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Am 28.5.2010 schrieb ich im „Grätzltratsch“ unserer Webseite www.triesterviertel.at über eine BewohnerInnen-Initiative gegen einen geplanten Kindergarten in unserem „Triesterviertel“.
Am 19.8. ergänzte ich dieses Thema mit einem Bericht aus Deutschland und einem Urteil des Obersten Gerichtshofes zum Thema „Kinderlärm auf Spielplätzen“, das ich im Jahresbericht 2008 der „Kinder- und Jugendanwaltschaft Wien“ entdeckt hatte.
In zwei Wochen ist wieder „Welttag des Kindes“. Die „Wiener Kinderfreunde“ werden diesen Tag wieder am Laaerberg gemeinsam mit Kindern und ihren Familien „spielend“ gestalten.

Niemand wird sich wegen des damit verbundenen Kinderlachens oder auch – schreiens aufregen. Wenn diese „Kinderfreunde“ jedoch einen Kindergarten in ein dicht verbautes Wohngebiet, in einer bis dahin „von Kindern verschonten“ Wohnanlage einrichten, hagelt es Proteste und Unterschriftenlisten durch die aus ihrer bisherigen Ruhe gerissenen BewohnerInnen.

Ich habe mit zwei der drei InitiatorInnen gesprochen. Es sind keine „Kinderfeinde“. Sie haben aber gewichtige Argumente, weshalb sie nun gegen die aus ihrer Sicht autoritäre Vorgangsweise der Hausverwaltung protestieren. Darüber hätte schon viel früher ein Meinungsaustausch zwischen Verwaltung und BewohnerInnen stattfinden müssen! Sie ärgern sich vor allem darüber, „vor vollendete Tatsachen“ gestellt worden zu sein. Nun ist es schwieriger geworden, zu Kompromissen zu gelangen.

Auch aus meiner Sicht wurde (wieder einmal) verabsäumt, ein heikles Thema „auf gleicher Augenhöhe“ zu kommunizieren: „Kindergärten im dicht verbauten Wohngebiet“ müssen schon im Vorfeld der Planung mit den betroffenen BewohnerInnen besprochen werden. Nur so könnte die Bereitschaft von betroffenen AnrainerInnen gestärkt werden, notwendige Maßnahmen zu akzeptieren. Wir brauchen besonders in dichter verbauten Wohngebieten wie dem „Triesterviertel“ mehr Kindergärten!

Kinder dürfen nicht nur als „Lärmquellen“ empfunden werden, sondern auch als Chance in Richtung einer offenen, generationsübergreifenden Gemeinschaft.

Wann sind LA21-Projekte möglich? Erst wenn in einem Wiener Bezirk die Mehrheit der Bezirksvertretung dafür stimmt, sind die Voraussetzungen für eine Umsetzung von „Lokale Agenda 21-Wien“- Projekten gegeben. Dafür gibt es auch eine relativ nachvollziehbare Begründung: Weil die Hälfte der anfallenden Kosten jeder Bezirk selber tragen muss, wäre es nicht sinnvoll, wenn die verantwortlichen BezirkspolitikerInnen solche Formen der BürgerInnen-Beteiligung nicht unterstützen würden.

Was geschieht in Favoriten? Die Mehrheit (= SPÖ) will keine LA21 und daher gibt es sie nicht. Eine Begründung ist z.B. „Der Bezirk ist zu groß“ Aber warum geht das im 22.Bezirk (Donaustadt), der nicht viel kleiner ist als Favoriten, wo es auch eine SPÖ Mehrheit gibt und alle anderen Fraktionen ebenfalls in der „Steuerungsgruppe“ vertreten sind? Warum gibt es im SPÖ-regierten Nachbarbezirk Liesing (23.Bezirk) die LA21 mit vielen interessanten Projekten?

Gestützt auf viele Jahre konkreter Erfahrungen ist daher meine Überzeugung, dass DIESE SPÖ-Favoriten eine BürgerInnen-Beteiligung im Sinne der LA21-Ziele NICHT WILL.
Speziell im 10.Bezirk ist offenbar die Angst vor allen Aktivitäten, die nicht von Vertrauenspersonen der „Steuerungsgruppe“ rund um Parteiobmann Anton Gaal kontrolliert werden, noch immer sehr groß. Deren Leitsatz ist (Ausspruch einer ehemaligen einflussreichen SPÖ-Bezirksrätin): „Wer nicht für uns ist, ist gegen uns!“

Was kann geschehen, wenn sich die Mehrheitsverhältnisse durch die kommende Wahl zum Wiener Gemeinderat und zur Favoritner Bezirksvertretung am 10.10. NICHT entscheidend verändern sollten?

Es gibt zumindest zwei weitere Möglichkeiten, das Thema „BürgerInnen-Beteiligung“ auch im 10.Bezirk NICHT manchen PolitikerInnen zu überlassen:

1. Kontakte zu möglichst vielen Beteiligungs-Aktivitäten im Bezirk sowohl persönlich als auch über andere Medien (Webforen, Twitter, Facebook,, Printmedien…) suchen und ausbauen.
2. Ein ähnliches Beteiligungsmodell wie in der Gemeinde Gablitz auch in Wien bzw. den Bezirken ebenfalls öffentlich diskutieren und Verbündete in allen Fraktionen suchen.

Seit Jänner 2010 ( – Ende 2011) gibt es bei uns im „Triesterviertel“ (Knöllg.2/Ecke Quellenstraße) ein arbeitsmarktpolitisches Angebot für Jugendliche, das meiner Ansicht nach in die richtige Richtung geht und daher sehr unterstützenswert ist. (Foto vom Lokal: „Grätzltratsch“ am 13.2.2010)

Zielgruppe und Ziele:
Gedacht ist „space!lab3“ „für ausgrenzungsgefährdete Jugendliche (der Altersschwerpunkt liegt bei 15-17 Jährigen), die einen erhöhten Bedarf an begleiteter Unterstützung zur aktiven Lebensgestaltung und beruflicher Perspektivenentwicklung haben.“

Besonderer Wert wird darauf gelegt, die Jugendlichen möglichst „niederschwellig“ anzusprechen. Dazu sind verschiedene „Stufen“ vorgesehen.
Es ist keine Voranmeldung nötig: Der „offene Raum“(Betreut vom Verein Wiener Jugendzentren) dient als erste Anlaufstelle, welcher innerhalb der Öffnungszeiten (Mo bis Do 10.00 bis 16.00 Uhr) unverbindlich besucht werden kann. Parallel dazu findet aufsuchende Jugendarbeit statt.

Die weiterführenden „Module“ wie „Perspektivenentwicklung“ , „Erprobung“, „Training“, „Beschäftigung“ und „Perspektivenentwicklung“ sollen motivierend wirken, die Inhalte greifbarer machen und eine realistische Auseinandersetzung mit den Angeboten gewährleisten.
Träger und Finanzierung:
Erfahrene Trägerorganisationen wie „Volkshilfe Beschäftigung“, der „Verein Wiener Jugendzentren“ und der „Verein zur Schaffung offener Kultur- und Werkstättenhäuser“ (WUK) sorgen für eine professionelle Basis, sodass eine Chance besteht, die angestrebten hohen Ziele zumindest annähernd zu erreichen:

Finanziert wird das Projekt von „Territoriale Beschäftigungspakte“ (TEP) in Österreich, „Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds“ (waff) und „Europäischer Sozialfonds“ (esf). Das „Arbeitsmarktservice“ (AMS) Wien fördert das Projekt durch die Bereitstellung von Beihilfen zur Deckung des Lebensunterhalts sowie durch die Gewährung von Eingliederungsbeihilfen. Bank Austria ist Partner von space!lab. Zur Unterscheidung zu bisherigen Konzepten erfolgt der Zusatz „3“ hinter dem Projektnamen“

Zur Möglichkeit von Kontakten zwischen „space!lab“-Jugendlichen und BewohnerInnen des „Triesterviertels“

Für die Plattform „MACH MIT! im Triesterviertel“ ist es sehr erfreulich, dass sich die Verantwortlichen für dieses zukunftsweisende Projekt zum Standort in unserem Grätzl entschieden haben. Auch wenn Jugendliche aus einem weit größeren Einzugsbereich hierher kommen, so haben wir doch den Vorteil der räumlichen Nähe und damit des persönlichen Kontaktes als „Nachbarn/Nachbarinnen“. Daraus könnten sich in der verbleibenden Zeit bis Ende 2011 auch ganz konkrete gemeinsame Aktivitäten entwickeln.

Einen Beginn gibt es schon durch die Zusammenarbeit mit der Gruppe „Büro und Medien“ beim Projekt „Orte erzählen“.

Wenn durch gemeinsame Aktivitäten ein Vertrauensaufbau mit der umgebenden Bevölkerung möglich sein sollte, könnte ich mir auch vorstellen, dass manche Vorurteile bezüglich Jugendlichen abgebaut werden und sogar Unterstützungsmöglichkeiten überlegt werden.

Diese sympathischen Jugendlichen könnten „frischen Wind“ in unser Triesterviertel bringen!

Am Wochenende vom 5. und 6. Juni wird auch bei uns im „Triesterviertel“ eine Mrs.Sporty-Filiale eröffnet werden.
Bis vor kurzem wusste ich von dieser Initiative noch überhaupt nichts. Inzwischen wird in Deutschland, der Schweiz und in Österreich gesundheitsbewussten Frauen in unmittelbarer Wohnumgebung „zwischendurch“ eine halbe Stunde Zirkeltraining mit fachlicher Betreuung angeboten. Mit der ehemaligen Tennisspielerin Steffi Graf als Werbeträgerin wird offenbar recht erfolgreich einem Bedürfnis vieler Frauen entsprochen, neben Muskelstärkung, Konditionsaufbau und Ernährungstipps auch Sozialkontakte in der Nachbarschaft zu knüpfen.

Diese Mrs.Sporty-Filiale Ecke Knöllgasse/Hardtmuthgasse („Grätzl-Tratsch“ vom 14.5.) kann auch eine große Chance für unser Triesterviertel sein. Endlich könnte sich hier eine Frauengruppe bilden, die auch die Kraft für gemeinsame Aktivitäten im Grätzl entwickelt.
„Mrs.Sporty“ Frau Topic ist verständlicher Weise sehr interessiert daran, dass sich die Kundinnen in ihrem Institut trotz der manchmal körperlich anstrengenden 30 Minuten so wohl wie möglich fühlen. Daher möchte sie die Kontakte der Frauen untereinander unterstützen und den Raum auch zur Verfügung stellen, wenn der Wunsch nach zusätzlichen Treffen (z.B. Informationsabende) bestehen sollte.

Das Plattform-Projekt „Oma-Opa-Dienst“ könnte, sofern es endlich „in Schwung kommt“, jungen Müttern ermöglichen, „zwischendurch“ bei „Mrs.Sporty“ auch etwas für sich zu tun, während ein „Leihopa“ oder eine „Leihoma“ auf das Kind/die Kinder schaut.
Das Angebot der Plattform „MACH MIT! im Triesterviertel“ besteht aber allem darin, Initiativen von Mrs.Sporty-Kundinnen zu unterstützen, die auch für andere Frauen der Umgebung von Bedeutung sind.
Ein naheliegendes Thema für diese „Frauenpower am Wienerberg“ könnte z.B. sein, eine Bestandsaufnahme der vorhandenen Einrichtungen zur Kinderbetreuung im „Triesterviertel“ und Umgebung vorzunehmen in Hinblick auf Quantität und Qualität.

Nur ich bin Experte für mich, andere Menschen können mir in meine Angelegenheiten höchstens „dreinreden“, mehr nicht. Aber ich bin sehr dankbar, wenn ich je nach meinen Bedürfnissen am Wissen und an der Erfahrung anderer Menschen teilhaben kann. Ich nehme mir davon was ich brauche.

Vor 25 Jahren ist unser vierzehnjähriger Sohn Gerhard verunglückt. Ich habe in Wien die Selbsthilfegruppe „Trauernde Eltern“ gegründet. Nach einigen Jahren zog ich mich von der Gruppe zurück, damals in der Überzeugung, dass sie ihre anfängliche Bedeutung für mich verloren hätte. Sie besteht noch immer und ich werde sie nach vielen Jahren Abwesenheit künftig wieder öfters besuchen. Denn ich habe inzwischen erkannt, dass Trauerarbeit zeitlos ist. Sie nimmt nur verschiedene Formen an. Die Gruppe tut mir wieder gut. Dort fühle ich wortloses Verständnis, wo andere Menschen „gute Ratschläge“ geben.
Beim Thema „Selbsthilfegruppen“ fühle ich mich als „Experte“ und bin es sicher auch, zumindest was den Bereich „Trauernde Eltern“ betrifft.
Die Kontakte zu Eltern, die ihr Kind verloren haben, waren 1985/86 ziemlich mühsam. Heute gibt es Servicestellen und Internetforen. Aber dennoch gibt es (auch in Wien) viel zu wenige Selbsthilfegruppen für betroffene Eltern.
Links: http://www.selbsthilfe.at/
http://sozialinfo.wien.gv.at/content/de/10/Institutions.do?senseid=1349

