liegt.

Wenn es um klare Zahlen geht, dann wird im Schulsystem gerne geschwiegen, gezögert und (manchmal) geschummelt. Wie einzelne Schulen etwa bei Bildungstests abschneiden und wo etwas im Argen liegt, traut man sich kaum zu sagen. Aus Sicht der Institutionen mag das verständlich scheinen; aus Sicht der Betroffenen – also der Kinder und ihrer Eltern – ist es das nicht.
Der Vorstoß des Wiener Bildungsdirektors, Zahlen zur Gewalt an Schulen zu erheben und zu den Ergebnissen zu stehen, ist daher löblich. Ein Blick auf die Daten zeigt, dass diese nicht zwangsläufig den Alarmismus befeuern. Sie können auch Vorurteile entkräften. Ein Beispiel gefällig? Im vermeintlichen Problembezirk Favoriten werden- prozentual – nicht erheblich mehr Delikte angezeigt als anderswo. Andere Ergebnisse wiederum sind erschreckend. Etwa, dass bereits bei den Zwölfjährigen die Gewaltbereitschaft stark ansteigt.
Der Schritt der Bildungsdirektion sollte somit der erste von mehreren sein: Neben mehr Geld und mehr Prävention darf es ruhig noch ein bisschen mehr Offenheit sein. Die amtsbekannten Problemschulen auch klar und öffentlich als solche zu benennen, mag unbequem sein.
Den Eltern wäre diese Wahrheit aber nicht nur zumutbar. Sie haben auch ein Recht darauf. (Hervorh.FE) (christoph.schwarz@kurier.at)

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Der „Kurier“ fordert also nichts anderes als eine „Schwarze Liste“ jener Schulen 

• wo sich Lehrer/Lehrerinnen den Kindern zuliebe sowieso schon weit über ihre Kräfte hinaus engagieren
• wo aus politisch motivierten „Spargründen“ einer neoliberalen Bundesregierung die dringend nötigen Unterstützungsmaßnahmen fehlen und
• wo Eltern kaum die Möglichkeit haben, auf private Schulen auszuweichen.

Der „Kurier“ macht nun auch seinen (meist Mittelschicht) Lesern/Leserinnen Angst, ihre Kinder nur ja nicht an „bunten“ Schulen (mit den erforderlichen Unterstützungsmaßnahmen) anzumelden (=Werbung für private Schulen), anstatt

• von der aktuellen Bundesregierung verstärkt bessere Rahmenbedingungen zu fordern und
• erfreuliche Projekte wie z.B. das „Bildungsgrätzl“ der Wiener Stadtregierung zu unterstützen (Link)

Er wendet daher dieselbe „erfolgreiche“ Angstmethode an wie die Regierung. Es geht zwar hier nicht direkt um Wähler-/Wählerinnen-Stimmen, sondern vorerst „nur“ um die Auflagenzahl.

Der „Kurier“ betreibt aber mit solchen „Kommentaren“ das „Geschäft“ der FPÖ: Unsere Gesellschaft spalten!

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Passende „Gedanken“- Beiträge zum Thema „Schule“: