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Das Wiener Pilotprojekt „Grätzlmarie WieNeu+ für „Innerfavoriten“ ist ein guter Anfang.

Da ich als Bewohner von „Innerfavoriten“ in den „Grätzlbeirat“ aufgenommen worden bin, kann ich sozusagen „aus erster Hand“ diese neuen Erfahrungen aus dem Pilotprojekt einige Zeit miterleben und mit den anderen (meist viel jüngeren) Mitgliedern des Grätzlbeirats aus den verschiedensten beruflichen Bereichen „auf gleicher Augenhöhe“ und sehr transparent mitgestalten.

(Und vielleicht kann auch Stadträtin Ulli Sima ihren SPÖ-Parteifreund Bürgermeister Michael Häupl für eine weihnachtliche „Nachdenk- und Dialogpause“  in Sachen „Jugend-Protestcamp“ gewinnen, auch wenn diese NICHT zur traditionellen Wähler*innengruppe der SPÖ zählen.)

Bei unserem parteiunabhängigen „Grätzlbeirat“ musste jedenfalls die erste Sitzung am 22.11. online stattfinden.
Ein erstes, vorerst nur medial verkündetes Ergebnis aus dieser Beratung gibt es bereits:

Aus der offiziellen Webseite der Stadt Wien: Das „Stadterneuerungsprogramm WieNeu+“ und zur ersten Sitzung des „Grätzlbeirat Innerfavoriten“ am 19.10.2021:

„Am 19. Oktober trafen sich die Mitglieder des neu gegründeten Grätzlbeirats zu ihrer ersten Sitzung. Aufgabe des Grätzlbeirats ist es, über Projekte zu entscheiden, die mit der Grätzlmarie gefördert werden sollen.

Auf der Agenda des ersten Treffens: Sich gegenzeitig kennenlernen und die Rahmenbedingungen für die künftige Zusammenarbeit festlegen. 
Dabei wurden auch wichtige Kriterien und Begriffe geklärt: Was heißt „klimafit“? Was bedeutet „zukunftsfit“? Was ist unter „Stimme für das Grätzl“ zu verstehen? Nach einem spannenden Austausch klang der Abend in gemütlicher Runde aus.

Aktuell setzt sich der Grätzlbeirat aus zehn Personen zusammen, die repräsentativ für die Bewohner*innen des Viertels, diverse Gruppen wie Jugendliche oder Senior*innen und Einrichtungen oder Institutionen wie Kunst- und Kulturschaffende und Bezirkspolitik im Grätzl sind und diese vertreten. Gerne nehmen wir noch weitere Mitglieder auf.“

Sie sind interessiert? Melden Sie sich unter wieneuplus@gbstern.at.

Die Grätzlmarie ist eine Förderung der Stadt Wien im Rahmen des Stadterneuerungsprogramms WieNeu+.


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Dazu passender früherer Text:

https://fritzendl.wordpress.com/2021/10/31/wp-153-teilnahme-am-gratzlbeirat-innerfavoriten/

 

Das „Weberhaus“ Zur Spinnerin 2

3.11.2021: Am Vormittag wurde die Tafel von meiner Frau Helga und mir montiert und am Abend der Leiterin des Bezirksmuseums Eva Fischer, dem „Objektmanager“ des ÖSW Stefan adler und unseren Mitbewohner*innen präsentiert.

Ansprache von Stefan Adler:

„Vielleicht ist das jetzt nicht, was sie sich erwarten, dass nämlich hier in Marmor und Goldbuchstaben stehen wird, was für großartige Wiener in diesem Haus gelebt haben.  Sondern hier steht eine Botschaft von ganz normalen Menschen, die in diesem Haus oft schon über Jahrzehnte wohnen und die es aber gemeinsam zu einem ganz besonderen Haus gemacht haben…..(Enthüllung  der Tafel durch Herrn Stefan Adler sowie Frau Sabrique Özyer und dem Schreiber im Namen der „Kontaktgruppe“ des Hauses )

Ich lade sie in Vertretung des Österreichischen Siedlungswerkes ein, lesen sie genau, was da steht und erzählen sie bitte auch diese Botschaft weiter: Dass nämlich auch in vielen anderen Häusern mit relativ einfachen Mitteln ein gutes Zusammenleben möglich ist.“

Text der Tafel:

Dieses Haus wurde 1890 erbaut. Hier wohnten oft kinderreiche Familien, die im Betrieb des Großfuhrmanns Karl Weber arbeiteten.

Nach einigen Besitzerwechsel wurde es 1995 zum Spekulationsobjekt. Durch Vermittlung des damaligen Wohnbaustadtrates übernahm das Österreichische Siedlungswerkdas Haus. Es wurde „sockelsaniert“ und konnte 1998 den Mietern/Mieterinnen übergeben werden.

Zur Spinnerin 2 wurde damit zu einem erfreulichen Modell im Sinne der „SANFTEN STADTERNEUERUNG“. Es zeigt die Chancen einer Zusammenarbeit zwischen Stadt, Bauträger und solidarischer Hausgemeinschaft.

= Eine neue Kooperation mit der neuen Gebietsbetreuung

Auf der Dorfwikiseite des Triesterviertels dokumentiere ich bei den „Aktiven Projekten“ meine Bemühungen, als Bewohner des Triesterviertels beim Projekt „Grätzlmarie Innerfavoriten“ in den „Grätzlbeirat“ aufgenommen zu werden. Am 5.10. erhielt ich die erfreuliche Einladung zur „Konstituierenden Sitzung“ des Grätzlbeirats.

Nach fast vierjähriger Pause liegt nun ca die Hälfte unseres „Triesterviertels“ (zwischen Matzleinsdorferplatz  und Inzersdorferstraße) im Rahmen der Projekts „Grätzlmarie-WieNeu+“ wieder im „Zielgebiet“ der GB*Ost und der MA25 („Stadterneuerung“). Und zwar für insgesamt drei Jahre.

„Grätzlbeirat“-Gebietsabgrenzung „Innerfavoriten“

Meine bisherigen Erfahrungen sowohl mit den Mitarbeiter*innen des „neuen GB*-Teams“ (seit 2018) als auch mit dem Vertreter der MA25 als Auftraggeber verliefen bisher sehr erfreulich. Soweit wie möglich werde ich daher beitragen, dass dieser „Grätzbeirat“ zum Modell für transparente Bürger*innenbeteiligung mit möglichst wenig parteipolitischer Einflussnahme“ werden kann…..und sich der „Abschiedsschmerz“ vom „alten GB*“-Team bald verringern wird.

Dazu passt: Nr.113: Die „alte“ Gebietsbetreuung Favoriten fehlt uns SEHR! | Gedanken eines besorgten Großvaters (wordpress.com)

Beiträge zum Thema „Bürger*innen-Beteiligung“:

Nr.19: Lokale Agenda 21: Diese Parteipolitik raus – Zivilgesellschaft rein! | Gedanken eines besorgten Großvaters (wordpress.com)

Nr.41: „Stammtisch Triesterviertel“ = “Einmischen in unsere eigenen Angelegenheiten“! | Gedanken eines besorgten Großvaters (wordpress.com)

Nr.76: „Unser Triesterviertel“ im internationalen Vergleich | Gedanken eines besorgten Großvaters (wordpress.com)

Nr.122: VOM NACHTEIL, DAZWISCHEN ZU SEIN | Gedanken eines besorgten Großvaters (wordpress.com)

Nr.148: Ein „Bürger*innen-Rat“ für das „Triesterviertel“,… | Gedanken eines besorgten Großvaters (wordpress.com)


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…..die „Plattform MACH MIT im Triesterviertel“

“Telefonringe“

Infotafeln „Orte erzählen“+ Audioguide

Menschen erzählen

Kontaktgruppe zur Hausverwaltung

„Schach im Park gegen Einsamkeit“

„Grätzlmarie-Innerfavoriten“

Topothek Triesterviertel

und andere

Projekte im „Triesterviertel“

Zur Information:

„Global denken, lokal handeln“ = Ziel der „Rio-Deklaration“ von 1992.

170 Staaten haben in Brasilien ein Aktionsprogramm unterzeichnet mit dem Ziel, im 21. Jahrhundert in einer zukunftsfähigen Welt zu leben. Sie ist auch unter der Bezeichnung „Agenda 21“ bekannt.

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….gegen die zunehmende Vereinsamung in der Stadt !

Auch in Wien kann es vorkommen, dass ein Kind/eine Frau geschlagen wird und niemand vom Haus reagiert oder Menschen stunden-, tage – oder sogar wochenlang in der Wohnung liegen, ohne Hilfe zu erhalten.

Eine relativ leicht organisierbare Möglichkeit, das zu verhindern, wären „Telefonringe“.

Die Idee lieferte Heinrich Hoffer (Büro PlanSinn) 2007/08 im Rahmen des „sALTo“ – Projektes der Stadt Wien im „Triesterviertel“: „Gut & selbstbestimmt älter werden im Stadtteil – Wie können Menschen möglichst lange selbstbestimmt, gesund und aktiv im heimatlichen Grätzl leben?“

Wie funktioniert ein „Telefonring“?

Zwischen fünf und zehn Personen bilden einen „telefonischen Ring“, das heißt: Jeden Tag innerhalb eines vereinbarten Zeitraums (z.B. zwischen 11 und 13 Uhr) ruft die Person A die Person B an. Es wird nur ein kurzes Informationsgespräch (1-2 Minuten) geführt: „Wie geht´s ? Alles in Ordnung?“ Vielleicht auch: „Was haben sie heute vor?“ B ruft nun C an usw. bis die letzte Person wieder A anruft.

Falls eine Person längere Zeit nicht abhebt, dann wird A verständigt. A ruft die folgende Person an und kümmert sich über die Ursachen des Kontaktproblems. Nähere Infos unter http://www.triesterviertel.at/  („noch nicht aktive Projektideen“)

Die grafische Darstellung des „Hoffer-Telefonringes“

Chronik meiner bisherigen Bemühungen um die Erprobung von „Telefonringen“ im „Triesterviertel“.

Frühere Beiträge zum Thema „Gemeinschaften“ im „Triesterviertel“:

15.5.2010 Nr.17: „Frauenpower“ am Wienerberg ? | Gedanken eines besorgten Großvaters (wordpress.com)

29.3.2012 Nr.39: 12 Themenvorschläge für die „Wiener Charta –Zukunft gemeinsam leben“ | Gedanken eines besorgten Großvaters (wordpress.com)

31.5.2012 Nr.41: „Stammtisch Triesterviertel“ = “Einmischen in unsere eigenen Angelegenheiten“! | Gedanken eines besorgten Großvaters (wordpress.com)

28.8.2013 Nr.55: Auch Rosa Jochmann hatte einen Traum | Gedanken eines besorgten Großvaters (wordpress.com)

30.6.2014 Nr.64: Gegen die „Einsamkeit in der Großstadt“! | Gedanken eines besorgten Großvaters (wordpress.com)

29.3.2015 Nr.73: Doris Knecht: „Was tun gegen Hilflosigkeit?“ | Gedanken eines besorgten Großvaters (wordpress.com)

30.5.2015 Nr.74: Gute Nachbarschaft fängt im Wohnhaus an | Gedanken eines besorgten Großvaters (wordpress.com)

30.6.2015 Nr.76: https://fritzendl.wordpress.com/2015/06/30/unser-triesterviertel-im-internationalen-vergleich/

30.9.2015 Nr.79: Integration beginnt im Wohnhaus und Grätzl | Gedanken eines besorgten Großvaters (wordpress.com)

30.6.2016 Nr.88: „Von der Nachbarschaft zur Gemeinschaft“ | Gedanken eines besorgten Großvaters (wordpress.com)

31.3.2020 Nr.79: Integration beginnt im Wohnhaus und Grätzl | Gedanken eines besorgten Großvaters (wordpress.com)

30.9.2020 Nr.140: Unser Haus Zur Spinnerin 2 wird die 12.“Orte erzählen“-Tafel bekommen. | Gedanken eines besorgten Großvaters (wordpress.com)

29.2.2021 Nr.145: Zur Spinnerin 2: Unsere „gute alte Hausgemeinschaft“ ist wieder spürbar! | Gedanken eines besorgten Großvaters (wordpress.com)

30.6.2021 Nr.149: „Mein Haus ist mein Schloss!“ | Gedanken eines besorgten Großvaters (wordpress.com)

„Nicht unserer Vorväter und – mütter (FE) wollen wir trachten, uns würdig zu zeigen – nein, unserer Enkel.“ (Bertha von Suttner)

Es wird keine Fortsetzung geben:

Mit diesen 150. “Gedanken eines besorgten Großvaters“ wollte ich beginnen, mir auch über die Geschichte unserer Familie Gedanken zu machen und möglichst viele „Spuren“ zu sammeln.