Merkmale einer Selbsthilfegruppe (nach M.L.Moeller):

Sechs bis zwölf TeilnehmerInnen
Paare und Einzelpersonen
Neutraler Raum für Gruppengespräche
Regelmäßige Treffen
Dauer zwei bis drei Stunden
Keine Kosten außer eventuell Beitrag zur Raummiete
Freiwilligkeit
Gleichrangigkeit aller TeilnehmerInnen
Alle organisatorische Probleme löst die Gruppe gemeinsam
Häufig ähnliche Probleme der TeilnehmerInnen
Nur direkt Betroffene nehmen teil
Wenn vorhanden, Kontakt zu anderen SHG´s dieser Art
In der Gruppe Besprochenes bleibt in der Gruppe (Schweigepflicht)

Nach langwierigen Verhandlungen wird bei uns im Grätzl demnächst – in den Räumen eines schon lange leer stehenden ehemaligen Supermarktes – ein dringend benötigter Kindergarten errichtet. Soweit so gut, weil im Interesse der Kinder und ihrer Familien.
In der vorangegangenen Informationsveranstaltung der HausbewohnerInnen – so berichtete mir eine Bezirkspolitikerin – protestierte ein älterer Mann besonders heftig gegen diese „Zumutung“. Er selber wohne gar nicht mehr in diesem Haus, aber um die Ruhe seines Sohnes machte er sich lautstark Sorgen, denn „Kinder bedeuten Lärm!“

Die kinderfreundliche Bezirkspolitikerin fragte sich und mich: „Hat dieser Mann vergessen, dass auch er einmal jung gewesen ist?“ und hätte ihm gerne diese Frage auch öffentlich gestellt. Das wäre aber politisch unklug, antwortet sie sich gleich selber, denn im Herbst sind Gemeinderatswahlen in Wien und als Politikerin dürfe sie potentielle Wählerstimmen nicht gefährden.

Ich bin da ganz anderer Meinung! Denn: Würden PolitikerInnen öfters klare Aussagen machen, in diesem Fall für Kinder- und Menschenrechte, dann würden sie mehr Stimmen gewinnen als verlieren.

Menschen wie der genannte Mann laden ihre Probleme meist in der Öffentlichkeit ab und (er)finden dazu immer irgendwelche „Feinde“, meist solche, die sich nur schwer wehren können. Und leider führt deren aggressives Auftreten häufig dazu, dass die zuhörende Mehrheit schweigt, obwohl viele anderer Meinung sind.
Diese ehrenvolle Aufgabe, nämlich für Kinder- und Menschenrechte öffentlich einzutreten, müssten dann PolitikerInnen übernehmen. Das würde ihnen nicht nur psychohygienisch gut tun, sondern auch Sympathie und Stimmen bringen. Der Kinder- und Menschenhass dieses Mannes würde somit eine kinder- und menschenfreundliche Auswirkung haben.

Ganz in der Nähe von unserem Wohnhaus gibt es eine Hofer-Filiale. Zwischen Gehsteig und Parkplatz sind winterharte niedrige Pflanzen gesetzt worden.
Am Weg nach Hause sahen meine Frau und ich heute zwei Buben (ca 6 Jahre), wie sie versuchten, solche Pflanzen auszureissen. Der Protest meiner Frau – sie ging mit unserem Enkerl Livia einige Schritte vor mir – hinderte die beiden Buben nicht am Weitermachen. Erst als auch ich heftig zu schimpfen begann, hörten sie auf. Aber da forderten mich zwei Frauen, die in einiger Entfernung standen, lautstark auf, mich nicht einzumischen, das ginge mich nichts an und ich solle weiterzugehen. Das waren offenbar die Mütter dieser beiden Buben.