Leider verstärkte sich durch einige Bücher, die ich zuletzt speziell über die Jahre rund um 1938 gelesen habe, die Gewissheit, dass die auf diesem Foto glücklich versammelte Endl-Familie von den beginnenden Judenverfolgungen zumindest gewusst haben musste.

Ganz besonders traurig stimmt mich mein Vater, der noch bis 1945 überzeugter Hitleranhänger gewesen ist, wie aus seinen Briefen zu entnehmen ist. Daher werde ich mich mit dieser beschämenden Geschichte meiner Familie vor 1945 nicht mehr befassen, sondern umso mehr mit der Stärkung des friedlichen Miteinanders in unserer Nachbarschaft.

Die Eltern meines Vaters (Heinrich 1865-1945 und Anna 1872-1945) haben in Nachbarhäusern auf der Triesterstraße gewohnt (Nr.42 und 44) und 1896 knapp vor dessen Geburt geheiratet. Mein Vater war also ein geborener „Triesterviertler“. Ich bin erst 1968 nach unserer Heirat vom 15. Bezirk in eine „Zimmer-Küche-Kabinett“ Wohnung) nach Favoriten gezogen und wohne seit 1980 im „Triesterviertel“.

Am Foto die Famlie Endl aus dem Jahr 1938: Dritter von rechts mit Brille mein Vater, rechts daneben Schwester Anna, links stehend Bruder Leopold, dessen Frau Sissy, meine Mutter Mitzi, Großvater Heinrich, Bruder Pepi, ganz links Schwester Mitzi.

Ebenfalls vom Jahr 1938 berichtet Manfred Flügge im Buch „Stadt ohne Seele – WIEN 1938“: Für den „Aufbau“-Verlag „Ein Zeitroman und Schicksalspanorama: Der „Anschluss“ Österreichs durch die Nazis im März 1938 und ihr Einmarsch in Wien waren ein traumatischer Wendepunkt in der europäischen Geschichte“

Für die fünf Geschwister unserer Familie war aber das Jahr 1938 kein „Wendepunkt“ in ihrer guten Familiengemeinschaft und den unterschiedlichen gesellschaftspolitischen Positionen der drei Brüder: Deutschnational (mein Vater), (vermutlich) sozialdemokratisch (Onkel Pepi) und (vermutlich) katholisch&monarchistisch (Onkel Poldi). Gemeinsam war aber offenbar den drei Brüdern der zunehmende Antisemitismus in den 30-er und 40-er Jahren. Ich möchte mich jedenfalls in meinem Engagement künftig lieber unseren beiden Enkerlmädchen Miriam und Livia als „würdig“ erweisen als diesen „Endl-Vorfahren“.

Die Überschrift „Mein Papa, zwei Kriege und ich“ bezieht sich auf den Titel eines Buches, das ich schon gelesen habe: „Mein Opa, sein Widerstand gegen die Nazis und ich“ Die Autorin Nora Hespers (Jg 1978), eine deutsche Journalistin, beschreibt darin das Leben ihres Großvaters Theo Hespers, der 1943 wegen „Hochverrats“ hingerichtet worden war. In ihrem Blog „Die Anachronistin“ informiert Nora Hespers  seit 2014 über die Geschichte ihres Großvaters.

Im Unterschied zu Theo Hespers war mein Vater leider kein Widerstandskämpfer gegen das Hitler-Regime, sondern bis 1945 dessen überzeugter Anhänger.

Ich kann daher nicht stolz sein auf meinen bis 1945 „deutschnational“ gesinnten Vater und dessen Geschwister (Siehe oben) und setze „Mein Papa, zwei Kriege und ich“ nicht fort.

Dazu auch: „Ich über mich„, „Andere über mich und www.triesterviertel.at

Meine Frau Helga und ich hoffen natürlich, dass auch unsere beiden Enkerln einmal stolz auf uns sein werden, auch wenn wir das Glück haben, seit mehr als sieben Jahrzehnten in einer Demokratie zu leben und keine „Widerstandskämpfer“ sein müssen.

Dazu passende „Gedanken“:

DorfWiki: Triesterviertel/GedankenInhaltsVerzeichnis beim Thema „KInder-Eltern-Großeltern“

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Unser Haus ist etwas Besonderes.

In diesem 1890 erbauten Zinshaus „Zur Spinnerin 2“ bemüht sich derzeit die Mehrheit der Mieter und Mieterinnen, das Gemeinschafts- und Sicherheitsgefühl aller Bewohner und Bewohnerinnen zu stärken.

Zur Spinnerin 2 (rechts Buchengasse in Richtung Triesterstraße) in den 1925-er Jahren (Foto privat)

Näheres über die gemeinsame Rettung unseres Hauses und dessen Sockelsanierung.

Im März 2021 hat sich nun – auch als Folge dieser erfolgreichen gemeinsamen Erfahrung – die „Kontaktgruppe Zur Spinnerin 2“ gebildet. Sie vertritt derzeit zehn der insgesamt siebzehn Mietwohnungen.

Ihr Ziel ist eine möglichst breite Meinungsbildung im Haus zu Themen, die alle betreffen.

Kontakte durch Telefon, e-Mails, Gespräche am Gang, im Hausflur (mit FFP2- Maske) oder im Hof sind auch in „Coronazeiten“ möglich.

Zwei Hauptaufgaben dieser „Kontaktgruppe“:

1. Zu aktuellen Hausthemen die Meinung von möglichst vielen Mietern und Mieterinnen sammeln und im Hausflur bekanntmachen.

2. Die Hausverwaltung (=Hauseigentümer) laufend informieren (ÖSW – Österreichisches Siedlungswerk).

Wir informierten die Hausverwaltung von der Bildung dieser „Kontaktgruppe“ und erhielten im Mai folgende erfreuliche Antwort vom zuständigen „Objektmanager“ Stefan Adler:

An die Bewohner des Hauses 1100 Wien, Zur Spinnerin 2

Wien, 10.05.2021
Betreff: Hausgemeinschaft/Kontaktgruppe


Sehr geehrte Damen und Herren!


Von Mietern der Wohnhausanlage wurde eine Kontaktgruppe gegründet, um
die Verbesserung der Hausgemeinschaft zu erreichen.
Wir begrüßen dieses Engagement sehr, das im Interesse aller Bewohner des
Wohnhauses ist.
Es freut uns auch sehr, dass die Kontaktgruppe ausdrücklich die Bereitschaft
erklärt hat, mit allen Bewohnern des Hauses das gute Einvernehmen zu
pflegen und für alle Bewohner offen zu stehen.
Wir weisen aber darauf hin, dass jeder Bewohner seine Anliegen
selbstverständlich auch weiterhin selbst direkt der Hausverwaltung
übermitteln kann und die Kontaktgruppe ein zusätzliches Angebot darstellt
und völlig unverbindlich ist.

Mit freundlichen Grüßen
Österreichisches Siedlungswerk
Gemeinnützige Wohnungsaktiengesellschaft

Passende frühere „Gedanken“:

Nr.35: Großeltern, wir haben eine Verpflichtung…. | Gedanken eines besorgten Großvaters (wordpress.com)

Nr.67: Wo können wir noch mit Nachbarn tratschen? | Gedanken eines besorgten Großvaters (wordpress.com)

Nr.70: „Die Osmanen“ sind jetzt unsere Nachbarn… | Gedanken eines besorgten Großvaters (wordpress.com)

Nr.74: Gute Nachbarschaft fängt im Wohnhaus an | Gedanken eines besorgten Großvaters (wordpress.com)

Nr.79: Integration beginnt im Wohnhaus und Grätzl | Gedanken eines besorgten Großvaters (wordpress.com)

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…weil Favoriten viel mehr ist als nur das „Sonnwendviertel“!

Was ist ein „Bürger*innen-Rat?

(Aus dem Vorarlberger „Handbuch Bürgerbeteiligung für Land und Gemeinden“)

Etwa 15 zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger entwickeln in ca. 2 Tagen Lösungs- und Verbesserungsvorschläge zu Themen, die sie interessieren. Sie fassen die Ergebnisse in einem gemeinsam getragenen „Statement“ zusammen. Dieses „Statement“ wird im Anschluss öffentlich diskutiert. Alle Teilnehmenden sprechen für sich selbst und nicht als Vertreterinnen und Vertreter anderer.

Für wen?

Für bis zu 15 Personen; nach Zufallsprinzip ausgewählte Bürgerinnen und Bürger, möglichst vielfältig in Alter, Geschlecht, Bildung und Stärken

Die Themen

bestimmt die Gruppe selbst. Es wird über das gesprochen, was die Teilnehmenden am meisten bewegt. Um in einer kleinen Gruppe Ideen zu sammeln und Visionen zu entwickeln, Schwerpunkte oder Entwicklungsrichtungen zu definieren, um Projekte zu diskutieren und zu verbessern.