Mein spontanes Argument „Das sind unsere Pflanzen!“ war nach üblichen Kriterien nicht richtig und hatte die naheliegende (höhnische) Frage zur Folge: „Ja haben sie die Pflanzen selbst eingesetzt?“

Es hat jedoch damit zu tun, dass wir uns auch als BewohnerInnen unseres Wohnhauses oder als BenützerInnen des öffentlichen Raumes für dessen Gestaltung interessieren und auch mitverantwortlich fühlen sollten.
In diesem Fall ging es um den Versuch von Kindern völlig sinnlos grüne Pflanzen auszureissen. Ich betrachte sie als „unsere Pflanzen“, weil jede Pflanze in unsererm Grätzl etwas Erfreuliches ist. Und dass Mütter dabei zusehen, ist ganz besonders unerfreulich.

Ein ca dreijähriges Mädchen schob neben der Mutter ihren Puppen-Buggy, als ich ihnen eines Morgens auf dem Fahrrad begegnete. Die junge Frau schob ihrerseits einen Kinderwagen und hatte es offenbar schon sehr eilig. Vielleicht war ihr Zeitplan in Gefahr, weil das Mädchen langsamer als sie gehofft hatte mit ihrem Buggy vorwärts kam. Die Mutter redete auf das Kind ein und rief schließlich mit deutlicher Verzweifelung in der Stimme: „Ja, so geh doch!“

Ich erinnere mich noch sehr gut an den Blick des kleinen Mädchens zu ihrer Mutter. Darin lag für mich viel von dem, was ich auch bei unseren beiden Enkerln (Miriam fünf Jahre und Livia zweieinhalb) beobachten kann: Ihr Erstaunen über den Zeitdruck der Eltern und zugleich die Angst um deren Zuneigung, falls sie das höhere Tempo nicht schaffen wollen oder können.

Aus Erlebnissen wie dem anfangs geschilderten und den eigenen Erfahrungen bin ich davon überzeugt, dass Großeltern mehr denn je eine ganz wichtige Aufgabe bei der „Begleitung“ von Kindern haben. Sie können sich – da nicht mehr eingespannt in die „Zeitmaschine“ von berufstätigen Erwachsenen – ganz auf die „entschleunigte Zeit“ von Kindern einlassen! (Und wenn keine „eigenen“ Großeltern zur Hand sind, dann sollten – zusätzlich zu professionellen Einrichtungen – entsprechende Leih-Oma/Opa-Initiativen in der Umgebung für einen geeigneten Ersatz sorgen, zum Vorteil aller Beteiligten!)

In dem Zeitraum, in dem meine Frau oder ich mit unseren Enkerln beisammen sind, hat die Uhr ihre sonst übliche Bedeutung weitgehend verloren. Wir tauchen sozusagen ein in deren eigene Paradieswelt der Phantasie und Abenteuer, in der es unter anderem auch keinen üblichen Zeitbegriff gibt.

Und as ehemalige LehrerIn fürchten wir uns schon davor, wenn Miriam und Livia – derzeit noch etwas geschont im Kindergarten – spätestens in der Volksschule völlig in die zutiefst kinderfeindliche „Zeitmaschine“ Schule geraten, um auf „das Leben“ vorbereitet zu werden. Welches Leben?

Diese Erzählung von den drei mächtigen Königen, die ganz demütig zu einem Baby gekommen sind, um es als Gotteskind anzubeten, würde mir VIEL besser gefallen, wenn das Baby ein Mädchen gewesen wäre, eine Gottestochter!

Für mich stellen solche „Geschichten“ eine grobe Benachteiligung aller Frauen dar und empören meinen Sinn für Gerechtigkeit. Obwohl oder gerade WEIL ich ein Mann bin, der sich eine partnerschaftliche Gesellschaft wünscht.

Ich hoffe daher, dass durch ein Wiederentdecken der weiblichen Kräfte die viele Jahrhunderte alten zerstörerischen Männerstrukturen möglichst rasch zurückgedrängt werden können. Frauen sind meine größte und einzige Hoffnung, eine globale Selbstzerstörung doch noch zu verhindern.

Zu Beginn des neuen Jahres „entdeckte“ ich zu meiner Freude eine Frauenforscherin, der ich zutraue, gemeinsam mit anderen Frauen manche „Männernetzwerke“ gründlich durchzuschütteln:

Claudia von Werlhof war von 1988 bis 2009 ordentliche Universitätsprofessorin am Institut für Politikwissenschaft der Fakultät für Politikwissenschaft und Soziologie der Universität Innsbruck und leitete dort den ersten „Frauenforschungslehrstuhl“ in Österreich.