Grenzen

Bringt Ideen, aber keine fertig ausgearbeiteten Maßnahmen.

Erreichbares Ergebnis

 Ideen, Visionen, Vorschläge aus der gemeinsamen Sicht einer kleinen Gruppe, die Ergebnisse können danach detaillierter ausgearbeitet werden.

 Tipp

Die Ergebnisse sollen anderen Bürgerinnen und Bürgern sowie politischen Entscheidungsträgerinnen und -trägern persönlich präsentiert werden. (Dazu siehe auch unten „Gablitzmodell“)

Dauer

1-2 Tage, 1 Wochenende bis längerfristig


Für uns Bewohner*innen wäre ein „Bürger*innen-Rat“ eine Chance, durch persönliche Kontakte und gemeinsame Aktivitäten Vertrauen aufzubauen und auch „unser Triesterviertel“ als wohnens- und lebenswert zu erleben.

Wie und wo könnte ein „Bürger*innen-Rat“ im „Triesterviertel“ erprobt werden?

Für Planung und Durchführung wird unser privater Grätzlverein „triesterviertel.at“ als parteiunabhängiger Rechtsträger beim Bezirk-Favoriten oder bei der Wiener Stadtregierung demnächst um Unterstützung ansuchen.

Passend wäre, wenn die Ergebnisse des „Bürger*innen-Rats“ am Beginn von Bezirksvertretungs-Sitzungen kurz präsentiert werden könnten. (Siehe Chronik „Gablitzmodell“ und dessen Ziele)

Bei unserem wichtigsten Grätzlprojekt „Unser Triesterviertel – Orte erzählen“ hat sich auch die fachliche Beratung durch die damalige Gebietsbetreuung ( bis 2017) und dem Bezirksmuseum (bis heute) sehr gut bewährt.

Als Mitglied von „Basis.Kultur.Wien“ hat unser Verein ebenfalls schon gute Erfahrungen durch organisatorische und finanzielle Unterstützung machen können. (z.B. 2014 und 2017)

Ein zentrales Ziel könnte sein, auch im „Triesterviertel“ einen Raum z.B. für gemeinsames Singen, Musizieren und Tanzen sowie die Möglichkeit zur Präsentation zu bieten.

Als „grätzlhistorischen“ Ort von Veranstaltungen würden wir mit Zustimmung der Hauseigentümer und des aktuellen Mieters (eine „Freikirche“) das ehemalige „Quellenkino“ (Quellenstr.156) benützen können.

Dazu passend frühere „Gedanken“:

Nr.88: „Von der Nachbarschaft zur Gemeinschaft“

Nr.136: Es gibt auch noch „Unser buntes*) Triesterviertel“!

Nr.141: Mit Kindern freuen im „Triesterviertel“

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Diese Untersuchung zeigt meiner Meinung nach, wie wichtig besonders in sozial benachteiligten Stadtteilen die Förderung von sozialer Durchmischung der Bewohner*innen ist. Das geschieht auch im „Triesterviertel“ leider immer weniger, besonders wenn Grätzlinitiativen parteipolitisch unabhängig sind wie z.B. das Tafel-Projekt „Orte erzählen“. Da wurde seit 2007 unser privater Verein „triesterviertel.at“ als Rechtsträger vom Bezirksmuseum und der Gebietsbetreuung fachlich beraten.

Diesem erfolgreichen Grätzl-Projekt wurde leider 2017 die Unterstützung der „alten“ Gebietsbetreuung entzogen, sie wurde „aufgelöst“. Seit 2018 widmet sich das neue GB10-Team (SPÖ-) parteipolitisch besser „vermarktbaren“ Stadtteilen nahe dem Hauptbahnhof wie dem „Sonnwendviertel“, den „Ankerbrotgründen“ und aktuell dem „Kempelenpark“. Das „Triesterviertel“ wird zunehmend zum „Problemviertel“.

Dieser Sozialmonitor der AK-Wien bestätigt unserer Meinung nach die Fehlentscheidung 2017/18 eindrucksvoll. Der Bericht der beiden Mitarbeiter DI Thomas Meindl und Ing.Siegfried Schuller (er ist seither arbeitslos) des früheren GB10-Teams in den „Perspektiven1/2001“ dokumentierte unsere gute Zusammenarbeit seit den 80-er-Jahren im Interesse der Entwicklung von „UNSEREM TRIESTERVIERTEL“.