Sie beschreibt ihre Bestrebungen im Beitrag „Einige Worte zu meiner Arbeit“ Und ihre Schlussbemerkung: „Vorhang auf!“ lässt mich noch auf manche Aktivitäten hoffen.

Mein Beitrag im „Triesterviertel“ dazu kann nur ein lokaler sein, aber selbst das klügste „globale Denken“ benötigt schließlich auch „lokales Handeln“!

Die Aufforderung „Global denken – lokal handeln“ ist für meine Frau und mich mehr denn je von zentraler Bedeutung. Beim Nachdenken über die Zukunft unserer beiden Enkelmädchen Miriam und Livia stelle ich mir oft Omas und Opas in den verschiedensten Orten auf unserer Erdkugel vor, die sich ähnlich wie wir Gedanken und zunehmend Sorgen machen.

Die Medien präsentieren uns wie immer in erster Linie „bad news“ (aus ihrem Verständnis sind das ja „good news“): Kriege, Katastrophen, Unfälle, Tote und zuletzt gescheiterte Klimakonferenzen, Streit unter und zwischen den Parteien.

Gemeinsam mit den Werbeeinschaltungen verzerrt diese „veröffentlichte Meinung“ den erlebten Alltag stark ins Negative. Misstrauen, Resignation und Vereinzelung sind nur drei der entsprechenden Reaktionen auf uns konsumierende Menschen. Das Gegeneinander wird fast als „normal“ betrachtet, das Gemeinsame tritt in den Hintergrund, „Solidarität“ wird zum „Fremdwort“.

Dabei gibt es zumindest zwei Argumente, die eigentlich für eine stärkere Betonung von Solidarität sprechen: 1. Erkenntnisse der Wissenschaft, dass der Mensch auf die Gemeinschaft angewiesen ist, dass sowohl in unseren Genen als auch im Gehirn noch mehr als vermutet die Voraussetzungen für das Gemeinsame und Positive vorhanden sind und 2. WIR HABEN NUR DIESE EINE GEMEINSAME ERDE!!! Daher muss das Trennende in den Hintergrund treten, um sie gemeinsam für die kommenden Generationen zu bewahren!

Für 2010 habe ich mir deshalb vorgenommen, mich im „lokalen Handeln“ noch stärker als bisher an diesem Ziel zu orientieren. Der Begriff „lokal“ bedeutet für mich mein Verhalten als Konsument und – im Bild von „konzentrischen Kreisen“- als Bewohner eines Zinshauses (Zur Spinnerin 2), eines Grätzls („Triesterviertel“), eines Wiener Bezirks (Favoriten), sowie als Wiener, Österreicher und Europäer.

Diesen Vorsatz für das kommende Jahr konkretisiere ich an einem Beispiel, das derzeit in den meisten Medien für Schlagzeilen sorgt: Der Zusammenschluss des Kärntner BZÖ (nun FPK) mit der Bundes-FPÖ. Viele Menschen erwarten für die kommenden Monate vor der Wiener Gemeinderatswahl am 10.10. wieder eine entsprechend „schmutzige“ Auseinandersetzung vor allem zwischen der Häupl-SPÖ und der Strache-FPÖ. Im Kontrast dazu werde ich mich jedoch im Rahmen der Plattform „MACH MIT! im Triesterviertel“ weiterhin um eine möglichst positive und konstruktive Zusammenarbeit mit Favoritner FPÖ-PolitikerInnen bemühen. Gerade mit Angehörigen jener Partei, deren Programm und mediale Präsentation von meinen persönlichen Werten mir am weitesten entfernt scheinen, stelle ich immer wieder überraschende Gemeinsamkeiten bei persönlichen Gesprächen und konkreten Vorhaben fest.

Und auch bei der Favoritner FPÖ gibt es schließlich Opas und Omas, die sich Gedanken über die Zukunft ihrer schon vorhandenen oder noch kommenden Enkerln machen und damit auch über die Zukunft unserer einzigen Erde! Ich glaube daran, dass diese Gemeinsamkeit eine gute Basis für konstruktive Gespräche „auf gleicher Augenhöhe“ sein kann.

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