AUS DIESER UNTERSUCHUNG:

„Wesentliches Ziel dieses Sozialmonitorings ist es, die ungleichen Lebenslagen der Bevölkerung Wiens auf möglichst kleinräumiger Ebene (250m-Rasterzellen) anhand eines einzelnen Maßes – einem Index für sozialen Status – zu erfassen. Unter den möglichen Eigenschaften sozialer Lebenslagen, die zugleich Hinweis auf den sozialen Status einer bestimmten Bevölkerung geben, wurden folgende vier Merkmale ausgewählt: das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen, der Anteil an Personen mit Hochschulabschluss, der Anteil arbeitslos gemeldeter Personen, sowie der Anteil an Personen, deren formale Bildung nicht über den Pflichtschulabschluss hinausgeht. (S.25)

Thomas Ritt, Leiter Abteilung Kommunalpolitik und Wohnen der AK Wien:

„Viertel, in denen viele Kinder wohnen, die von Armut betroffen sind, wo es höhere Arbeitslosenzahlen und geringeres Einkommen gibt, müssen bevorzugt behandelt werden. Hier muss mehr Budget zielgerichtet hinfließen, es braucht Bildungs- und Kultureinrichtungen vor Ort, die Mitgestaltung des eigenen Viertels muss gefördert und lokale Ökonomie gestärkt und aufgebaut werden. So gelingen lebenswerte Städte für viele.“

Camilo Molina, AK Wien:

Wenn die gesellschaftliche Mitte unter Druck gerät, nimmt das Potential für soziale Konflikte zu.

Wie ist Ihre Einschätzung, ist Wien gut durchmischt oder gibt es Polarisierung?

Beides. Wien hat einerseits eine recht breite Zone der sozialen Durchmischung. Andererseits nehmen Ungleichheiten unübersehbar zu: Hier Wohlstandszonen, die sich mit einer zunehmenden Exklusivität teurer Wohngebiete ausweiten, dort statusniedrige Gebiete, in denen der Lebensstandard abnimmt, die Kaufkraft sinkt und Arbeitslosigkeit hoch ist.

Was sind die Gefahren, wenn die Segregation (d.h. „Ausgrenzung“, FE) einer Stadt groß ist?

Soziale Durchmischung ist hauptsächlich um die gesellschaftliche Mitte abgesiedelt. Wenn hohe und niedrige Statusgruppen, also die Armen und Reichen, sich auseinanderbewegen, steigt die Gefahr sozialer Polarisierung. Konkret bedeutet dies, dass sich Bevölkerungsgruppen zunehmend voneinander abgrenzen, sich auch sozialräumlich abschotten. In der Folge gerät die gesellschaftliche Mitte unter Druck, während insgesamt das Potential für soziale Konflikte steigt

Was muss getan werden, damit eine Stadt eine gute soziale Durchmischung hat?

Das Zauberwort lautet integrierte Stadt- und Quartiersentwicklung. Die wichtigsten Instrumente sind leistbares Wohnen, Stärkung der Infrastrukturen für Soziales, Bildung, Gesundheit, Mobilität sowie Förderung ökonomischer und kultureller Aktivitäten.

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Dazu passen auch:

Nr.76: „Unser Triesterviertel“ im internationalen Vergleich |

Nr.144: „Menschen erzählen“ und „Orte erzählen“

Nr.145: Zur Spinnerin 2: Unsere „gute alte Hausgemeinschaft“ ist wieder spürbar! |

DorfWiki: Triesterviertel/GedankenInhaltsVerzeichnis unter den Themen „Aktivitäten-Projekte“, „Bezirkspolitik“, „BürgerInnen-Beteiligung“ ,“Geschichte-Kultur“, „Gesundheit“, „Kinder-Eltern-Großeltern“ und „Öffentlicher Raum“.

Am 29.3. wäre unser jüngerer Sohn 50 Jahre geworden.

Dazu frühere „Gedanken“:

Nr.134: Unser Gerhard (1971-85) und unser „Karfreitag“ ! | Gedanken eines besorgten Großvaters (wordpress.com)

Nr.82: „Meine Liebe findet dich“..…“auch auf einem Stern“. | Gedanken eines besorgten Großvaters (wordpress.com)

Nr.77: Selbsthilfegruppe „Trauernde Eltern Wien“ gegründet | Gedanken eines besorgten Großvaters (wordpress.com)

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